Gossau Ochsenkreisel

Strassenraumgestaltung und Stadtbus Gossau

Stadtentwicklung wertet "Altstadt" auf

Dezember 2006: Gossau will 2008 unter dem Titel «Aufwertung Altstadt» zusammen mit dem Kanton die St.Gallerstasse zwischen Gröblikreisel und Säntisstrasse zu einem Koexistenzraum umbauen und aufwerten. Vorgesehen sind multifunktionale Mittelstreifen, breitere Trottoirs, schmalere Fahrbahnen, weniger Ampeln und «gestaltende» Kandelaber. Eine echte Altstadt eben, die sich wieder als einladender Begegnungsraum präsentiert.

Die Strasse soll sowohl sicherer als auch schöner werden und weniger Trennwirkung haben als heute. Zusätzlich sollen als rein städtische Projekte die alternative Zentrumsquerung und das Stadtbuskonzept vorangetrieben werden. Die entsprechenden zwei Vorlagen werden zurzeit von der vorberatenden Kommission des Parlamentes diskutiert.

Der Stadtrat beantragt für die Zentrumsquerung von der Ringstrasse bis zur Mooswiesstrasse einen Rahmenkredit von 6,4 Mio. (4,2 Mio. für Strassenbau und Lärmschutz, 2,2 Mio. für Erneuerungen der Werkleitungen). Eine Volksabstimmung ist im Sommer 07 vorgesehen. Die Route der alternativen Zentrumsquerung wird bei Veranstaltungen wie Weihnachtslauf, Chläusler, Maimarkt oder Stadtfesten seit Jahrzehnten als Umleitung genutzt und soll sanft verbessert werden.

Kernfahrbahn statt Mittelstreifen

Die alternative Zentrumsquerung wird als Kernfahrbahn, also ohne Mittelstreifen, ausgestaltet. Die Fahrbahnbreite beträgt in der Regel 7.20 Meter, wovon links und rechts je 1.40 Meter als Radstreifen markiert sind. Beraten wird Gossau durch die Metron AG in Brugg, das Schweizweit führende Büro für Verkehrsplanung und Strassenraumgestaltung. Nach Abschluss der Gestaltung der St.Gallerstrasse und der alternativen Zentrumsquerung kann diskutiert werden, ob die St.Gallerstasse zur Gemeindestrasse und die Zentrumsquerung im Gegenzug zur Kantonsstrasse werden soll.

Ergänzend zum regionalen Buskonzept und zur öV-Erschliessung des Einkaufszentrums und Stadions in Winkeln soll ein dreijähriger Versuchsbetrieb mit einem Stadtbus erfolgen. Der Stadtbus soll zur Verminderung des motorisierten Individualverkehrs, insbesondere im Zentrum, beitragen. Geplant ist eine Durchmesserlinie Nelkenstrasse – Gerenstrasse – Zentrum – Bahnhof – Multstrasse – Fenn/Geissberg mit Midibussen, die werktags zwischen 6.00 und 20.00 Uhr im Viertelstundentakt fahren. Für den Versuch von 2009 bis 2011 ist mit Nettokosten von 1,6 Mio. zu rechnen.

Ich erachte die drei Kernprojekte Aufwertung Altstadt, Alternative Zentrumsquerung und Stadtbuskonzept als sinnvolle Einheit und hoffe sehr, dass Gossau diesen Projekten zustimmt und dadurch in den nächsten vier Jahren in der Stadtentwicklung – endlich – ganz wesentlich Fortschritte erzielt.

Ruedi Blumer

Links:

Gossau Stadtentwicklung

Dossier Hauptstrassen

VCS Abstimmungsempfehlung

VCS zum Stadtbus

Bericht zur Stellungnahme des VCS

Die Stellungnahme des VCS (Pdf)

VCS: keine neue Südspange Gossau (September 2004)