VCS Verkehrs-Club der Schweiz

Sektion St. Gallen / Appenzell
VCS / ATE / ATA

Vorschläge für ein besseres Angeot im nördlichen Kantonsteil

Mehr Zug für die St.Galler S-Bahn

St.Gallen, 22. September 2008: Im Rahmen des «4. öV-Programms 2009-2013» will der Kanton St.Gallen ab 2013 den nächsten grösseren Ausbauschritt der St.Galler S-Bahn realisieren. Der VCS sieht hier noch Verbesserungsbedarf und macht nun Vorschläge, wie das Angenbot im nördlichen Kantonsteil weiter verbessert werden könnte.

Bei der Bahninfrastruktur bestehen Engpässe. Die Intercityzüge zwischen Zürich und St.Gallen werden auch nach 2013 gemäss «altem» Fahrplan verkehren. Dadurch ergeben sich beim S-Bahn-Ausbau einige Einschränkungen, die weit über das Jahr 2013 bestehen bleiben. Denn bis sich in St.Gallen ein echter Bahn2000 Knotenbahnhof realisieren lässt und die ZEB-Projekte (Zukünftige Entwicklung der Bahnprojekte, dem Nachfolgeprogramm zur 1. Etappe Bahn 2000) umgesetzt sind, wird noch einige Zeit verstreichen. Mit deren Realisierung ist nicht vor 2020 zu rechnen.

Die VCS-Sektion St.Gallen/Appenzell für den nördlichen Teil des Kantons St.Gallen Verbesserungsmassnahmen erarbeitet. Diese können ergänzend zu den Massnahmen des «4. öV-Programms» umgesetzt und ab 2013 eingeführt werden. Die Beschränkung auf den nördlichen Kantonsteil erfolgt deshalb, weil die Details der vorgesehenen Ausbauten im Süden (S-Bahn FL.A.CH und Stadtbahn Obersee) noch nicht bekannt sind. Massnahmen, die aufwändige Infrastrukturbauten bedingen, lassen sich in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht umsetzen. Selbst dann nicht, wenn der politische Wille und die erforderlichen Mittel dafür vorhanden wären.

Unsere Vorschläge beschränken sich darum auf Massnahmen in der Angebotsgestaltung in der ersten Phase ab 2013. Dieser begrenzte Vorschlag kann nicht alle festgestellten Mängel beheben. Trotzdem sind mit relativ bescheidenen finanziellen Mitteln erhebliche Verbesserungen möglich.

Kernaussagen

  • Solange die ZEB-Projekte nicht umgesetzt sind, bleiben Einschränkungen im St.Galler S-Bahn-Angebot bestehen.
  • Mit einer Erhöhung der jährlichen Ausgaben für die S-Bahn St.Gallen um wenige Prozente lassen sich einige wesentliche Angebotsmängel beheben.
  • Gezielte Angebotsergänzungen sind ohne teure und zeitaufwändige Infrastrukturausbauten möglich.
  • Damit sich Angebotsergänzungen ab 2013 umsetzen lassen, sind die dafür notwendigen Aufträge jetzt zu erteilen.
  • Die Grundlagen für weitere Ausbauschritte der St.Galler S Bahn ab 2020 sind jetzt zu legen. Dafür sind Ausbauten der Infrastruktur erforderlich, namentlich ein drittes Gleis Bruggen - St.Gallen.

Zusammenfassung VCS-Massnahmen

Auf der S1-Linie Wil-St.Gallen wird je ein Zug pro Stunde mit der S2 St.Gallen- Rheintal verknüpft. Der westliche Ast der S2 St.Gallen-Wattwil-Nesslau wird mit der Linie S3 St.Gallen Romanshorn-Schaffhausen verknüpft.
Auf der Strecke St.Gallen-Wattwil wird die Linie S6 bis nach Degersheim verlängert.
Während der Hauptverkehrszeit verkehren die Züge der Linie S5 St.Gallen-Weinfelden zwischen St.Gallen und Gossau – zeitlich leicht verschoben – stündlich.