VCS Verkehrs-Club der Schweiz

Sektion St. Gallen / Appenzell
VCS / ATE / ATA

Frankfurterstrasse Hennef (D)

Beschrieb / Zielsetzung

Die Handels-, Industrie- und Wohnstrasse Hennef liegt östlich von Bonn und zählt rund 33'000 Einwohner. Die Frankfurterstrasse ist sowohl Wohn- als auch Geschäftsstrasse. Die Umgestaltung der Frankfurterstrasse 1990 war ein eigentliches Vorzeigebeispiel für die Möglichkeiten der Strassenraumgestaltung auch auf stark belasteten Strassenräumen und diente als Vorbild für entsprechende Umgestaltungen auch in der Schweiz. Als Innovativ gilt insbesondere der Einsatz des Mittelbereiches, welcher mit den Kandelabern einen für Fussgänger geschützten Bereich ergab: Dies erleichtert die Überquerbarkeit der Strasse erheblich.

Mit dem Umbau der Frankfurterstrasse wurden folgende Ziele angestrebt:

  • Erhöhung der Sicherheit für Kinder, Fussgänger und Velofahrerinnen
  • Gesamtaufwertung des Strassenraumes
  • Umgestaltung des Strassenraumes zu gunsten der Fussgänger
Im Übergang vom Wohn- in den Geschäftsbereich vereinen sich die Pflasterbänder beidseitig der Strasse zum Mittelstreifen.
Grosser Gewinn für Fussgänger: Die Strasse kann überall gefahrlos überquert werden.

Querschnitt

Die insgesamt 3 Kilometer lange Frankfurterstrasse wurde im Wohn- und Geschäftsbereich auf einer Strecke von 1,5 km umgebaut. Der Raum zwischen den Häuserzeilen konnte zwar nicht vermehrt, aber neu verteilt werden. Das hiess: deutlich breitere Räume für Fussgängerinnen und Velofahrer, geringere Fahrbahnbreiten und Verzicht auf besondere Abbiegespuren.

Wichtigste Massnahmen

Velos fahren dort, wo sie wollen. Breitere Seitenbereiche erhöhen die Attraktrivität für die zu Fuss Gehenden und für die Geschäftsinhaber mit ihren Geschäftsauslagen.
  • Reduktion der Fahrbahnbreite auf 5,2 m
  • Entwässerung in Fahrbahnmitte
  • Horizontale Versätze in Platzbereichen
  • beidseitiges Trottoir
  • Bepflanzung und Beleuchtung

Fazit

Obwohl die Verkehrsmenge ungefähr gleich geblieben ist, konnten die Voraussetzungen für die schwächeren Verkehrsteilnehmerinnen und Teilnehmer erheblich verbessert werden. Die Umverteilung des Strassenraumes auf Kosten des motorisierten Verkehrs führt zu Temporeduktionen, die es den Fussgängern ermöglichen, die Strasse überall gefahrlos zu überqueren.

Daten

Verkehr 9'000 bis 12'000 Fzg / Tag
Durchschnittsgeschwindigkeit 33 km/h
Signalisation Tempo 50 innerorts
Realisierung 1990 / 1991
Kosten 5,1 Mio DM

Literatur / Quelle

Verkehrsclub der Schweiz 1996: Schöne Aussichten, Neue Perspektiven für Hauptstrassen innerorts, Bern

Hotz, Zweibrücken, Dubach, 1994: Renaissance des städtischen Hauptstrassenraumes, Bericht 59 NFP Stadt und Verkehr, Zürich