Jahresbericht der VCS Sektion St.Gallen/Appenzell
2005/2006
25-Jahr-Jubiläum – und einiges mehr!
Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Das hat unsere VCS-Sektion
im vergangenen Jahr aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums verschiedentlich
getan. Daneben waren aber auch viele kleine und einige grosse Herausforderungen
zu bestehen. Denn trotz des Jubiläums ging der verkehrspolitische
Alltag weiter. Der Jahresbericht bezieht sich auf die Periode Mitgliederversammlung
2005 bis 2006.
Offiziell begangen haben wir das Jubiläum am 23. April mit einer
Velosternfahrt nach Gossau an den Velotag der IG-Velo. Zum Rahmenprogramm
gehörten neben der ganztägigen Festwirtschaft Gratis-Probefahrten
mit Elektrovelos, eine attraktive Preisverlosung sowie die rythmischen
Klänge der Steelband «pan4u».
Verkehrspolitik
März 2005: Vernehmlassung zur Kantonale Richtplanung
Aufgabe eines Richtplans wäre es, im Sinne einer raumplanerischen
Gesamtschau eine Richtung vorzugeben. Die erneute Überarbeitung bestätigt
unsere bereits anlässlich der Anpassung vom Vorjahr geäusserten
Befürchtung: Der St.Galler Richtplan droht zum reinen Wunschzettel
interessierter Gemeinden für neue Einkaufszentren und Fachmärkte
zu werden.
Beim vorgesehenen Ausbau des Standortes Riet in Mels ist mit 28’000
Fahrten pro Tag zu rechnen. Ein Verkehrskollaps in Sargans wäre die
Folge. Der zur Vekehrsbewältigung notwendige Ausbau des Strassennetzes
widerspricht der Richtplanung klar. Würde der Kanton dieser Vergrösserung
zustimmen stellen sich grundsätzliche Fragen zur Rechtsstaatlichkeit
sowie zur Durchsetzung planerischer und gesetzlicher Vorgaben. Der VCS
wird sich im Rahmen seiner Möglichkeiten gegen dieses Vorhaben zur
Wehr setzen.
Frühjahr 2005: Velobörsen
In verschiedenen Orten wurden die traditionellen VCS-Velobörsen
durchgeführt. So lud die Ortsgruppe zum 23. Mal unter das St.Galler
Waaghaus. Aber auch in Rapperswil, Sargans und Wil fanden viele Zweiräder
ein neues Daheim.
Juli 2005: Kein Flughafen Altenrhein ohne verbindliche Zusagen
Gemeinsam mit unseren Partnern (Aktion gegen Fluglärm, WWF und
Pronatura) engagierten wir uns gegen den Ausbau des Flugfelds Altenrhein
zum konzessionierten Flughafen. Die heute rund 3000 Flugbewegungen sollen
auf bis zu 7000 mehr als verdoppelt werden: Mehr Flugverkehr und damit
mehr Lärm und mehr Luftverschmutzung. Ein Regionalflughafen konkurrenziert
zudem den Ausbau des europäischen Netzes der Hochgeschwindigkeitszüge.
Wir fordern eine bessere Berücksichtigung der Interessen der Bevölkerung,
eine breite demokratische Abstützung dieses wichtigen Entscheids
sowie verbindliche Zusagen. Die Konzessionierung stockt vorerst am Widerstand
aus dem benachbarten Vorarlberg, wo sich die Behörden offenbar eher
am Willen der Bevölkerung als an privatwirtschaftlichen Interessen
orientieren. Wie es weitergeht ist zurzeit völlig offen. Wir werden
uns auf jeden Fall weiter für eine möglichst umwelt- und menschengerechte
Lösung einsetzen. Auf dass es in Altenrhein nicht zu ungeahnten Höhenflügen
kommt.
Herbst 2005: Tiefgaragen-Phantasien in St.Gallen
Der Aus- und Neubau weiterer Tiefgaragen mit Hunderten neuer Parkplätze
ist in vollem Gange, da wird auch schon die Idee eines neuen Projekts
durch eine private Interessengemeinschaft lanciert. Unter dem Deckmäntelchen
einer oberirdi-schen Marktplatz-Neugestaltung sollen über 400 unterirdische
Parkplätze zusätzlichen motorisierten Verkehr in die Stadt St.Gallen
bringen. Der VCS kündigt Widerstand an.
