VCS Verkehrs-Club der Schweiz

Sektion St. Gallen / Appenzell
VCS / ATE / ATA

Einen Ortsbus im Viertelstundentakt für Rapperswil und Jona

Jona, 26. Februar 2005: Die VCS Regionalgruppe See/Gaster unterstützt den vorgeschlagenen Ausbau des ÖV-Angebotes in der Agglomeration Rapperwil / Jona. Die vorliegende Studie bildet für den VCS eine gute Grundlage, um die hausgemachten Verkehrsprobleme zu entschärfen. Darüber macht der VCS aber noch zusätzliche Vorschläge, etwa für eine "richtigen Bahnhof" für Jona oder eine Verlängerung der Buslinie ins Südquartier.

 

Ein Ausbau des ÖV im Raum Rapperswil-Jona ist zwingend und dringend nötig. Der finanzielle Vorausblick der Behörden von Rapperswil und Jona erleichtert nun die Umsetzungen dieses ÖV-Konzeptes. Der VCS unterstützt auch künftig jeden sinnvollen und finanziell vertretbaren Ausbau des ÖV. Das vorliegende ÖV-Konzept entspricht weitgehend unseren eigenen Vorstellungen.

Unsere ergänzenden Vorschläge zum ÖV-Konzept lauten:

1. Buserschliessung im Südquartier (B’hof Jona – HSR und Grüzenstrasse)

Der Start ist auf die 1. Umsetzungsstufe 2006 vorzusehen. Dazugehörend verlangen wir, dass die Buslinie "Grüzenstrasse" gleichzeitig in Betrieb genommen wird. Die Anbindung der Südquartierbewohner an die städtischen Einkaufszentren gehen ansonsten schlagartig verloren. Wir verlangen eine Verlängerung bis zur Oberseestrasse (Haltestelle Lido).

2. Infrastruktur heutige "Station" Jona

In Anbetracht der schon gegenwärtigen bedeutungsvollen Benutzerfrequenz ist ein dringlicher Ausbau der heutigen Bahnstation Jona in einen Bahnhof Jona zwingend nötig!

3. Erschliessung Erholungsgebiet Stampf und Sportanlagen Grünfeld

Neben der heute schon bestehenden SBB-Haltestelle Blumenau sind zusätzliche Busangebote (saisonale) und für Grossanlässe verschiedenster Art (z.B. Hauptversammlungen von Grossfirmen, Schülerturnier, u.a.m.) vorzusehen und flexibel einzusetzen. Mit einem solchen Angebot wirken wir dem Individualverkehr massiv entgegen. Im jetzigen Konzept vermissen wir konkrete Angaben dazu.

4. Erschliessung Industriequartier Buech

Generell muss die Busverbindung von Rapperswil-Jona zum Industrie- und Gewerbegebiet Buech ausgebaut werden. Zusätzlich zu prüfen wäre eine Kurzvariante ab Bushaltestelle Erlen ins Buech und weiter in Richtung Wurmsbach und Bollingen. Es ist ein Ersatzangebot zur Aufhebung der SBB-Haltestelle Bollingen zu schaffen. Die vielen Spaziergänger auf dem Strandweg und die Anrainer im Gebiet Wurmsbach / Bollingen werden mit dem vorliegenden Konzept total vergessen!

5. Anbindung des Lenggis an die S-Bahnstation Bubikon

Heute herrscht im Lenggis eine rege Bautätigkeit. Viele Familien benützen regelmässig mehrere PWs! Der VCS ist nach wie vor überzeugt, dass ein ausgewiesenes Bedürfnis nach einer Verlängerung der heutigen Buslinie zum Bahnhof Bubikon gegeben ist und je länger je mehr benötigt wird.

6. Umsetzung / Realisierung

Zeitlich: Die Zielvariante (sogenannte Bestvariante) muss bis spätestens 2012 realisiert sein. Weitere zeitliche Ausdehnungen erschweren den gewünschten Umsteigeeffekt enorm.

Öffentlichkeitsarbeit: Geschickte und humorvolle Einführungsaktionen sind unerlässlich.

Tarifgestaltung: Unabhängig vom Verkehrsverbund (ZVV) soll der Bevölkerung von Rapperswil und Jona ein Spezialticket angeboten werden. Wir könnten uns zudem bei der jeweiligen Einführung neuer Buslinien ein befristetes Sonderangebot vorstellen.

Das Stadtbuskonzept

Aufbauend auf einer präzisierten Bestvariante werden im Sinne einer Realisierungsstrategie fünf sinnvolle und finanziell tragbare Ausbauetappen vorgeschlagen.

Bei der Wahl eines optimalen Stadtbusnetzes wird der Zeithorizont 2010/15 anvisiert. Die Bestvariante beinhaltet sechs Buslinien, die unabhängig von den Regionalbussen betrieben werden können. Das Stadtbuskonzept führt gegenüber heute zu wesentlichen Verbesserungen:

Stark verbesserte örtliche Erschliessung im Vergleich zum heutigen Busnetz (zusätzliches Potenzial ca. 2'000 - 3'000 Personen)

Buserschliessung für Kinderzoo und Sportanlagen Lido

Verdichtung vom heutigen Stunden- bzw. Halbstundentakt auf einen integralen Viertelstundentakt (Montag bis Samstag) für Verbindungen aus den wichtgsten Quartieren in die Zentren

Konzept Nachtangebot in den Nächten Freitag/Samstag und Samstag/Sonntag

Aufwertung des Bahnhofs Jona und Ausbau des Bühlparkplatzes als öV-Drehscheibe mit schlanken Bus/Bahn- und Bus/Bus-Anschlüssen.

Neue Linienführungen mit Busbevorzugung im Zentrum Rapperswil zur Entlastung des Stadthofplatzes und zur besseren Erschliessung der grösseren Einkaufszentren mit dem ÖV

Angebotsausbau 626'000 km/Jahr; Verdoppelung der Fahrgäste von 2'700 auf 5'600 pro Tag

Auftraggeberinnen:
Stadt Rapperswil, Gemeinde Jona
Bearbeitung:
ASA AG, Rapperswil
www.asaag.ch