Inhalt, VCS Lokal, Juni 09 / Nr. 86:

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VCS-Lokal

Das VCS-Lokal erreicht mit einer Auflage von rund 2'200 Exemplaren im Gebiet zwischen Rorschach und Gossau ein interessiertes ökologisch aufgeschlossenes Publikum.

Das VCS Lokal erscheint vier mal jährlich.

weitere Informationen und die Inserat-Tarife erfahren Sie von unserem Sekretariat.

Mail: info@vcs-sgap.ch

Editorial:
Masslose Forderungen für ein völlig überrissenes Projekt


Bahnhofplatz wird Visitenkarte der Stadt
Bahnhofplatz - jetzt geht es richtig los!


Diskussion um eine Unterführung unter dem Bahnhofplatz 1
Pro: Für eine Lösung mit Zukunft


Diskussion um eine Unterführung unter dem Bahnhofplatz 2
Contra: Mit erhobenem Kopf über den Bahnhofplatz schreiten


Fachexkursion von VCS und Fussverkehr St.Gallen/Appenzell
Exkursion Bahnhöfe und Bahnhofplätze vom 21. August 2009


Das Verkehrschaos ist eingeplant
Beim Geissberg wird‘s eng


Hauptversammlung des VCS St.Gallen / Appenzell
VCS weiterhin „auf Kurs“


Hauptversammlung des VCS verabschiedet Resolution:
Alternativen zur Südspange prüfen


Mobility und Stadtwerke starten Pilotprojekt
Mobility testet Erdgas-Fahrzeuge in St.Gallen


urbanität

Der öffentliche Verkehr braucht eine solide Basis für die Finanzierung
VCS-Initiative für den öffentlichen Verkehr


urbanität

Rückblick
27. VCS-Veloflohmarkt


urbanität

„Eine Herausforderung für geübte Skater, die ihre Fähigkeiten auch gerne einsetzen“
Route 65 „St.Gallen Skate“


urbanität

Fehlender Automat an Station Gübsensee
Schwarz fahren im Grünen Ring


urbanität

Jetzt ist eine Trendwende nötig
Umverkehren – damit St. Gallen nicht im Abgasnebel versinkt


urbanität

Die Bahnstrecke Zürich - München wird ausgebaut
München rückt näher


urbanität

Ein neuer Unort
Der Neumarktplatz muss aufgewertet werden


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Vermischte Nachrichten
Und jetzt noch dies...


8. slowUp Bodensee Schweiz
Sonntag, 30. August 2009

Editorial

Masslose Forderungen für ein völlig überrissenes Projekt

Von Doris Königer

In den Medien hören wir in den letzten Wochen immer wieder von der Südspange. TCS, ACS, und FDP haben in ihren Hauptversammlungen die Regierung aufgefordert, das Projekt zügig voranzutreiben. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) rechnet mit 1.55 Milliarden Franken Kosten und fordert Alternativen für die Stauvermeidung, wie etwa den Ausbau der S-Bahn. Das ASTRA hat zwar die Staustunden der St. Galler Autobahn als Problem erkannt, die festgestellte Verkehrssituation aber in die „Kategorie III“ eingeteilt. Im Vergleich mit den Verkehrsproblemen der grossen Agglomerationen ist der Leidensdruck in St.Gallen (zu) niedrig. Wir können daher für den Ausbau der Stadtautobahn auf keine Bundesgelder hoffen. Wer die täglichen Verkehrsnachrichten hört, ist von dieser Einschätzung nicht überrascht: Die Staumeldungen stammen meist aus Winterthur, Zürich, Bern oder Basel und nur selten aus St.Gallen. Es ist vermessen zu fordern, dass rund ein Viertel der für die sogenannte Engpassbeseitigung auf dem Nationalstrassennetz zur Verfügung stehenden Gelder ausgerechnet in St.Gallen einzusetzen seien. Das Volk hat schon einmal NEIN zur Südumfahrung gesagt. Der VCS wird sich vehement gegen dieses Vorhaben stellen. Die Gelder sollten für andere, nachhaltige Projekte eingesetzt werden, wie etwa neue Buslinien, attraktive Velo- und Fussgängernetze, innerstädtisch attraktive Aufenthaltsplätze. Die von VCS ud UmverkehR lancierte „Städte-Initiative“ ist ein Schritt in diese Richtung. Mehrverkehr soll mit Verbesserungen im ÖV, dem Fuss- und dem Veloverkehr aufgenommen werden und nicht durch neue Strassenbauten.

Der Herbst 2009 verspricht viele neue Projekte in der Region St. Gallen, wie Bahnhofplatz, Marktplatz St.Gallen, Europuls in St. Margarethen. Wir werden auch hier unsere Verbesserungsvorschläge zugunsten des Fuss-, Velo- und öffentlichen Verkehrs einbringen.

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Bahnhofplatz wird Visitenkarte der Stadt

Bahnhofplatz - jetzt geht es richtig los!

Von Martin Stamm

Der Gestaltungswettbewerb zum Bahnhofplatz in St.Gallen ist entschieden, das Siegerprojekt steht fest. Und wie bei jedem Wettbewerb meldet sich sofort eine grosse Zahl echter und selbsternannter Experten mit ihrer Kritik zu Wort. Den einen ist der Kubus zu gross, den anderen die Teilnehmerzahl zu klein. Wieder andere wünschen ein geschwungenes statt geknicktes Wasserbecken, eine Lichtshow auf der Glassfassade oder ein Glasdach über dem ganzen Platz.

Das ist grundsätzlich positiv. Es zeigt, dass den St.Gallerinnen und St.Gallern die Gestaltung des öffentlichen Raumes ihrer Stadt am Herzen liegt. Es soll aber nicht dazu führen, dass, wie schon beim Marktplatz, in einem kleinlichen Hickhack um gestalterische Details ein gutes Projekt schlecht geredet wird.

Was jetzt vorliegt, ist erst ein Vorprojekt. Es ist eine gute Grundlage für die Detailgestaltung. Und da haben berechtigte Anliegen der verschiedenen Interessengruppen durchaus ihren Platz. Bis zum Baubeginn 2012 bleibt noch genügend Zeit, seriöse Kritikpunkte aufzunehmen und zu berücksichtigen. Auch der VCS nimmt gerne an diesem Prozess teil und wird Anliegen des Fuss- und Veloverkehrs, wie auch des öffentlichen Verkehrs einbringen. Er sieht im Moment vor allem Verbesserungsbedarf bei der Anzahl oberirdischer Veloabstellplätze und der Westunterführung, die auch als Velozufahrt dienen muss.