November 2005: Stadtentwicklungskonzept Gossau
Im Jahr 1998 hat die Gossauer Bevölkerung mit satten 85 % ein Projekt
für einen Kerntunnel beerdigt. Nun werden im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts
erneut Pläne für Umfahrungsstrassen gewälzt. In seiner
Vernehmlassung lehnt der VCS neue Durchfahrtsachsen weiterhin ab und fordert
dafür Sofortmassnahmen auf dem bestehenden Strassennetz. Der VCS
begrüsst die geplanten Verbesserungen beim öffentlichen Verkehr
sowie beim Staumanagement und hofft auf zusätzliche Massnahmen zugunsten
des Langsamverkehrs.
Dezember 2005: Kurvenausbau Industriestrasse Herisau
Unter dem Deckmantel «Verkehrssicherheit für Velofahrer und
Fussgänger» soll die Durchfahrt auf der Hauptachse durch Herisau
beschleunigt werden. Dabei ist die Industriestrasse nicht als besonders
gefährlich bekannt. Ohne zwingenden Grund und ohne einen definitiven
Entscheid für oder gegen eine Umfahrungsstrasse wird für viel
Geld die heutige Durchfahrtsachse ausgebaut. Das Projekt mag die Bauindustrie
freuen, ist aber weder für Fussgänger noch Velofahrerinnen ein
echter Gewinn.
Februar 2006: Feinstaub
Auch die Stadt St.Gallen leidet unter zu hohen Feinstaub-Werten. Im
Januar wurde der Grenzwert der Luftreinhalteverordnung für Feinstaub
von 50 µ/m2 an 13 Tagen überschritten. Zulässig wäre
eine einmalige Überschreitung – pro Jahr! Ursache der Luftbelastung
ist nicht das Wetter, sondern die mangelnde Durchsetzung der Umweltgesetze.
Der VCS ruft die Ostschweizer Kantonsregierungen auf, sich der Forderung
anderer Kantone nach Tempo-80 auf Autobahnen anzuschliessen. Weiter schlägt
er die Abgabe von «Feinstaubtageskarten» durch den Tarifverbund
Ostwind vor.
Die VCS-Regionalgruppe See & Gaster lancierte bereits im November
– und damit noch bevor der Feinstaub den Weg in die Medien fand
– bei den Gemeinden eine Umfrage. Das Resultat ist ernüchternd:
Praktisch kein Dieselfahrzeug ist mit einem Filter ausgerüstet. Dass
etwas gehen muss haben die Gemeinden aber erkannt. Alle neuen Fahrzeuge
sollen über einen Partikelfilter verfügen. Lobenswert die Gemeinde
Uznach: Sie wird bei der Vergabe von Bauaufträgen Firmen mit schadstoffarmen
Maschinen bevorzugen. Zur Nachahmung empfohlen!
Juni 2005: DV VCS-Schweiz
Nach einer eher turbulenten Phase hat der VCS als Gesamtverband wieder
Tritt gefasst. Der Rückgang der Mitgliederzahlen ist zwar schmerzhaft,
aber zum grossen Teil auf den Wegfall der VCS-Tageskarte zurückzuführen.
Mit Peter Jans wurde an der Delegiertenversammlung im Juni ein prominentes
Mitglied aus unserer Sektion in den Zentralvorstand und damit in das höchste
VCS-Leitungsorgan gewählt. Jans steht für einen Neustart, bei
dem der ganze VCS wieder an einem Strick zieht – in die gleiche
Richtung: Für eine nachhaltige Verkehrspolitik und eine konsequente
Durchsetzung des Umweltrechts.
Einsprachen
Überbauungsplan Gaiserwaldstrasse St.Gallen
In sieben Punkten haben wir dargelegt, warum dem Überbauungsplan
für einen neuen Obi-Baumarkt/M-Park die Genehmigung zu verweigern
ist. Der Stadtrat hat dem VCS im Juni in einigen Punkten Recht gegeben
(elektronisches Abfahrtsanzeige für den Bus, obligatorische Massnahmen
bei Überschreiten von Fahrtenzahlen). Andere zentrale VCS--Anliegen
wurden hingegen abgelehnt. Bauherrschaft wie VCS haben gegen den Entscheid
beim Baudepartement Rekurs eingelegt.
Überbauungsplan Güterbahnhof St.Gallen
Bei diesem Überbauungsplan geht es um die Nutzung eines seit Jahren
brachliegenden zentrumsnahen Areals. Im Gegensatz zu Einsprachen von privater
Seite begrüssen wir ausdrücklich dieses Projekt. Die Einsprache
bezweckt ausschliesslich die Optimierung der Verkehrserschliessung und
die Minimierung der Luftschadstoffbelastung.
