Jahresbericht 2003
VCS Sektion St. Gallen/Appenzell
Geprägt von zwei grossen Aufgaben: Rekurs Stadion St. Gallen und Kampf gegen Avanti zweimal erfolgreich.
Inhalt:
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Verkehrspolitik
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Projekte
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Rechtsverfahren
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Öffentlichkeitsarbeit
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Sekretariat
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Vorstand
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Dank
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Dieser Jahresbericht bezieht sich neu auf die Periode 1.1.2003 bis Mitgliederversammlung 2004
Verkehrspolitik
Vernehmlassung Sachplan Strasse/Schiene
Wir beteiligen uns im Januar 03 an der Vernehmlassung zum Sachplan Strasse und Schiene. Aufgrund der Vernehmlassungsantworten hat sich der Bund ent-schieden, die verschiedenen Verkehrsträger in einem Sachplan Verkehr zusammenzufassen. Bis Ende 2004 soll der Teil "Programm" in Zusammenarbeit mit den Kantonen erarbeitet werden.
Umfahrung Herisau
Im Februar 2003 stimmt der Kantonsrat AR über den Planungskredit Umfah-rung Herisau sowie die Umsetzung der Ypsilon-Massnahmen ab. Im Vorfeld versenden wir eine eher unorthodoxe Karte an die Kantonsratsmitglieder mit der Bitte, sich diesen Entscheid gut zu überlegen. Der Erfolg ist gering. Der Kredit wird mit einer erdrückenden Mehrheit bewilligt.
Grünaustrasse Wil
Am 9.2.03 wird die Grünaustrasse vom Volk abgelehnt. Die VCS-Regionalgruppe Wil kämpft mit ungeheurem Elan und Erfolg im überparteilichen Komitee Stopp Grünaustrasse gegen ein überdimensioniertes und überholtes Strassenprojekt. Im Parlament fand die Grünau-strasse ausser bei den Fraktionen GRÜNE prowil und SP sowie vier CVP VertreterInnen noch eine satte Mehrheit. Am Abstimmungssonntag kippte das Wiler Stimmvolk den Parlamentsentscheid auf eindrückliche Weise. Bei einer Stimmbeteiligung von 55,1 % verwarfen 57 % das Strassenprojekt und machten damit den Weg frei für eine neue Wiler Verkehrsplanung. Dank dem Nein konnte eine der letzten zusammenhängenden Grünzonen erhalten und eine enorme zusätzliche Verkehrsbelastung ab-gewendet werden. Es ist anzunehmen, dass die Wiler Verkehrsplaner nun weitere Planungsleichen aus den 70-er Jahren ruhen lassen werden.
Strassenraumgestaltung Zürcherstrasse
In St. Gallen beginnt erstmals ein modernes Strassenraum-projekt Gestalt anzunehmen. Der Kanton St.Gallen beabsichtigt zusammen mit der Stadt die Zürcherstrasse im Raum Lachen mit verkehrsberuhigenden Massnahmen umzugestalten. Der VCS engagiert sich in einer Begleitgruppe. Zur Zeit laufen die Detailprojektierungen, Ende Jahr kommen die Vor-lagen vor die Parla-mente und hoffentlich im nächsten Jahr fahren die Bagger auf und die Ostschweiz wird auch eine Vorzeigeobjekt "à la Berner Modell" haben.
Strassenraumgestaltung Lämmlisbrunnstrasse
Ein weiteres städtisches Strassenraumprojekt mit dem VCS in der Begleitgruppe. Baubeginn voraussichtlich im Jahr 2005.
Sonntagsinitiative
Die Sonntagsinitiative forderte vier autofreie Sonntage im Jahr. Wir engagieren uns mit dosierten Kräften im Abstimmungskampf und helfen bei einer "Narregmänd" in der offenen Kirche St. Leonhard mit. Die Initiative erreicht ein Achtungsresultat, wird aber klar abgelehnt.
Umfahrung Bazenheid
Die Baumaschinen sind aufgefahren, der Bau der Umfahrungsstrasse im vollen Gang. Im Jahr 2006 soll die Eröffnung sein. Zu diesem Zeitpunkt sollen auch die flankierenden Massnahmen, die in einer Vereinbarung mit dem VCS abgemacht wurden, umgesetzt werden. Der VCS wird in eine Begleitkommission eingeladen.
Sparmassnahmen Kantonsrat St. Gallen
Im Sommer 03 behandelt der Kantonsrat in einer Sondersession ein drastisches Sparprogramm. Auch der ÖV ist betroffen. Es gelingt Schlimmeres zu verhüten und auf Kosten der Gemeinden zu sparen. Der Finanzierungsschlüssel wird von 45% Gemeinden, 55% Kanton auf 50% für beide geändert. Wir erfassen alle Mailadressen der KantonsrätInnen und bitten Sie in einem Mail, die Sparvorschläge zurückzuweisen. Eine Aenderung des Finanzierungsschlüssel betrachten wir als verantwortbar. Die beschlossene Sparmassnahme entlastet das Kantonsbudget ab 2005 jährlich um 1,7 Mio, beinhaltet aber keinen Abbau beim öV-Angebot.
