Der VCS zum Stadtentwicklungskonzept Gossau

Gutes Konzept ohne Südverbindung

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Dossier Umfahrungen

Dossier Hauptstrassen

Gossau, 7. September 2004. Der VCS lehnt eine neue Südverbindung in Gossau ab. Die St. Galler-strasse soll statt dessen durch gestalterische Massnahmen aufgewertet werden. Dies schreibt das der VCS in seiner Stellungnahme zum Stadtentwicklungskonzept Gossau.

Der VCS St.Gallen-Appenzell begrüsst grundsätzlich das Gossauer Stadtentwicklungskonzept. Es ist gut strukturiert und schlägt viele sinnvolle Massnahmen vor. Als Grundlage für die Entwicklung dient der Leitsatz, wonach das Stadtzentrum für Einkaufen, Verweilen, Wohnen und Arbeiten sowie für vielfältige Aktivitäten von Kultur und Freizeit attraktiv werden soll. Die zentrale Knacknuss ist die Verkehrssituation. Gossau hat die Karten selber in der Hand: 85% des motorisierten Verkehrs ist hausgemacht. Zu spürbaren Verbesserungen muss daher das Verhalten von Gossauerinnen und Gossauern beitragen. Die daraus abgeleitete Strategie des Konzeptes unterstützt der VCS in dreieinhalb von 4 Punkten.

  • Die Strassenräume insbesondere im Stadtkern sind gestalterisch aufzuwerten.
  • Ein besseres Busangebot und sichere und direkte Fuss- und Velowege motivieren zum Umsteigen
  • Mit dem Dosierungskonzept wird der Stau an Stellen verlagert, wo er siedlungsverträglich ist und den Bus nicht behindert
  • Bei der Südverbindung können wir nur die Westspange (Verbindung Wilerstrasse – Flawilerstrasse) unterstützen. Die Südverbindung lehnt der VCS klar ab.

Zusätzliche Strassen verursachen Mehrverkehr. Eine Südverbindung als Parallelachse zur St. Gallerstrasse wiederspricht darum dem Ziel, den hausgemachten motorisierten Verkehr durch Verhaltensänderung zu reduzieren. Eine Südverbindung würde zudem den Verkehr auf andere sensible Stadtquartiere verlagern. Es macht keinen Sinn, neue Quartiere mit Mehrverkehr zu belasten und damit Lärm und Gestank zu verteilen. Kommt hinzu, dass der Bahnhof -und je nach Variante das attraktive Stadtentwicklungsgebiet Butterzentrale – vom heutigen Zentrum durch die Südverbindung abgetrennt würden. Der Verkehr muss dort, wo er ist verträglicher gestaltet und vermindert werden. Genau das erreichen wir (auf der St.Gallerstrasse und anderswo) mit Strassenraumgestaltung, Dosierungssystem und attraktiven Alternativangeboten.

Ruedi Blumer

Ortsdurchfahrt Gossau

Verpasste Chance

Die Ortsdurchfahrt Gossau ist seit einiger Zeit eine Baustelle. Anlass für die Umbauten sind vor allem verschiedene Erneuerungen von Werkleitungen. Mit diesen Arbeiten sind auch auf der Oberfläche Sanierungsarbeiten verbunden.

Wenn man schon die Hauptstrassen in wichtigen Teilen umpflügt, hätte man auch gleichzeitig die Oberflächen ohne grosse Mehrkosten neu gestalten können. Leider fehlt ein Gestaltungskonzept über die Hauptstrassen.

Bereits im Abstimmungskampf gegen die Kernumfahrung haben die damaligen Gegner der Vorlage als Alternative zum Tunnel eine Umgestaltung der Hauptstrassen gefordert.

Doch Gossau träumt weiter und bastelt neue Umfahrungsstrassen-Wolkengebilde. Jahrzehntelange politische Zänkereien werden folgen. Derweil verpasst die Stadt, das Mögliche innert nützlicher Frist umzusetzen.

Wenn die Hauptstrassen nach den Werkleitungsarbeiten baulich saniert und die neuen Randsteine gesetzt sind, wird sie der Kanton auf Jahrzehnte hinaus nicht mehr anrühren. Das Geld wird dort eingesetzt, wo ein baulicher Sanierungsbedarf besteht.

Dass es auch anders geht, beweist derzeitig die Gemeinde Oberriet. Innert zweier Jahre wurde ein Gestaltungskonzept und dann ein Projekt erarbeitet. Gleichzeitig mit der Sanierung der Werkleitungen nimmt die Gemeinde auch eine Umgestaltung der Strassenräume in Angriff. Im nächsten Jahr wird man hier den umgestalteten Ortskern besichtigen können.