Das Gebiet liegt ein einem lufthygienisch heute bereits übermässig
belasteten Gebiet. Der VCS fordert eine Reduzierung der Parkplätze
so-wie der jährlich zulässigen Fahrtenzahl, eine rechtlich und
finanziell abgesicherte Erschliessung für Fussgänger und Velofahrende
über die Bahngeleise (Passarelle) sowie die Sicherstellung der Privilegierung
des öffentlichen Verkehrs auf dem erschliessenden Strassennetz.
Einkaufszentrum Rheinpark St. Margrethen
Beim Pizolpark in Sargans konnte im April 2005 nach intensiven Verhandlungen
eine Einigung gefunden und die Einsprache zurückgezogen werden. Erreicht
hatten wir unter anderem die Bewirtschaftung aller Besucherparkplätze
ab der ersten Minute mit mindestens einem Franken pro Stunde. Der Umbau
ist inzwischen im vollem Gang.
Nun soll auch der Rheinpark einige Kilometer flussabwärts aufgefrischt
werden. Obwohl hinter beiden Einkaufszentren die gleiche Betreiberin steht
und die rechtliche Ausgangslage dieselbe ist, musste der VCS erneut einsprechen.
Gerne hätten wir darauf verzichtet. Da der umgebaute Rheinpark aber
keine Parkplatzbewirtschaftung vorsieht – aus VCS-Sicht eine umweltrechtliche
Selbstverständlichkeit – sahen wir uns zu diesem Schritt gezwungen.
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VCS-HV 2006 in Wil
Der Vorstand des VCS St.Gallen/Appenzell lädt alle Mitglieder herzlich
ein zur diesjährigen Mitgliederversammlung vom 4. Mai. Dieses Jahr
sind wir Gast der Regionalgruppe Wil. Der Beginn ist auf 18.00 Uhr festgesetzt
Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung per Telefon
(071 222 26 32) oder Email (info@vcs-sgap.ch).
Traktandenliste
1) Begrüssung
2) Wahl der SimmenzählerInnen
3) Protokoll HV 2005
4) Jahresbericht
5) Jahresrechnung und Revisorenbericht 2005, Budget 2006
6) Wahlen
7) Varia
Anträge sind spätestens zwei Wochen vor der Hauptversammlung
schrift-lich einzureichen. Die Jahresrechnung ist ab Ende April auf unserer
Homepage unter www.vcs-sgap.ch einsehbar.Kurzmeldungen
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SUFO, das Sozial- und Umweltforum Ostschweiz
Im letzten Mai fand in St.Gallen das erste SUFO statt. Mehr als 500
engagierte OstschweizerInnen verfolgten das eröffnende Podium, besuchten
einen der 32 Workshops und informierten sich an einem Infostand. Auch
der VCS gehört zu den zahlreichen Organisationen, die den Anlass
mittrugen. Beim zweiten SUFO ist der VCS mit einem Workshop unter dem
Titel «Zu Fuss in der Stadt» vertreten. Der Fussverkehr ist
ein effizientes «Verkehrsmittel»: Rund 40 Prozent aller Wegetappen
werden per Pedes zurückgelegt. Zu Fuss gehen ist eine existenzielle
Form des Daseins. Kinder, Frauen, ältere Menschen sind überdurchschnittlich
oft zu Fuss. Der Workshop behandelt die Voraussetzungen für ein attraktives
Fusswegnetz. In einem Stadtrundgang wird unser Auge geschärft und
Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt. Weitere Infos: www.sufo.ch.
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«Verträglich Reisen»-Magazin
Der fairkehr-Verlag, der zum VCD (Verkehrsclub Deutschland) gehört,
gibt das jährliche «Verträglich Reisen»-Magazin
heraus. Das 148-seitige Heft enthält Reportagen und Interviews zu
ökologischen und sozialverträglichen Reisezielen sowie Tipps
für Reisen per öV an autofreie Destinationen in Europa. Ergänzt
werden diese Themen durch ein Verzeichnis ökologisch wirtschaftender
Hotels und Unterkünfte. Der Schwerpunkt in diesem Jahr liegt bei
Nord- und Osteuropa, aber auch Reiseziele in der Schweiz haben einen prominenten
Platz. Das Magazin kann am Kiosk für sechs Franken bezogen werden.
Oder für den selben Betrag in Briefmarken bei David Zaugg, Felsenstr.
22, 9000 St.Gallen. Kostenlos liegt es im Claro Weltladen auf sowie am
VCS-Stand anlässlich des Veloflohmarkts vom 1. April unter dem Waaghaus.
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Verbandsbeschwerderecht
Die FDP will das Verbandsbeschwerderecht stark beschneiden und damit
den Umwelt- und Heimatschutz schwächen. Die Verbände haben im
März die Statistik 2005 zum Verbandsbeschwerderecht pu--bliziert.
