VCS Verkehrs-Club der Schweiz

Sektion St. Gallen / Appenzell
VCS / ATE / ATA

Bremse lösen ist angesagt – das Mandat ist erteilt!

Der VCS St.Gallen-Appenzell ist hoch erfreut über das klare Nein zur Mobilitätsintiative und erwartet nun viel Elan seitens des Stadtrates und der Verwaltung die Massnahmen aus dem Mobilitätskonzept 2040 zügig anzugehen und durchzusetzen.

In nur 8 Jahren hat das Stimmvolk zum zweiten Mal Ja gesagt zu einer nachhaltigen Verkehrsentwicklung. Erfreulich ist die Zunahme von 10% der städtischen Wählerschaft, die nun auch überzeugt ist, das dies der richtige Weg ist. Der Stadtrat und wir als Umweltverband, welcher sich für Fuss- und Veloverkehr, für besseren öffentlichen Verkehr und lebenswerte Quartiere einsetzt, fühlen sich bestärkt, dass dies der richtige zukunftsgerichtete Weg ist. Die angezogene Bremse darf nun nach diesem klaren Entscheid gelöst werden. Es gibt viel zu tun.

Es braucht bessere, zusammenhängende Velowege, gut angeschlossene S-Bahnhöfe mit einem akzeptablen Takt. Die Durchmesserlinien der Busse sind Beispiele für eine sinnvolle Entwicklung. Jetzt steht die Durchsetzung eines autofreien Marktplatzes an. Die VertreterInnen von Pro City müssen endlich einsehen, dass sie ihre Einsprachen zurückziehen sollen. Die Stadt kann nur durchQualität gewinnen. Nur mit einladenden Erlebnissen und Orten kann die Stadt punkten. DieAufenthaltsqualität ist wichtiger für die StädterInnen als das Parkieren vor dem Ladeneingang.

In nächster Zeit werden verschieden Strassenraumprojekte diskutiert und zur Abstimmung kommen. Wir sind überzeugt, dass dieses Abstimmungsresultat gezeigt hat, welche Rahmenbedingungen gesetzt werden müssen. Der MIV wird nicht verteufelt, muss sich aber mit den anderen den Raum teilen. Fuss- und Veloverkehr sowie der ÖV müssen auf Stadtgebiet mehr Gewicht und Vorrang haben. Das Tram muss bald wieder ein Thema werden.

Um diese Ziele zu verfolgen braucht es in der Verwaltung mehr Personal. Die Projekte des Agglomerationsprogrammes warten auf ihre Umsetzung und mit dieser dünnen Personaldecke ist dies nicht zu schaffen. Dies gilt es zu ändern. Wir bleiben dran!

Nebenschauplatz Abstimmungs-Statistik

2010: 11'417 Ja für Städteinitiative zu 7'916 Nein bei einer Stimmbeteiligung von 44.7% und 44'675 Stimmberechtigten.

2018: 16'725 Nein zur Mobilitätsintiative zu 7'562 Nein bei einer Stimmbeteiligung von 57.2% und 44'512 Stimmberechtigten

--> Zunahme von 12% der Stimmberechtigten, die für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung sind

Kontaktinformationen

Doris Königer, Co-Präsidentin, Stadtparlamentarierin, 079 450 26 42
Ruedi Blumer, Co-Präsident, Kantonsrat, 079 465 43 07