Inhalt, VCS Lokal, März 09 / Nr. 85:

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VCS-Lokal

Das VCS-Lokal erreicht mit einer Auflage von rund 2'200 Exemplaren im Gebiet zwischen Rorschach und Gossau ein interessiertes ökologisch aufgeschlossenes Publikum.

Das VCS Lokal erscheint vier mal jährlich.

weitere Informationen und die Inserat-Tarife erfahren Sie von unserem Sekretariat.

Mail: info@vcs-sgap.ch

Editorial:
Stadtpolizei auf Fussgängerjagd


Neugestaltung des Marktplatzes ohne neue Parkgarage
Chance Marktplatz – vielleicht doch noch eine Chance?


Der Velofrühling kommt bestimmt
Velobörsen im Raum St.Gallen


Die Südspange ist zu teuer
Südspange: Der Bundesrat fordert Alternativen


Gossau macht einen wichtigen Schritt für die Aufwertung des Zentrums
Einstimmiges JA zur Neugestaltung des Stadtkerns


Podium zum Thema VBSG-Privatisierung:
VBSG unser städtisches Flagschiff


Agglomerationsprogramm St.Gallen / Arbon- Rorschach
Der Bund hilft mit, St.Gallens Verkehrsprobleme zu lösen


Kantonale Volksinitiative des VCS Zürich:
Schienen für Zürich: Rahmenkredit für den Ausbau der Linie Zürich - Winterthur


Einjährige Verspätung bei Inbetriebnahme der Billettautomaten in den Regiobussen
Endlich spuken die Automaten Billette aus


urbanität

Anerkennung im Rahmen des Fussverkehrspreises „Flaneur d‘Or“
Neue Urbanität an der Lämmlisbrunnenstrasse


Das Sozial- und Umweltforum Ostschweiz SUFO
Ein verkehrspolitischer Stadtspaziergang


Editorial

Stadtpolizei auf Fussgängerjagd

Von Andreas Bernhardsgrütter

Die Stadtpolizei St.Gallen macht Jagd auf renitente Fussgängerinnen und Fussgänger. So berichtete das Tagblatt am 13. Februar 2009, dass in einem generalstabsmässigen Einsatz am Fussgängerstreifen beim Neumarkt 59 Passanten gebüsst wurden, die bei Rot den Übergang passieren. Sieben (!) Beamte seien im Einsatz gewesen. Ein Mann in Zivil habe die Vergehen beobachtet und per Funk seine sechs versteckten Kollegen informiert, welche so aus dem Hinterhalt 20-Franken-Bussen verteilten.

Eines ist klar, auch Fussgängerinnen und Fussgänger müssen sich an die Verkehrsregeln halten. Und doch stellen sich Fragen zur Verhältnismässigkeit. Solche Aktionen sind nicht zufällig nur aus St.Gallen bekannt. Nun möchte man also den städtischen Fussverkehr wieder disziplinieren. Der Mensch hat sich gefälligst den Zwängen des motorisierten Verkehrs unterzuordnen. Dies hat nicht nur in St.Gallen System - aber hier ganz besonders: Auch im Jahr 2009 müssen wir an St.Gallens Hauptstrassen unten durch - etwa beim Brühltor, bei der Post Langgasse, beim Neudorf oder beim Grossacker. Auch hier wird diese unhaltbare Situation von vielen Fussgängern missachtet, die sich nicht unter die Strasse drücken lassen wollen. Konsequenterweise müsste also die Polizei noch viele weiteren Kommandotruppen auf die Strassen schicken, um die Rechtsordnung durchzusetzen. Geschickter wäre es aber, die Verhältnisse auf den Strassen so zu verändern, dass man sich als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmende bewegen kann. Während man in Gossau ein solches Modell umsetzen will, wird mit der Parkgarage am Marktplatz und ihrer Einfahrt am Schibenertor der Fussverkehr weiter an den Rand gedrückt und damit die wichtige Verbindung vom Bahnhof zur Altstadt eingeschränkt. Wir hoffen, dass in St.Gallen mal Zeiten anbrechen, in denen die Schilder und die Haltung „Fussgänger drücken“ beseitigt werden.

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Neugestaltung des Marktplatzes ohne neue Parkgarage

Chance Marktplatz – vielleicht doch noch eine Chance?

Von Susanne Schmied

St. Gallen möchte sich einen autofreien Marktplatz schenken. Das freut die Bürgerinnen und Bürger und auch der VCS begrüsst dies, geht damit doch eine langjährige Forderung in Erfüllung. Offenbar hat die Stadt St. Gallen endlich eingesehen hat, dass autofreie Innenstädte eine hohe Qualität haben, ein ideales Einkaufsumfeld darstellen und so ein Plus gegenüber den Einkaufsstandorten an der Peripherie aufweisen. Die vielgepriesene gute Erreichbarkeit ist beim Marktplatz/Bohl mit seiner zentralen Busstation sicher gegeben.

Das Siegerprojekt

Der Wettbewerb hat gezeigt, wie attraktiv ein Raum Marktplatz/Bohl werden kann, wenn dort der unnötige Verkehr verschwindet und dem urbanen Leben Platz macht. Das Siegerprojekt zeigt gute Ansätze. Besonders hervorzuheben sind die neue Gestaltung des Taubenlochs und das Zusammenfassen von Warteraum und Marktgebäude. Dass die Marktstände im Sommer von aussen und im Winter von innen her betrieben werden können, erachten wir ebenfalls als Pluspunkt. Die in den Medien diskutierte Frage, dass nur noch ca. neun Marktstände im Gebäude angesiedelt werden können, ist für uns zweitrangig. Soll es denn Aufgabe der Stadt sein, zusätzliche Marktstände zu subventionierten Bedingung zur Verfügung zu stellen, wo doch in unmittelbarer Nähe in verschiedenen Geschäften frisches Gemüse und Obst angeboten werden? Es ist sicher vernünftig, dass die Stadt darauf schaut, dass ein vielfälltiger Angebotsmix entsteht, wie es übrigens jedes Einkaufszentrum selbstverständlich auch macht. Und am Mittwoch, Freitag und Samstag ist sowieso Wochenmarkt; dieser bleibt so bestehen, wie wir ihn heute kennen und schätzen.

