Inhalt, VCS Lokal, Juni 07 /Nr. 75:

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VCS-Lokal

Das VCS-Lokal erreicht mit einer Auflage von rund 2'600 Exemplaren im Gebiet zwischen Rorschach und Gossau ein interessiertes ökologisch aufgeschlossenes Publikum.

Das VCS Lokal ertscheint vier mal jährlich.

weitere Informationen und die Inserat-Tarife erfahren Sie von unserem Sekretariat.

Mail: info@vcs-sgap.ch

Editorial
Die Mitarbeit im VCS-Vorstand macht erfolgreich!


Geheim – die Zahlen des Parkleitsystems St.Gallen
Die Auslastung der St.Galler Tiefgaragen


VCS zur Fachhochschule St.Gallen
Keine Einsprache gegen Bauprojekt HB Nordwestwest


Umgestaltung der Hauptstrassen im Zentrum
Gossau wird attraktiver!


VCS vertritt städtische Veloanliegen


Mehr sauberen OSTWIND


Neue Layouterin fürs VCS-lokal


Fluglärm Ost: Stadt tritt Charta bei


Ist die Buslinie 10 am Wackeln?
Versuchsbetrieb Oberhofstetten


Zur Stadtrats- und Stadtpräsidentenwahl St.Gallen:
Peter Dörflinger: «Zurück in die lebenswerte Stadt!»


VCS sucht Vorstandsmitglieder


Bundesgerichtsentscheid Hüttenwies-Quartier
Wie weiter mit Tempo 30 in St.Gallen?


Eine «Piazza» für St.Gallen
Begegnungszone Südliche Altstadt


Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Die Mitarbeit im VCS-Vorstand macht erfolgreich! Dies könnte man zumindest aus den folgenden Beispielen lernen: Die VCS-Sektion St.Gallen/Appenzell hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einer ernst zu nehmenden Kraft entwickelt, die den uneingeschränkten Strassenbau ohne Rücksicht auf die Umwelt etwas in Schach halten konnte. Dazu waren mit hoher Professionalität geführte Einsprachen notwendig. Unzählige Stunden wurden für Aktenstudium und Verhandlungen durch
unsere erfahrenen «Unterhändler» aufgewändet. Dadurch konnten auch in hoffnungslos scheinenden Fällen noch ansehnliche Verbesserungen für die Umwelt erzielt werden. Peter Jans und Andreas Bernhardgrütter haben massgeblichen Anteil daran. Ihre gute Arbeit ist offensichtlich auch ausserhalb des VCS auf Anerkennung
gestossen: Beide sind völlig überraschend dem VCS «abgeworben» worden.

Peter Jans ist zum Bezirksgerichtspräsidenten gewählt worden. Das bedeutet, dass er für unsere Sektion nicht mehr anwaltschaftlich tätig sein kann. Wir freuen uns trotzdem über diese Wahl und wünschen ihm viel Erfüllung und Zufriedenheit bei seiner neuen Arbeit. Wir sind überzeugt, dass er mit seiner vermittelnden Art
und seinem fundierten Fachwissen auch an der neuen Stelle viel Gutes erreichen wird.

Auch Andreas Bernhardgrütters berufliche Zukunft verhindert, dass er sich weiterhin aktiv für den VCS engagiert. Er wird eine
Stelle beim Kantonalen Amt für öffentlichen Verkehr antreten und sein langjähriges Amt als VCS-Vorstandsmitglied niederlegen.

Wir wünschen Andreas in seiner neuen beruflichen Aufgabe alles Gute und viel Durchhaltewillen! Wir hoffen, dass er das eine oder andere langjährige Anliegen des VCS nun direkt einbringen können wird.
Wir gratulieren Andreas und Peter und danken ihnen ganz herzlich für ihren unermüdlichen Einsatz. Eine ausführlichere Würdigung erscheint im nächsten lokal.