Die Zahlen belegen Zurück-haltung und Effizienz in der Anwendung
dieses Rechtsmittels. In 78 Prozent von den im vergangenen Jahr abgeschlossenen
244 Fällen kam es zu Verbesserungen zugunsten der Umwelt. In vier
von fünf Fällen gab das Bundesgericht den Verbänden recht.
Wer Umwelt und Heimat schützen will, der muss auch für das Verbandsbeschwerderecht
einstehen. Mehr zum Thema unter www.verbandsbeschwerde.ch.
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Velofahrkurse auch im 2006
Auch in diesem Jahr finden unter dem Patronat vom VCS und der IG Velo
mit Unterstützung der Polizei und des Fonds für Verkehrssicherheit
Velofahrkurse in St.Gallen, Gossau, Goldach, Herisau und Wil statt. Die
Kurse vermitteln für Kinder in Begleitung von Erwachsenen die Grundlagen,
um mit dem Velo sicher durch den Verkehr zu kurven. Nach einem Velocheck
und Geschicklichkeitsübun-gen werden wir im Verkehrsgarten oder auf
Quartierstrassen das korrekte Verhalten im Strassenverkehr trainieren.
Es wird gezeigt, welche Abstände einzuhalten sind, wie Zeichen gegeben
werden müssen und wie das Abbiegen richtig gemacht wird. So macht
Velofahren richtig Spass, weil man mehr als die Lenkstange im Griff hat.
Weitere Infos unter www.vcs-sgap.ch oder www.igvelo.info. Das Anmeldeformular
kann auf der VCS-Geschäftsstelle bezogen werden: info@vcs-sgap.ch,
Tel. 071 222 26 32 (Mo bis Do, 09.00 bis 13.00 Uhr).
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Velobörsen in der Ostschweiz
Alle Jahre wieder kommt der Frühling – auch wenn es dieses
Jahr vielleicht etwas länger dauert. In der ganzen Ostschweiz finden
im Frühjahr zahlreiche Velobörse statt.
Eine Übersicht:
-
25. März: Rapperswil, Bildau (VCS See & Gaster); Sargans,
Markthalle
(VCS-Sarganserland); Bischofszell, Kornhalle (SP Bischofszell)
-
1. April: St.Gallen, Waaghaus (VCS-OG)
-
8. April: Zuzwil, Gemeindehausplatz (Second-Hand-Shop)
-
22. April: Frauenfeld, Saurer Winkel (IG-Velo/VCS)
-
29. April: Gossau, Marktplatz (IG Velo); Flawil, Schulanlage Grund
(Cécile Sutter); Wil, beim Rathaus (Grüne/Prowil, VCS-OG)
Die Liste wird laufend aktualisiert und ist auf unserer Homepage
mit zusätzlichen Details unter www.vcs-sgap.ch publiziert.
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Tempo-30-Zonen setzen sich durch
Während sich Tempo-30 in den 90iger-Jahren auf die Städte
beschränkte, führen nun auch immer mehr ländliche Gemeinden
verkehrsberuhigte Zonen ein. Beispielsweise die Gemeinde Degersheim. Läuft
alles wie geplant, gilt ab 2007 mit Ausnahme weniger Hauptstrassen Tempo
30 schrittweise in allen Wohnquartieren. Damit wird ein Wunsch aufgenommen,
der im Rahmen einer Umfrage vielfach vorgebracht wurde.
Von Andreas Bernhardsgrütter
Es ist kein Zufall, dass gerade Degersheim voranschreitet: Die Gemeinde
betreibt ein aktives Standortmarke-ting – und dazu sind attraktive
Wohn-gebiete wichtig. Tempo-30-Zonen verbessern nicht nur die Verkehrssicherheit,
sondern reduzieren auch die Lärmbelastung und verbessern die Wohnqualität.
Die Bevölkerung hat in vier Quartierversammlungen Tempo-30 mit grossem
Mehr begrüsst. Die Zustimmung zum notwendigen Kredit soll im Herbst
an einer Bürgerversammlung eingeholt werden.
Kapo zufrieden
Das Vorgehen von Degersheim wird von der Kantonspolizei ausdrücklich
begrüsst. Für den Sepp Hutter, Chef Verkehrspolizei der Kapo,
ist das Vor-gehen von Degersheim vorbildlich: «Das Gesamtkonzept
erlaubt eine Gesamtansicht und erleichtert eine Beurteilung. Es folgt
keine unkoordinierte Einführung mal da und später dort.»