Verbesserungen für den Fuss- und Radverkehr

Aus Sicht des VCS ist es für die Attraktivität dieses zentralen Stadtraumes zwingend, dass die Situation für FussgängerInnen, Velofahrende und öV-BenutzerInnen verbessert wird. Insbesondere braucht es in beide Fahrtrichtungen grosszügig dimensionierte, attraktive und witterungsgeschützte Warteräume. Auch sorgen genügend Bänke und Bäume für einen angenehmen Aufenthalt und sind zu begrüssen. Das Element Wasser sollte ebenfalls noch in die Gestaltung miteinbezogen werden. Die Ost-West-Verbindung für den Veloverkehr ist zu verbessern und die heutige Verflechtung zwischen Velo und öV im Bereich der Haltestellen zu korrigieren.

Eine letzte Chance für das Schibenertor

Keine überzeugenden Ansätze liegen hingegen für die Ein- und Ausfahrt des vorgesehenen Parkhauses vor. Statt den bereits heute stark verkehrsbelasteten Raum Schibenertor mitsamt dem dortigen Baumbestand gänzlich abzuschreiben, sollte die nähere Umgebung so beliebter Terrassencafés wie Seeger, Süd etc. dringend aufgewertet werden. Voraussetzung dafür ist allerdings die Bereitschaft, vorurteilsfrei über den Sinn eines zusätzlichen Garagenprojektes nachzudenken. Tatsächlich sind die rund 30 Parkplätze auf dem Marktplatz bereits mehrfach kompensiert in den umliegenden Parkgaragen Unterer Brühl und Webersbleiche. Und demnächst kommen zudem hunderte von neuen Parkplätzen in den Garagen Einsteinkongress und Fachhochschule dazu. Eine städtebauliche Fehlentwicklung lässt sich vermeiden, indem von der an dieser Stelle unnötigen Parking-Idee Abstand genommen wird. Wir brauchen im Herzen der Stadt keine zusätzlichen Parkplätze, denn die Zufahrtstrassen sind bereits heute voll ausgelastet.

Keine Quersubventionierung privater Parkplätze

Gemäss Vorlage des Stadtrates vom Dezember 2007 möchte der Stadtrat und das Parlament den Bau der Parkgarage mit 6,5 Millionen Franken unterstützen und gleichzeitig auf den üblichen Baurechtszins verzichten. Der VCS setzt sich auch dagegen zur Wehr, dass Steuergelder eingesetzt werden, um eine private Parkgarage zu subventionieren. (vgl. VCS-lokal 81).


Welche Anordnung der Haltestellen?

Gemäss Meldung im St.Galler Tagblatt soll künftig die öV-Haltestelle in beiden Fahrrichtungen auf Höhe der neuen Markthalle, respektive des Schwarzen Adlers angeordnet werden. Eine zentrierte Anordnung der Haltestellen ist gegenüber der ursprünglich von der Stadt wie auch des Wettbewerbsgewinners geplanten, versetzten Anordnung vorzuziehen. Dies erleichtert das Umsteigen zwischen den öV-Linien.

Voraussetzung für den VCS ist aber, dass auch mit dieser Lösung auf beiden Seiten ein genügend grosses Vordach und gedeckte Sitzgelegenheiten bestehen.

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Der Velofrühling kommt bestimmt

Velobörsen im Raum St.Gallen

Von Andreas Bernhardsgrütter

Die Velobörsen gehören zum Frühling, wie das Zwitschern der Vögel am frühen Morgen oder das Erwachen der Lebenssäfte mit dem Bedürfnis, die Stadt und ihre Umgebung mit dem Rad zu erkunden. Der 28. Veloflohmarkt St.Gallen findet am 18. April im Waaghaus statt. Auf der linken Seite sind die Angaben dazu aufgeführt. Hier noch Hinweise zu folgenden Neuerungen, die sich bereits im letzten Jahr bewährt haben:

Es besteht die Möglichkeit, das Velo bereits am Freitag Abend zwischen 16.30 Uhr und 18.30 Uhr für den Verkauf an das Waaghaus zu bringen.

VCS Mitglieder profitieren neben einem Gratis-Abholservice auch von einem früheren Einlass beim Verkauf. Wer davon profitieren möchte, nimmt die Rückseite dieses Heftes mit dem „Early-Bike“ Gutschein mit.

Wie auch immer, eines bleibt gleich: Spätestens um 12:30 Uhr ist wieder Schluss.

...und in der Umgebung

Nicht nur im Waaghaus finden Velobörsen statt, sondern auch in der Region. Hier eine Zusammenstellung aller Velobörsen in unserem Verbreitungsgebiet:

Samstag, 28. März

St.Gallen-Winkeln Entsorgungspark
Annahme / Verkauf 8 - 12 Uhr
Veranstalter: Männerriege Winkeln

Samstag, 18 . April

Gossau, Markthalle
Annahme: Fr: 17 - 20, Sa: 9 - 10 Uhr, Verkauf: Sa. 09 - 12 Uhr
Veranstalterin: Pro Velo Gossau

St. Gallen, Waaghaus
Annahme: Fr. 16:30 – 18:30, Sa: ab 8 Uhr, Verkauf: Sa: 9 – 12.30 Uhr
Veranstalterin: VCS OG St.Gallen

Samstag, 26. April:

Flawil, Schulanlage Grund
Annahme: 9 - 11 Uhr
Verkauf: 10 - 11.30 Uhr
Veranstalterin: Cécile Sutter

Weitere Velobörsen in der Ostschweiz auf der Homepage www.vcs-sgap.ch

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Die Südspange ist zu teuer

Südspange: Der Bundesrat fordert Alternativen

Von Andreas Bernhardsgrütter

Die von bürgerlicher Seite geforderte „Südspange“ soll dereinst die Kreuzbleiche mit St.Fiden verbinden. Finanzieren soll dieses 1,55 Milliarden Franken teure Vorhaben der Bund. Allerdings fehlt dazu schlicht das Geld. Zudem sieht der Bund für die Realisierung auch keine Dringlichkeit. Deshalb dürfte dieses Strassenprojekt noch für längere Zeit in den Schubladen bleiben. Wer innert nützlicher Frist eine Lösung der Verkehrsprobleme der Stadt St.Gallen will, muss andere Möglichkeiten suchen.