Richtplanung Stadt St. Gallen
Die kommunale Richtplanung wird überarbeitet. Nach Misstönen zum Vorgehen von Seiten der bürgerlichen Parteien nimmt die Begleitkommission die Arbeit auf. Der VCS nimmt auch hier Einsitz und engagiert sich insbesondere für die verkehrlichen Aspekte. Zur Zeit ist man noch an der Situationsanalyse.
Tourismuskonzept Kanton St. Gallen
Im Rahmen der Standortinitiative "St.Gallen will es wissen" wird ein neues Tourismuskonzept erarbeitet. Der VCS nahm Einsitz in der Arbeitsgruppe "Angebot und Markt". Das Papier kommt nun in die parlamentarische Vernehmlassung.
Interpellation Gemeinderat St. Gallen zum Leitbild Langsamverkehr In den Gemeindeparlamenten von St. Gallen und Gossau wird von einer VCS-Vertreterin eine Interpellation zum Leitbild Lang-samverkehr eingebracht.
Richtig verkehrt!
Studie und Foto-Event Das ganze Jahr über beschäftigt sich Vorstand und Sekre-tariat mit einer Vorkampagne zur Avanti-Initiative. Vier Mitglieder des Vorstandes erarbeiten die Studie "richtig verkehrt! Agglomeration St. Gallen Ideen für die Zukunft". Mit einem Fotoevent "60 Autos und 1 Bus" an der Lämmlisbrunnenstrasse am europäischen Tag "ohne mein Auto in die Stadt" wird die Studie am 22. September der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Studie stellt fünf Vor-schläge ins Zentrum, wie der Agglomerationsverkehr der Stadt St. Gallen umweltfreundlich bewältigt werden kann. Die Aktion 60 Autos und 1 Bus zeigt exemplarisch auf, wie platzsparend der ÖV Mobilität ge-währleistet und welche Riesenfläche dieselbe Menge Menschen benötigt, wenn sie allein in einem Auto unterwegs sind. Die augenfällige Umsteigeaktion schafft es sogar ins 10 vor 10. Weitere Aktionen im Rahmen des Schwerpunktes Lösungen statt Strassenbau sind: Spezialausgabe vcs-lokal vom Dezember 03, Vorstellung der Studie an einer gesamtschweizerischen Pressekonferenz, Vorbereitung des Ökopodiums im Mai 04. Die Studie wird von den Behörden als wichtiger Beitrag zur Diskussion rund um den Agglomerationsverkehr wahrgenommen.
Wahlempfehlungen National- und Ständerat sowie Kantonsrat St. Gallen
Der VCS empfiehlt drei aktive VCS-Mitglieder zur Wahl, sowie zahlreiche KandidatInnen aus verschiedenen Parteien, die ein-stehen für eine umweltfreundliche Verkehrspolitik. Für die Wahlempfehlungen des Kantonsrates schlies-sen sich Pro Natura, WWF und VCS zusammen. Mittels Fragebogen an alle KandidatInnen machen wir ein Rating und empfehlen diejenigen KandidatInnen, die neun und mehr Punkte erhalten. Mit einer Pressekonferenz stellen wir das Rating und die KandidatInnen der Öffentlichkeit vor. Das Vorgehen ist aufwändig, aber fair.
Flugfeld Altenrhein
Die Airport Altenrhein AG sowie die Behörden bereiten nun aktiv die Konzes-sionierung vor. Das Verfahren wird vom Bazl vorgegeben. In einer Medienmitteilung protestieren die drei Umweltverbände VCS, pro Natura und WWF gegen diese Pläne und kündigen den Widerstand an. Allerdings wird vom VCS erwartet, dass die Federführung entweder von der AgF oder der IglA übernommen wird. An der regulären Zusammenkunft der Umweltverbände mit dem Amt für Umwelt-schutz referieren Herr T. Unseld und C. Gämperle ausführlich über das Projekt. Im Juni 2004 sollen Informations- und Koordinationsgespräche mit Gemeinden und Verbänden stattfinden.
Strassenbauprogramm/ÖV-Programm Kanton St. Gallen
Das öV-Programm 2004-08 berück-sich-tigt die Ziele des vom Kantonsrat im Nov. 2002 einstimmig verabschiedeten Strategieplanes öV nur teilweise. Aus Spargründen kürzte die Regierung das Programm bereits vor der parlamentari-schen Beratung um 17 Mio auf 139 Mio. Dieser Kürzung fallen vor allem bessere Verbindungen mit dem grenz-nahen Ausland (Bodensee, Rheintal) zum Opfer. Nur 8 Mio sind für echten Angebotsausbau vorgesehen, ein wesentlicher Teil davon betrifft St.Gallen West. Ein Antrag, das öV-Programm wieder um 17 Mio zu erhöhen, war chancenlos. Das Strassenbauprogramm 2004-08 kostet den Kanton netto etwa 276 Mio. Als Folge der Sparmassnahmen sind diese Aufwendungen alle aus zweckgebundenen Mitteln (Strassenfonds) zu finanzieren (der Strassenunterhalt wurde bisher zum Teil aus allgemeinen Steuermitteln finanziert).Die Strasse kostet den Staat also entgegen anders lautender Absichts-erklä-rungen (gleichlange Spiesse) weiterhin doppelt so viel wie der öV.
