Autofrei Wohnen in St. Gallen:
z. B. im Areal Bahnhof St. Fiden

Weiterer Beitrag:

Untersuchung zeigte:
Die Erstellung einer autofreien Siedlung in St. Gallen ist möglich

Autofrei wohnen:
mehr Lebensqualität dank ungestörter Wohnumgebung

Leben in autofreier Umgebung

In der Stadt St.Gallen verfügen etwa ein Drittel aller Haushalte über kein Auto. In den meisten Fällen ist dies – wie eine Untersuchung des Nationalfonds ergab - ein gewollter Zustand und auch Ausdruck eines Lebensgefühles. In urbanen Räumen ist man dank kurzen Wegen und gutem ÖV-Angebot auch autofrei mobil. Zudem besteht mit Mobility eine attraktive Alternative zum eigenen PW. Diese Haushalte sind in der gesamten Stadt verteilt: an lärmigen Ausgangsachsen, in verkehrsberuhigten Wohnquartieren oder in der leider noch nicht verkehrsfreien Altstadt. Autolose St. Gallerinnen und St. Galler sind aber von den Auswirkungen des Autoverkehrs ebenso betroffen, wie alle anderen. Wären diese autofreien Haushalte in einem Quartier konzentriert, entstände eine vom Autoverkehr weitgehend unbelästigte Wohnsituation. Die Vorteile sind gross:

  • Oasen im Stadtlärm
    In der Stadt St. Gallen leben über 15'000 Menschen in lärmbelasteter Umgebung, an denen die gesetzlichen Grenzwerte für das Wohnen überschritten werden. Autofreie Wohnquartiere könnten ruhige Oasen in der sonst lauten Stadt bilden. Analog den Nichtraucherabteilen im Zug, könnten diejenigen profitieren, welche ihre Umwelt auch selber nicht beeinträchtigen.
  • Mehr Spielraum und Sicherheit für Kinder
    In unseren Städten gehört der nicht verbaute Raum heute vorwiegend dem Auto. In autofreien Wohngebieten können Kinder von klein auf im Freien spielen, ohne dass ihre Sicherheit durch den Verkehr gefährdet wird. Kinder sind für ihre Entwicklung auf sichere Räume angewiesen, in denen sie sich ohne dauernde Aufsicht frei bewegen und eigene Kontakte knüpfen können.
  • Mehr Platz zum Leben
    In einer herkömmlichen Siedlung mit 200 Wohnungen werden 5'600 m2 für Parkplätze und Zufahrten verbaut. In einer gleich grossen autofreien Siedlung mit 30 Parkplätzen für Besuch, Behinderte und Car-Sharing-Fahrzeuge genügt ein Siebtel davon. Mehr als die Fläche eines halben Fussballfeldes wird (auto)frei für bessere Nutzungen: Gemeinschaftsräume (Kinderkrippe, Jugendraum, Seniorentreff, Sauna usw.), Garten und Spielplätze. Das entspricht einem 25-m2-Bonuszimmer pro Wohnung!
  • Weniger Miete ...
    Im herkömmlichen Wohnungsbau werden auch Menschen, die sich umweltbewusst fortbewegen, für den Bau von Tiefgaragen und Zufahrtsstrassen zur Kasse gebeten. In autofreien Siedlungen lassen sich diese Mittel für andere, sinnvollere Investitionen einsetzen. Oder man spart sie ganz und ermöglicht damit tiefere Mietzinsen
  • Zufahrt gewährleistet
    Die Feuerwehr oder der Handwerker kommt natürlich nicht zu Fuss und auch Umzüge werden kaum noch mit Leiterwagen geleistet. Die Zufahrt für Notdienste, gelegentliche Transporte und Umzüge kann auch in autofreien Wohnquartieren gewährleistet werden.

Autofreie Wohnsiedlungen werden verwirklicht

In den letzten Jahren sind in verschiedenen vor allem deutschen Städten autofreie Wohnsiedlungen und Quartiere entstanden. In Freiburg sind beispielsweise in einem ehemaligen Kasernengelände von 38 Hektaren die ersten Bauabschnitte mit 280 Wohnungen realisiert worden. Weitere Bauabschnitte sind wegen der grossen Nachfrage im Bau. Im Quartier findet sich auch ein Kindergarten und eine Grundschule. In Hamburg sind in der Siedlung Barmbek: Saarlandstraße 70 der geplanten 210 Wohnungen realisiert, weitere sind im Bau. Die Siedlung liegt am Rand der Innenstadt und verfügt über gemeinschaftliche Einrichtungen. In München wurden bereits drei autofreie Siedlungen erstellt. Weitere realisierte Siedlungen für bis zu 3'000 Einwohner finden sich Nürnberg, Münster, Wittenberg und Bremen.

Auch in der Schweiz umgesetzt

Auch in der Schweiz gibt es Beispiele von autofreien oder autoarmen Wohnprojekten. Das ambitionierste Projekt liegt in der Region Bern. Die Wohnbaugenossenschaft Oberfeld plant auf einem Areal Oberfeld in Ostermundigen Siedlung für 170 Wohnungen. Alle wichtigen rechtlichen Grundlagen sind vorhanden, architektonisch sind erste Pfähle eingeschlagen (www.halle58.ch) , rund 40 Wohnungen / Häuser sind bereits vergeben. Gesucht werden Familien, Einzelpersonen, die der Genossenschaft beitreten und an der Realisierung ihres eigenen Wohntraums aktiv mitarbeiten. Initiiert wurde das Projekt von der VCS Regionalgruppe Bern, die nach wie vor aktiv für dieses fortschrittliche Projekt arbeitet. www.wohnen-im-oberfeld.ch

Auch in St. Gallen?

Der VCS ist überzeugt, dass es auch in St. Gallen genügend Menschen gibt, welche in einem ruhigen autofreien Wohnumfeld leben möchten und auf ein eigenes Auto verzichten. Zu diesem Zweck führt er jetzt eine Umfrage durch, über mögliche Interessenten. (Siehe Kasten). Sollten sich zahlreiche Interessenten melden, besteht die Möglichkeit, entsprechende Vorarbeiten auch hier an die Hand zu nehmen. Mögliche Standorte sind in unserer Stadt einige vorhanden: Beispielsweise beim Bahnhof St. Fiden, beim Areal Güterbahnhof / Chargo Domizil, oder im Gelände der ehemaligen Fabrik Mastroani. Idealerweise sollte das Gebiet eine gewisse Grösse aufweisen, zentrumsnah sein und gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen sein.

Andreas Bernhardsgrütter
8. 8. 2005

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Die Erstellung einer autofreien Siedlung in St. Gallen ist möglich

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Interessiert?

Der VCS St. Gallen sucht Menschen, welche sich in der Stadt St. Gallen vorstellen könnte, in einer autofreien Siedlung zu leben. Ziel müsste es sein, eine Trägerschaft für ein entsprechendes Projekt auf die Beine zu stellen. Mit genügenden Interessenten könnten entsprechende Verhandlungen mit der Stadtverwaltung, mit potentiellen Wohnbaugenossenschafter, interessierten Grundeigentümern oder Generalunternehmern gesucht werden. Allfällige Interessenten können sich beim Sekretariat melden

Formular für InteressentÎnnen


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