Von bürgerlicher Seite und dem TCS wird eine rasche Realisierung der Südspange gefordert. Das kantonale Tiefbauamt hat dazu Studien erarbeitet und diese dann nach Bern geschickt, in der Hoffnung, dass der Bund das Vorhaben finanziert. Im Rahmen des Bundesprogrammes für die Beseitigung der Engpässe auf dem schweizerischen Nationalstrassennetz hat der Bundesrat eine Botschaft in die Vernehmlassung geschickt. Darin werden vier Projekte einer ersten Priorität (Modul 1) zugeteilt und 1,6 Milliarden der insgesamt zur Verfügung stehenden 5,5 Milliarden bereits verteilt. Die Südspange St.Gallen ist dem „Modul 3“ zugeteilt. Die Module 2 und 3 umfassen Projekte, die in den kommenden Jahren vertieft untersucht werden sollen. Die Priorität der Projekte im Modul 2 stuft der Bundesrat etwas höher ein als jene im Modul 3. Es sind jene Projekte, die
zusammen mit den Projekten im Modul 1 aus heutiger Sicht mit den verfügbaren 5,5 Milliarden Franken zur Realisierung kommen sollen. Die Projekte der Module 2 und 3 werden bis zur nächsten Programmbotschaft in vier Jahren konkretisiert und einer erneuten Überprüfung unterzogen.

In der Vernehmlassungsbotschaft anerkennt der Bundesrat in St.Gallen zwar grundsätzlich Handlungsbedarf, allerdings vermögen die bisher vorgestellten Projekte den Bundesrat nicht zu überzeugen. Die Investitionen von 1,5 Milliarden sind zu hoch und der Problemdruck im schweizweiten Vergleich zu tief. Zudem sieht der Bundesrat ein erhebliches Entlastungspotential durch die Einführung des Viertelstundentaktes der St.Galler S-Bahn. Er fordert daher Alternativen. Folgende Textpassagen zu den St.Galler Projekten sind aus dem Vernehmlassungsbericht zitiert:

Problemdruck vorhanden

Auf dem Abschnitt Kreuzbleiche - Neudorf ist der Problemdruck sehr hoch (Problemstufe III). Während der Verkehrsspitzen ist der Abschnitt bereits heute überlastet. Besonders problematisch sind die dicht aufeinander folgenden Anschlüsse mit den zahlreichen Verflechtungsspuren. Die prognostizierte Verkehrsbelastung wird auf diesem Abschnitt 75‘000 bis 80‘000 Fahrzeuge pro Tag betragen. Für die Durchführung grösserer Erhaltungsmassnahmen fehlen die nötigen Kapazitäten auf dem untergeordneten Netz zur Übernahme des hohen Verkehrsaufkommens während der Bauphasen.

Südspange kostet 1,55 Milliarden

Der Kanton St. Gallen schlägt zur Entlastung eine neue, unterirdische Verbindung mit zusätzlichen Anschlüssen im innerstädtischen Bereich vor („Spange St. Gallen“). Diese Lösung bedingt eine Anpassung des Netzbeschlusses und die Regelung der Finanzierung im Umfang von 1‘550 Millionen ausserhalb des Infrastrukturfonds.

Dritte Röhre am Rosenberg

Als mögliche Alternative hat der Bund einen Bypass mit zwei Zweispurtunnels parallel zur bestehenden Nationalstrasse geprüft. Diese Lösung kostet gemäss vorliegenden Kostenschätzungen ebenfalls rund 1‘300 Millionen. Wegen der fehlenden, zusätzlichen Anschlüsse könnte die Stadt von einer solchen Lösung wesentlich weniger stark profitieren als von der Spange St. Gallen. Entsprechend besser schneidet die Kantons-Variante bei der Bewertung des Bundesamtes für Strassen ab.

Keine Variante überzeugt

Beim derzeitigen Kenntnisstand vermögen beide derzeit diskutierten Varianten nicht zu überzeugen. Die Investitionskosten von rund 1‘500 Millionen sind in Anbetracht des gesamtschweizerischen Handlungsbedarfs und der knappen, verfügbaren finanziellen Mittel zu hoch. Zudem besteht im Raum St. Gallen ein erhebliches Potenzial im öffentlichen Ve kehr. Dieses Potenzial soll durch die vorgesehene Einführung eines Viertelstundentaktes im S-Bahnsystem erschlossen werden.

Ausbau S-Bahn als Alternative zur Südspange

Im Rahmen weiterer Planung ist zu prüfen, ob die Angebotsverbesserungen im öffentlichen Verkehr die Nationalstrassen ausreichend zu entlasten vermögen. Ebenfalls vertieft zu untersuchen sind alternative Ansätze wie der Ausbau der bestehenden Nationalstrasse mit einem dritten Tunnel beim Rosenbergtunnel verbunden mit der Verbesserung der Anschlüsse und Anpassungen im Abschnitt St.Gallen Winkeln – Kreuzbleiche. Aus diesen Überlegungen wird der Ausbau der Nationalstrasse im Raum St. Gallen dem Modul 3 geordnet.