Susanne Schmid-Keller

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Geheim – die Zahlen des Parkleitsystems St.Gallen

Die Auslastung der St.Galler Tiefgaragen

Von Thomas Schwager

In der Ausgabe des VCS-lokals Nr. 56 vom Dezember 2001 veröffentlichten wir eine Zusammenstellung und Bewertung aller öffentlichen Parkgaragen in der Stadt St. Gallen. Damals standen knapp 2300 öffentliche Parkplätze zur Verfügung. Ab Herbst dieses Jahres sind es nach Eröffnung der erweiterten und renovierten Brühltorgarage bereits 2600 Abstellplätze. Aber wie sieht es mit der Auslastung aus?

13 der 15 Parkierungsanlagen sind dem St.Galler Parkleitsystem angeschlossen. Diese als AG organisierte Unternehmung zählt auch die Stadt St.Gallen zu ihren Aktionären. Das städtische Parkierungsangebot Kreuzbleiche, Rathaus und Spelteriniplatz sind damit im Parkleitsystem integriert. Abseits steht die UBS mit 49 sowie die Kantonalbank mit 28 Plätzen.

VCS wertet selber aus

Bei verschiedenen Gelegenheiten hat sich der VCS bei der Stadt nach einer Statistik zur Auslastung der Parkgaragen erkundigt – und biss dabei auf Granit! Die Aktionäre der PLS AG dürfen diese Zahlen nicht der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Dabei wären genau diese Daten interessant in der Diskussion über neue Parkhäuser und das «Wie weiter» in der städtischen Verkehrspolitik. Der VCS ist nicht bekannt dafür, dass er schnell klein beigibt. Wir haben uns darum die Auslastungszahlen selber beschafft. Natürlich nicht durch einen nächtlichen Einbruch in den Büros der PLS AG, sondern mit einem Internetskript. Dieses hat zwischen Anfang Oktober und Ende April automatisch jede Viertelstunde die auf der Homepage des Parkleitsystems veröffentlichten Zahlen abgefragt und in eine Datenbank übertragen. Im Verlauf der Messungen kam es vereinzelt zu Systemausfällen von wenigen Stunden bis zu ganzen Tagen. Insgesamt liegen aber für die Tageszeit zwischen 9:00 bis 21:00 Uhr deutlich über 9000 Messungen vor, was repräsentative Aussagen über die Auslastung der dem Parkleitsystem angeschlossenen Anlagen erlaubt.

Wenige Spitzentage

Wie in Abbildung 1 ersichtlich gab es im Verlauf der Messungen nur 16 Tage – insbesondere in der Vorweihnachtszeit – wo das Parkleitsystem weniger als 100 freie Parkplätze ausgewiesen hat. Die meisten der noch verfügbaren Plätze lagen zudem auf der Kreuzbleiche. Tiefgaragen möglichst nahe an den Geschäften werden von den Autofahrenden am schnellsten besetzt. An zwei Tagen (Freitag, 9.12. sowie Donnerstag, 15.12.) sank die verfügbare Parkplatzzahl kurzzeitig auf unter 20. Die Abbildung 2 zeigt den Verlauf der verfügbaren Parkplätze über einen vorweihnachtlichen Grossverkaufstag – den bereits oben erwähnten 15. Dezember (mit Abendverkauf). Während zwischen 9:00 und 12:00 Uhr noch reichlich Parkplätze zur Verfügung stehen, wird es ab 14:30 Uhr knapp. Der Tiefpunkt ist um 16:00 Uhr mit noch 12 Parkplätzen erreicht. Ab 16:30 Uhr entspannt sich die Situation wieder. Ganz ähnliche Bilder zeigen die anderen Dezember-Donnerstage mit Abendverkauf, wobei am 29. Dezemberder Tiefpunkt mit 182 Parkplätzen um 15:15 Uhr schon wieder deutlich höher liegt.