Avanti Nein Komitee St. Gallen/Appenzell
Überraschend bestimmt der Bundesrat den 8. Februar 2004 als Abstimmungsdatum für den Gegenentwurf der Bundesversammlung zur Avanti-Initiative. Die Initiative selber wurde zurückgezogen. Die nationale Nein-Kampagne wird auf den Schienen "Nein zum Avanti-Bschiss" und "Schützt unsere Alpen" aufgegleist. Auf Hochtouren wird ein re-gio-nales Komitee Avanti Nein St. Gallen/Appenzell gegründet. Der VCS übernimmt die Feder-führung. 22 Organisationen und Parteien engagierten sich im Komitee sowie zahlreiche Einzel-personen. Eine Kerngruppe, die von der Gründungsversammlung gewählt wird, bestimmt die Kam-pagne. Viele Aktionen in beiden Kantonsgebieten finden auf Initiative von regionalen Gruppie-rungen und der Kern-gruppe statt, unzählige Leserbriefe werden publiziert, eine Inseratekampagne unterstützt die Aktivi-täten. Mit einem Wochenanfangsmail werden zwei Monate lang die Komiteemitglieder mit Informationen und Aufrufen versorgt. Rund 30'000 Franken können in unserer Region eingesetzt werden.
Der Erfolg ist eindrücklich: Überdurchschnittlich deutlich stimmen die Ostschweizer Nein zu Avanti:
- 65,2 % im Kanton St. Gallen
- 65,1% Appenzell AR
- 68,3 % Appenzell IR
- Gesamtresultat Schweiz: 62.8% Nein.
Im Nachgang zum Avanti-Nein haben in der Februarsession des Kantonsrates St. Gallen die UGE, SP und CVP Fraktion je eine Motion eingereicht. Darin verlangen sie, dass die Regierung mittels Standes-initiative in Bern beantragt, dass ein wesentlicher Teil der Mittel aus der Verbrauchssteuer auf Treibstoffen und des Reinertrages der Nationalstrassenabgabe für Massnahmen zur Verbesserung des öV (inklusive Langsamverkehr) in Städten und Agglomerationen verwendet werden kann. Die Regierung beantragt für die Maisession Gutheissung der 3 Motionen. Es ist damit zu rechnen, dass der Rat diese auch überweist.
Projekte
Velobörse Rorschach
Auf Initiative des Vorstandes organisierten wir auf dem Areal der Berufsschule die 1. Velobörse in Rorschach. Ziel ist es, die Velobörse mit lokalen Verantwortlichen weiterzuführen. Aus der Region haben fünf VCS-Mitglieder aktiv mitgeholfen. Die Zukunft ist noch ungewiss.
100 Jahre Trogenerbahn:
Inserat und Sponsoring Die Trogenerbahn wird 2003 100 Jahre alt. Das Appenzeller Magazin gibt eine Sonderausgabe "Wandern mit der Trogenerbahn" heraus. Wir schalten zusammen mit Unterstützung des VCS Schweiz ein Inserat und sponsern das schön gestaltete Heft. Damit wollen wir über einen Sympathieträger (Trogenerbahn) Werbung für den VCS machen.
Velofahrkurse in St. Gallen und Gossau
In der zweiten Kurssaison haben rund 220 Personen an Velofahrtrainings teilgenommen das Angebot wird in St. Gallen und Gossau weiter ausgebaut.
Rechtsverfahren
Einkaufszentrum und Stadion St. Gallen ab Einsprache/Strassenkorrektion Zürcherstrasse
Neben der Avanti-Abstimmung sicher das grösste Geschäft des Jahres 2003. Anfang Januar deponierten wir eine Einsprache gegen das Projekt welche erwartungsgemäss in der ersten Instanz durch die Stadt abgelehnt wurde. Im Rekursverfahren fanden dann, unter der Leitung des Kantons, Gesprä-che aller Beteiligten statt. Das Klima war zu Beginn sehr gereizt. Unter den Beteiligten wurde für die gesamte Verhandlungszeit Stillschweigen vereinbart. Eine grundsätzliche Diskussion der Proble-matik der Grosszentren war nicht möglich. Die bestehenden Gesetze und der Richtplan werden zu unterschiedlich ausgelegt. Eine Klärung dieser Punkte hätte einen Gang durch alle Instanzen bedingt. Weil aber in verschiedenen Punkten gute Lösungen gefunden werden konnten, willigte der Vorstand zum Schluss in einen Vergleich ein. Wichtige Verbesserungen sind ein detaillierter Massnahmen-katalog bei Über-schreitungen der Verkehrszahlen, eine Festschreibung des öV-Angebotes, Ver-besserungen bei der lokalen öV-Anbindung, klare Nutzungsvorschriften (in m2) sowie festgelegte Schutzmassnahmen für Winkeln.