Meggenhus zurückgestellt

Zurückgestellt wird der Ausbau des Abschnitts St. Gallen Neudorf - Verzweigung Meggenhus (Modul 4). Auf diesem Abschnitt ist der Problemdruck geringer und der Ausbau schneidet in der Bewertung im gesamtschweizerischen Vergleich schlecht ab.

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Gossau macht einen wichtigen Schritt für die Aufwertung des Zentrums

Einstimmiges JA zur Neugestaltung des Stadtkerns

Von Ruedi Blumer

„Ich stelle Einstimmigkeit fest“, verkündete Parlamentspräsident Bruno Damann am 3. Februar im Fürstenlandsaal. Überrascht, erstaunt und erfreut nahmen die Politikerinnen und die vielen Zuschauer das Ergebnis zur Kenntnis. Einfach alle von rechts über Mitte bis links haben dem Konzept für die Neugestaltung des Gossauer Stadtkerns zugestimmt. Und das, obschon im Vorfeld in der Bevölkerung auch zu diesem Vorschlag wieder verbreitet kritische Stimmen zu hören waren. Die knapp 3 Millionen Franken, die Gossau an die Umgestaltung des Zentrums bezahlen muss, unterstehen dem fakultativen Referendum. Wenn aber alle Parteien zustimmen, findet sich keine Organisation, die in der Lage ist, innert 30 Tagen 1‘000 Unterschriften zu sammeln.

Nun bekommt die St.Gallerstrasse zwischen Gröblikreisel und Säntisstrasse definitiv nicht einfach einen neuen Belag, sondern wird in Zusammenarbeit mit dem Kanton gemäss Koexistenzmodell zum Begegnungsraum umgestaltet. Farben spielen eine wichtige Rolle. So wird der zwei Meter breite Mittelstreifen sowie der Ochsenkreisel mit farbigen Punkten in verschiedenen Pastellfarben übersät. Die Fahrspuren werden schmaler, die Trottoirs breiter und einige Parkplätze verschwinden. Der Bus hält künftig direkt auf der Fahrbahn statt in der Busbucht und steht somit viel weniger im Stau. Auf die Trottoirs werden Pollerpaare mit einem Längsschlitz gesetzt. Diese dienen sowohl als Sitzgelegenheit wie auch als Veloständer. Futuristisch soll das Beleuchtungskonzept werden. Am Ochsenkreisel sind „Beleuchtungswolken“ geplant. Die Beleuchtung im Stadtkern soll sich nicht auf die verkehrstechnische Ausleuchtung der Strassen beschränken. Vielmehr wird die Qualität des Stadtkerns auch bei Dunkelheit gezielt ins richtige Licht gerückt werden.
Das Gossauer Zentrum wird also voraussichtlich im nächsten Jahr ein neues Gesicht bekommen. Das bedeutet mehr Aufenthaltsqualität und Koexistenz für alle Verkehrsteilnehmenden. Ich freue mich für Gossau und seine Bevölkerung darauf. Was lange währt, wird endlich gut.

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Podium zum Thema VBSG-Privatisierung:

VBSG unser städtisches Flagschiff

Am 4. März fand im Waaghaus ein Podium zum Thema VBSG-Ausgliederung statt.

Stadtrat Fredy Brunner wiederholte immer wieder die Aussage, dass eine konfliktfreie Zusammenarbeit mit den anderen Transportunternehmungen der Region nur als AG möglich wäre. Andere Szenarien kommen für ihn gar nicht in Frage: Entweder Beibehaltung der heutigen Rechtsform oder Umwandlung in eine AG. Die Vertreterin der SP, Bettina Surber, sowie der Vertreter des VPOD, Thomas Greusing, versuchten, die Problematik der Ausgliederung darzulegen. Es geht hauptsächlich um die Arbeitsbedingungen der Angestellten der VBSG, deren Ängste und Verunsicherung sowie den Verlust der Mitsprachemöglichkeit durch Stadtparlament und Stimmbürgerinnen und Stimmbürger.

Die Fragen aus dem Publikum zeigten, dass die meisten sehr zufrieden sind mit dem neuen Wind, welcher bei der VBSG weht. Gleichzeitig besteht aber die Meinung, dass die letzten beiden Jahre gezeigt haben, dass Innovatives auch innerhalb der alten Strukturen möglich ist.

Der Stadtrat hat die Aufgabe, verschiedene Unternehmensstrukturen zu prüfen und dem Parlament vorzulegen. Eine einseitige Entscheid-Vorwegnahme einer Umwandlung in eine AG ist zu diesem Zeitpunkt nicht angebracht.


VBSG mit Regiobus fusionieren?

red/ Die von Stadtrat Brunner gewünschte „konfliktfreie Zusammenarbeit“ zielt wohl auf eine Fusion der VBSG mit Regiobus. Regiobus ist eine Aktiengesellschaft und gehört der Stadt Gossau, der Gemeinde Herisau und den Appenzeller Bahnen. Die Umformung der VBSG in eine AG erleichtert eine mögliche Fusion in Form eines Aktientausches. Offenbar möchte Brunner die Sache nicht beim Namen nennen, um den potentiellen Übernahmekandidaten nicht vor den Kopf zu stossen.

Eine Fusion dieser beiden Unternehmen ist aus betrieblichen Gründen sinnvoll. Das Liniennetz überschneidet sich, Synergien in Betrieb, Wartung, Marketing und Führung sind zu nutzen. Ein starkes professionell geführtes Busunternehmen für die Agglomeration St.Gallen bringt aus Sicht öV durchaus Vorteile.

Um diesen Schritt machen zu können, muss die Strategie der VBSG klar sein: Sieht sich die VBSG als städtischer Betrieb für die Versorgung der St.Galler Bevölkerung oder soll sich das Unternehmen als Dienstleister für die Region positionieren? Der Verkehr macht nicht an den Stadtgrenzen Halt. Dies spricht dafür, dass sich die VBSG im Verbund mit Regiobus als Unternehmen für die gesamte Agglomeration aufstellt.