Wir freuen uns schon jetzt auf einen Bahnhofplatz, der eine positive Visitenkarte für die Stadt sein wird und dabei den vielfältigen Nutzungsansprüchen gerecht wird.

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Diskussion um eine Unterführung unter dem Bahnhofplatz (1)

Pro: Für eine Lösung mit Zukunft

Von Peter Jans-Matter

Soll die Bahnhofunterführung unter dem Busbahnhof hindurch bis zum Bahnhofplatz verlängert werden? Die Geister scheiden sich an dieser Idee. Ich war schon immer der Überzeugung, dass die Fussgängerinnen und Fussgänger das Recht haben, Strassen oberirdisch zu überqueren. Den Zwang, dem Strassenverkehr durch Unterführungen ausweichen zu müssen, lehne ich auch heute noch klar ab. Aber sind Unterführungen in jedem Fall des Teufels? Seit das Überqueren der Geleise aus nachvollziehbaren Gründen verboten ist – und das ist nun doch schon lange so – seit dieser Zeit gibt es bei allen Bahnhöfen Unterführungen. Es ist noch niemand auf die Idee gekommen, eine Bahnhofunterführung als Verbannung der zu Fuss Gehenden zu kritisieren. Wenn wir nun also von Zürich mit dem ICN auf Gleis 2 einfahren und in die Unterführung hinabgehen, warum sollen wir nicht gleich unter dem Busbahnhof hindurch gehen können, wenn das Ziel der Neumarkt, die Altstadt oder sonst etwas südlich der Buslinien ist? Warum soll nicht auch St.Gallen ein kleines Shopville erhalten, womit die Unterführung belebter, attraktiver und sicherer würde? Selbstverständlich soll auch in Zukunft jede und jeder die Möglichkeit haben, bei Tageslicht über die Bushaltestellen zu gehen.

Bereits heute kommen sich der Fussgängerstrom und die zahlreichen Busse und Postautos regelmässig in die Quere. Je mehr Personen unseren öffentlichen Verkehr benutzen – und wir wollen ja, dass es mehr werden – umso mühsamer wird es beim Busbahnhof. Wenn dereinst 50% mehr oder sogar doppelt soviele Personen, Züge und Busse den Bahnhof frequentieren, würden diese Störungen die Geduld der Passagiere und der Chauffeure über Gebühr strapazieren. Und es käme die Zeit, wo man sich fragen würde, warum man bei der Bahnhofplatzgestaltung wieder – für St.Gallen nicht untypisch – schmörzelig und kurzsichtig geplant hat. Ich plädiere deshalb dafür, nicht nur an heute, sondern auch an morgen und übermorgen zu denken und den Bahnhofzugang grosszügig mit einer attraktiven verlängerten Unterführung auszustatten.

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Diskussion um eine Unterführung unter dem Bahnhofplatz (2)

Contra: Mit erhobenem Kopf über den Bahnhofplatz schreiten

Von Andreas Bernhardsgrütter

Rund 10 Millionen Franken wurde in die Sanierung der Unterführung Brühltor investiert. Dies mit dem Ergebnis, dass der Fussverkehr die Kreuzung weiterhin unterirdisch queren muss. Dies hat in St.Gallen System: Beim Grossacker, bei der Post Langasse, beim Neudorf oder bei der Schönau - der Fussverkehr wird unter den Boden gedrückt und der motorisierte Verkehr geniesst Vorrang. Soll dies ausgerechnet am Bahnhofplatz auch geschehen? Ziel der vom VCS seit Jahren verfolgten Verkehrspolitik ist die Koexistenz zwischen den verschiedenen Verkehrsarten und nicht Verkehrstrennung, wie sie in den 70er Jahren verfolgt wurde. Dies gilt auch zwischen öV und Fussverkehr. Ein Bus muss auch mal wenige Sekunden warten, bis die Fahrbahn frei ist. Dies ist Teil des Miteinanders und der gegenseitigen Rücksichtnahme im städtischen Verkehr. Die neuen Bahnhofplätze in Basel und Winterthur beweisen, dass dies auch ohne Unterführung funktioniert und das bei viel höheren öV- und Fussgängerfrequenzen, als sie St.Gallen je haben wird. Warum dann die Angst in St.Gallen? Auch beim Bohl und Marktplatz möchten wir keine Unterführung, obwohl dort annähernd gleich viele Busse verkehren und ebenfalls viele Passanten unterwegs sind.

Die Neugestaltung des Bahnhofplatzes sorgt für eine bessere Organisation der Zu- und Wegfahrten der Busse. Zudem müssen nicht mehr so viel Perrons und Busspuren gequert werden. Die Situation wird übersichtlicher und entspannter. Der Gestaltungsvorschlag für den Bahnhofplatz müsste aber mit einer zusätzlichen Unterführung massiv verändert werden. Es braucht zusätzliche Aufgänge mit Treppen – auch zu den Busperrons. Eine behindertengerechte Rampe mit 6% Neigung ist etwa 50m lang. Das alles braucht viel Platz, verursacht Umwege und kostet Geld. Ich möchte den freien Platz lieber für eine grosszügige Gestaltung der Fuss- und Veloflächen nutzen, statt diesen mit zusätzlichen Bauten für die Aufgänge verstellen. Ich möchte, dass ankommende Reisende auf dem Weg zur Stadt keine unübersichtlichen und schmuddeligen Gänge queren müssen. Ich möchte schliesslich die Millionen nicht für den Bau und Unterhalt einer neuen Unterführung investieren, sondern für die Aufhebung der Unterführungen entlang der Hauptstrassen.

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Fachexkursion von VCS und Fussverkehr St.Gallen/Appenzell

Exkursion Bahnhöfe und Bahnhofplätze vom 21. August 2009

Von Andreas Bernhardsgrütter

Der VCS und Fussverkehr St.Gallen/Appenzell organisieren am 21. August 2009 eine Fachexkursion zu neuen Bahnhofplätzen im Raum Zürichsee.

Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck: Dies gilt auch für jede Stadt, welche sich für ankommende Reisenden zunächst mal am Bahnhofplatz präsentiert, diese buchstäblich abholt. Ist der Platz übersichtlich, finde ich zu meinem Bus? Welche Hindernisse müssen auf dem Weg ins Zentrum überwunden werden? Der Bahnhofplatz steht täglich im intensiven Belastungstest, wird von Tausenden gequert, befahren, begangen und als Treffpunkt in Beschlag genommen. Ein Bahnhofplatz muss daher primär gut funktionieren.

