Wesentliche Elemente der Gossauer Stadtentwicklung sind die Aufwertung
der Altstadt (Kernprojekt 1), die Alternative Zentrumsquerung (Kernprojekt
2) und das Stadtbuskonzept (Kernprojekt 5). Diese drei Projekte bilden
eine Einheit, die voneinander abhängig sind und sich vielseitig
beein- flussen. Darum darf auf den Pilotbetrieb mit einem Stadtbus nicht
verzichtet werden.
Herzstück des Kernprojekts 1 ist die Umgestaltung der St.Gallerstrasse
zwischen Gröblikreisel und Säntisstrassse zum Koexistenzraum
für alle Verkehrsteilnehmenden. Da es sich hier um eine Kantonsstrasse
handelt, liegt die Federführung und damit auch der grösste Teil
der Kosten beim Kanton. Die Zusammenarbeit mit dem kantonalen Tiefbauamt
ist sehr gut und die Planung schon weit fortgeschritten.
Die Kernprojekte 2 und 5 wurden am 8. Februar im Stadtparlament in erster
Lesung behandelt und erfreulicherweise klar gutgeheissen. Dem Rahmenkredit
von 6,4 Mio. Franken für den moderaten Ausbau der Alternativen Zentrumsquerung
Ringstrasse bis Mooswiesstrasse wurde mit 26 zu 2 Stimmen deutlich angenommen.
Fast drei Viertel dieser Kosten sind sogenannte «Ohnehinkosten»,
die im Zusammenhang mit Kanalisations- und Werkleitungsarbeiten in den
nächsten Jahren ohnehin angefallen wären.
Parlament für Ortsbus
Der Kredit von 1,6 Mio. Franken für das Stadtbuskonzept wurde mit
19:8 Stimmen gutgeheissen. Vorgesehen ist ein dreijähriger Versuchsbetrieb
in den Jahren 2009 bis 2011 mit einer neuen Durchmesserlinie auf der Strecke
Nelkenstrasse – Gerenstrasse – Wilerstrasse – St.Gallerstrasse
– Bahnhofstrasse– Stadtbühlstrasse – Herisauerstrasse
– Multstrasse – Fenn/Geissberg.
Die öV-Anbindung der Stadt Gossau ist mit Intercity-Zügen,
S-Bahn, Appenzellerbahn, Postauto und Regiobus erfreulich gut und wird
in Zukunft dank Fahrplanverdichtung der S-Bahn noch besser. Da ist es
entscheidend wichtig, dass auch das innerstädtische öV-Angebot
vorangetrieben wird. Ein zeitgemässes innerstädtisches öV-Angebot
ist familien-, senioren-, gewerbe- und umweltfreundlich, steigert die
Standortattraktivität und unterstützt das Umsteigen vom motorisierten
Individualverkehr auf den Bus. Da uns allen bewusst ist, dass Menschen
ihre Gewohnheiten sehr langsam und nur bei attraktiven Angeboten ändern,
ist es besonders wichtig, dass der Bus im Viertelstundentakt verkehrt
und der Versuchsbetrieb eben drei volle Jahre lang dauert. Der vorgesehene
umweltfreundliche Midibus soll und wird zu einem Image- und Marketingträger
für unsere Stadt werden.
Referendum dagegen
Es ist darum höchst bedauerlich, dass die Vorstände von SVP
und FDP nun das Referendum gegen den Stadtbuskredit ergreifen wollen.
Dass die SVP sich mit fortschrittlichen Ideen schwer tut und gerne Nein
sagt, ist bekannt. Dass nun aber der FDP-Vorstand den Entscheid seiner
eigenen Parlamentsfraktion torpedieren will, ist peinlich und enttäuschend.
Wichtig für ein erfolgreiches Buskonzept ist auch, dass die Buschauffeure
freundlich und kompetent sind und einen gepflegten Fahrstil haben. Es
darf auch nicht sein, dass der Bus vor der Nase wegfährt, wenn der
Zug mit zwei Minuten Verspätung ankommt. Die Tarifpolitik beim Stadtbus
muss bestimmt besser durchdacht sein als die Zoneneinteilung beim Regiobus.
Die Stadtrepublik Genf stimmt demnächst über die Volksinitiative
Gratis-öV ab. Das ist bei uns zwar kein Thema. Aber zu einer ganzheitlichen
und nachhaltigen Stadtentwicklung gehört ein attraktiver Ortsbus.
Zu hoffen bleibt, dass die Gossauer StimmbürgerInnen sich von den
guten Argumenten überzeugen lassen.
Ruedi Blumer

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Links:
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Gossau Stadtentwicklung |
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Abstimmungsempfehlung Kerprojekte 2 und 3 |
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Bericht zur Stellungnahme des VCS |
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Die Stellungnahme des VCS (Pdf) |
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VCS: keine neue Südspange Gossau (September
2004) |
In vergleichbaren Städten funktionierts
rb. Ein Ortsbus wurde im Dezember 2006 auch in der neuen Stadt Rapperswil-Jona
eingeführt und zeigt eine erfreuliche Entwicklung. In der Agglomeration
Rorschach planen die Gemeinden Rorschach, Rorschacherbergund Goldach ebenfallseinen
Ortsbus, welcher als identitätsstiftendes Element der neuen Stadt
am See werden kann. Wil betreibt drei Durchmesserlinien. Nun geht die
Aebtestadt noch einen Schritt weiter. Nun geht die Äbtestadt noch
einen Schritt weiter: Seit letztem Dezember bietet Wil den Spätheimkehrenden
bis 23.00 Uhr (Freitag und Samstag bis Mitternacht) ein Nachttaxi an.
Für einen Billettzuschlag von gerade mal 3 Franken kann man sich
so ab jedem Schnellzug sicher nach Hause fahren lassen. Das Angebot wird
rege benutzt.
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