Gegenüber der Regiobus sollte mit offenen Karten gespielt und das Gespräch gesucht werden. Damit können allfällige Abwehrreflexe abgebaut werden. Es hilft nichts, um den heissen Brei herum zu reden.

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Agglomerationsprogramm St.Gallen / Arbon- Rorschach

Der Bund hilft mit, St.Gallens Verkehrsprobleme zu lösen

Die Agglomeration St.Gallen / Arbon- Rorschach kann zur Reduktion ihrer Verkehrsprobleme mit Bundeshilfe rechen. Von Bundesbeiträgen im Umfang von 40 Prozent profitiert etwa die Realisierung der S-Bahn St.Gallen, die Durchmesserlinie der Appenzeller Bahnen oder der Umbau des Bahnhofplatzes St.Gallen.

Bei der Behandlung der Avanti-Initiative des TCS wurde allgemein anerkannt, dass die Verkehrsprobleme der Schweiz nicht mit einem zweiten Strassentunnel am Gotthart gelöst werden können. Handlungsbedarf besteht vielmehr in den Agglomerationen. Der Bund hat dazu die Agglomerationspolitik entdeckt, für die er ebenfalls tätig werden kann. Zentrales Steuerungsinstrument ist der Infrastrukturfonds, welcher mit insgesamt sechs Milliarden Franken dotiert ist. Während bei der ersten Tranche mit dringlichen Projekten die Ostschweiz mangels geeigneter Projekte leer ausging, kann die Agglomeration St.Gallen nun in der zweiten Tranche von 2010 bis 2014 für Projekte der Priorität A voraussichtlich von Beiträgen in der Höhe von 72 Millionen Franken profitieren.

Im Unterschied zu den Bundesbeiträgen etwa zum Nationalstrassennetz, der Bahn 2000 oder der NEAT, wurden vom Bund raumplanerisch abgestimmte Massnahmen verlangt. Die Mittel für den Ausbau der Infrastrukturen sollen dort eingesetzt werden, wo sie mit der erwünschten Siedlungsentwicklung koordiniert sind und den grössten Nutzen erbringen. Die verschiedenen Regionen mussten mittels einem Programm aufzeigen, welche Probleme auf ihren Gebieten bestehen und welche Massnahmen dazu ergriffen werden sollen. Auf Grund der vom Bund vorgegebenen Wirksamkeitskriterien war klar, dass Massnahmen im Bereich Siedlung, Fuss- und Radverkehr oder öffentlicher Verkehr grundsätzlich bessere Aussicht auf Unterstützung finden, als teure neue Strassenbauten. Dabei hat der Bund aber nicht die einzelnen Massnahmen beurteilt, sondern das Gesamtprogramm einer Region. Die Höhe der Beiträge an einzelne Massnahmen richtet sich nach der Gesamtbeurteilung und kann maximal 50 Prozent betragen.

Gemeinsame Eingabe der Agglomerationen St.Gallen und Rorschach/Arbon
Die Agglomerationen St.Gallen-Gossau und Rorschach-Arbon haben sich bei der Erarbeitung ihres Programms zusammen gefunden und Ende 2007 ein gemeinsames Programm eingereicht. Dieses wurde in der Zwischenzeit mit den zahlreichen weiteren Eingaben aus anderen Regionen vom Bund geprüft. In einer Gesamtbeurteilung wurde das Programm der Agglomeration St.Gallen/Rorschach-Arbon vergleichsweise gut bewertet und einen Beitragssatz von 40 Prozent festgelegt.

Gesamtwirkung

Das Agglomerationsprogramm St.Gallen/ Rorschach-Arbon zeigt gemäss Prüfungsbericht des Bundes auf, wie für das Agglomerationsgebiet über alle drei Kantone eine Siedlungsentwicklung nach innen umgesetzt werden soll. Eine Stärke des Programms ist die konsequente und gezielte Weiterführung des Ausbaus des S-Bahn-Systems (inkl. Stadtbahn Süd). Die Instrumente zur kantonsübergreifenden Steuerung der Siedlungsentwicklung, namentlich die Vorgaben zur Abstimmung der Neueinzonungen auf die öV-Erschliessung, zur Siedlungsverdichtung und zur Koordination der verkehrsintensiven Einrichtungen (VE) werden positiv gewertet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich der Aufwertung der vier Nebenzentren Arbon, Rorschach, Herisau und Gossau. Aufgrund der Qualitätsverbesserung im öV werden Umsteigeeffekte erwartet, die für die Luftschadstoff- und Lärmbelastungen langfristig deutliche Verringerungen bringen.

Schwächen des Programmes

Die Schwächen des Agglomerationsprogramms liegen gemäss dem Prüfungsbericht in der ungenügenden bzw. erst in Aussicht gestellten Weiterentwicklung des agglomerationsweiten öV-Feinverteilersystems. Die vorgeschlagenen Massnahmen zur Priorisierung/Eigentrassierung des strassengebundenen öV sind nur wenig ausgereift. Die teilweise fehlende oder mangelhafte öV-Erschliessung von Entwicklungsschwerpunkten und verkehrsintensiven Einrichtungen wird nicht konsequent angegangen. Ungenügend waren auch die Vorarbeiten im Fuss- und Radverkehr. Die Region hat eine bessere Einstufung und damit einen höheren Beitragssatz verpasst, weil schlicht eine übergreifende Fuss- und Radverkehrsplanung fehlte

Bescheidene Forderungen

Nach Überprüfung der Priorisierung der Massnahmen belaufen sich die Investitionskosten des Agglomerationsprogramms der Agglomeration St. Gallen / Arbon-Rorschach auf Fr. 202.8 Mio. Dieser Investitionskostenbetrag der Prioritäten A und B wird vom Bund für eine mittlere Agglomeration als tief eingestuft. Aufgrund der Programmwirkung (Kosten/Nutzen) wird dem eidgenössischen Parlament beantragt, einen Beitragssatz des Bundes an die mitfinanzierten Massnahmen(pakete) von 40% festzulegen.