Flugfeld Altenrhein Anflugbefeuerung
Am 18. November 2003 genehmigte das BAZL den Einbau einer Anflugbefeuerung auf Piste 10 des Flugplatzes St. Gallen-Altenrhein. Unsere Einsprache vom Dezember 2002 wurde damit nicht berücksichtigt. Trotzdem entschliessen wir uns, die Einsprache nicht weiterzuziehen. Am 26. März 2004 wird die Genehmigung vom BAZL vom Amtes wegen wider-rufen und das Verfahren neu aufgenommen.
Anbindung Balgacherstrasse Diepoldsau
Auf Diepoldsauer Boden sollte eine neue Zufahrt zur A13 von Balgach aus gebaut werden. Das Projekt stosst auf grossen Widerstand und wird ersatzlos zurück-gezogen. Unsere Einsprache wird damit gegenstandslos.
Kreisel Andwilerstrasse Gossau
In Gossau soll ein spezieller Kreisel mit einem Bypass gebaut werden. Weil die neue Verkehrsführung die Velofahrer und Fussgängerinnen schlechter stellt und der Landverschleiss durch den Bypass gross ist, machen wir eine Eingabe zum Projekt, die dann als Ein-sprache behandelt wird. In einer Verhandlung vor Ort mit dem Kanton kann eine Optimierung der Verkehrssicherheit erreicht werden, doch von der Bypass-Lösung weicht der Kanton nicht ab. Auch von einem Provisorium will er nichts wissen. Wir ziehen die Einsprache zurück, weil die Chancen auf Erfolg bei einem Weiterzug gering sind.
Wanderweg Laderen St. Gallen
In St. Georgen wird ein Gebiet zwischen Kapf und Wenigerstrasse überbaut. Wir setzen uns zusammen mit anderen Organisationen dafür ein, dass der Wanderweg als naturnaher und möglichst direkter Weg erhalten bleibt. Die Wegführung wird mit dem neuen Projekt zwar schlechter, kann aber als Kompromiss akzeptiert werden. Gegen den Überbauungsplan wird kein Referendum ergriffen.
Kreuzung Geltenwilenstrasse St. Gallen
Im Zusammenhang mit dem Nebau Mettler Möhl an der Geltenwilenstrasse St. Gallen reichen wir eine vorsorgliche Einsprache betreffend Garagenausfahrt und Veloweg ein, finden im Gespräch eine überzeugende Lösung und ziehen darauf die Einsprache zurück.
Parkplatzerweiterung Bleicheplatz Wil
Der Massnahmenplan Luftreinhaltung verlangt für Wil eine Parkplatzplafonierung auf öffentlichem Grund. Es bestand deshalb Grund zur Annahme, dass die geplante Erweiterung des Bleicheplatzes gegen den MPL verstosse. Nach Gesprächen mit der Stadt Wil akzeptierten wir die angewendete PP-Berechnung auf der Basis der Planung von 1989. Demnach sind die neuen Parkplätze rechtens und die Einsprache wird zurückgezogen.
Pizolpark Mels
Der 30-jährige Pizolpark in Mels soll umfassend erneuert werden. In diesem Zusam-menhang müssen Massnahmen gemäss Massnahmenplan Luftreinhaltung ergriffen werden. Die Parkplatzzahl wird gesenkt. Da keine umfassende Bewirtschaftung der Kunden-Parkplätze vorgesehen ist und die Velo-Erschliessung zu wünschen übrig lässt, erheben wir Einsprache und treten auf Verhandlungen ein. Diese dauern noch an.
Säntispark
Mit einem Entscheid des Verwaltungsgerichtes kann das Kapitel Säntispark nach Jahren der Auseinandersetzung endlich abgeschlossen werden. Die Pflicht zur Bewirtschaftung aller Kunden-Parkplätze wird bestätigt und eine genügende rechtliche Grundlage für die Anordnung derselben anerkannt. Im zweiten Punkt, der verbesserten öV-Erschliessung entscheidet das Gericht im Sinne der Vorinstanz.
Öffentlichkeitsarbeit nach Innen und Aussen
Entsprechend dem sehr aktiven letzten Vereinsjahr wurde auch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Zwischen 1. Januar 2003 und Ende April 2004 wurden vier Medienkonferenzen durchgeführt, 27 Medienmitteilungen herausgegeben und zwei Aktionen durchgeführt. Die Öffentlichkeitsarbeit begleitete die in der Berichtsperiode Schwerpunkte: das Rechtsverfahren zur Einkaufszentrum / Stadion St. Gallen, die Studie "Richtig Verkehrt" und der Abstimmungskampf zur Avanti-Initiative. Die VCS Sektion St. Gallen / Appenzell hat es bei verschiedenen Gelegenheiten auch in die nationalen Medien gebracht, etwa bei der Aktion "Richtig verkehrt" auf der Lämmlisbrunnenstrasse und im Zusammenhang mit dem Rechtsverfahren zur Planung in Winkeln.
Die VCS Sektion St. Gallen / Appenzell und die Regionalgruppen hatten in dieser Zeit eine bemerkenswert dichte Medienpräsenz. Im Durchschnitt kommt der VCS wöchentlich in die Tagblatt-Medien. Wie zu erwarten ist, wurde die Haltung des VCS bei Rechtsverfahren auch kritisch kommentiert. Der Ausgang dieser Rechtsverfahren und die getroffenen Verhandlungslösungen zeigten aber ein Bild eines wohl hartnäckigen, aber auch lösungsorientierten und sachkompetenten Verbandes.
