VCS Verkehrs-Club der Schweiz

Sektion St. Gallen / Appenzell
VCS / ATE / ATA

Zurück auf Feld 1

Die Ergebnisse aus dem partizipativen Verfahren haben ergeben, dass die früheren Projekte den Ansprüchen an das Gebiet nicht genügen. Ohne grosse Begeisterung nimmt der VCS zur Kenntnis, dass das Projekt „Autofreier Marktplatz“ immer noch und bis auf weiteres auf Feld 1 stehen bleibt. Wir haben uns mehr Dynamik erhofft!

Der Stadtrat hat - nach zweijährigem Analysieren und partizipativem Diskutieren - jetzt entschieden, vorerst mal einen neuen Ideenwettbewerb zu veranstalten. Unsere vordringlichen Forderungen, nämlich den Marktplatz endlich von Autos zu befreien und das unnötige Zirkulieren von PW’s zu unterbinden, will der Stadtrat erst nach Abschluss der hängigen Rechtsverfahren umsetzen.

Der VCS ist überzeugt, dass das Einführen einer Begegnungszone ab Schibenertor sofort möglich wäre. Damit könnte bereits in Kürze eine erhebliche Verkehrsberuhigung erreicht werden. Auch das Büssen von parkierten Autos ausserhalb der Parkfelder und die Bewirtschaftung der Parkplätze nach 19:00 ist in unsere Augen überfällig. Immerhin hat der Stadtrat klar und unmissverständlich verkündet, dass er keine weiteren Verzögerungen dieser Massnahmen hinnehmen will – auch nicht durch die wieder erhobene Forderung nach einer zusätzlichen neuen Parkgarage als Ersatz für die aufgehobenen Parkplätze. Dieses Verzögerungsmanöver der Autolobby ist nun endgültig vom Tisch. Wir erwarten vom Stadtrat, dass er zu seinem Wort steht!

Der zweite strategische Entscheid beim Projekt Marktplatz/Bohl betrifft die Haltestellenfrage: Wo sollen Bus und Bahn halten? Beim Hecht und der Calatrava-Halle? Oder doch eher weiter stadteinwärts? Oder gar versetzt? Trotz partizipativem Diskutieren stehen sich hier die verschiedenen Varianten weiterhin unversöhnlich gegenüber. Und auch verkehrstechnische Fragen sind noch offen. Wir begrüssen es deshalb, dass die Stadt dazu nochmals Expertengutachten einholen will, und zwar rasch. Aber dann, also Mitte 2018, muss endlich ein verbindlicher und unumstösslicher Entscheid fallen. Wichtig ist uns als VCS, dass es attraktive Haltestellen werden, die den Ansprüchen des öV-Benutzers, der Benutzerin genügen.

Erfreut sind wir, dass unsere Anliegen betreffend gedeckten und ungedeckten Veloabstellplätzen wie auch der Veloführung aufgenommen worden sind.

Bei verschiedenen anderen Projektteilen, namentlich zum ständigen Markt, zur Rondelle und zur Nutzung von Taubenloch und Waaghaus, herrscht weiterhin kein wirklicher Konsens – was nicht erstaunlich ist. Es ist deshalb vernünftig, dass der Stadtrat vom Ideenwettbewerb etappierbare Vorschläge erwartet bzw. fordert, sodass die Umsetzung Zug um Zug erfolgen kann. Dies nicht zuletzt deshalb, da die Diskussionsforen klar gezeigt haben, dass die Anforderungen an die drei Plätze Marktplatz-Bohl-Blumenmarkt sehr unterschiedlich sind. Zudem ist mit dem neuen Bibliotheksprojekt im Uniongebäude eine neue Variante ins Spiel gekommen, deren zeitliche Einordnung nur schwer mit den übrigen Projektteilen in Einklang zu bringen ist.

Zu dieser etappierbaren Umsetzung passt dann auch der Rahmenkredit, den die Stadt für 2019 vorsieht. Wir halten diese neue Vorgehensweise für sinnvoll und zielführend, und wir erwarten vom Stadtrat, dass er auf diesem Weg zügig vorwärts macht. Der autofreie Marktplatz soll endlich realisiert werden!

Kontaktinformationen

Susanne Schmid, Kantonsrätin, Vertreterin der Ortsgruppe VCS, 071 220 84 35