Bundesmittel für den öffentlichen Regionalverkehr

Von den in Aussicht gestellten Bundesbeiträgen profitiert die S-Bahn St.Gallen, die mit insgesamt 15,2 Millionen Franken aus dem Infrastrukturfonds mitfinanziert wird. Dabei liegen abgesehen von einem neuen Perron am Bahnhof St.Gallen die meisten Investitionen zur Umsetzung der S-Bahn ausserhalb der Agglomeration St.Gallen / Arbon-Rorschach. Die S-Bahn wurde aber als Gesamtsystem von St.Gallen bis Sargans und Uznach betrachtet und kann ihre Wirkung erst entfalten, wenn nicht nur die engere Region einbezogen wird.

Mit rund 21 Millionen Franken wird der Bau der Durchmesserlinie Teufen-St.Gallen-Speicher der Appenzeller Bahnen unterstützt. Der Umbau des Bahnhofplatzes St.Gallen mit einem besseren Zugang zur Fachhochschule und dem Bahnhofplatz Nord ist mit 8,4 Millionen in den Büchern notiert.

Eigentrassierung öV auf Hauptstrassen noch unklar

Im Agglomerationsprogramm wurde die Eigentrassierung des Busses auf dem städtischen Hauptstrassennetz mit einem Betrag von 150 Millionen eingegeben. Wegen ungenügendem Kosten-Nutzen-Verhältnis und fehlender Konkretisierung wurden erst 28,5 Millionen angerechnet, wovon der Bund 11,4 Millionen mitträgt. Hier muss das städtische Tiefbauamt noch ihre Hausaufgaben leisten.

Auch Gossau und Arbon profitieren

In Gossau wird die Aufwertung des Zentrums mit zwei Millionen unterstützt und Arbon soll 14,4 Millionen Franken erhalten für die Realisierung einer Entlastung der Altstadt und gleichzeitiger Erschliessung des Entwicklungsgebietes im ehemaligen Industrieareal Saurer-Werk II.

Fazit

Die vom Bund in Aussicht gestellten Mittel helfen, einige wichtige Projekte inbesondere im öffentlichen Verkehr zu verwirklichen. Der Prüfungsbericht zeigt aber auch den Handlungsbedarf auf: So dürfte es schwer sein, die siedlungsplanerischen Leitvorstellungen mit einer Stärkung der Zentren und einem gebremsten Wachstum an der Peripherie wirklich durchzusetzen. Der Trend geht in die entgegengesetzte Richtung. Zudem ist der Bereich Fuss- und Radverkehr mit einem übergeordneten Verkehrskonzept seine berechtigte Stellung beizumessen. Für die Feinverteilung des öffentlichen Verkehr sind innert nützlicher Frist konkrete Konzepte vorzulegen, so etwa für die Eigentrassierung.


Kein Geld für A1-Zubringer Herisau und Umfahrung Rorschach

Die grossen Strassenbauvorhaben im Agglomerationsprogramm, die Umfahrung Rorschach und der A1-Zubringer Herisau, wurden vom Bund in die Massnahmenliste C eingereiht. Dies bedeutet, dass dafür zumindest vorläufig keine Mittel eingesetzt werden. Beide Projekte weisen auf Grund der Beurteilung durch den Bund ein ungenügendes Kosten-Nutzen-Verhältnis auf.

Der Zubringer Herisau hat gemäss Bund nachteilige Auswirkungen auf die Stadtautobahn St.Gallen. Zudem seien die zu entlastenden Ortsteile an der St.Galler- und Industriestrasse wenig sensibel, da vor allem Arbeitsplatzgebiete betroffen sind. Die erwarteten Verkehrsreduktionen sind auf Grund des hohen Anteils von Ziel- und Quellverkehr nicht gross.

Weniger vernichtend sieht die Beurteilung für die Umfahrung Rorschach aus. Hier wird der Handlungsbedarf grundsätzlich anerkannt. Allerdings sind gemäss Einschätzung des Bundes deutlich günstigere Lösungen mit einem besseren Kosten/Nutzenverhältnis zu erarbeiten. Dazu ist gemäss ASTRA ein neuer Autobahnanschluss im Raum Goldach/Rorschacherberg denkbar.

Die Südspange St.Gallen ist nicht Teil des Agglomerationsprogrammes, sondern wurde im Rahmen der Kapazitätsengpassplanung beim Bund eingegeben.

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Kantonale Volksinitiative des VCS Zürich

Schienen für Zürich: Rahmenkredit für den Ausbau der Linie Zürich - Winterthur

Von Doris Königer

Die VCS Sektion Zürich lanciert eine Volksinitiative für den beschleunigten Ausbau der Bahnstrecke Effretikon - Zürich. Davon betroffen ist auch die Ostschweiz. Die bestehenden Kapazitätsengpässe auf der Strecke zwischen Winterthur und Zürich behindern die vom National- und Ständerat beschlossene Einführung von zwei schnellen stündlichen Verbindungen zwischen Zürich und St.Gallen.

Zwischen Effretikon und Winterthur zwängt sich der gesamte Ost-West- Schienenverkehr ebenso wie die fahrgaststärkste S-Bahn des Kantons Zürich auf einer einzigen Doppelspur. Die bisher geplanten, punktuellen Massnahmen genügen nicht, um diesen Engpass zu beseitigen und kommen auch zu spät. Der VCS Zürich hat deshalb eine neue Volksinitiative lanciert, die einerseits eine Vorfinanzierung der dringend nötigen Beschleunigungsmassnahmen vorsieht, andererseits aber auch eine zweite Doppelspur zwischen Effretikon und Winterthur / Tössmühle bringt. Der geforderte Rahmenkredit umfasst 520 Mio Franken, die teilweise durch Beiträge des Bundes wieder rückvergütet werden.

