VCS Verkehrs-Club der Schweiz

Sektion St. Gallen / Appenzell
VCS / ATE / ATA

VCS St.Gallen-Appenzell sagt klar Nein zur Stauinitiative

Der VCS St.Gallen-Appenzell ist besorgt über die kommende Abstimmung über die Mobilitätsinitiative, welche bei einer Annahme weitreichende negative Folgen für die Stadt St.Gallen und deren Bewohnerinnen und Bewohner hätte.

Diese Initiative kommt charmant daher und ist in Wirklichkeit nichts anderes als eine Lanze für den Motorisierten Individualverkehr (MIV). Dieser soll wieder wachsen dürfen. Ein «Nein» ist unabdingbar für eine lebenswerte und nachhaltige Verkehrs- und Stadtentwicklung. Die Befürworter der Mobilitätsinitiative wollen das „Reglement für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung“ aufheben und dafür sorgen, dass der motorisierte Individualverkehr (MIV) wieder zunehmen darf.

Dies gilt es aus verschiedensten Gründen zu verhindern. Erstens führt eine Zunahme des MIV zwangsläufig zu mehr Lärm, Abgas und vor allem Stau, was alle Verkehrsteilnehmer/innen negativ beeinträchtigt. Ebenso sinkt dadurch die Aufenthalts-, Wohn- und Lebensqualität. Die Initianten scheinen vergessen zu haben, dass an unseren starken Stadtachsen auch gewohnt und gearbeitet wird. Zweitens verbraucht der MIV verhältnismässig viel mehr Platz als alle anderen Verkehrsträger.

Wenn der MIV wieder ungebremst wachsen darf, wie das die Initiative zulassen will, würde dadurch das jetzige Strassennetz mit Sicherheit verstopft. Als Abhilfemassnahme würden neue und breitere Strassen gefordert. Der öffentliche Raum und der städtische Verkehrsraum sind jedoch begrenzt. Mit jeder neu geteerten Fläche verschwindet Raum zum Leben, Wohnen und Arbeiten. Neue Strassen führen zu einer kurzfristigen Attraktivitätssteigerung des MIV, worauf vermehrt Leute auf das Auto umsteigen und damit die Strassenkapazität erneut an den Anschlag bringt und der Stau von vorne beginnt. Ein Teufelskreis, der ökologisch, städtebaulich und raumplanerisch sinnlos ist, aber sehr viel kostet.

In einer Stadt mit beschränktem Platz ist es nur logisch und sinnvoll, die platzsparenden und nachhaltigen Verkehrsmittel prioritär zu behandeln. Seit 2010 das Reglement für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung sehr deutlich angenommen wurde, nahm der innerstädtische Verkehr dank verschiedener Massnahmen nur noch um 1% zu. Die Stadt St.Gallen ist auf gutem Weg und diesen gilt es beizubehalten. Diese Initiative torpediert die verkehrspolitischen Fortschritte und will das Rad der Zeit zurückdrehen.

Im kantonalen Richtplan ist festgehalten, dass in den städtischen Zentren öV, Fuss- und Veloverkehr Priorität haben. Die Stadt braucht darum sichere Fusswege, ein besseres und zusammenhängendes Velowegnetz, einen attraktiven öV und nicht zusätzlichen Autoverkehr.

Für eine nachhaltige, umweltgerechte Mobilität und eine lebenswerte Stadt für alle braucht es am 4. März 2018 ein klares «Nein» zur Mobilitätsinitiative.

Kontaktinformationen

Doris Königer, Co-Präsidentin, Stadtparlamentarierin, 079 450 26 42
Ruedi Blumer, Co-Präsident, Kantonsrat, 079 465 43 07