Die flächendeckende Einführung von Tempo-30 in allen Wohnquartieren
entspricht auch den Empfehlungen der Beratungsstelle für Unfallverhütung
(bfu). Dank einem einheitlichem Verkehrsregime sind die Spielregeln für
alle Verkehrsteilnehmer verständlich und werden deshalb besser akzeptiert.
Deshalb könne, so das bfu, die baulichen Massnahmen weniger aufwändig
gestaltet werden.
Die Erfahrungen zeigen, dass je länger der Betrieb von Tempo-30-Zonen
erfolgt, die Geschwindigkeiten auch besser eingehalten werden. Die Zustimmung
der Bevölkerung zu Tempo-30 nimmt nach der Einführung markant
zu – auch bei den Autofahrenden. Bisher wurde kaum je eine Tempo-30-Zone
wieder aufgehoben: Der Widerstand aus dem Quartier wäre beträchtlich.
Auf dem Land schneller
Tempo-30 bringt mehr Verkehrssicherheit. Vor allem die Zahl der schweren
Unfällen geht stark zurück. Eine breit angelegte ETH-Untersuchung
hat gezeigt, dass in ländlichen Gemeinden der Sicherheitsgewinn sogar
markant höher ist. Denn in ländlichen Wohngebieten ist vor der
Tempo-30-Einführung das Geschwindigkeitsniveau um 12 Prozent höher
als in städtischen Gebieten. Während in den Städten die
Zahl der verletzten Personen um 15 Prozent abnahm, reduzierte sich in
den ländlichen Wohngebieten die Zahl der Verletzten um die Hälfte.
Einsprache blockiert Tempo-30
Degersheim ist mit der gewählten flächendeckenden Einführung
nicht allein: In der Stadt St.Gallen gilt Tempo-30 in schon über
20 Quartieren. Die restlichen Quartiere sollen folgen. Entsprechende Umfragen
wurden bereits durchgeführt. Allerdings hat hier das Verwaltungsgericht
in einem unverständlichen Entscheid den Fahrplan etwas durcheinander
gebracht. So wird nun das Bundesgericht darüber entscheiden müssen,
ob Tempo-30 auch auf einer Strasse mit wenig Verkehr zulässig ist.
Eine absurde Situation: Gerade auf verkehrsarmen Strassen ist das Spielen
für Kinder erlaubt. Dies ist aber nur mit einem tieferen Geschwindigkeitsniveau
möglich.
Hier gilt Tempo-30
Die folgende unvollständige Aufzählung zeigt, dass auch in
ländlichen Gemeinden ein klarer Trend zu mehr Verkehrssicherheit
und mehr Lebensqualität besteht.
-
In städtischen Gemeinden wie Rorschach, Gossau und Buchs sind
Tempo-30-Zonen bereits in vielen Quartieren Realität. Allerdings
besteht noch kein flächendeckendes Verkehrsregime.
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In der neu fusionierten Stadt Rapperswil-Jona, in Rorschacherberg
sowie in Wittenbach soll in allen Wohngebieten die Geschwindigkeit
reduziert werden.
-
In der Stadt Wil werden im Zusammenhang mit der Umsetzung des Richtplanes
Langsamverkehr in den Wohngebieten Tempo-30-Zonen eingerichtet.
-
In den Gemeinden Speicher und Thal wurden entsprechende Zonen kürzlich
bereits umgesetzt.
• In den Quartieren Hofegg und Sonnenbüel in Gossau soll
ebenfalls Tempo-30 gelten. Damit werden neu 6,7 Kilometer Quartierstrassen
verkehrsberuhigt.
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In der Gemeinde Uznach sieht das Verkehrskonzept zwar Tempo-30 in
allen Wohngebieten vor. Diese Absicht ist aber noch nicht umgesetzt
worden.
Abstimmung verloren, aber...
Zwar ging im Jahr 2001 die Tempo-30-Initiative des VCS «Strassen
für alle» deutlich verloren. Doch die durch die Initiative
lancierte Diskussion und die damit ausgelösten Veränderungen
der rechtlichen Rahmenbedingungen haben sicher das ihre zu dieser positiven
Entwicklung beigetragen.
Weitere Informationen
Weitere Informationen, Tipps und Hinweise zur Schaffung von Tempo-30-Zonen
finden Sie unter www.tempo30.ch. Auf der Homepage unserer Sektion www.vcs-sgap.ch
haben wir ein Dossier zum Thema zusammengestellt. Bei Bedarf steht Ihnen
darüber hinaus unsere VCS-Verkehrsberatung mit Fachleuten zur Verfügung.
Für Mitglieder ist eine erste Kurzberatung kostenlos.
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