VCS Verkehrs-Club der Schweiz

Sektion St. Gallen / Appenzell
VCS / ATE / ATA

Wandert in der Laderen - solange es sie noch gibt

St. Gallen, 30. Juni 2003. Der VCS möchte die direkte Wanderwegverbindung durch das Gebiet Laderen behalten. Der hier bestehende Wanderweg sollte - wenn es nach einem kürzlich aufgelegten Überbauungsplan geht - durch ein Trottoir entlang der neuen Erschliessungsstrasse ersetzt werden, ein Verlust.

Der Weiler Laderen unterhalb des Kapf ganz hinten in St. Georgen ist eine St. Galler Kostbarkeit. Inmitten von blühenden Wiesen rücken die sanft renovierten Häuser, geschmückt durch Bäume, Büsche und Blumen, nah zusammen. Vom Kapf führt ein Wanderweg durch den Weiler, am Birnbaum vorbei über eine Wiese direkt zur Wenigerstrasse. Die schönste Sicht auf die Laderen geniesst man vom Wanderweg Waldegg - St.Georgen. Doch nicht mehr lange. Die Wiese zwischen Laderen und Wenigerstrasse ist eingezont und wird demnächst mit teuren Einfamilienhäusern überbaut werden. Der Charakter des Weilers wird dabei verloren gehen. Ohne den grosszügigen grünen Ring werden die Häuser im Siedlungsbrei verschwinden.

Wussten Sie, dass das Land östlich und oberhalb der Laderen bereits in den Händen von Immobilienfirmen liegt? Diese warten geduldig auf die nächste Zonenplanrevision und damit auf die nächste Bauetappe.

Der VCS hat Einsprache erhoben gegen den Überbauungsplan. Die Zerstörung der Landschaft kann er zwar nicht mehr stoppen. Unser Anliegen ist die Erhaltung des Fussweges durch das neue Quartier. Ginge es nach dem Willen der Bauherren, würde es keinen Weg mehr geben, sondern nur noch ein Trottoir entlang der Zufahrtsstrasse.

Unser Wandertipp im Sommer: nächsten Vor-Vollmondabend abwarten - früh am Abend mit der Trogenerbahn bis Station Vögelinsegg fahren - zum Restaurant Waldegg wandern - sich Stimmung nicht verderben lassen von der riesigen Parkplatzanlage - auf dem Spielplatz schaukeln und zum Säntis fliegen - den Weg abwärts nach St. Georgen wählen - nach dem Wald den Blick gen Laderen richten und sich das Bild des schönsten Weilers zum letztenmal einprägen.

Margot Benz