Verkehrsplanung Rapperswil/ Jona: mit kleinen Schritten mehr erreichen?

Gemeinsame Medienmitteilung der UGS Rapperswil-Jona und des VCS See und Gaster

Verehrsentlastung Rapperswil-Jona?

Rapperswil-Jona, 9. März 2010: Die UGS Unabhängig-Grün-Sozialen Rapperswil-Jona und Linth sowie die VCS Regionalgruppe See-Gaster verlangen vom Stadtrat Rapperswil-Jona die Prüfung und Umsetzung von geeigneten Sofortmassnahmen zur Verkehrsentlastung.

UGS und VCS sind sich nach der kürzlich in Jona abgehaltenen Strategie-Sitzung einig, dass die Stadt Rapperswil-Jona jetzt und nicht erst in 10 bis 15 Jahren geeignete Massnahmen zur Verkehrsentlastung prüfen und umsetzen soll. Im Zentrum der Forderungen stehen die weitere Förderung des öffentlichen Verkehrs mittels Bussen sowie die Wiederaufnahme der Idee einer Stadtbahn in einem angepassten Format. Spätestens mit dem nächsten ÖV-Programm des Kantons St. Gallen soll dieses Vorhaben realisiert werden. Mit dem bisherigen Ausbau des ÖV's hat gleichzeitig die Entlastung der Strassen vom MIV Motorisierten Individualverkehr bereits eingesetzt. Der Taktfahrplan und ein intelligentes Haltestellennetz machen es möglich und es besteht immer noch Potential.

Zusätzlich sollte, wie bereits in der Vernehmlassung zum neuen Parkierungsreglement durch VCS und UGS angeregt, das „Push and Pull“-System konsequent umgesetzt werden. Mit „Push“ (Drücken) sollen die Automobilistinnen und Automobilisten mittels absolut flächendeckenden Parkgebühren zum Umsteigen gelenkt werden. Anderseits kann durch Ortsbillete mit „Pull“ (Ziehen) das Umsteigen auf die öffentlichen Verkehrsmittel gesteigert werden. Die generelle Verbesserung und Ergänzung der Parkierungsmöglichkeiten für Zweiräder im öffentlichen Raum und bei Geschäften in der ganzen Stadt Rapperswil-Jona würde gleichfalls helfen, die Strassen vom MIV zu entlasten. Eine weitere Entlastung bringen temporäre Fahrbeschränkungen und Umleitungen zu Stosszeiten für den Lastwagen-Transit über den Seedamm. Über die Pförtneranlagen mittels Lichtsignalen am Seedamm, an der Zürcherstrasse, in der Schönau und im St. Dionys in Spitzenzeiten ist zudem die ein- und ausfahrende Verkehrsmenge mit dem legitimen Bedürfnis nach Verkehrsbeschränkung und angemessener Wohn- und Aufenthaltsqualität in der Stadt in Übereinstimmung zu bringen. Abklärungen über die Machbarkeit solcher Lösungen werden als dringliche Sofortmassnahme gefordert. Diverse Schweizer Städte wie Bulle FR, Riehen BS, Arbon TG und Zizers GR sind Rapperswil-Jona um Jahre voraus. Allenfalls sind Vorstösse in den politischen Gremien wie zum Beispiel im Kantonsrat parteiübergreifend zu tätigen. Das Ziel der Verkehrsentlastung ist ja nicht die Steigerung der Verkehrsmenge sondern die Steigerung der Lebensqualität in Rapperswil-Jona. Die Zeit des Wartens auf ein Wunder wäre somit beendet und die Stadtbevölkerung könnte wieder Hoffnung schöpfen.

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Der Tunnel ist weder sinnvoll, noch finanzierbar

Rund 350 Millionen Franken soll die erste Etappe des Tunnels Rapperswil kosten. Dies zur Entlastung eines rund 600 m langen Teilstückes der Ortsdurchfahrt von Rapperswil.

Stadt und Kanton erhoffen sich, dass rund ein Drittel der Kosten über das Agglomerationsprogramm durch den Bund berrappt wird. Der Rest geht zu Lasten des Kantons. Wo das Geld hernehmen, wenn der Kanton gleichzeitig in Wattwil und Bütschwil zwei weitere Grossprojekte umgesetzt werden sollen? Die Antwort bleibt weiterhin offen.

Ohnehin löst die erste Etappe die Verkehrsprobleme der Stadt nicht. Der Verkehr kommt dann einfach ein paar hundert Meter weiter hinten mit wüsten Strassenschneisen an die Oberfläche und belastet die Zürcherstrasse und die Neue Jonastrasse mit erheblichem Mehrverkehr. Das Nachsehen hat dann das Ortszentrum von Jona, das mit zusätzlichen Autos und Lastwagen belastet wird. Und das ist dann auch die wichtigste Achse für den Busverkehr. Dieser bleibt dann weiterhin im Stau stecken.

Die Hoffnung dass dann die zweite und dritte Etappe das Problem lösen wird, bleibt eine weitere Illusion. Der Bund hat bereits klar gemacht, dasser an die dazu notwendigen weiteren 500 Millionen Franken keine Beiträge liefern will, weil auch seine Kassen im Investitionsfonds für den Agglomerationsverkehr schon leer sind und durch viele andere Projekte auf Jahrzehnte hinaus überzeichnet ist.