VCS Sektion St.Gallen / Appenzell feiert Jubiläum

Streifzug durch 25 Jahre Verkehrspolitik

Am 31. Mai 1980 wurde im Hotel Hecht St.Gallen die VCS Sektion St.Gallen/Appenzell gegründet. Was mit 500 Mitglieder und einem Jahresbudget von 2500 Franken begann, ist zu einem Verein mit 8000 Mitgliedern und professionellen Strukturen geworden. Seit 25 Jahren bestimmt der VCS die regionale Verkehrspolitik aktiv mit. Einige Spots beleuchten die wechselvolle Geschichte der Sektion.


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Jubiläumsfest 23. April

zur Geschichte des VCS

Hauptversammlung

1983: Veloflohmarkt

Die Durchführung von Velobörsen bildete schon früh ein wichtiger Termin der Arbeit der Regionalgruppen. Die erste Velobörse wurde 1983 im Waaghaus St.Gallen durchgeführt. Die Regionalgruppen betreuen ausserdem die regelmässig stattfindenden Velobörsen in Rapperswil, Wil und Sargans.

1985: Eröffnung Geschäftsstelle

Mit dem Einzug in das VCS Büro an der Waisenhausstrasse 1 konnte 1985 eine eigene Geschäftsstelle eingerichtet werden. Die spartanisch eingerichteten Büros blieben die Basis der Sektion, bis im Mai 2001 an der Marktgasse freundliche und zentral gelegene Räumlichkeiten bezogen werden konnten. Mit der Anstellung eines Geschäftsleiters wurden halbprofesionelle Strukturen geschaffen. Gleichwohl bildet die ehrenamtliche Vorstandsarbeit und die Regionalgruppen das wichtigste Standbein unserer Sektion.

1983: Erste Einsprache

Dank Verbandsbeschwerderecht hat der VCS die Möglichkeit, bei publikumsintensiven Anlagen auf verkehrliche Verbesserungen zu drängen. Eine erste Einsprache zu einem Einkaufszentrum wurde 1983 zum Jumbo-Markt St.Gallen Ost eingereicht. Eine ausreichende öV-Anbindung und die Parkplatzbegrenzung und -Bewirtschaftung ist inzwischen gesetzlich vorgeschriebener Standard. Trotzdem muss er immer wieder erstritten werden.

1986: Keine fünfte Kolonne!

Der VCS wehrte sich immer wieder gegen den übermässigen Ausbau des Strassennetzes. Mit unterschiedlichem Erfolg. So beim Ausbau der St.Galler Leonhardsbrücke: Diese sollte 1986 von drei auf fünf Spuren verbreitert werden. Mit einer Einsprache wurde das Projekt bei gleicher Fahrbahnbreite auf vier Spuren reduziert. Das Bundesgericht lehnte den vom VCS trotzdem angestrebten Entscheid gegen die Schneise durchs Quartier jedoch ab.

1994: Initiativ fürs Velo

Der Förderung des Veloverkehrs galt in der Arbeit der Ortsgruppen ein grosses Gewicht. Dank der durch VCS und IG-Velo lancierten Velo-Initiative beschloss das St.Galler Stadtparlament im Juni 1988 die Erstellung eines Veloradnetzes.

Umfahrungsstrassen gebodigt

Immer wieder bekämpfte der VCS lokale Umfahrungsprojekte. In der Stadt St.Gallen wurde 1993 sowohl die Südumfahrung als auch die Umfahrung Heiligkreuz von der Stimmbevölkerung abgelehnt. In Uznach scheiterte 1996 die Kernumfahrung an der Urne. Gossau lehnte 1998 mit satten 85% ebenfalls eine Kernumfahrung ab. Die Wiler Grünaustrasse scheiterte 2003 nicht zuletzt dank fachlicher und finanzieller Unterstützung durch die VCS-Sektion klar.

Grünaustrasse Wil

1988 bis 1994: T8/A8 (A53)

Der Abstimmungskampf zur Schnellstrasse im Linthgebiet hat zwischen 1988 und 1994 zu langen Auseinandersetzungen geführt. Der VCS hat das Referendum und den Abstimmungskampf federführend organisiert. Rund 10‘000 Unterschriften wurden zum Referendum eingereicht. Der Abstimmungskampf ging jedoch knapp verloren. Mit einem Erfolg vor Bundesgericht konnten zumindest wichtige Verbesserungen in der Linienführung erreicht werden. Zudem wurden von der Gemeinde Eschenbach und dem Kanton die Realisierung flankierende Massnahmen zugesichert. Zum grossen Teil sind diese aber auch über ein Jahr nach Eröffnung der Umfahrung noch nicht realisiert. Heute verkraftet Schmerikon auch mit der Umfahrung täglich mehr als 11‘000 Fahrzeuge. Der Umweltverträglichkeitsbericht aus dem Jahr 1996 versprach eine Reduktion auf 3000 Fahrzeuge pro Tag. Die T8/A8 selber wurde zur Todesfalle.

2003: Avanti-Nein!

Die Unterstützung nationaler Abstimmungskämpfe gehört zu einem wichtigen Teil der VCS-Sektionsarbeit. Eine Aktion im Rahmen der Abstimmung über die Avanti-Initiative zeigte auf, dass ein Bus 60 Autos ersetzt. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs löst unsere Verkehrsprobleme darum viel effizienter als ein weiterer Strassenbau.

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