Gemäss Richtplanung des Kantons St.Gallen sollen in den nächsten Jahren im Kanton St.Gallen mehr als 20 Bahnhofplätze umgebaut werden. Zentrales Thema dabei ist die Verknüpfung der Bahn mit anderen Verkehrsarten. Bahnpassagiere gehen zu Fuss oder mit dem Velo weiter, steigen in einen Bus oder werden mit dem Auto abgeholt.

In dieser fünften Fachexkursion des VCS St.Gallen/Appenzell zusammen mit Fussverkehr SG besuchen wir kürzlich umgebaute Bahnhofplätze in kleinen oder mittelgrossen Städten am Zürichsee. Dabei erhalten wir neben „Anschauungsmaterial“ auch Erklärungen von Fachleuten und Behördenmitgliedern. Der Fokus liegt dabei weniger bei den Bahnanlagen als beim „Drumherum“ – dem Zugang und dem Bushof oder den Veloabstellplätzen.

Ablauf
Die ganztägige Exkursion führt über die neu gestalteten Bahnhofplätze in Uznach, Rüti ZH, Männedorf, Meilen und Horgen.

Kosten und Anmeldeschluss
Die Exkursion kostet Fr. 220.-. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Die Anmeldung ist beim VCS Sekretariat bis am am 7. August 2009 einzureichen. Weitere Informationen sind auf unserer Homepage ersichtlich.

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Das Verkehrschaos ist eingeplant

Beim Geissberg wird‘s eng

Von Susanne Schmid

In der Stadt St. Gallen wächst der Autoverkehr ungebremst, vor allem am Stadtrand. Dazu gehört auch das Gebiet an der Geissbergstrasse zwischen Zürcher Strasse und der Gemeindegrenze zu Gaiserwald rund um den Interio-Kreisel. Parallel zur Fussball-Arena wurde die Autobahn ausgebaut und der öffentliche Verkehr verbessert. Trotzdem ist dieses Gebiet von einem Verkehrskollaps bedroht, wenn die grossen Flächen in der Gewerbe-Industrie-Zone für verkehrsintensive Bauten genutzt werden.

Das Raumplanungsgesetz des Kantons St.Gallen erlaubt in Gewerbe-Industrie-Zonen nicht nur Büro- und Gewerbehäuser, sondern auch kleinere Einkaufszentren wie Lidl, Aldi oder andere. Der dadurch ausagelöste Verkehr wäre zuviel für das heutige Strassennetz. Es müsste ein Rückstau auf die Autobahn befürchtet werden, was ein ernsthaftes Sicherheitsproblem ist. Der Kanton hat deshalb eine zusätzliche Einzonung der Stadt in diesem Gebiet mit sehr restriktiven Auflagen verknüpft. Im schraffierten Bereich der H 18 des Zonenplanes (vgl. Abb.) sind deshalb zur täglichen Spitzenstunde nur 25 Fahrten pro Hektare Bauland zulässig. Damit sind auf dieser Fläche Fachmärkte und Einkaufszentren, sowie verkehrsintensive Freizeitbetriebe ausgeschlossen.

Vorläufige Rettung: Planungszone

Auf dem ganzen restlichen Gebiet der H18 gibt es aber noch keine Beschränkungen. Der Westen der Stadt bleibt attraktiv für Einkauf- und Freizeitnutzungen. So konnte die Stadt 2006 nur mit einer auf fünf Jahre begrenzten Planungszone (was einem „befristeten Baustopp“ entspricht) das Schlimmste verhindern. Damit konnte etwas Zeit gewonnen werden, um ein Verkehrsbeschränkungs-Konzept auch für das restliche Gebiet der H18 auszuarbeiten. Ohne Beschränkungen wird das Verkehrsnetz in kurzer Zeit zusammen brechen. Die restlichen Bau-
landreserven könnten nicht mehr überbaut werden, weil Kapazitäten auf dem Strassennetz fehlen. Die Planungszone kann aber längstens bis 2011 verfügt werden, danach brauchen wir eine Lösung, die ein Verkehrschaos auch längerfristig verhindert.

Vorschlag 100/25

Der stadträtliche Vorschlag sieht eine Beschränkung für das ganze Gebiet der H 18 auf 100 Fahrten pro Spitzenstunde von Montag bis Freitag und 25 Fahr-ten an Wochenenden vor. Mit diesen Schwellenwerten soll verhindert werden, dass sich weitere verkehrsintensive Einkaufszentren oder Freizeitnutzungen ansiedeln. Die erwünschte Ansiedelung von wertschöpfungsstarken Betrieben wird dadurch aber nicht verhindert. Zum Vergleich: Beim Möbelhaus Interio rechnet man mit rund 280 Fahrten/ha in der Spitzenstunde, beim Vögele Verkaufslanden mit rund 190 und bei der Smart-Garage mit rund 65.

Sicht VCS: Vorschlag ist zu milde

Der VCS anerkennt die Bemühungen der Stadt um eine Lösung. Die vorgeschlagenen 100/25 Fahrten sind aber zu hoch. Die Stadt rechnet selbst bei dieser Einschränkung, dass mittelfristig ein weiterer Ausbau der Zürcher Strasse und des Interio-Kreisels notwendig werden. Bei einer Fahrtenbeschränkung von 50/25 wäre mittelfristig immer noch ein Ausbau des Knotens Russen notwendig. Bitter rächt sich jetzt die damalige grosszügige Einzonung. Bereits damals hat der VCS vor Verkehrsproblemen gewarnt und sich dagegen ausgesprochen. Mit der Arena und dem neuen OBI-Markt ist das „Verkehrs-Fass“ bereits heute am überlaufen. Völlig unverständlich ist für den VCS die Opposition ansässiger Betriebe gegen die vorgeschlagene, doch recht milde Variante. Ohne Verkehrsbeschränkungen für neue Bauten in diesem Gebiet bleiben auch die Eigentümer im Stau stecken und ihre Liegenschaft wird wegen mangelnder Erreichbarkeit entwertet. Eigentlich müssten alle heutigen Eigentümer von Gewerbegebäuden doch froh sein, dass mit dieser Lösung wenigstens das Schlimmste verhindert werden kann. Trotzdem drohen sie bereits heute mit dem Bundesgericht.


