
Müssen zwei Lastwagen überall kreuzen können? Zwar trifft dieser Fall relativ selten ein, und doch werden die meisten Strassen so ausgebaut. Die aus Platznot generierte Lösung in Grandson hat Beispielcharakter und zeigt, dass mit schmalen Fahrbahnen und örtlich begrenzten Ausweichstellen für Grossfahrezeuge der Verkehr durchaus flüssig bewältigt werden kann. Dies bedingt aber ein Miteinander im Verkehr.
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Wie kann auf engen Platzverhältnissen und beträchtlichem Verkehr eine Verbesserung der Situation erreicht werden. Vor dieser Aufgabe stand die Stadt Grandson, wo in der Altstadt an einigen Orten zwischen den Fassaden nicht mal sieben Meter bleiben. Um hier auch für die Fussgänger genügend Raum schaffen zu können, waren flexible Lösungen gefragt.
Die Fahrbahn mit immerhin 6'000 Fahrten täglich und erheblichem
LKW-Verkehr wurde von 5,5 m auf 4,5 m reduziert. Dadurch konnte ein Meter
für den Fussverkehr gewonnen und an beiden Strassenseite ein Trottoir
angeordnet werden. Da jedoch zwei Lastwagen mit jeweils je 2,5 m Breite
auch bei tiefen Geschwindigkeiten 5,5 m zum Kreuzen benötigen, mussten
die Ränder der Trottoirs überfahrbar gehalten werden. So benutzen
LKW bei Kreuzungsmanöver auch mal vorsichtig das Trottoir. Heikle
Stellen wurden mit Poller gesichert.
Die Fussgängerstreifen konnten entfernt werden, da dank weniger hohen Geschwindigkeiten die Strasse überall gequert werden kann.
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Detailgestaltung: Flache Trottoirränder, Poller schützen - wo nötig den Fussgängerbereich - die Markierungsbänder strukturieren den Strassenraum. Die Entfernung der Mittelmarkierung reduziert die verkehrsbetonung des Strassenraumes.
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Fazit
Die Neugestaltung der Staatsstrasse wurde von der Stadt gegen den Willen des Kantons gebaut - und hat sich in den letzten zehn Jahren bewährt. Eine Umfrage nach dem Umbau hat eine breite Zustimmung zur Neugestaltung ergeben und jene skeptischen Stimmen widerlegt, die zuvor behauptet hatten, eine konsequent fussgängerfreundliche Gestaltung der Hauptstrasse bringe den rollenen Verkehr zum Erliegen. Die Umgestaltung brachte eine klare Steigerung der Verkehrssicherheit. Die Fussgänger und Fussgängerinnen können die Strasse überall gefahrlos überqueren. Das Strassenbild wurde aufgewertet.
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Daten:
Einwohnerzahl: 1'500
Länge: 400 m
Höhendifferenz: 20 m
Realisierung: 1994
Kosten: Fr. 530'000.-
Verkehrsaufkommen DTV: 6'000 Fzg/Tg
reger Busverkehr
Quellen / Bilder:
VCS: "Schöne Aussichten", neue Perspektiven für Hauptstrassen innerorts, Bern 1996
VCS St. Gallen / Appenzell, ARF 1998: Strassenraumgestaltung, Beilage zur Exkursion vom 21. Oktober 1998
Impressum:
Andreas Bernhardsgrütter, St. Gallen VCS Sektion St. Gallen / Appenzell
18. November 2004
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