
Wer heute durch die Bahnhofstrasse flaniert, kann sich nur noch schwerlich
vorstellen, dass hier bis vor ein paar Jahren noch ein reger Verkehr zirkulierte
und der Strassenraum beidseitig mit parkierten Fahrzeugen verstellt wurde.
|
Einleitung
Die Bahnhofstrasse verbindet die Altstadt Wil mit dem Bahnhof. Der Ursprung
der Strasse geht auf das 18. Jahrhundert zurück, als die St. Galler
Äbte eine Verbidung zwischen Gossau und Wil bauen liessen. Der näher
zum Bahnhof gelegene Strassenabschnitt wird einseitig von öffentlichen
Bauten gesäumt, denen ein Grünraum mit Allee vorgelagert ist,
die obere Bahnhofstrasse hat sich als Geschäftsstrasse für die
gesamte Region etabliert. Das Gros der Bauten stammt noch aus der Wende
zum 20 Jahrhundert, verschiedene neuere Bauten - insbesondere Warenhäuser
- fügen sich mehr oder weniger harmonisch in die Reihe ein.
Bereits 1978/79 wurde eine autofreie Bahnhofstrasse in Aussicht gestellt.
1993 stimmte der Stadtrat einer Initiative zu und bewilligte ein Kredit
zur Durchführung eines Gestaltungswetttbewerbes. Die neu gestaltete
Fussgängerzone wurde im Jahr 2000 eröffnet.
|

|
Gestaltung
Die in einer strengen geometrischen Ordnung Anlage ist sehr grosszügig
und lässt dem Fussverkehr viel Raum. Die Gestaltungsidee hat den
auch im Wettbewerb überzeugt: In der Begründung des Preisgerichts
wird festgehalten: " Die zentrale Idee des Projektes ist die Schaffung
einer gleichmässigen Struktur über die ganze Obere Bahnhofstrasse
- an beiden Enden abgeschlossen durch je ein geometrisches Kunstwerk.
Durch die strenge Gestaltung des Bodenbelages und der entsprechenden Anordnung
der Bäume und Kandelaber wird eine Ordnung erzeugt, welche die heutige
heterogene Bebauung zu beruhigen vermag." Begrüsst wurde der
Vorschlag, auf der ganzen Strasse keine festen Einrichtungen zu plazieren,
sondern das Terrain für wechselnde Aktivitäten freizuhalten
und in klare Nutzungszonen zu gliedern.
Kandelaber, Gassenbeizen und Marktstände sind durch die Baumreihe
klar begrenzt, die Mitte bleibt frei.
|

In der Fussgängerzone von Wil gilt das Fahrverbot auch für
den Veloverkehr. Dies gilt auch für die signalisierte Veloroute,
welche die Fussgängerzone quert. Für den Veloverkehr steht ein
grosszügiges Angebot an Abstellplätzen zur Verfügung.
Die gute Erreichbarkeit der Fussgängerzone mit allen Verkehrsmitteln
erhielt in der Planung ein grosses Gewicht. So befindet sich ein grosses
Parkplatz direkt hinter der Gebäudezeile der Bahnhofstrasse, und
setzt als öde asphaltierte Fläche ein negatives optisches Gegengewicht
zur Bahnhofstrasse und Altstadt.
|
Velofahrverbot in der Fussgängerzone
Nicht
alle Velofahrer halten sich an das Fahrverbot - was im Regelfall auch
kein grosses Problem ist.
Die parallele Alternativroute ist für den Veloverkehr nicht ideal.
|
|
Daten:
Einwohnerzahl: ca. 16'800
Bauherrschaft: Stadt Wil
Kosten: Franken 4,6 Mio.
Gestaltungskonzept:
Willi Walter, Architekt Zürich
künstlerischen Mitarbeiterin Charlotte Schmid
Quellen und weitere Infos:
Text und Bilder:
Andreas Bernhardsgrütter, St. Gallen
März 2006
|
|
|
|
|
|
|
|