Sonntagsverkauf kein Problem

Im 2005 fand der Sonntagsweihnachtsverkauf am 11. und 18. Dezember statt. Die VBSG war mit dem Samstagsfahrplan unterwegs. Überraschend trotzdem, dass es die beiden Sonntagsverkäufe nicht in die «Hitparade» der 16 Tage mit dem knappsten Parkplatzangebot geschafft haben! Am 11. Dezember lag der tiefste Wert an verfügbaren Parkplätzen um 13:45 Uhr bei noch 345, davon 262 auf der Kreuzbleiche und 74 im Neumarkt. Um 12:00 Uhr lag das Angebot noch über 1000 (285 Kreuzbleiche, 215 Neumarkt, 151 Burggraben, 100 Brühltor).

Am 18. Dezember war der tiefste Wert erst um 15:00 Uhr mit 272 freien Parkplätzen erreicht, davon 257 Plätze in der Kreuzbleiche. Um 12:00 Uhr standen wie am ersten Verkaufssonntag ebenfalls noch über 1000 Plätze zur Verfügung: 296 Kreuzbleiche, 194 Neumarkt, 155 Burggraben und 98 Brühltor. Inwiefern die Entscheidung des Einkaufszentrums Neumarkt bei dieser etwas höheren Auslastung eine Rolle spielte, nur am zweiten Verkaufssonntag geöffnet zu haben, kann nur vermutet werden.

Kein Grund zum Jammern

Die Innenstadt stellt mit ihren rund 275 Geschäften das grösste und wohl auch attraktivste Einkaufszentrum der Region dar. Nur an wenigen Tagen – und auch da nur während wenigen Stunden – ist das Parkierungsangebot ungenügend. Grund zum Jammern besteht im Licht der hier dokumentierten Auslastungszahlen wahrlich nicht, zumal die heute gegen 2600 verfügbaren Abstellplätze sukzessive auf über 3000 erweitert werden. Mit dem Ausbau der Brühltorgarage bzw. dem Neubau Athletikum stehen neben den öffentlichen Parkplätzen zusätzlich gegen 250 fest vermietete Parkplätze zur Verfügung. Ab Herbst 2007 kommen rund 160 Parkplätze in der Webersbleiche dazu, bei Fertigstellung des Kongresszentrums Einsteins weitere 100. Und ab 2010 ist mit der Eröffnung der Fachhochschule beim Bahnhof zu rechnen, für die zurzeit 240 weitere Parkplätze vorgesehen sind. In seiner Antwort zum Postulat für die Einführung eines City-Shuttles (Ringbus um die Altstadt St. Gallen) kam der Stadtrat zum Schluss, dass die heutigen Bushaltestelle «weitestgehend im 5-Minutengehbereich einer Bushaltestelle liegen.» Was für die Benutzer des öffentlichen Verkehrs gilt, das darf auch den motorisierten Kundinnen und Kunden zugemutet werden. Zu Spitzenzeiten immer einen freien Parkplatz genau vor einer Ladentür vorzufinden ist eine so unangemessene Erwartung wie ein Sitzplatz im VBSGTrolley während den zehn OLMA-Tagen. Im vergangenen Jahr transportierten die VBSG 22,9 Mio. Fahrgäste – und damit weniger als 1990, wo es 23,1 Mio. waren. Wenn jemand Grund zum Jammern hat, dann sind es die Kunden des öffentlichen Verkehrs!


Markt spielen lassen

ths. Die Auswertung zeigt, dass die Hauptauslastung im Zeitraum zwischen etwa 14:00 bis 17:00 Uhr liegt. Wieviel Autokundschaft eine Stadt verkraften kann hängt nicht nur von der Anzahl freier Parkplätze ab, sondern auch von der Kapazität des Strassennetzes. Es wäre wirtschaftlich unsinnig, das Strassennetz auf die wenigen jährlichen Spitzenstunden zu dimensionieren. Hingegen wäre es aber prüfenswert, bei den Parkgebühren die Gesetze des Marktes spielen zu lassen. Eine je nach Tageszeit oder Auslastung flexibel gehandhabte Parkierungsgebühr könnte helfen, die Auslastung besser auf den ganzen Tag zu verteilen und damit die Auslastungsspitzen zu brechen. So liesse sich auch verhindern, dass bei starkem Einkaufsverkehr auch die VBSG Passagiere auf der Strecke bleiben.