Pressemitteilungen wurden zu folgenden Themen verfasst:
Im Jahr 2003
- 8. Januar 2003 / Medienkonferenz
VCS Einsprache zum Überbauungsplan Stadion St.Gallen
Ein notwendiges "Ja, aber" zum Einkaufszentrum mit Fussballstadion
- 21. Februar 2003
VCS zu unbewilligten Ausbauten Flugfeld Altenrhein
Der VCS fordert Baustopp auf längere Sicht
- 21. März 2003
Der Velofrühling steht vor der Tür
Zahlreiche Ostschweizer Velobörsen
- 2. April 2003
Kreiselprovisorium statt Bypass
VCS zum Projekt Kreisel Andwilerstrasse Gossau
- 28. April 2003
1. VCS-Velobörse in Rorschach
am Samstag, 3. Mai, BWZ Rorschach
- 30. April 2003
Ein Versuch lohnt sich: Ja zur Sonntagsinitiative
VCS St. Gallen/Appenzell empfiehlt Initiative zur Annahme
- 11. Mai 2003
Resolution gegen Kahlschlag beim ÖV-Angebot
Mitgliederversammlung des VCS wehrt sich gegen geplanten Leistungsabbau beim öffentlichen Verkehr
- 19. Mai 2003
Überbauungsplan löst Verkehrsprobleme ungenügend
Der VCS ist über das Verhandlungsergebnis zum Überbauungsplan Stadion / EKZ St.Gallen West unzufrieden und fordert Nachbesserungen
- 6. Juni 2003
Kein Leistungsabbau beim ÖV
Offener Brief an die Mitglieder des St. Galler Kantonsrates
- 18. Juni 2003
Die EKZ/Stadion-Vorlage im Gemeinderat:
Parlament hat Chance verpasst
Der VCS wird sich weiterhin für eine Verbesserung des Vorhabens einsetzen.
- 24. Juni 2003
Das Einkaufszentrum West umweltrechtlich nicht abgesichert
Stellungnahme zu den Vorwürfen der Initianten des Einkaufszentrums/Stadion St. Gallen West
- 18. August 2003
Flugfeld Althenrhein: Protest der Umweltorganisationen gegen die Ausbaupläne
Umweltverbände VCS, WWF und Pro Natura fordern, dass der Wille der anliegenden Bevölkerung ernst genmommen und auf die Ausbaupläne verzichtet werden
- 20. August 2003
Überbauungsplan MM Pizolpark Mels: Einsprache des VCS
Der VCS verlangt die Einhaltungen der Bestim-mungen des neuen kantonalen Richtplanes, die Einführung einer Parkplatzbewirtschaftung so-wie finanzielle Beiträge an den öffentlichen Verkehr.
- 21. August 2003
"So nicht" zum Einkaufszentrum mit Stadion Winkeln
VCS rekuriert gegen Einspracheentscheid zum Einkaufszentrum mit Stadion in Winkeln.
- 22. September 2003
Aktion und Medienkonferenz
Richtig verkehrt! VCS SG/APP lanciert Ideen für den Agglo-merationsverkehr
Mit einem Ausbau des öffentlichen Verkehrs muss der Verkehrskollaps auf dem Strassennetz begegnet werden.
- 30. September 2003
Verwaltungsgericht St. Gallen schützt VCS-Rekurs zum Säntispark
Das Verwaltungsgericht hat in einem Rekursverfahren des Verkehrs-Clubs der Schweiz die Verpflichtung zur Parkplatz-bewirtschaftung gutgeheissen. Der Säntispark darf künftig keine Gratis-Parkplätze mehr anbieten.
- 26. Oktober 2003
A53 brachte viel Mehrverkehr ins Linthgebiet
Die ersten Verkehrszählungen nach Eröffnung der Umfahrung Schmerikon-Eschenbach-Wagen (A53) haben zwei Dinge gezeigt: Die A53 hat zu einer Verkehrszunahme im Linthgebiet geführt, und die Entlastungsziele in den umfahrenen Dörfern konnten nicht erreicht werden.
- 5. Dezember 2003 / Medienkonferenz
Regionaler Abstimmungskampf zum Gegenvorschlag Avanti-Initiative ist eröffnet
Januar bis April 2004
- 16. Januar 2004
Keine Strassen vergolden!
VCS St. Gallen/Appenzell: Nein zum Avanti-Gegenvorschlag
- 19. Januar 2004
Avanti: 30 Milliarden Franken zum Fenster hinausgeworfen
Aktion in der St. Galler Innenstadt des Komitees Avanti-Nein
- 8. Februar 2004
Ostschweiz hat Alpenschutz klar bestätigt
Medienmitteilung zum Volks-NEIN gegen den Avanti-Gegenvorschlag
- 25. Februar 2004
Die Tunnel-Skepsis ist nicht gewichen
Das Schlüsselelement der Verkehrsplanung Rapperswil / Jona bleibt der projektierte Tunnel Rapperswil, mit dem das Strassennetz massiv mehr Verkehr aufnehmen könnte.
