Mit der Sanierung der St.Gallerstrasse und der Herisauerstrasse im Ortskern Gossaus soll gleichzeitig der Strassenraum umgestaltet und das Zentrum im Sinne einer Koexistenz Aller aufgewertet werden.
Die hohe Verkehrsbelastung von täglich über 20‘000 Fahrzeugen auf der St.Gallerstrasse soll durch ein Modell von Koexistenz mit Mittelstreifen und breiteren Trottoirs erträglicher gestaltet werden. Der Kanton hat in den letzten Jahren die St.Gallerstrasse etappenweise saniert. Es fehlt noch das Kernstück zwischen Gröblikreisel und Säntisstrasse und der Anfang der Herisauerstrasse. Hier wird der Kanton 2010 die notwendige Sanierung ausführen.
Einmalige Chance
Die Stadt Gossau hat somit die Chance, mit eigenen Mitteln den Stadtkern wesentlich aufzuwerten und zu einem Begegnungsraum auszugestalten. Monika Fürer vom Gossauer Büro Fürer und Gastrau, die das aktuelle Projekt ausgearbeitet hat, möchte den Gossauer Stadtkern zu einer bunten Stube umgestalten. Kreisel und Mittelstreifen sollen mit grossen farbigen Punkten hervorgehoben werden. Die Fahrbahnen werden auf je 3 Meter links und rechts des 2,2 Meter breiten Mittelstreifens verengt, die Trottoirs verbreitert, Parkplätze auf der St.Gallerstrasse aufgehoben. Die Busse halten auf der Fahrbahn und nicht mehr in den Busbuchten. So haben die Busse nach einem Halt immer eine freie Fahrbahn vor sich und bleiben nicht im Stau stecken. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit in diesem Koexistenz-Bereich bleibt zwar bei 50 km/h, die reale Geschwindigkeit wird sich aber bei etwa 30 km/h einpendeln. Mit einem neuen Beleuchtungskonzept soll das Ambiente und die Aufenthaltsqualität zusätzlich verbessert werden Die Velofahrenden können im langsamen und verstetigten Verkehr gleichberechtigt mithalten. Die Fussgängerstreifen bleiben vorerst bestehen. Es ist aber denkbar, dass in einigen Jahren auch auf einer Kantonsstrasse Tempo 30 signalisiert werden kann und somit dannzumal auf die Zebrastreifen verzichtet werden kann. Die Fussgänger geniessen dann beim Ueberqueren der Strasse überall Vortritt.
Gossau muss die Chance zur attraktiven Gestaltung des Stadtkerns nutzen. So gelingt es, der Kaufkraftabwanderung in die St.Galler Altstadt oder in die Einkaufstempel rund um die AFG-Arena Einhalt zu gebieten. Ich bin zuversichtlich, dass dieses Projekt auf breite Unterstützung stösst.
Auch Gossau kann es!
Ruedi Blumer

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Vertretbare Investitionen
An die Gesamtkosten von 5,5 Mio muss die Stadt 2,9 Mio beisteuern. Etwa 800‘000 muss die Stadt bezahlen, wenn auf die Gestaltungsmassnahmen verzichtet wird und der Kanton lediglich einen neuen Belag einbaut. Die Mehrkosten für eine attraktive Koexistenzlösung mit mehr Aufenthaltsqualität verlangt also Investitionen von gut 2 Mio. Das vermag die Stadt Gossau mit ihrer ausgezeichneten Finanzlage problemlos. Es ist eine lohnende Investition in die Standortattraktivität.
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