Parlament verwässert Vorlage

Die Vorlage „Zonenplanänderung Geissberg/Altenwegen: Nutzungseinschränkungen mit maximalen Fahrtenzahlen“ ist am 26. Juni 09 im Stadtparlament beraten worden. Die Fraktionen von SP-Juso-PFG, und der Grünen-Grünliberalen und Jungen Grünen haben sich dem Rückweisungsantrag der SVP angeschlossen, wonach eine Fahrtenbeschränkung von 25 Fahrten/ha nur am Wochenende verfolgt wird. Damit wurde eine Mehrheit erreicht. Dieser Vorschlag ist noch schlechter, als die Vorlage des Stadtrates, aber immer noch besser als gar nichts. Die FdP und CVP wollten auf das Geschäft nicht eintreten. Damit wären Nutzungsbeschränkungen im Geissberg für Jahre hinaus vom Tisch gewesen und verkehrsintensive Nutzungen hätten in Zukunft bewilligt werden müssen.

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Hauptversammlung des VCS St.Gallen / Appenzell

VCS weiterhin „auf Kurs“

Die Mitglieder der Sektion St.Gallen/Appenzell des Verkehrsclubs der Schweiz fordern Stadt und Kanton in einer an der HV vom 14. Mai 2009 verabschiedeten Resolution auf, Alternativen zur Südspange in St.Gallen zu untersuchen.

Die VCS-Sektion blickte an ihrer Hauptversammlung am 14. Mai auf ein Jahr mit vielfältigen Aktivitäten zurück. Als besonders positiv bleibt die Abstimmung über das Verbandsbeschwerderecht vom 30. November in Erinnerung. Mit einer deutlichen Mehrheit von 66% Nein erteilte das Schweizer Stimmvolk der Initiative der Zürcher FDP eine Abfuhr. In der Stadt zeigte sich mit der Eröffnung der Shopping-Arena im St.Galler Stadion, was eine gute öV-Erschliessung bewirken kann. Nur dank der Einsprache des VCS wurde dieses Angebot in den Überbauungsplan aufgenommen und damit verbindlich festgelegt. Nach den ersten publizierten Zahlen liegt die Zahl der Besucherinnen und Besucher, die mit dem Bus ins Einkaufszentrum gelangen, bei fast 25%.

Ende August 2008 verliess Geschäftsführer Thomas Schwager nach 4 Jahren die Sektion, um eine neue Herausforderung anzunehmen. Als neue Geschäftsführerin waltet seit dem 1. September Carola Hillman. Der Vorstand setzt sich weiterhin zusammen aus: Ruedi Blumer, Kantonsrat (Gossau) und Martin Stamm (St.Gallen) als Co-Präsidenten, Doris Königer (St.Gallen), Michael Brändle (Gossau) und Urs Bernhardsgrütter, (Rapperswil-Jona).

Für 2009 stehen einige gewichtige Projekte an, bei denen der VCS die Anliegen des Fuss- und Veloverkehrs und des öffentlichen Verkehrs einbringen wird. Zwei Mittel für eine Förderung dieser Anliegen sind die am 12. Dezember 2008 zusammen mit dem Verein Umverkehr eingereichte Städte-Initiative in der Stadt St.Gallen und die VCS öV-Initiative, für welche die Unterschriftensammlung angelaufen ist.

Zum Abschluss ihrer Mitgliederversammlung forderten die Mitglieder des VCS die Behörden von Stadt und Kanton in einer Resolution auf, öV-Alternativen zur Südspange mit der gleichen Intensität zu untersuchen, mit der man sich für den Tunneleinsetzt.

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Hauptversammlung des VCS verabschiedet Resolution:

Alternativen zur Südspange prüfen

Die Mitglieder der Sektion St.Gallen/Appenzell des Verkehrsclubs der Schweiz VCS fordern Stadt und Kanton in einer Resolution auf, öV-Alternativen zur extrem teuren Südspange in St.Gallen zu prüfen.

Je weiter weg von einer Realisierung die Südspange rückt, desto mehr scheint sie die Verkehrspolitik der Stadt und des Kantons St.Gallen zu bestimmen.
Diese zweite Schnellstrasse durch die Kantonshauptstadt ist heute weniger aktuell denn je. Im Agglomerationsprogramm St.Gallen - Arbon/Rorschach wurde sie vom Kanton selber mit dem tiefsten Reifegrad und der tiefsten Priorität eingestuft und als Zeitraum für eine mögliche Realisierung „nach 2024“ angegeben.

Genau gleich scheint man das in Bern zu sehen. Im Vernehmlassungsbericht zum «Bundesbeschluss über das Programm zur Beseitigung von Engpässen im Nationalstrassennetz» wurde das Projekt klar negativ beurteilt: „Beim derzeitigen Kenntnisstand vermögen beide derzeit diskutierten Varianten nicht zu überzeugen. Zwar werden die Verkehrsprobleme mit der Einteilung in die höchste Problemstufe III ausdrücklich anerkannt. Die Investitionskosten von rund 1.5 Milliarden Franken sind in Anbetracht des gesamtschweizerischen Handlungsbedarfs und der knappen, verfügbaren finanziellen Mittel viel zu hoch.“ Als einen möglichen Lösungsweg schlägt der Bund vor: „Im Rahmen weiterer Planungen ist zu prüfen, ob Angebotsverbesserungen im öffentlichen Verkehr die Nationalstrassen ausreichend zu entlasten vermögen.“

Trotzdem tun die St.Galler Regierung und Teile des Parlamentes der Öffentlichkeit gegenüber so, als ob das über 1.5 Milliarden Franken teure Südspangenprojekt bald realisiert würde und als ob sich damit die Verkehrsprobleme der Stadt nachhaltig lösen liessen. Dabei hat die Erfahrung mit der Stadtautobahn seit 1987 exemplarisch gezeigt, dass mit zusätzlicher Strassenkapazität nur zusätzlicher Verkehr generiert wird.

Anlässlich ihrer Mitgliederversammlung vom 14. Mai 2009 fordern die Mitglieder des VCS die Behörden von Stadt und Kanton auf, öV-Alternativen (durchgehende Busspuren, verdichteter Busfahrplan, zusätzliche Haltestellen, Tram, ...) zur Südspange mit der gleichen Intensität und Seriosität zu untersuchen, mit der man sich bisher für das Tunnelprojekt eingesetzt hat.

