
Neues Tram in Bern (Combino):
Die Stadt Bern lässt den öffentlichen Verkehr etwas kosten und schafft so Entwicklungsspielraum im Westen der Stadt: Eine neue Tramlinie soll den Westen von Bern mit den Quartieren Bümpliz und Betlehem und den Neuüberbauungen Freizeit- und Einkaufszentrum WESTside, die Wohnüberbauung Brünnen sowie den Entwicklungsschwerpunkt Weyermannshaus erschliessen.
Heute St. Gallen
Die Strassen auf den Längsachsen der Stadt sind in den Stosszeiten überlastet. Trotz einer Taktfolge von wenigen Minuten sind auch die Busse übervoll.
Das Verkehrswachstum findet deshalb vor allem beim motorisierten Individualverkehr statt.
Um den öV-Anteil markant steigern zu können, muss die Kapazität auf den innerstädtischen Hauptachsen erhöht werden.
|
Beispiel
Tram Bern West
Die geplante Tramlinie Bern West ist eines der zukunftsweisenden Projekte im Bereich Agglomerationsverkehr. Es wird deshalb vom Bund wesentlich finanziell unterstützt und gilt als Pilotprojekt für die künftige Förderung des Agglomerationsverkehrs. Das Kantonsparlament hat kürzlich einem Kredit von 47 Millionen Franken für das Tram Bern West zugestimmt.
Bereits heute sind die Kapazitätsgrenzen der Buslinien 13 und 14 erreicht. Sie transportieren täglich 40000 Fahrgäste nach Bümpliz und Bethlehem. Das sind 11 Millionen Personen pro Jahr. Der heutige Betrieb ist problematisch. In Spitzenzeiten verkehrt alle anderthalb Minuten ein Bus. Das Tram Bern West, welches anstelle der beiden Buslinien verkehren soll, bietet mehr Transportkapazität und reduziert zugleich das Verkehrsaufkommen.
Ein Tramzug kann gegenüber dem Bus bis zu 2.5 Mal mehr Fahrgäste aufnehmen.
|
Hintergrund:
Das Tram hat in den letzten Jahren als städtisches Verkehrsmittel eine eigentliche Renaissance erlebt. Neue Netze entstanden z.B. in Strassburg, Nantes, Grenoble, Manchester und Karlsruhe. Bestehende Netze werden in vielen Städten ausgebaut. In der Schweiz werden Netzergänzungen in Zürich, Lausanne, Genf und Bern realisiert.
Die Strassenbahn hat gegenüber dem Bus neben einer Komfortsteigerung eine wesentlich höhere Beförderungskapazität bei geringem Energieverbrauch. Die neuen Trams in Basel befördern mehr als doppelt soviele Passagiere wie ein St.Galler Trolleybus.
Vorteile des Trams sind:
- Rasche Fahrzeiten dank teilweisem Eigentrassee oder konsequenter Bevorzugung
- Auf die Kapazität bezogen günstige Betriebs- und Unterhaltskosten
- Hohe Akzeptanz und gutes Image bei der Bevölkerung.
- Höhere Beförderungskapazität
Die VBZ in Zürich rechnen mit ca. 7 Mio. Franken pro Kilometer für den Neubau einer Tramlinie. Dazu kommen, je nach Verhältnissen, nochmals 1-3 mal soviel für Anpassungen am Strassennetz. Für ein 14 km langes Tramnetz entlang der heutigen St. Galler Buslinien 1 und 3 würden die Kosten ca. 300 Mio. betragen. Das ist viel Geld. Aber immer noch wenig im Vergleich mit einer dritten Autobahnspur oder einer Südumfahrung. Zwischen dem Hauptbahnhof und dem Zentrum ist das Gleis der Trogenerbahn bereits vorhanden. Die Zürcher- und die Rorschacherstrasse sind genügend breit um ein Tramgleis aufzunehmen.
|

Das Tram in St. Gallen:
Nicht nur Nostalgie, sondern der Bannerträger des öffentlichen Verkehrs für die Agglomeration St. Gallen. So lassen sich Entwicklungsspielräume beispielsweise im Güterbahnhof-Areal schaffen, ohne dass der Verkehr zusammenbricht.
(Foto: Foto Gross/ Sammlung Waldburger)
|
Nutzen
Die Transportkapazität auf den Hauptachsen lässt sich massiv erhöhen.
Die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs wird gesteigert.
Bereits bestehende Infrastruktur wird besser genutzt.
Die Entwicklungsräume im Osten, Westen und im Zentrum der Stadt (Güterbahnhof) können mit einem leistungsfähigen Transportmittel erschlossen werden.
Durch Verknüpfungen mit den bestehenden Schmalspurbahnlinien AB und TB kann ein zusammenhängendes Tramnetz in der Stadt St. Gallen geschaffen werden.
|
Vorschlag
Aufbauend auf der bestehenden Infrastruktur kann ein Strassenbahnnetz realisiert werden.
An erster Stelle steht die Verwirklichung der Linie auf der Ost-West-Achse (heutige Buslinie 1) mit der Erschliessung von St. Gallen-West.
Erweiterungsmöglichkeiten sind:
- Einbindung der Trogenererbahn (TB).
- Einbindung der Appenzellerbahn (AB), entweder mit Führung über das Entwicklungsgebiet Güterbahnhof oder über die Teufener Strasse.
- Linienast Langgasse.
|