- 27. Februar 2004
Schade um die Laderen!
Der VCS verzichtet auf weitere Schritte zum Überbauungsplan Laderen in St. Gallen. Die im Rekursverfahren umstrittene Wander-wegver-bindung konnte gesichert werden.
- 18. März 2004
Fragen und Fakten zum Trolleybus
Vieles spricht für den Trolleybus auf St. Galler Strassen
- 24. März 2004
Der Velofrühling steht vor der Tür
Zahlreiche Ostschweizer Velobörsen und Velofahrkurse:
- 14. April 2004
Start in die Velosaison
VCS-Veloflohmarkt im Waaghaus
Homepage
Seit 1. Februar 2002 ist die VCS Sektion St. Gallen / Appenzell mit einer eigenen Homepage auf dem Netz. Die Homepage wurde kontinuierlich nachgeführt und kann auch als umfangreiches Archiv der Tätigkeiten unserer Sektion und der Regionalgruppen genutzt werden. In der Berichtsperiode wurde der Bereich "Dossier" auf- und ausgebaut, in denen Schwerpunktthemen Themen wie der Agglo-me-rationsverkehr St. Gallen, Einkaufszentren Winkeln oder Strassenraumgestaltung umfassend dar-ge-stellt werden. Die Homepage unserer Sektion wird monatlich von rund 2'500 eindeutigen Anwendern besucht, welche durchschnittlich rund 7 Minuten verweilen und ist dadurch zu einem wichtigen Kom-munikationsmittel geworden. Die Besuchszahlen sind weiterhin steigend, die Homepage umfasst inzwischen mehrere Hundert Seiten.
Interne Kommunikationsmittel
Für die Information unserer eigenen Mitglieder steht das Leonardo zur Verfügung, in welchem wir neun mal pro Jahr zwei Seiten füllen. Dieser Platz ist gemessen an den Tätigkeiten der Sektion immer wieder knapp.
Als besonderes Kommunikationsorgan steht in der Region St. Gallen das VCS-Lokal zur Verfügung, welches wohl von der Ortsgruppe getragen, aber von der Sektion auch finanziell unterstützt und genutzt wird. Beiträge im Lokal werden nicht zuletzt von den Behörden und Medien sehr genau gelesen und schaffen es in die politische Debatte.
Sekretariat
Während dreier Monaten hilft Matthias Bucher zuverlässig und engagiert in der hektischen Avanti-Nein-Abstimmungszeit auf dem Sekretariat mit. Bei Möglichkeit bieten wir der Stiftung Zukunft Thurgau einen Beschäftigungsplatz an.
Nach knapp sechs Jahren verlässt Margot Benz das Sekretariat. Als Nachfolger wird Thomas Schwager, St. Gallen per 1. April 2004 gewählt. Das Teilzeitpensum wird um 5 auf 55% leicht erhöht, da auch das Pflichtenheft erweitert wurde.
Vorstand
Zusammensetzung: Doris Königer, St. Gallen, Präsidentin, Martin Stamm, St. Gallen, Vizepräsident, Esther Büchel, Thal, Kassierin bis 31.12.2003, Andreas Bernhardsgrütter, St. Gallen, Leiter AG Strassenraum, Ruedi Blumer, Gossau, Daniel Schöbi, St. Gallen, Guido Wick, Wil. Als Revisoren amteten Marcel Schärli, St. Gallen und Paul Eckert, Kaltenbach. Die Verkehrsberatung führt Markus Hartmann, Verkehrs- und Raumplaner Herisau. Zum Team der Verkehrsberater gehören auch Andreas Bernhardsgrütter und Daniel Schöbi.
Sitzungen
Der Vorstand trifft sich an 10 ordentlichen und einer ausserordentlichen Sitzung 2003 und bisher an vier ordentlichen Sitzungen 2004. Die ausserordentliche Sitzung betrifft das Stadion und Einkaufszentrum St. Gallen. Zwischen den Vorstandssitzungen treffen sich Präsidentin und Ge-schäfts--leiterin regelmässig, um dringende Geschäfte zu besprechen und die Sitzungen vorzubereiten.
Mitgliederversammlung 2003
Die MV findet am 9. Mai 2003 in der Hinteren Post in St. Gallen statt. Nach den ordentlichen Traktanden stimmt die Versammlung einstimmig einer Resolution zu, welche sich gegen den Abbau des öffentlichen Verkehrs im Kanton St. Gallen ausspricht. Im zweiten Teil stimmen die beiden Referenten Ueli Müller und Stefan Grass auf die Avanti-Nein-Abstimmung ein.
Dank
Der Tätigkeitsbericht zeigt, dass im vergangenen Jahr unser Vorstand und die Sektion ununterbrochen gearbeitet haben. Es wurde professionelle Arbeit geleistet, welche auch in den Medien Beachtung fand. Die Zusammenarbeit unter den Vorstandsmitgliedern war sehr intensiv und teamorientiert. Ich danke hiermit allen für ihr aktives und engagiertes Mitwirken in der Sektionsarbeit und auch für ihr kollegiales Verhalten in schwierigen Momenten. Ein Dank auch speziell an unsere Kassierin Esther Büchel, die auf die heutige Hauptversammlung zurücktritt.