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Mobility und Stadtwerke starten Pilotprojekt

Mobility testet Erdgas-Fahrzeuge in St.Gallen

Von Andreas Bernhardsgrütter

Mobility prüft die Möglichkeit der erdgasbetriebenen Mobilität in einem Pilotprojekt mit der Stadt St.Gallen. Das Projekt soll Aufschluss über eine mögliche Integration von Erdgas-Fahrzeugen in die Mobility-Flotte geben.

Die Vorteile von Erdgas

Mobility und die Stadt St.Gallen sind überzeugt: Der Fahrzeug-Treibstoff Erdgas ist eine nachhaltige Alternative zu Benzin und Diesel. Denn Erdgas ist ein fossiler Energieträger, der die Umwelt bei der Verbrennung deutlich weniger belastet. Im Vergleich ist Erdgas zudem um die Hälfte günstiger und längerfristig verfügbar. Auf der Rangliste der VCS-Autoumweltliste streiten sich die Gasfahrzeuge mit den Hybrid‘s um die vordersten Plätze.

Das Pilotprojekt

Im gemeinsamen Pilotprojekt testen Mobility und die Stadt St. Gallen die Machbarkeit des Einsatzes von Erdgas-Fahrzeugen im CarSharing Betrieb. Die Stadt St.Gallen fördert bereits seit einigen Jahren das Fahren mit Erdgas und engagiert sich mit der Kampagne clevermobil für eine sinnvoll kombinierte und umweltfreundliche Mobilität. Die Fahrzeuge stehen den Mitarbeitenden der Stadtverwaltung und der Bevölkerung zur Verfügung. Der Testbetrieb soll zeigen, ob die Erdgas-Fahrzeuge im täglichen Einsatz von den Nutzern akzeptiert werden. Zudem verspricht man sich Erkenntnisse bezüglich Betankung und Funktionalität. Das Pilotprojekt wird voraussichtlich im September 2009 gestartet und läuft ein Jahr. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse wird Mobility entscheiden, ob künftig Erdgas-Fahrzeuge in die Flotte integriert werden können.


Positive Ökobilanz des CarSharing

Mobility hat bereits jetzt strenge Kriterien bei der Fahrzeug-Auswahl für die Mobility-Flotte. Der Durchschnittsverbrauch der Mobility-Flotte lag 2008 mit 6.33 l / 100 km um mehr als 1 l / 100 km unter dem Durchschnittsverbrauch der Schweizer Neuwagen. Über eine halbe Million Liter Treibstoff wurde so eingespart. Die positive Ökobilanz des CarSharing entsteht aber vor allem durch die Verhaltensänderung der Nutzer, dank bewusster Planung der persönlichen Mobilität und dem Einsatz der kombinierten Mobilität.

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Der öffentliche Verkehr braucht eine solide Basis für die Finanzierung

VCS-Initiative für den öffentlichen Verkehr

Von Martin Stamm

NEAT, HGV, ZEB. Hinter diesen Abkürzungen verstecken sich einige Gross-projekte, mit denen die Schweiz einen grundlegenden Ausbau des Eisenbahnnetzes gestartet hat. Denn der öffentliche Verkehr in der Schweiz stösst mit der vorhandenen Infrastrktur an seine Grenzen. Deshalb braucht es diesen umfangreichen Ausbau. Nur so lassen sich die Mobilitätsbedürfnisse auf klima- und umweltfreundliche Art bewältigen. An weiteren Ideen und Projekten fehlt es nicht. Jede grössere Agglomeration hat in ihrem Aggloprogramm Ideen entwickelt, wie der heutige und der künftige Verkehr besser und umweltschonender fliessen kann.

Doch all diese schönen Projekte haben einen Haken. Für ihre Finanzierung fehlt ein solides Fundament. Ganz anders ist das beim Strassenbau. Aus den Mineralölsteuern fliessen Jahr für Jahr zweckgebundene Mittel in Milliardenhöhe in den Strassenbau und -unterhalt. Und so werden dann Strassen gebaut, obwohl die Verkehrsplanung lieber das Bahnnetz ausbauen würde. Und diese zusätzlichen Strassen erzeugen zusätzlichen Verkehr, und dieser zusätzliche Verkehr ergibt höhere Erträge bei den Mineralölsteuern, und mit diesen höheren Erträgen bei den Mineralölsteuern werden wieder zusätzliche Strassen gebaut, und diese zusätzlichen Strassen erzeugen wieder mehr Verkehr und so weiter und so fort…

Hier setzt die VCS-Initiative für den öffentlichen Verkehr an. Danach soll von den zweckgebundenen Mineralölsteuern künftig nur noch die Hälfte für die Strassen verwendet werden (heute sind es 75%). Das reicht für den Unterhalt und die Erneuerung des Netzes aus. Die andere Hälfte soll für die Förderung des öffentlichen Personenverkehrs und für die Verlagerung des Güterverkehrs eingesetzt werden. Die Initiative zeigt damit einen Ausweg aus den Finanzierungsproblemen für die ZEB- und die Agglo-Projekte. Endlich wären die Spiesse für die beiden wichtigsten Verkehrsträger auf Strasse und Schiene gleich lang und eine umweltfreundliche Verkehrspolitik finanzierbar.

Für die Region St.Gallen ist das besonders wichtig. In einigen Jahren muss der Entscheid zwischen einer 1,5 Milliarden teuren Südspange und einem Ausbau des öV-Netzes gefällt werden. Es wäre unsinnig, wenn man dann einen Autobahntunnel bauen „muss“, nur weil das Geld dafür aufzutreiben ist, obwohl die öV-Alternative, ein Tram etwa oder eine echte S-Bahn mit zusätzlichen Haltestellen, die Verkehrsprobleme der Region besser lösen könnte.

Also heute noch unterschreiben und einsenden! Die Umwelt wird es Ihnen danken.


Dringend Gesucht:

Hilfe bei Unterschriftensammlungen: Tel: 071 222 26 32 oder info@vcs-sgap.ch

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Rückblick

27. VCS-Veloflohmarkt

Der 27. VCS-Veloflohmarkt vom 18. April 2009 ist wieder Geschichte. Insgesamt wurden mehr als 400 Velos angeliefert. Davon konnten drei Viertel verkauft werden. Durchschnittlich wechselte während dem Anlass also mehr als ein Velo pro Minute den Besitzer, die Besitzerin. Allen beteiligten Helferinnen und Helfern, die diesen Anlass wie alle Jahre wieder reibungslos über die Bühne brachten, möchten wir auf diesem Weg nochmals herzlich danken.

