VCS zur stadträtlichen Stellungnahme Parkgarage Marktplatz

Neugestaltung Marktplatz: Ja, aber...

 

St. Gallen, 29. Dezember 2005. Der VCS sieht sich durch die klare Stellungnahme des Stadtrats zur Idee einer Tiefgarage unter dem Marktplatz bestätigt: St. Gallen verfügt - unter Berücksichtigung aller im Bau und Planung befindlichen Tiefgaragen - über ausreichend Parkiermöglichkeiten. Der VCS setzt sich für eine schnellstmögliche Neugestaltung des Bereichs Marktplatz/Bohl ein, damit dieser zentrale Platz tatsächlich zur Chance für unsere Stadt wird.

Die Stellungnahme des Stadtrats zu den verkehrlichen Auswirkungen einer Tiefgarage unter dem Marktplatz in der von den Promotoren vorgeschlagenen Grössenordnung lässt an Klarheit nichts zu wünschen übrig. Die Parkgarage ist gemäss Stadtrat:

  • verkehrstechnisch ohne erhebliche Einschränkungen des öffentlichen Verkehrs nicht machbar

  • rechtlich fragwürdig

  • wirtschaftlich unrentabel

Weiter hält der Stadtrat in seiner Antwort auf einen entsprechenden parlamentarischen Vorstoss fest, dass die Ein- und Ausfahrt beim Schibenertor gestalterisch kaum befriedigend gelöst werden könne.

Die Einschätzung des Stadtrates deckt sich damit in weiten Teilen mit den bereits früher vom VCS geäusserten Bedenken. Aus politischen Gründen verzichtet der Stadtrat aber auf ein klares Nein zu diesem verfehlten Projekt. Der VCS hofft, dass mit dem in Aussicht gestellten Bericht bald Grundlagen für eine autofreie Gestaltung des Marktplatzes und der nördliche Altstadt vorliegen werden.

In den nächsten Jahren entstehen rund um die Altstadt rund 1000 weitere Parkplätze - ein Ausbau der Parkierungsfläche um satte 50%. Bereits im kommenden Herbst stehen in der Brühltorgarage 224 neue Parkplätze zur Verfügung. Die rund 150 oberirdischen Parkplätze lassen sich daher problemlos aufheben - eine Voraussetzung zur attraktiveren Gestaltung der Innenstadt. Die von der «IG Chance Marktplatz» vorgestellten Gestaltungsideen sollen dabei durchaus in die Diskussion einfliessen.

St. Gallen ist nicht fertig gebaut - das bestehende Strassennetz jedoch schon. Ohne massive Eingriffe ins Stadtbild oder unbezahlbare unterirdische Bauten lassen sich die Verkehrskapazitäten nicht weiter erhöhen. Die knappen verfügbaren Mittel sind darum in den öffentlichen Verkehr und den Langsamverkehr zu investieren. Verkehrsplaner und Interessenvertreter sollten ihr Augenmerk vermehrt auf die Effizienz der Verkehrsmittel richten, anstatt Zeit und Geld in unterirdische Luftschlösser zu investieren.

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