Ein besonderer Dank gilt den Leitern und Mitgliedern der verschiedenen Arbeitsgruppen, ohne die sich unsere Arbeit niemals quantitativ und qualitativ auf so hohem Niveau stabilisieren könnte. Das Wissen und die Bereitschaft, dieses einzubringen, sind unbezahlbar. Ganz herzlich zu danken ist auch den vielen aktiven VCS-Mitgliedern allgemein, wie auch den VCS-Regional- und Ortsgruppen See-Gaster, St. Gallen, Wil, Sarganserland, Werdenberg, Rheintal, (die Aktivitäten der Regional- und Ortsgruppen sind im Sektions-Jahresbericht nicht erfasst.). Jedem einzelnen Mitglied danke ich für die langjährige VCS-Treue, für ihr praktiziertes VCS-kompatibles Verkehrsverhalten, wie auch für die grosszügige finanzielle Unterstützung, die vielen Leserbriefe und die Anteilnahme, die uns jeweils zusätzlich Ansporn und Ermunterung für unser verkehrspolitisches Engagement ist.
An diesem Punkt möchte ich noch unserer langjährigen Geschäftsleiterin Margot Benz danken. Ohne ihren persönlichen Einsatz, ihre Identifikation mit dem Verband und ihrer Einsatzfreude hätten die Sektionsarbeiten kaum so fachkundig und kompetent geführt werden können. Sie stand dem Vorstand immer zur Seite und hat unsere Arbeit mitgeprägt. Wir werden sie sehr vermissen.
St. Gallen, 30. April 2004
Vorstand und Geschäftsleitung

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VCS-Verkehrsberatung; Jahresbericht 2003
Beratung von Betroffenen
(Privaten, Anwohnergruppen/Quartiergruppen und teilweise Gemeinden):
- Kurzberatungen per Telefon (durchschnittlich eine pro Monat, meist Anfragen von Privaten, tendenziell weniger als in den vorhergehenden Jahren).
- Beratung vor Ort, weil die Sachlage aufgrund der mündlichen Erläuterung nicht abschliessend beurteilt werden kann, gemäss Beschreibung jedoch ein Anliegen erkennbar ist, für das sich der VCS einsetzt (im Schnitt alle zwei Monate eine Beratung).
Die Beratungen im Zusammenhang mit Tempo 30 haben im Berichtsjahr deutlich zugenommen. Das dürfte mit der neuen "Verordnung über die Tempo-30-Zonen und die Begegnungszonen" zusammen hangen, resp. damit, dass auf das Datum der Inkraftsetzung (1. Jan. 2003) die Oeffentlichkeitsarbeit verstärkt wurde. Konkrete Beratungen, zum Teil recht weit reichend (mit Plänen, Beratung Kommission) wurden durchgeführt in:
- Oberhelfenschwil (ganze Gemeinde, Beratung Gemeinde),
- Heiden (ganze Gemeinde, Beratung Gemeinde),
- Teufen und Herisau (Quartiere, resp. Strassenzüge).
Leider muss aber auch erwähnt werden, dass noch in keinem Gebiet Tempo 30 signalisiert ist. Die Zonen wurden bereits auf Gemeindestufe abgeblockt. Vorgeschoben wurden in erster Linie finanzielle Aspekte, resp. man wollte kein Präjudiz schaffen(!).
Interessanterweise sind die Anfragen zum Einrichten von Begegnungszonen sehr gering (1 Fall, Heiden). In zwei Fällen wurde das Thema von der Beratungstelle eingebracht (Trogen, Oberhelfenschwil), allerdings sind auch hier noch keine Resultate sichtbar. In Trogen wird die Idee allerdings ernsthaft weiter verfolgt.
Die Stadt Wil war auch dieses Jahr ein Thema, allerdings weniger dominant als im letzen Jahr. Aus einer Besprechung mit der zuständigen Behörde der Stadt Wil zu diversen pendenten Themen (Einsprache Parkplatz Bleiche, Zentrum Süd) erfolgte ein Beratungsauftrag für die Gestaltung der Bronschhoferstrasse. Es konnte zwar nicht eine grundsätzliche Neuprojektierung erreicht werden, aber immerhin Verbesserungen für den Langsamverkehr. In Wil Teilnahme an einer Podiumsdiskussion über die dortigen Verkehrsprobleme.
Unterstützung der Vorstandstätigkeit
Einsprache Kreisel Andwilerstrasse: Es ging hier nicht um die Einsprache gegen den Kreisel an sich, sondern um den Bypass. Der Bypass beansprucht nicht nur sehr viel Boden und ist gestalterisch unpassend, sondern ist auch der Grund für Nachteile für den Langsamverkehr (insb. Fussverkehr). Bei diversen Verhandlungen konnten zwar Verbesserungen für den Fussverkehr erreicht werden, der Bypass konnte allerdings nicht verhindert werden.
In Bazenheid vertritt die Verkehrsberatungstelle den VCS in der Kommission flankierende Massnahmen. Die Arbeit ist zwar relativ aufwändig (viele Sitzungen, Exkursion), aber mindestens die bisherigen Resultate der Kommissionsarbeit können uns zuversichtlich stimmen.
