VCS Verkehrs-Club der Schweiz

Sektion St. Gallen / Appenzell
VCS / ATE / ATA

Es zeigt sich: Die Mobiliätsinitiative ist der falsche Ansatz – St.Gallen noch immer eine Autostadt

Der "Städtevergleich Mobilität" der sechs grössten deutschschweizer Städte zeigt: Trotz dem „Reglement für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung“ haben sich die Kennzahlen noch kaum verbessert. im Unterschied zu den anderen Städten hat der motorisierte Individualverkehr in St.Gallen sogar zugenommen. Das müssen wir ändern, weitere Anstrengungen für eine lebenswertere Stadt sind nötig.

St.Gallen als Zentrumstadt hatte bereits bei der letzten Zählung eine grosse Anzahl pendelnde Erwerbstätige. In den letzten 5 Jahren erhöhte sich diese Zahl um fast 10% auf 38'000 Zupendler. Ebenfalls zugenommen hat der Fahrzeugbestand mit einem Plus von 8%. Ein kleiner Lichtblick sind die 39% autofreien Haushalte (+6%), aber auch da sind wir ein Schlusslicht. Bern hat deren 57%.

Gemäss Befragung (Mikrozensus) legt der/die BewohnerIn in St. Gallen 2.6km zu Fuss, 0.5km mit dem Velo, 9km mit dem ÖV und 14.7km mit dem MiV zurück. Bei allen Städten wurde festgestellt, dass auch für Fahrten zwischen 1- 3km das Auto benutzt wurde. In St.Gallen sind dies mehr als 30% der Fahrten. Dies ist unbefriedigend. Fast 50% der Wege, 57% der Arbeitswege werden in der Stadt mit dem MIV zurückgelegt, während es in Bern, Basel, und Zürich zwischen 25-30% sind.

Der Veloanteil am Verkehr in St.Gallen liegt bei 4 %, während er bei allen anderen Städten zwischen 12-17% liegt. Die Anzahl der Velofahrten hat sich zwar um 16% erhöht, im velofreundlichen Winterthur wurde aber ein Zuwachs von 34% erzielt.

St.Gallen hat mit 174 öV-Haltestellen ein sehr enges Netz, davon werden aber nur 13% in einem Takt unter 5 Minuten angefahren, bei 40% liegt der Takt zwischen 10-19Minuten, bei einem Viertel bei 20-39 Minuten. Hier ist ein klares Defizit auszumachen!

Was machen die anderen Städte besser?

Sie setzen auf autofreie Haushalte und passten zum Beispiel ihre Parkplatzreglemente so an, so dass Neubauten im Stadtgebiet ohne Zwangsparkplätze gebaut werden können. Die Stadt muss sich noch stärker für den Langsamverkehr und den ÖV einsetzen. Hier ist auf Grund des Städtevergleichs klar ersichtlich, dass ein grosser Nachholbedarf besteht. Der Langsamverkehr und der öV brauchen mehr Priorität, weitere Tieftempozonen dämmen Lärmbelastung an unseren Hauptstrassen ein. Im Jahr 2020, bei der nächsten Erhebung, soll St.Gallen nicht mehr das Schlusslicht sein.

Kontaktinformationen

Doris Königer, Co-Präsidentin, 079 450 26 42/071 222 74 22