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„Eine Herausforderung für geübte Skater, die ihre Fähigkeiten auch gerne einsetzen“

Route 65 „St.Gallen Skate“

Von Andreas Bernhardsgrütter

Seit einigen Monaten findet sich im St.Galler Stadtbild die Beschilderung der Skatingroute 65. Die 46 km lange Route „St.Gallen Skate“führt von Rorschach via St.Gallen und Gossau bis nach Bischofszell und hat 250 Höhenmeter. Da ein Hauptteil der Route auf Stadtgebiet entlang von stark befahrenen Hauptstrassen geführt wird, ist sie nur geübten Skatern zu empfehlen. Der Schwierigkeitsgrad wird denn auch als „anspruchsvoll“ eingestuft.

Im Gegensatz zum Bodensee, dem Rheintal oder dem Linthgebiet ist die engere Region St.Gallen kein Eldorado für Skater. Gleichwohl besteht seit letztem Jahr eine regionale Skatingroute, welche die Stadt von Ost nach West durchquert. Die Route beginnt in Rorschach und führt dort auf der Hauptstrasse nach Goldach. Via Bruggmühle müssen dann die 250 Höhenmeter genommen werden bis man an der Autobahnverzweigung Meggenhus vorbei die Stadtgrenze erreicht.

Wenig attraktive Stadtdurchfahrt

Das Vergnügen am Befahren der Strecke innerhalb der Stadt St.Gallen ist begrenzt, da ein erheblicher Teil der Route von der Rorschacher Strasse und dann via Lämmlisbrunnenstrasse, nördliche Altstadt, St.Leonhardsbrücke zur Feldlistrasse entlang von stark befahrenen Strassen geführt wird. Es rächt sich das Fehlen einer durchgängigen sicheren Ost-West Route für den sanften Verkehr, die auch von den Velofahrern schmerzlich vermisst wird. Bei der Abfahrt zum Autobahnviadukt Sittertobel muss wegen starkem Gefälle ein Fussweg eingeschaltet werden. Westlich der Stadt führt die Strecke in Abtwil via Interio-Kreisel übers Breitfeld und Oberdorf zur Industrie Gossau. Westlich von Gossau wird’s dann idyllisch: Die Strecke führt über Nebenstrassen durch Weiler und Dörfer sowie dreimaliger Autobahnüberquerung bis nach Oberbüren. Auf einem Radweg geht’s weiter nach Niederbüren und auf Nebenstrassen nach Bischofszell. In Bischofszell mündet der St. Gallen Skate in die nationale Route 3, den „Mittelland Skate“.

Auf der Homepage von Skatingland Schweiz wird die Route 65 im Routenbeschrieb als „Herausforderung für geübte Skater, die ihre Fähigkeiten auch gerne einsetzen“, bezeichnet. Dies mag stimmen, zumal der touristische Reiz mit dem Bodensee, dem UNESCO-Weltkulturerbe Kloster St.Gallen sowie der Altstadt Bischofszell zweifellos vorhanden ist. Für mich „Normalbenutzer mit beschränkten Bremsfähigkeiten“ bleibt die Empfehlung, sich mit dem Zug an den Bodensee, ins Rheintal, Tösstal oder Linthgebiet fahren zu lassen, bevor man sich die Rollen anschnallt. Oder man beschränkt sich auf den topographisch wie auch verkehrsmässig weniger anspruchsvollen westlichen Abschnitt vor Abtwil und zwischen Gossau und Bischofszell. Dass aber selbst die Touristiker nicht all zu viel von dieser Route halten, ersieht man am Fehlen eines Hinweises auf der Site von St.Gallen Bodensee-Tourismus auf die Route 65 oder Skatingland. Aber vielleicht verschlafen die St.Galler nur mal wieder etwas, wie seinerzeit, als die sehr erfolgreichen nationalen Hauptrouten von Veloland Schweiz knapp an der Stadt St.Gallen vorbei ins Appenzellische geführt worden sind. Man stelle sich den Aufstand vor, wenn man das Selbe mit Luzern gewagt hätte!

Infos auf: www.skatingland.ch


Dragon-Skate

In Gossau ist mit dem „Dragon-Skate“ eine lokale Route ausgeschildert. Der Rundkurs führt über Gossau, Andwil und Arnegg und ist der nationalen Route angegliedert.

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Fehlender Automat an Station Gübsensee

Schwarz fahren im Grünen Ring

Von Pascal Kübli

Wegen fehlendem Automat werden Bahnpassagiere, die an der Station Gübsensee zusteigen, gezwungenermassen zu „Schwarzfahrern“ und riskieren eine Busse von Fr. 80.-, wenn sie mehr als eine Station fahren. Dies soll sich ändern - verspricht die SOB.

Die Stadt ist bekannt für ihren Grünen Ring. Er ist ideal für Menschen, die in Stadtnähe, aber doch naturnah wohnen wollen. Dies hat auch seine Tücken.

Die Erholung im Westen

Der Gübsensee ist ein bekannter Erholungsraum. Gleich unter dem Gübsensee befinden sich einige Häuser und Wohnungen. Auch ein Schulhaus liegt in der Nähe. Die dort lebenden Menschen, aber auch die, die sich sonst am See aufhalten, können von dort mit dem Zug entweder in Richtung St.Gallen oder Wattwil reisen.

Aus grün wird schwarz

Ich wohne ebenfalls in dieser Gegend und packte die Gelegenheit am Schopf, mit dem Zug vom Gübsensee aus in Richtung Degersheim zu fahren. Beim Gleis angekommen bemerkte ich, dass es keine Möglichkeit gibt, ein Billet zu lösen. Ich wusste, dass in den Zügen, die an dieser Haltestelle halten, kein Billet gelöst werden kann. Ich war also gezwungen, ohne Billet zu reisen.

Fragen über Fragen

Als Stadtparlamentarier schickte ich eine einfache Anfrage an den Stadtrat mit der Frage, weshalb sich dort kein Billetautomat befindet. Der Stadtrat leitete die Anfrage an die Südostbahn (SOB) weiter. Die SOB hat mir einen Brief geschrieben und mir mitgeteilt, dass ein Billetautomat geplant aber noch nicht eingetroffen sei.

Ganz einfach

Weiter unten im Brief las ich folgende Zeilen:
…kann beim nächsten Zugshalt ausnahmsweise ein Billet gelöst werden. Diese Regelung, ohne Billet zu reisen, gilt jedoch ausschliesslich bis zum nächsten fahrplanmässigen Halt des Zuges. Setzen Sie Ihre Reise ab dem nächsten Zugshalt ohne Fahrausweis fort, wird bei einer Stichkontrolle der Selbstkontrollzuschlag von CHF 80.- erhoben.

