

Wo sich früher die Fussgänger verschämt an die Fassaden drückten ist plötzlich diese Grosszügigkeit, Freiraum, um mit gemessenen Schritten über den Platz in die ebenfalls zeitgemäss gestalteten Gassen zu schlendern.
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Begegnungszone mit erheblichem Verkehr
Kann auf einer Kreuzung mit mehr als 10'000 Fahrzeugen pro Tag eine Mischverkehrsfläche mit Fussgängervortritt realisiert werden? Nein, wenn es nach landläufiger Meinung geht, sicher wenn man den Zentralplatz in Biel kennt!
Der Zentralplatz bildet das Zentrum der Stadt Biel - zwischen Altstadt und Bahnhof ist er ein Scharnier nicht nur für Fussgänger, sondern auch für den Bus- und Autoverkehr. Hohe Anforderungen also an die Verkehrsplanung und die Gestaltung: die Aufgabe wurde mit Bravour gelöst und ist denkbar einfach: Fahrbahn und Vorplätze werden durch eine ockerbraune Fläche eingefasst - dank der Verschiebung der Bushaltestellen auf die Zufahrtsstrasse wurde Platz gewonnen.
Mit der Neugestaltung der Strassenräume ändert sich auch das Selbstverständnis der Bewohner und Besucher zu Ihrer Stadt. Der Wakkerpreis ist nur äusseres Zeichen, dass Biel an Selbsbewusstsein gewonnen hat.
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Vorher
Der Zentralplatz vor der Umgestaltung: Grosse Strassenflächen und wenig Umfeld vor den Bauten. Die Bushaltestelle liegt im Zentrum des Platzes.

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Ein breites Betonfries ist gleichzeitig Auftakt zur Begegnungszone.
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Impressionen Platzgestaltung:
Verträgliches Miteinander im Verkehr: Die Fahrzeuge fahren im ruhigen Tempo über den Platz, Fussgänger queren Fahrbahn diagonal und haben Vortritt. Die Fahrbahn wird - ohne Höhenversatz - mit einem Steinfries angezeigt.
Ein neues Cafe - an Stelle der früheren Bedürfnisanstalt - ragt als einiges Gebäude in das Rechteck hinein.
Grosse Freiflächen und der Verzicht auf zu viele Möblierungselemente sorgen für eine gewisse Grosszügigkeit, welche dem zentralen Charakter des Platzes entspricht.
Der Brunnen wurde an seinen früheren Standort zurückversetzt.
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Nach Umgestaltung:
Die Strassenfläche wurde wesentlich reduziert. Ein neues Strassencafe schafft Ambiente. Eine ocker gefärbte Fläche fasst Fahrbahn und Vorplätze zusammen.
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Blick von der Zentralstrasse auf den Platz.
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Umsetzung:
1996 wurde ein Studienauftrag ausgeschrieben und in einem Präqualifikationsverfahren 7 Teams ausgewählt. Auf der Basis des 1997 ermittelten Siegerprojektes wurde nach vierjähriger Planungszeit der Zentralplatz vom Juli 2001 bis Januar 2002 umgebaut. Im September 2002 wurde die Begegnungszone verfügt.
Erfahrungen:
Eine Nachmessung im Jahr 2003 ergab, dass 85 Prozent aller Fahrten (V85) unter 24 km/h. bleiben. 3/4 aller Fahrten halten die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h ein. Dieses niedrige Geschwindigkeitsniveau trägt wesentlich zum Funktionieren der Mischverkehrsfläche bei.
Quellen
Luftfoto und Pläne:
Baudirektiohn der Stadt Biel: Dokumentation Zentralplatz Biel
Weitere Fotos: Planum Biel
Impressum / Redaktion
VCS St. Gallen / Appenzell
Andreas Bernhardsgrütter,
St. Gallen, Sept. 2004
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Daten
Einwohnerzahl:
50'200
Gebietsgrösse Begegnungszone
50 x 70 m
Verkehrsdaten
DTV: 10'-12'000 Fz/Tag
ÖV: 25'-30'000 Passagiere/Tag
V85: 24 km/h
Realisierungstand Eröffnung Frühling 2002
Bauherrschaft:
Stadt Biel
Gestaltungskonzept
Arbeitsgemeinschaft Montmollin /Widmer / Gebert /Zulauf /Tufo / Wysseier
Ausführung
Arbeitsgemeinschaft Montmollin & B.Widmer Architekten ETH, Basel
Gebert Liechti Schmid Architekten AG, Biel
Zulauf Seippel Schweingruber Landschaftsarchitekten, Baden
Dr. Mathys & Wysseier Ingénieurs et planifi cateurs, Bienne, Piazza Ingénieurs, Biel
Kosten Fr. 4'282'000.- (inkl. Brückensanierung)
Verkehrsregime:
Begegnungszone
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