Beratung von Vorstandsmitglieder und/oder Geschäftsführung. Zusammenstellen von Unterlagen (z.B. Notwendige Breiten für diverse Begegnungsfälle von Fahrzeugen für Kommissionsarbeit in Wil, Folien/Unterlagen Koexistenz im Strassenraum für Vortrag, usw). Auf der Verkehrsberatungstelle stehen zu verschiedenen Fragen (insb. im Bereich Strassenraumgestaltung) umfangreiche Unterlagen zur Verfügung.
Bei verschiedenen langfristigen "Projekten" (Umfahrung Herisau, Stadtentwicklung/Verkehrsprobleme Gossau, Umfahrung/flankierende Massnahmen Rapperswil/Jona) ist die Verkehrsberatungstelle am Ball, wenn jauch im Berichtsjahr insb. im Fall Herisau keine grösseren Arbeiten anfielen.
8. Mai 2004 / Markus Hartmann, Verkehrs- und Raumplanung, Herisau

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Resolution
Nachholbedarf beim ÖV-Angebot in den Ostschweizer Agglomerationen
Keine Abstriche beim öffentlichen Verkehr
Die Ostschweizer Kantone fordern mit gutem Recht vom Bund ein stärkeres Engagement bei der zweiten Etappe von Bahn 2000 und dem Anschluss an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz. Tatsächlich profitiert die Ostschweiz kaum vom nun vorgesehenen Mehrangebot des öffentlichen Verkehrs mit dem Fahrplan 05, mit welchem Bahn 2000 umgesetzt wird. Es genügt aber nicht, beim Bund zu jammern, gefordert sind auch die Ostschweizer Kantone, Regionen und die Gemeinden, ihre Hausaufgaben in ihrem Zuständigkeitsbereich zu leisten: im öffentlichen Lokal- und Regionalverkehr:
Die Ostschweiz verfügt im schweizerischen Vergleich über den tiefsten Anteil des öffentlichen Verkehrs am Gesamtverkehr. Bei der Anzahl der gefahrenen Kilometer mit dem Auto pro Person und Tag halten die Ostschweizer aber die Spitzenposition. Dies verursacht insbesondere in den Agglomerationen grosse Verkehrsprobleme. Ein Blick auf das Rating von Umverkehr Schweiz zu den 44 Agglomerationen beim öffentlichen Personennahverkehr zeigt, dass die Angebote in der Nordostschweiz schlecht abschneiden: die Stadt St. Gallen fungiert zwar unter den 44 Angeboten auf dem 17 Rang im Mittelfeld, belegt aber verglichen mit den 8 grössten Schweizer Städten den letzten Platz. Die weiteren rangierten Angebote von Rapperswil/Jona (37. Rang), Rheintal (39 Rang) und Gossau-Herisau (40 Rang) finden sich am Schluss der Liste.
Es besteht also Aufholbedarf in der Ostschweiz. Der VCS fordert deshalb die Ostschweizer Kantone, Regionen und Gemeinden auf, das Angebot des öffentlichen Verkehrs in den Agglomerationen markant auszubauen. Dazu ist etwa:
- Ein integraler Tarifverbund rasch einzuführen
- die Vorbereitungen für einen Verkehrsverbund einzuleiten, welche eine gemeinsame Planung des Angebotes im Regional- und Agglomerationsverkehr vornehmen kann.
- Eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Transportunternehmen zu fördern im Sinne von Zusammenlegungen und Kooperationen.
- Die St. Galler S-Bahn nicht nur so anzuschreiben, sondern tatsächlich als entsprechendes System einzuführen (mind. Halbstundentakt auf dem gesamten Netz, einheitlicher Auftritt, zusätzliche Haltestellen)
- Das St. Galler Stadtbussystem über die Gemeindegrenzen auszudehnen
- Die Verknüpfung der St. Galler S-Bahnstationen mit dem Stadtbussystem zu gewährleisten (Anbindung Bahnhöfe Winkeln, Haggen, St. Fiden)
- In der Agglomeration Rorschach/ Goldach/ Rorschacherberg ein Ortsbussystem einzuführen
- Die Agglomeration Rheintal als grenzüberschreitende und zusammenhängende Grossagglomeration zu begreifen und den öffentlichen Personennahverkehr auf diese Tatsache auszurichten.
- Das Angebot für die Nahverteilung in der Region Rapperswil/Jona sowie Herisau-Gossau stark auszubauen.
- Das Ortsbussystem in Wil einerseits besser auf die Anschlüsse in Richtung St. Gallen auszurichten und das Randstundenangebot im Zentrum auszubauen.
Die künftigen Verkehrsprobleme unserer Agglomerationen lassen sich nicht mit noch mehr Strassen und damit noch mehr Verkehr, Lärm, Gestank und Beeinträchtigung der Kernstädte lösen. Notwendig sind Investitionen in den öffentlichen Verkehr. Kantone, Städte, Regionen und Gemeinden sind gefordert, ihren Beitrag für einen markanten Angebotsausbau zu leisten.

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