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VCS zur Fachhochschule St.Gallen

Keine Einsprache gegen Bauprojekt HB Nordwestwest

Der VCS erhebt keine Einsprache gegen den Überbauungsplan Hauptbahnhof Nordwest, obwohl er das vorliegende Projekt für nicht bewilligungsfähig hält. Durch dieses Vorgehen ermöglicht es der VCS den Bewilligungsbehörden, die zwingend notwendigen Korrekturen ohne zeitraubendes Verfahren vorzunehmen.

Hauptproblem ist die Erschliessung mit dem motorisierten Individualverkehr. Sie ist nicht gegeben, weil der Knoten Blumenbergplatz bereits heute überlastet ist und er durch die geplante Tiefgarage bei der Fachhochschule nochmals deutlich mehr Verkehr erhält. Dieser Sachverhalt wird so auch im verkehrstechnischen Bericht klar festgehalten: «Auch wenn aus dem Plangebiet nur rund ein Viertel des Verkehrs über den Blumenbergplatz zirkuliert, so ist klar, dass dieser bei Eröffnung der Neubauten wie auch fünf Jahre später, weiterhin, einfach noch etwas stärker, überlastet sein wird – ein Nachweis ist unseres Erachtens überflüssig.» Diese Argumentation ist für den VCS nicht nachvollziehbar. Sie würde bedeuten, dass ein Nachweis nur dann geführt werden muss, wenn noch Kapazitäten vorhanden sind. Mit der Überlastung eines Strassenabschnittes würde die Verpflichtung zur Sicherung der Erschliessung hinfällig! So lässt sich jedes beliebige Projekt bewilligen.

Kreuzung schon heute überlastet

Über den Knoten Blumenbergplatz/Schibenertor wickelt sich der öffentliche Verkehr der Buslinien 1, 3, 5, 6, 7, 9 und 11 sowie der Trogenerbahn und zahlreicher Postautolinien ab. Im Bereich des Blumenbergplatzes bleiben die Busse der Linie 9 während der Spitzenzeiten schon heute auf der Rosenbergstrasse im Stau stecken. Mit zunehmender Knotenüberlastung wird sich dieses Problem noch verschärfen. Die Privilegierung des öffentlichen Verkehrs kann nicht mehr gewährleistet werden. Eine Verschlechterung der Situation für den öffentlichen Verkehr ist aber aus umweltrechtlicher und lufthygienischer Sicht unzulässig. Im verkehrstechnischen Bericht unerwähnt bleibt, dass der Knoten Blumenbergplatz durch bereits bewilligte und geplante Projekte noch weiter belastet wird. Eine konservative Abschätzung des zu erwartenden Mehrverkehrs gibt insgesamt einen Verkehrszuwachs je nach Fahrspur von 8 bis 45 %.

Parkgarage gefährdet Fachhochschule

Für die Fachhochschule selbst sind nur 20 Parkplätze vorgesehen, für die Erschliessung des Hauptbahnhofs 36 Vorfahrten- und Kurzzeitparkplätze. Die öffentliche Parkgarage jedoch soll 240 Parkplätze aufweisen. Der VCS bedauert, dass das Projekt der Fachhochschule mit dem Bau einer öffentlichen Parkgarage verknüpft wurde. Diese Parkgarage verursacht einen massiven Mehrverkehr und gefährdet damit das gesamte Projekt. Die Verfasser des verkehrstechnischen Berichtes erwähnen zwar verschiedentlich die Entlastungsfunktion durch die Aufhebung der Parkplätze auf der südlichen Bahnhofseite, sie ist aber rechtlich nicht mit dem Projekt verknüpft.Umgestaltung des Bahnhofplatzes, der vom motorisierten Privatverkehr frei gemacht werden kann. Auch die vom VCS in den Vorgesprächen eingebrachte Velostation bringt eine Verbesserung. Wir erwarten, dass die Bewilligungsbehörden auch ohne eine Einsprache ihrer Aufgabe nachkommen und dafür sorgen, dass die Bauvorhaben alle rechtlichen Vorgaben einhalten.


