St. Gallen, 28. September 2005. Der Bau der Tiefgarage
Brühltor ist noch nicht vollendet, der Startschuss zur Überbauung
Webersbleiche samt Tiefgarage steht kurz bevor, weitere Projekte mit Hunderten
von Parkplätzen stehen beim Kongresszentrum Einstein und auf der
Nordseite des Hauptbahnhofs in der Zielgeraden. Und nun soll auch noch
der Marktplatz ausgehöhlt werden. Chance Marktplatz? Wohl eher ein
Rezept, um die Neugestaltung dieses neben dem Klosterbezirk bedeutendsten
Stadtteils auf Jahre hinaus zu blockieren.
Der VCS begrüsst die Diskussion um eine städtebauliche Weiterentwicklung
der nördlichen Altstadt und teilt das Anliegen der «IG Chance
Marktplatz» sowie der Stadtbehörden, unsere Altstadt attraktiver
zu gestalten. Der Grundstein für oberirdische Verbesserungen ist
mit dem (Aus-)bau um 750 weitere Abstellplätze in unmittelbarer Altstadtnähe
längst gelegt. Der VCS hat dazu seine Vorstellungen bereits präsentiert.
Die «IG Chance Marktplatz» verspricht sich durch den Bau
einer weiteren Tiefgarage mitten in der Altstadt neue Impulse. Aus Sicht
des VCS verursacht der zusätzliche Verkehr - nach einer vorsichtigen
Schätzung 5000 bis 7000 Fahrten - aber nicht mehr Puls, sondern einen
Verkehrskollaps in der Innenstadt. Bereits der Verkehrsbericht zur geplanten
Tiefgarage Webersbleiche hat aufgezeigt, dass die beiden Kreuzungen Schibenertor
und Blumenbergplatz keinen Mehrverkehr verkraften können. Schon ohne
eine neue Tiefgarage wird es in den kommenden Jahren schwierig sein, in
den Spitzenzeiten eine ungehinderte Durchfahrt des öffentlichen Verkehrs
zu gewährleisten. Noch eine Tiefgarage bedeutet auch neue Belastungen
des weiteren städtischen Strassennetzes auf den Zufahrtsachsen: Mehr
Verkehr, mehr Lärm, mehr Abgase. Das kann nicht im Sinne der städtischen
Bevölkerung, der Kundinnen und Kunden oder gar der Detaillisten sein.
Der VCS hat sich in der Vergangenheit bei der Diskussion um neue Tiefgaragen
seine Kompromissbereitschaft bewiesen. Heute sind die anlässlich
von früheren Projekten gemachten Zusagen endlich zu realisieren und
die 165 oberirdischen Parkplätze in der Altstadt aufzuhe-ben. Das
gibt Raum für Diskussionen um die Gestaltung von noch nicht autofreien
Plätzen, in die sicher auch die drei interessanten Studien der «IG
Chance Marktplatz» einbezogen werden sollen. Keinen Raum gibt es
allerdings für eine weitere Tiefgarage. Die «IG Chance Marktplatz»
wäre gut beraten, vor der Suche nach möglichen Investoren die
rechtlichen Aspekte gründlich abzuklären. Dieses Projekt widerspricht
klar dem Massnahmenplan Luftreinhaltung und wird sich schon darum nicht
verwirklichen lassen. Am Bau von Luftschlössern sind schon viele
gescheitert. Es wäre schade, wenn die Diskussion um eine unterirdische
Illusion schnell realisierbare, oberirdische Visionen verhindern würde.
Der Versuch des «Einkaufszentrums Innenstadt», auf dem Parkplatzfeld
mit der neuen Konkurrenz am Stadtrand mitzuhalten gleicht dem Rennen zwischen
dem Hasen und dem Igel aus Grimms Märchen. Ein Rennen, das für
den noch so flinken Hasen nicht zu gewinnen ist. Anstatt sich auf diesem
Feld mit der Konkurrenz zu messen, sollten sich die Innenstadt-Geschäfte
auf ihre eigenen, grossen Vorteile besinnen: Auf die Nähe zu ihren
besten Kunden, die zu Fuss, mit dem öffentlichen Verkehr oder per
Velo den Weg in ihre Geschäfte finden. Hier würde sich der VCS
mehr Unterstützung und politischen Druck auch von einer «IG
Chance Marktplatz» wünschen, um dringend notwendige Verbesserungen
gerade auch bei den St.Galler Verkehrsbetrieben zu erreichen
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Weitere Info's:
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Illustrationen Schibenertor |
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zur Stellungnahme des Stadtrates |
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Fussgängerzone Altstadt |
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Parkierung St. Galler Innenstadt |
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die meisten Kunden kommen mit dem ÖV |
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VCS-Lokal - Spezial: fussgängerzone St.
Gallen
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Begegnungszone südliche Altstadt St. Gallen |
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Aktionstag ohne mein Auto in die Stadt 22. September
05 |
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Vision Fussgängerzone |
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zum Beispiel: |
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Innenstadt Biel |
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Altstadt Chur |
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Fussgängerzone Luzern |
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Altstadt Winterthur |
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