VCS Verkehrs-Club der Schweiz

Sektion St. Gallen / Appenzell
VCS / ATE / ATA

Agglomeration St. Gallen: Ideen für die Zukunft

Probleme im Agglomerationsverkehr
Lösungen statt Strassenbau

60 Autos und ein Bus: Ungleicher Platzverbrauch, gleich viel Personen im Verkehr.

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Was wir wollen

Jährliche Verkehrszunahmen auf den Strassen werden schicksalshaft hingenommen, als stecke dahinter ein Naturgesetz. Dem ist nicht so: Diese Entwicklung ist das Ergebnis einer bewusst angelegten Politik: Wer Strassen und Parkplätze säht, wird Verkehr ernten. Während mit dem Bau der Stadtautobahn in den achtziger Jahren eine Grossinvestition für den Ausbau der Strassenkapazitäten geleistet wurde, fährt der öffentliche Verkehr grundsätzlich noch auf den gleichen Schienen und mit den gleichen Bussen wie vor Jahrzehnten und hat ausserdem den Verlust des städtischen Tramnetzes zu verkraften. Seit dem Bau der Stadtautobahn 1987 hat sich der Strassenverkehr verdoppelte. Gleichzeitig sind die Passagierzahlen der VBSG stagniert. Die Ostschweiz verfügt im schweizerischen Vergleich über tiefe ÖV-Anteile, welche nur gerade vom Tessin unterboten werden.

Das hohe Verkehrswachstum auf den Strassen führt zu Problemen. Ein Viertel der Stadtbewohner lebt an Orten, wo die Lärmgrenzwerte durch den Strassenverkehr überschritten werden. Und wenn es so weiter läuft, ist die Stadtautobahn bald an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt; der Verkehr wird vermehrt auf das Hauptstrassennetz und die Quartiere verlagert.

Wir möchten dem unsere Ideen für einen markanten Ausbau des öffentlichen Verkehrs in der Agglomeration St. Gallen entgegen setzen. Aus der Sicht des VCS sind in der Agglomeration der Fuss- und Radverkehr sowie der öffentliche Verkehr die wirtschaftlicheren und wesensgerechteren Verkehrsmittel. Der VCS fordert nun einen ähnlichen Effort für den öffentlichen Verkehr, wie es seinerzeit der Bau der Stadtautobahn war. Diese Vorschläge sind als Ideen zu verstehen, welche im Detail noch zu überprüfen sind. Ziel muss es aber sein, mit einem substanziellen Ausbau des öffentlichen Verkehrs den Verkehrsdruck auf das Strassennetz abzubauen.

Ein paralleler unkoordinierter Ausbau des öffentlichen Verkehrs und des Strassennetzes ist aus Sicht des VCS hingegen nicht sinnvoll und letztlich nicht finanzierbar. Die Politik kommt in Zeiten knapper Mittel nicht um klare Prioritäten herum. Aus Gründen eines wirkungsvollen Einsatzes vorhandener Ressourcen, aber auch aus umweltpolitischer und verkehrsplanerischer Sicht gebührt dem öffentlichen Verkehr klare Priorität.