Volksinitiative zur Bearbeitung beim Regierungsrat

Die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich hat in den letzten Monaten die Unterschriften der kantonalen Volksinitiative geprüft. Die Volksinitiative ist nun definitiv zustande gekommen. Der VCS Zürich sorgt dafür, dass ein drängendes Problem im Bahnverkehr in absehbarer Zeit behoben werden kann. Denn schon heute sind die Züge zwischen Zürich und Winterthur, vor allem in den Pendlerzeiten, chronisch überlastet.

Die Volksinitiative des VCS Zürich nimmt den Kanton Zürich in die Pflicht. Der Regierungsrat stellt nun dem Kantonsrat Antrag, wie es mit der Initiative weiter gehen soll. Zu hoffen ist, dass der Kanton Zürich die Anregung des VCS, ähnlich wie beim unterirdischen Durchgangsbahnhof Löwenstrasse, aufnimmt und das Problem einer schnellen Lösung zuführt.

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Einjährige Verspätung bei Inbetriebnahme der Billettautomaten in den Regiobussen

Endlich spuken die Automaten Billette aus

Von Ruedi Blumer

Mit einjähriger Verspätung sind die Billettautomaten der Regiobus AG nun endlich funktionstüchtig. Ein Grund für die lästige Verzögerung ist die Automaten-Pannenserie bei den VBSG.

Vor einem Jahr im März 2008 wurde die Shopping-Arena eröffnet. Dank dem VCS ist die Arena mit den öffentlichen Verkehr sehr gut erschlossen. Seit letztem Frühjahr bestehen direkte Busverbindungen von Gossau nach Abtwil-Engelburg und verkehren die Busse auf der Strecke Gossau–St.Gallen tagsüber im 10-Minuten Takt. Der Anteil der Kunden, die mit dem Bus zur Arena fahren, ist erfreulicherweise weit höher als erwartet.

Auf der Linie 151 Gossau–St.Gallen HB verkehren seit März 2008 moderne Gelenkbusse der Regiobus AG, die mit grossen Billettautomaten ausgerüstet sind. Kaum zu fassen ist, dass die Tasten dieser Automaten ein ganzes Jahr mit einer Tafel abgedeckt waren mit der Aufschrift: «Automat ausser Betrieb. Billett bitte beim Chauffeur lösen.»

Seit mehr als einem Jahr arbeitet die Herstellerfirma Atron in Bronschhofen an der Lösung der Software-Probleme. Seit Anfang März 2009 sind die grünen Automaten nun endlich funktionstüchtig. Die Fahrgäste müssen nicht mehr beim Buschauffeur anstehen. Dieser wiederum kann den Fahrplan besser einhalten. «Gemäss Vertrag hätte Atron die Automaten bereits im Januar 2008 liefern sollen», sagt Bruno Huber, Geschäftsführer der Regiobus AG. Jetzt steht Regiobus unter Zeitdruck, da nur noch wenige Monate bleiben, um das System zu testen. Bereits im Juni 2009 starten der integrale Tarifverbund und damit verbunden die Zonen-Einheitspreise für alle öffentlichen Verkehrsmittel in der Ostschweiz.

Begründet wird die monatelange Verzögerung mit der Pannenserie der VBSG mit ihren – ebenfalls von Atron produzierten – Billettautomaten. Die VBSG waren wegen des Wechsels auf die neuen Busse Ende 2008 darauf angewiesen, dass die Automaten funktionieren. Bei Regiobus konnte man auf den Verkauf durch Chauffeure zurückgreifen, weshalb die Problemlösung bei den VBSG höhere Priorität genoss. Nach behobenen Kinderkrankheiten müssten die Automaten in den Regiobussen zuverlässig sein, da es pro Bus nur einen Automaten gibt, in den VBSG-Bussen sind es jeweils zwei.
Mit Infoveranstaltungen zur Bedienung der Billettautomaten möchte Regiobus bei älteren Menschen die Bedienungsängste abbauen.

Nun bleibt zu hoffen, dass alle Chauffeure, sobald sie vom Billettstress befreit sind, am Bahnhof Gossau etwas mehr Geduld haben, um auch einen leicht verspäteten Zug noch abzuwarten und dadurch den Fahrgästen nicht mehr vor der Nase wegzufahren. Der VCS dankt im Voraus fürs fahrgastfreundliche Verhalten.

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Anerkennung im Rahmen des Fussverkehrspreises „Flaneur d‘Or“

Neue Urbanität an der Lämmlisbrunnenstrasse

Von Andreas Bernhardsgrütter

Die Umgestaltung der Lämmlisbrunnenstrasse hat im Rahmen des Fussverkehrspreises „Flaneur d‘Or“ eine Anerkennung in Form einer Erwähnung erhalten. Die Jury schreibt, dass an der Lämmlisbrunnenstrasse mit der Umgestaltung für zahlreiche AnwohnerInnen, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe, Verwaltungsangestellte und für die Kantonsschule die Lebensqualität verbessert wurde.

Die Umgestaltung der Lämmlisbrunnenstrasse geht auf die Initiative „Strasse zum Leben“ zurück, welche vom VCS mitgetragen wurde. In einem ersten Schritt sollte in Form eines „Modells“ eine Kantonsstrasse und eine Gemeindestrasse im Sinne der Koexistenz umgestaltet werden. Während die Umgestaltung der Zürcherstrasse von der Bevölkerung leider knapp abgelehnt wurde, konnte die Lämmlisbrunnenstrasse umgebaut werden.

