VCS Verkehrs-Club der Schweiz

Sektion St. Gallen / Appenzell
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Bundesplatz Bern

Ein Platz ist mehr als ein Platz

Wohl kein anderer Platz in der Schweiz hat diese Bedeutung, wie der Bundesplatz in Bern. Hier wird demonstriert, Konzerte angehört, Reden gehalten, Staatspräsidenten und Könige empfangen, Märkte durchgeführt - im wahrsten Sinn ein Ort der Öffentlichkeit. Und doch blieb der Bundesplatz bis vor kurzem meist nur ein Parkplatz für Autos.

Mit der Neugestaltung des Bundesplatzes erhielt der Sitz des Bundesrates sowie des National- und Ständerates ein adäquates Umfeld. Die Neugestaltung des Bundesplatzes zeigt beispielhaft, einerseits dass durch Wettbewerbe gute Resultate erreicht werden und andererseits dass die Gestaltung des öffentlichen Aussenraumes hohe Emotionen auslösen können und mehr sind als bloss technische Anlagen.

Verkehrskonzept

Mit dem Verkehrskompromiss wurden oberirdische Parkplätze in Parkgaragen ersetzt. Die Parkplätze auf dem Bundesplatz sind nun definitiv aufgehoben. Der Individualverkehr von der Amthausgasse her kommend biegt neu bereits nach der Nationalbank ab und zirkuliert vor dem Parlamentsgebäude im Gegenverkehr. Veloabstellplätze, Anlieferungs- und Spezialfelder sind in den angrenzenden Gassen neu markiert. Über den Bundesplatz führt die nationale Velowegroute. Der zunächst aufgehobenen Fussgängerstreifen vor dem Bundeshaus wurde zwischenzeitlich wieder (provisorisch) angebracht - in Diskussion ist die Einführung einer Begegnungszone.

Die Busse der Linien 10 und 19 auf den Achsen Amthausgasse - Schauplatzgasse sowie Bundesgasse - Kochergasse verkehren wie vor den Bauarbeiten.

Gestaltungskonzept

Oft sind die einfachsten Lösungen auch die besten: Der Bundesplatz ist keine durchgeplante Stadtanlage, vielmehr ergab er sich aus dem Abbruch vorher hier stehender Bauten. Die Platzfolge Waisenhausplatz - Bärenplatz bildet keine Achse zum symmetrisch aufgebauten Bundeshaus. Die Neugestaltung des Bundesplatzes bezieht sich auf das Bundeshaus, setzt vor ihm ein rechteckiges Feld von 30 m x 60 m, welches mit valser Gneis belegt wurde.

Ein darin diagonal eingesetztes Lichtband nimmt die Richtung vom Bundesplatz zum Bärenplatz auf. Die umliegende Fläche wurde in einem ebenen Schwarzbelag ausgeführt

Bild Nacht: Die Beleuchtung erfolgt einerseits über das Lichtband und die von unten angeleuchteten Fontänen, andererseits über angeleuchtete Fassaden, welche damit auch nachts den Raum fassen.
Bild Wasserspiel: Ein Wasserspiel mit 26 Fontänen symbolisiert die 26 Kantone der Schweiz, ist aber vor allem im Sommer ein beliebtes und belebendes Element für die Nutzerinnen und Nutzer des Platzes.

Daten

Wettbewerb 1991 - 1993
Baubeginn August 03
Eröffnung 1. August 04
DTV ca. 15 000
Verkehrsregime Tempo 30
Gestaltung Stauffenegger+Stutz, Architekten Basel
  Stephan Mundwiler Santa Monica, USA
Projektpartner Stadt Bern
  Bundesamt für Bauten und Logistik
  Die Mobiliar, Versicherungen und Vorsorge
Gesamtprojektleitung Ingenieurgem. K+Z/IUB
Kosten 8 Millionen (exkl.Werkleitungen)
Quellen und Bilder www.st-st.ch
  Stadtplanungsamt Bern