Heisst das also, dass ich bei einer Reise nach St. Gallen bei der Haltestelle Haggen aussteigen muss, ein Billet lösen und – weil der Zug nicht so lange Zeit hat – auf den nächsten warten soll?

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Wer heute an der Zughaltestelle vorbei spaziert, entdeckt nun einen Hinweis am Fahrplan. Auf diesem steht genau die Information, die ich per Brief erhalten habe.
Es bleibt also nur noch zu hoffen, dass diese Regelung nicht mehr allzu lange bleibt und die zugreisenden Personen bald ohne Unterbruch nach St. Gallen oder Wattwil reisen können.

Und am Ende des Briefes stand:
Wir hoffen, Ihnen mit diesen Angaben zu dienen und wünschen Ihnen für Ihre zu-künftigen Reisen alles Gute.

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Jetzt ist eine Trendwende nötig

Umverkehren – damit St. Gallen nicht im Abgasnebel versinkt

Das gesamte Verkehrswachstum in der Stadt St. Gallen soll mit dem öV, Fuss- und Veloverkehr aufgefangen werden. Das fordert zumindest die „Städte-Initiative“, welche Ende letzten Jahres mit 1‘666 Unterschriften eingereicht wurde. Warum das dringend notwendig ist, sehen wir täglich auf den St. Galler Strassen.

In rund 20 Jahren hat sich die Verkehrsbelastung in der Stadt St. Gallen verdoppelt. Klar hat sich das Wachstum zu einem grossen Teil auf der Stadtautobahn abgespielt, das heisst allerdings nicht, dass die städtischen Hauptstrassen kein Schauplatz einer dramatischen Entwicklung waren und immer noch sind. Der Untere Graben als Rekordhalter, dicht gefolgt von Langgasse, Zürcher Strasse und Rorschacher Strasse sind sehr hohen Verkehrsbelastungen ausgesetzt. Da die Stadtautobahn, nicht zuletzt dank den neuen oder vergrösserten Einkaufszentren AFG ARENA, Säntispark und Obi, bald an ihre Kapazitätsgrenze gelangen wird, besteht die Gefahr, dass der Autoverkehr auf das städtische Hauptstrassennetz ausweicht. Zum Leben in der Stadt gehört dank dem unaufhaltsamen Verkehrswachstum nun also stockender Verkehr, dreckige Luft, Lärm und Gestank. Das muss nicht sein, eine Stadt kann auch anders: Umverkehren muss die Devise nun mehr nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für die politische Verkehrsstrategie heissen.

St.Gallen weist im Vergleich zu anderen Schweizer Städten einen hohen Anteil an Autoverkehr auf, während der Fuss- und Radverkehr sowie der öffentliche Verkehr unterdurchschnittlich abschneiden. Dies überrascht nicht wirklich, zeigt allerdings das Verbesserungspotenzial. Die aktuelle bürgerliche Verkehrspolitik beschliesst Investitionen in Strassenbau und für neue Parkgaragen. Der Nachholbedarf beim öffentlichen Verkehr ist aber weiterhin gross, nachdem dort jahrelang gespart wurde. Für Fuss- und Veloverkehr gibt es nach wie vor keine stadtinterne Lobby, keine Fachstelle, die sich dieser Thematik annimmt und Investitionen und Verbesserungen auslöst. Dass dies alles zu einem entsprechenden Wachstum des motorisierten Verkehrs führt, welches die selben Verantwortungsträger dann wieder als Argument für zusätzliche Investitionen anführen, ist klar. Diese Wachstumsspirale muss durchbrochen werden. Mit der „Städte-Initiative“ hat St.Gallen die Chance, dieser Entwicklung einen Riegel vorzuschieben. Bevor St.Gallen im Abgasnebel versinkt, soll zusätzliches Verkehrsaufkommen in Zukunft besser mit einem breiten Angebot an öV und der Förderung von Fuss- und Veloverkehr abgedeckt werden. Dass Umverkehren kein Ding der Unmöglichkeit ist, zeigt das Vorhandensein vieler konkreter Ideen zum verkehrspolitischen Fortschritt.

Die Vision „Zukunft dank Tram“ könnte bald Realität werden, denn ein Postulat bald Realität werden, denn ein Postulat ist im Parlament bereits hängig. Ein Tram von Ost nach West würde die Verkehrsachse stark entlasten. Zudem muss der Fahrplan der städtischen Busse stark verdichtet und ausgeweitet werden. Ein kundenfreundlicher Takt, egal wohin, ist Pflicht. Weiter muss der öV auch während Randzeiten attraktiv sein: In den Ausbau der Nachtbuslinien könnte beispielsweise investiert werden. Damit der öV auch weiterhin grosse finanzielle Vorteile gegenüber dem Autofahren aufweist, muss die Politik eine Verbilligung der Tarife durchsetzten.

Bei den Investitionen, welche dank der „Städte-Initiative“ zur Pflicht werden, sollen allerdings auch die VelofahrerInnen und FussgängerInnen nicht zu kurz kommen. Ein sicheres, flächendeckendes Velowegnetz muss endlich umgesetzt werden. Für die Fussgänger muss der öffentliche Raum attraktiver gestaltet werden. Ob mit zusätzlicher Beleuchtung oder weitergehenden Sitzmöglichkeiten gearbeitet wird steht nicht im Vordergrund. Tatsache ist jedenfalls, dass der Raumgestaltung eine vermehrt wichtigere Rolle zugeteilt werden wird.

Damit genannte Projekte mehr werden als nur Visionen, damit St. Gallen von Staus, Abgasnebel, Lärm und Gestank befreit wird und damit sich St. Gallen nachhaltig weiterentwickelt, muss umverkehrt werden. Den Anfang machen wir mit einem Ja zur „Städte-Initiative“.


Den Verkehr umbauen

ths. Die vom VCS und Umverkehr gemeinsam mit weiteren Organisationen und Parteien der Stadt St.Gallen lancierte ‚Städteinitiative‘ wird wohl erst im nächsten Jahr zur Abstimmung kommen. Auf dem richtigen Weg zur nachhaltigen Mobilität ist aber bereits jetzt dieser gelbe Kleinwagen. Damit sich auch noch andere Autos vielleicht nicht zu Postautos, aber zu Trolleybusen der VBSG weiterentwickeln sind die AktivistInnen von UmverkehR, VCS und Co. auf Mitarbeit angewiesen. Meldet Euch bitte bei info@vcs-sgap.ch.

