VCS Verkehrs-Club der Schweiz

Sektion St. Gallen / Appenzell
VCS / ATE / ATA

Keine Energiewende ohne Verkehrswende

bahnreform

Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz ist besorgt über das rasante Verkehrswachstum, welches der Bund heute in seiner Verkehrsstudie prognostiziert hat. Angesichts des Bevölkerungswachstums und der stark wachsenden Mobilität ist die Schweiz gefordert, stark in den öffentlichen Verkehr und in den Velo- und Fussverkehr zu investieren. Würde die Schweiz allerdings den Empfehlungen der Studie folgen und die Strassen weiter ausbauen, droht ein Verkehrskollaps.

Bereits heute besetzt die Strasse einen Viertel der Siedlungsfläche der Schweiz. Bauen wir wie geplant weiter, kommt bis in 10 Jahren die Fläche der Stadt Zürich hinzu. Das würde allerdings bei weitem nicht genügen, um das vom Bundesamt für Raumentwicklung ARE prognostizierte Verkehrswachstum im Personenverkehr aufzufangen.

Um die künftige Nachfrage zu bewältigen, schlägt der Bund massive Ausbauten für den motorisierten Individualverkehr vor. Damit würde sich die Schweiz endgültig von den selbst gesetzten Klimazielen verabschieden. Mit der Energiestrategie hat das Parlament entschieden, den Gesamtenergieverbrauch bis ins Jahr 2035 gegenüber dem Jahr 2000 um 43 Prozent zu reduzieren. Dazu braucht es eine ökologischere Verkehrspolitik.

Die Schweiz braucht klare Prioritäten in der Verkehrspolitik. Weil der öffentliche Verkehr sowie der Velo- und Fussverkehr deutlich weniger Platz beanspruchen und zudem um ein Vielfaches ökologischer sind als der motorisierte Individualverkehr, muss in diese Bereiche investiert werden. Die Studie des ARE zeigt, dass die Schweizerinnen und Schweizer künftig deutlich stärker auf Velo und öV setzen. Darauf muss die Politik reagieren.

Insbesondere im Agglomerationsraum ist es möglich, einen Drittel aller Wege mit dem Velo oder zu Fuss zurückzulegen. Gerade für den Freizeit- und Einkaufsverkehr ist dies zentral. Weiter ist wichtig, die verschiedenen Angebote miteinander zu verknüpfen und auf Sharing-Plattformen zur Verfügung zu stellen, damit die Transportkette mit ökologischen Verkehrsmitteln wie Bahn, Tram und Velo so einfach wie möglich genutzt, gebucht und bezahlt werden kann.

Will die Schweiz auch zukünftigen Generationen einen hohen Lebensstandard mit Naturräumen und lebenswerten Agglomerationen bieten und ihren CO2-Ausstoss glaubhaft reduzieren, führt kein Weg an einer Mobilitätssanierung vorbei. Nur wenn die Schweiz die Verkehrswende schafft, bleiben die Städte und Agglomerationen auch in Zukunft lebenswert.

Kontaktinformationen

Evi Allemann, Präsidentin VCS Verkehrs-Club der Schweiz, 079 560 72 94
Caroline Beglinger, Co-Geschäftsleiterin VCS Verkehrs-Club der Schweiz, 079 310 11 86