
LV: Langsamverkehr (Fuss- und Radverkehr)
MIV: motorisierter Individualverkehr (Autos, Lastwagen)
OEV: Öffentlicher Verkehr (Bahn und Bus)
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Hintergrund
Der Modalsplit zeigt den Anteil verschiedener Verkehrsmittel im Gesamtverkehr. Im Vergleich mit anderen Städten weist die Stadt St. Gallen einen hohen Anteil des motorisierten Individualverkehrs (MIV) auf, während der Langsamverkehr (LV) sowie der öffentliche Verkehr (OEV) unterdurchschnittlich abschneiden. Dies verursacht auf den Strassen ein hohes Verkehrsaufkommen, zeigt aber auch das Verbesserungspotential für St. Gallen.
Der ungünstige Modalsplit ist ein Produkt der Politik der letzten Jahre. Investitionen in den Strassenbau führen zu entsprechendem Wachstum des Auto-und Laswagenverkehrs. Während Zürich in den achtziger-Jahren in ein neues S-Bahn-Netz investierte und über einen sehr hohen ÖV-Anteil verfügt, flossen in St. Gallen die Millionen in den Bau der Stadtautobahn.
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Hintergrund
Seit 1986 - vor Eröffnung der Stadtautobahn - hat sich die Verkehrsbelastung in der Stadt St. Gallen verdoppelt. Das Verkehrswachstum hat sich aber zu einem grösseren Teil auf der Stadtautobahn abgespielt.
Das heisst nun nicht, dass nun auf den städtischen Hauptstrassen paradiesische Zustände herrschen.
Der obere Graben weist mit rund 25'000 Fahrzeuge / Tag die höchste Belastung auf dem kantonalen Staatsstrassennetz auf, mit 17'000 bis 20'000 Fahrzeuge pro Tag sind auch die Langgasse, die Zürcherstrasse und die Rorschacherstrasse hohen Verkehrszahlen ausgesetzt.
Setzt sich die Verkehrsentwicklung wie in der Vergangenheit fort, ist die Stadtautobahn sehr bald an ihrer Kapazitätsgrenze anbelangt. Die Kapazitätsgrenze einer viespurigen Autobahn dürfte bei ca. 70'000 bis max. 80'000 Fahrzeugen / Tag liegen. Alleine das geplante Einkaufszentrum mit Fussballstadiuon in Winkeln verursacht täglich 16'000 zusätzliche Autofahrten.
Bei einer vollen Autobahn und entsprechenden Staus besteht die Gefahr, dass der Verkehr auf das Hauptstrassennetz ausweicht, mit unabsehbaren Folgen für das Leben in der Stadt.
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Der meiste Verkehr ist Hausgemacht
St. Gallen ist das ostschweizer Zentrum und verursacht als solches auch Verkehr. Der meiste Verkehr in der Stadt ist Binnen-, Quell- und Zielverkehr. Der Durchgangsverkehr dürfte selbst auf der Autobahn nicht über 20 Prozent betragen. Damit wird eines klar: unsere Region ist selber für die Verkehrsentwicklung verantwortlich und hat es auch selber in der Hand, die entsprechenden Weichenstellungen für eine nachhaltige Entwicklung im Verkehrsbereich vorzunehmen.
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Gründe für das Verkehrswachstum
Das Verkehrswachstum ist kein Naturgesetz, sondern Ergebnis von verschiedenen Entscheidungen und Entwicklungen. Es kann durchaus beeinflusst werden.
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Investitionen:
Je nach dem, wo investiert wird, ist auch das Verkehrswachstum zu erwarten. Investionen in das Strassennetz führen zu Mehrverkehr auf den Strassen, Investitionen in den öffentlichen Verkehr führen zu höheren Passagieren von Bahn und Bus. Investitionen in das Verkehrsnetz sind sehr langlebig und haben einen grossen Einfluss etwa auf die Siedlungsentwicklung.
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Verfügbarkeit von Autos und Parkplätzen
Im Durchschnitt kommt auf zwei Personen ein Auto. Die gesamte Bevölkerung des Kantons St. Gallen hat auf den Vordersitzen der Autos platz. Wer über ein Auto verfügt, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit benutzen, falls ihm z. B. auch am Arbeitsplatz ein Parkplatz zur Verfügung steht.
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Siedlungsentwicklung
In den letzten Jahren fand die Siedlungsentwicklung vornehmlich an der Periphärie statt. Während in der Stadt St. Gallen weniger Menschen wohnen, haben die Gemeinden ausserhalb mächtig Bevölkerung zugelegt. Die zugezogenen Menschen in den Agglomerations- und Landgemeinden arbeiten aber weiterhin in der Stadt St. Gallen und kaufen auch hier ein.
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Veränderte Einkaufsgewohnheiten
Neue Einkaufszentren am Stadtrand sind mit dem öffentlichen Verkehr nur schwer erreichbar, und verfügen in der Regel über einen Autoanteil von 90 bis 95 Prozent - dies im Gegensatz zum Quartierladen, wo 3/4 der Kunden zu Fuss oder mit dem Velo kommen, oder im Stadtzentrum, wo etwa die Hälfte ohne Auto einkauft.
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