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Die Bahnstrecke Zürich - München wird ausgebaut

München rückt näher

Von Andreas Bernhardsgrütter

Die Bahnstrecke Zürich-München wird durchgehend elektrifiziert und für Neigezüge ausgebaut. Mit einer Fahrzeitverkürzung von einer Stunde soll die Bahn gegenüber dem Strassen- und Luftverkehr ihre Konkurrenzfähigkeit zurückgewinnen. In Memmingen (Bayern) hat BAV-Direktor Max Friedli im April dieses Jahres eine Vereinbarung unterzeichnet, dank der die Schweiz mit einer Vorfinanzierung die Aufnahme der Arbeiten beschleunigen kann.

Die Strecke Lindau - Geltendorf wird elektrifiziert und für Neigezüge hergerichtet. Ziel ist es, die Fahrzeit der Verbindung Zürich - München um rund eine Stunde auf 3 Stunden 15 Minuten zu senken. Von St.Gallen aus wird dann München in 2 1/4 Stunden zu erreichen sein. Geplant ist, sechs Zugpaare pro Tag im Zwei-Stunden-Takt verkehren zu lassen. Das entspricht einer Verdoppelung des derzeitigen Angebots. Der Beginn der Bauarbeiten ist für 2010 geplant, die Fertigstellung soll bis spätestens 2015 erfolgen.

Die Kosten der Ausbauten werden auf 210 Millionen Euro geschätzt. Um den Baubeginn zu beschleunigen, gewährt die Schweiz eine Vorfinanzierung von 50 Millionen Euro. Bayern schiesst 55 Millionen Euro vor. Die Schweiz gewährt ihren Beitrag als Darlehen aus den Mitteln für den Anschluss der Ost- und der Westschweiz an das europäische Eisenbahn-Hochleistungsnetz. Die Rückzahlung des Vorfinanzierungsbeitrages an die Schweiz erfolgt bis 2025.

Die Strecke Zürich-München ist ein wichtiger Bestandteil der Anbindung der Schweiz an das europäische Eisenbahn-Hochleistungsnetz. Dank kürzeren Fahrzeiten, besserem Angebot und modernem Rollmaterial wird die Konkurrenzfähigkeit der Bahn gegenüber den Kurzstreckenflügen verstärkt. Der EC Zürich-München verbessert auch die Städteverbindungen innerhalb der Regio Bodensee.

Weitere Ausbauten sind auf dem schweizerischen Netz im Rahmen der HGV-Ausbauten geplant oder wie im Galgentobel bereits im Bau.

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Ein neuer Unort

Der Neumarktplatz muss aufgewertet werden

Von Susanne Schmid

Seit einigen Wochen besteht der Vorplatz des Neumarktes an der Vadianstrasse neben dem Oertli-Brunnen aus einem unansehnlichen Flickenteppich aus Teer und Steinplatten. Es besteht dringender Bedarf für eine Neugestaltung dieses belebten Platzes.

Dem Vernehmen nach mussten Wasserschäden in der darunter liegenden Tiefgarage saniert werden. Deshalb wurden die bestehenden Pflanzenrabatten kurzerhand entfernt und damit auch die Sitzgelegenheit von Dutzenden von Menschen, die hier ihre Mittags- oder Freizeit verbringen. Auch die gegenüberliegende Einfahrt in die Tiefgarage ist alles andere als eine Zierde.

Die Vadianstrasse zwischen Kornhausstrasse und Speerstrasse ist eine wichtige und stark frequentierte Fussgängerverbindung. Der Platz vor dem Neumarkt ist über die Mittagszeit ein beliebter Treffpunkt. Die Arbeitnehmenden der umliegenden Büros nehmen bei schönem Wetter dort gerne ihr Mittagessen ein. Heute ist dieser Raum mit dem Flickenteppich ein hässlicher Fleck im Stadtbild. Die Fussgängerinnen und Fussgänger werden auf schmale Trottoirs gedrängt.

Wie beim Bleicheli?

Auch hier drängt sich eine Platzgestaltung auf: Mit einer Begegnungszone Vadianstrasse könnten die engen Verhältnisse für die FussgängerInnen verbessert werden und der attraktive Teil der Vadianstrasse im Bereich Bleicheli könnte fortgesetzt werden. Der Vorplatz des Neumarktes sowie die Einfahrt zur Parkgarage müssen in die Gestaltung mit einbezogen werden. – Ein neuer attraktiver und urbaner Begegnungsraum könnte entstehen.

„Der Neumarkt ist der ideale Treffpunkt, um Freunde oder Freundinnen zu treffen, zu flanieren und zu schlendern oder einfach das St.Galler Stadtleben zu geniessen“, so wirbt das Einkaufszentrum Neumarkt für seinen Standort. Wir erwarten von der Stadt und von den Besitzern des Neumarktes, dass sie auch Verantwortung für die Gestaltung des Umfeldes ihrer Bauten übernehmen und diesen hässlichen Schandfleck möglichst bald verschwinden lassen.

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Vermischte Nachrichten

Und jetzt noch dies...

Am 27. Juni 2009 wird Andreas Bernhardsgrütter mit Andrea Hugelshofer den Bund fürs Leben schliessen. Wir gratulieren ganz herzlich. Ihm und seiner künftigen Ehepartnerin wünschen wir eine gute gemeinsame Zeit mit erlebnisreichen Velotouren durch blühende Landschaften und anregenden Städtereisen...

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8. slowUp Bodensee Schweiz

Sonntag, 30. August 2009

Bereits zum 8. Mal findet am Bodensee der slowUp statt. Auf rund 40 Kilometer für den motorisierten Verkehr gesperrten Strassen kann die motorlose Fortbewegung genossen werden. Der Rundkurs führt auf weitgehend ebenem Gelände von Arbon, Romanshorn, Amriswil, Roggwil, via Tübach und Horn zurück nach Arbon. Es ist immer wieder erstaunlich, wie still es plötzlich ist, wenn nur das Surren der Speichen und das Rollen der Skates auf dem Asphalt zu hören ist und kein Motorengedröhn. Zahlreiche Festwirtschaften und weitere Attraktionen sorgen für gute Unterhaltung an diesem Fest der sanften Mobilität. Weitere Infos zu diesem und weiteren SlowUp‘s unter www.slowup.ch

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