Wenig Begeisterung

Nach der langen Umbauzeit geht schnell vergessen, wie die Strasse vor ihrem Umbau ausgesehen hat und was mit dem Umbau gewonnen wurde. Reaktionen aus der Bevölkerung zeigen, dass von manchen etwas mehr erwartet wurde. In VCS-Kreisen wurden insbesondere die zahlreichen Parkplätze kritisiert, welche das Bild der Strasse auch nach ihrem Umbau prägen. Die Kombination Radstreifen und Seitwärtsparkierung ist wegen allfälligen Konflikten bei Parkmanöver tatsächlich problematisch. Die Fahrbahn ist eigentlch immer noch (zu) breit. Zudem stehen im westlichen Teil der Strasse weiterhin zwei Parkplätze auf dem ohnehin schmalen Trottoir und lassen dem Fussverkehr wenig Platz. Das Thema „Wasser“ wurde zwar künstlerisch aufgenommen, allerdings kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Steinach in ihrem Bett unter der Strasse eingezwängt bleibt. Die Vision Steinach bleibt in ihrem Sinn eine Vision.

Deutliche Verbesserung

Bei einer nüchternen Betrachtung darf man aber ruhig feststellen, und die Anerkennung der Jury zeigt dies auch von aussen, dass mit dem Umbau die Verhältnisse tatsächlich wesentlich verbessert wurden. Das Trottoir wurde verbreitert. Der neu gewonnene Platz wird von den anliegenden Gaststätten in Beschlag genommen. Wenn die neu gepflanzten Bäume etwas gewachsen sind, wird das Bild der Strasse auch mehr vom Grün ihres Laubes geprägt und der Strassenraum beschattet. Die Parkplätze sind vom Strassenrand zurück angeordnet. Dadurch werden Konflikte beim Öffnen der Autotüren mit dem Veloverkehr vermieden.

Eine Strasse bleibt eine Strasse

Aber: Die Lämmlisbrunnenstrasse ist und bleibt eine Strasse, welche den verkehrlichen Bedürfnissen und den Anliegen des Gewerbes nach Parkplätzen gerecht werden soll. In der Detailplanung hätte man sich durchaus etwas Mut zugunsten von mehr Wohnlichkeit gewünscht, etwa bei der Strassenbreite, der Anzahl Parkplätze, der signalisierten Geschwindigkeit oder der Anordnung der Bäume, die ruhig etwas näher an den Strassenrand hätten gerückt werden können. Zudem kann der Nutzen der Radstreifen für den Veloverkehr entlang von längsparkierten Autos kontrovers zu diskutiert werden.

Es funktioniert

Bei aller Kritik zeigt die Umgestaltung aber eines: Es funktioniert. Die Angst, dass mit solchen Veränderungen der Verkehr zusammenbricht, ist unbegründet. Es bleibt zu wünschen, dass in St.Gallen noch weitere Strassenräume angegangen und damit die Aufenthaltsqualität verbessert werden kann. Wie wäre es mit der Leonhardstrasse? Die neue Führung der Busse mit der Umgestaltung des Bahnhofplatzes schafft hier grundsätzlich die Möglichkeiten, den Strassenraum neu aufzuteilen. Bei einer etwas mutigeren Lösung wird St.Gallen im nächsten Wettbewerb den Hauptpreis des „Flaneur d‘Or“ in die Ostschweiz holen!

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Das Sozial- und Umweltforum Ostschweiz SUFO

Ein verkehrspolitischer Stadtspaziergang

Von Andreas Bernhardsgrütter

Vom 15. bis 16. Mai findet in St.Gallen das 5. „SUFO“ statt. Der VCS organisiert dazu einen Stadtspaziergang an verschiedene Tatorte der St.Galler Verkehrspolitik.

Das Sozial- und Umweltforum Ostschweiz (SUFO) hat in den letzten Jahren jeweils hunderte von jungen Menschen angelockt, welche während einem Wochenende über eine andere Welt nachgedacht haben. Dies ist auch wieder dieses Jahr zu erwarten. Herzstück des SUFO‘s sind die Dutzende von Workshops zu verschiedenen Themen aus den Bereichen Soziales, Umwelt und Migration. Zudem findet eine gut besetzte Podiumsdiskussion statt. Das ganze wird eingerahmt durch Leckerbissen aus aller Welt, einem Kulturprogramm sowie einer Kundgebung unter dem Titel „Eine andere Welt ist möglich“ und mündet in einem grossen Strassenfest.

Verkehrspolitischer Stadtspaziergang

Der VCS St.Gallen ist eine von rund 70 Organisationen, welche diesen Anlass unterstützt. Zudem organisiert der VCS auch einen eigenen Workshop. In einem Rundgang durch die Innenstadt werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops an verschiedene „Tatorte“ der St.Galler Verkehrspolitik geführt. Ein Blick zurück zeigt, dass vieles was heute selbstverständlich ist, hart errungen werden musste. Was hat es etwa mit der Tempo 30 Zone an der Linsenbühlstrasse auf sich? Andere Ziele - wie etwa eine grosse Fussgängerzone in der Innenstadt - stehen auch nach Jahrzehnten noch aus. Warum sollte das Waaghaus abgebrochen werden? Warum gibts kein St.Galler Tram mehr und warum brauchen wir wieder eines? Welche Auswirkungen hatten die (Alb-) Träume zur Südumfahrung auf die heutge Stadtgestaltung und welche werden die heutigen Albträume zur Südspange haben?

Wer sich für diesen Stadtrundgang oder einen der anderen Workshops interessiert, kann sich unter der Adresse www.sufo.ch einschreiben oder entscheidet sich spontan und kommt einfach vorbei.


Das Programm SUFO

Freitag, 15. Mai, Kanti am Burggraben:

19 Uhr, Begrüssung, Last Minute Einschreiben in Workshops
20 Uhr: Podiumsdiskussion

Samstag, 16. Mai, GBS Schulhaus, Kirchgasse

9-10 Uhr: Kaffee und Gipfeli, Last Minute Einschreiben in Workshops
10-12 Uhr: Vormittag Workshops
12-13:45 Uhr: Leckerbissen aus aller Welt, Kultur am Mittag
13:45–15:45 Uhr: Nachmittag Workshops
16-17:30 Uhr: Kundgebung «Eine andere Welt ist möglich»
18:30-22 Uhr: Strassenfest

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