VCS Verkehrs-Club der Schweiz

Sektion St. Gallen / Appenzell
VCS / ATE / ATA

Vorgehen

Hierarchie festlegen

Ausscheiden des übergeordneten Verkehrsnetzes

In einem ersten Schritt ist das Strassennetz einer Gemeinde in verkehrsorientierte resp. siedlungsorientierte Strassen einzuteilen und die Nutzungsansprüche aller Verkehrsteilnehmer festzulegen. Das übergeordnete Strassennetz dient dem Durchgangsverkehr und soll gegenüber dem Quartierstrassennetz attraktiver bleiben.

Tempo 30 flächendeckend

Das bfu empfiehlt:

Auf dem Quartierstrassennetz wird flächendeckend und einheitlich Tempo-30 festgelegt. Diese dienen vornehmlich den Ansprüchen innerhalb des Quartieres.

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) empfiehlt eine flächendeckende Anordnung von Tempo-30 auf dem gesamten Quartierstrassennetz. Sämtliche Strassen, welche nicht dem übergeordneten Verkehrsnetz zugeordnet sind, werden in eine Tempo-30-Zone eingeteilt. Die Vorteile einer solchen Lösung sind:

  • gut verständlich und nachvollziehbar
  • kostengünstig
  • nur ein Verfahren für alle Zonen

Öffentlichkeitsarbeit

Die Gestaltung des Strassenraumes und die signalisierte Geschwindigkeit sind für das Verkehrsverhalten innerorts entscheidend. Diese Faktoren wirken umso stärker, je besser die Bevölkerung den Nutzen von Tempo-30 kennt und bereit ist, sich entsprechend zu verhalten.

Erfahrungen zeigen, dass eine öffentliche Debatte und Sensibilisierungskampagne sowie Geschwindigkeitsüberwachungen für den Erfolg von Temporeduktionen bedeutsam sind.

Nachkontrolle

Ein Jahr nach Einführung der Tempo-30-Zonen sind gemäss den Weisungen über Tempo-30-Zonen und Begehgnungszonen Nachkontrollen durchzuführen. Diese geben Auskunft, ob die Ziele erreicht wurden, etwa über das Geschwindigkeitsverhalten und die Anzahl der Unfälle.

Wo notwendig, müssen weitergehende Massnahmen ins Auge gefasst werden.

Beispiel Maienfeld

In der Gemeinde Maienfeld wurde Tempo-30 unter Einbezug der Hauptstrassen durch den Ortskern flächendeckend eingeführt.

Quelle

Das hier skizzierte Vorgehen entspricht den Empfehlungen des bfu. Die Plandarstellungen sowie die (gekürzten) Texte sind weitgehend dem folgendem Faltblatt entnommen.

bfu: Tempo 30 in Quartieren, Bern 2001