VCS Verkehrs-Club der Schweiz

Sektion St. Gallen / Appenzell
VCS / ATE / ATA

Proteste gegen Serviceabbau der SBB mehren sich

Petition Serviceabbau

Die vom VCS Verkehrs-Club der Schweiz lancierte Petition gegen den Serviceabbau der SBB beim bedienten Billettkauf erhält breite Unterstützung. Neben den bisher über 6000 Unterzeichnenden protestieren viele Organisationen gegen die geplante Schiessung von 52 Verkaufsstellen und sammeln Unterschriften.

Seit der Lancierung der VCS-Petition sind innert 30 Tagen bereits über 6000 Unterschriften beim VCS-Zentralsekretariat in Bern zusammengekommen. Täglich treffen weitere Bögen ein, sodass SBB-Direktor Andreas Meyer und Verwaltungsratspräsidentin Monika Riber bald dicke Post erhalten werden: Der VCS fordert die SBB auf, ihren Entscheid zurückzuziehen und die Zusammenarbeit mit den 52 Stationshaltern, Läden und Poststellen fortzusetzen. Der Zugang zum öffentlichen Verkehr muss für alle so einfach wie möglich sein - auch für diejenige Kundschaft, die auf eine persönliche Hilfe beim Billettkauf angewiesen ist oder solche, die weder einen Internetanschluss noch ein Smartphone besitzt.

Der Schweizerische Blinden- und Sehbehindertenverband SBV zum Beispiel unterstützt die Petition und sammelt eigens Unterschriften, ebenso die Organisation Graue Panther, die sich gegen die Diskriminierung von älteren Menschen wehrt. Viele andere drohen von einem wichtigen Service im ÖV-Bereich abgehängt zu werden, da ja auch im Zug keine Billette mehr gelöst werden können.

Hinter der VCS-Petition stehen denn auch die Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr (IGöV), Pro Bahn Schweiz und das Konsumentenforum Kf. Besorgt über die Verschlechterung des Service Public äussert sich ferner die Fédération Romande des Consommateurs FRC, selbst wenn die Westschweiz bisher weniger von den Schliessungen betroffen ist. Die FRC unterstützt die Petition, weil sie ein Signal an die Verantwortlichen der SBB senden will. Im Tessin protestiert der Verband Handicap gegen den Abbau der SBB-Billett-Verkaufsstellen. Er bedient den Schalter in Giubiasco und sammelt ebenso Unterschriften wie auch zahlreiche weitere Stationshalter.

Dieses breite Engagement für die vom VCS am 13. September lancierte Petition zeigt, wie wichtig den Kundinnen und Kunden der SBB der bediente Billettverkauf ist. Einige der betroffenen Standorte und Gemeinden wenden sich direkt mit Briefen an die SBB. Vorstösse im Nationalrat und in Kantonsparlamenten werden für entsprechenden Druck auf die SBB sorgen.

Der VCS und freut sich über diese und jede weitere Unterstützung der Petition und wird drei Monate nach der Lancierung wieder eine Zwischenbilanz ziehen. Die Einreichung der Petition erfolgt im ersten Quartal 2017.

www.verkehrsclub.ch/petition

Kontaktinformationen

Matthias Müller, Leiter Public Affairs VCS, Tel. 079 757 00 91