Der VCS fordert:

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Umgestaltung der Hauptstrassen im Zentrum

Gossau wird attraktiver!

Von Andreas Bernhardsgrütter

Der Gossauer Ortskern soll attraktiver werden. Die Umgestaltung der Hauptstrassen räumt dem Fussverkehr mehr Platz ein und führt den motorisierten Verkehr ruhiger und flüssiger durchs Zentrum. Die Behörden versprechen sich davon eine Aufwertung des Standorts Gossau zum Einkaufen, Arbeiten und Wohnen.

Die Umgestaltung des Ortszentrums ist Teil des Stadtentwicklungskonzeptes Gossau, in dem verschiedene Massnahmen enthalten sind. Der VCS hat in seiner Stellungnahme verschiedene kritische Einwände – insbesondere zu geplanten neuen Strassen – angebracht. Die vorgesehene Umgestaltung auf der St. Galler- und der Herisauer Strasse haben wir aber begrüsst, bzw. bereits seit Jahren gefordert.

Das vorliegende Vorprojekt des Planungsbüros Metron in Brugg sieht eine Umgestaltung der St. Galler Strasse vom Gröbliplatz bis zur Säntiserstrasse und auf der Herisauer Strasse vom Ochsenkreisel bis zur Ringstrasse vor. Die St. Galler Strasse erhält einen Mittelbereich, welcher in Form einer langgezogenen Mittelinsel die Querung der Strasse auf der gesamten Länge für den Fussverkehr erleichtert. Stellenweise dient er auch als Linksabbiegespur, womit er zur Verstetigung des Fahrverkehrs beiträgt. Die bestehende Lichtsignalanlage an der Friedbergstrasse wird entfernt, die Trottoirs beidseitig um jeweils 50 cm verbreitert. Die Herisauer Strasse wird von heute neun auf noch sechs Meter Fahrbahn reduziert. Dadurch können die Fussgängerbereiche beidseitig um jeweils 1.5 m verbreitert werden. An einzelne Stellen werden zusätzliche Parkplätze angebracht.

Realisierung 2008

Die Realisierung der Neugestaltung ist im Zuge der ohnehin anstehenden Erneuerung des Deckbelages im Jahr 2008 vorgesehen. Die Gesamtkosten betragen fünf bis sechs Millionen, wovon die Stadt 2 bis 2,5 Mio. Franken trägt. Der neue Kreisel am Gröbliplatz ist nicht Teil des Projektes. Dessen Realisierung ist schon im Frühjahr 2007 vorgesehen. Mit der vorgesehenen Umgestaltung der Hauptstrassen erhält Gossau die Chance, bereits innert nützlicher Frist die Verhältnisse im Zentrum trotz beachtlicher Verkehrsbelastung zu verbessern.

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VCS vertritt städtische Veloanliegen


dk. Zweimal jährlich findet eine Aussprache zwischen VertreterInnen der Stadtbehörden und des VCS statt. Dabei kommen auch die Anliegen der Velofahrenden zur Sprache und es wird konstruktiv nach Lösungen gesucht. Neu nimmt auch die lokale IG Velo an diesen Sitzungen teil. Gemeinsam können wir nun die Bedürfnisse des Langsamverkehrs stärker vertreten. Tipps, Hinweise und Verbesserungswünsche aus dem Kreis der lokal-LeserInnen nehmen wir gerne entgegen: info@vcs-sgap.ch.

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Mehr sauberen OSTWIND

ths. Seit November letzten Jahres bietet der Tarifverbund OSTWIND ein spezielles Angebot für Firmen an. Das Firmenabo bietet den Mitarbeitenden ein Jahr lang freie Fahrt im ganzen Tarifverbund. In unterschiedlichen Rabattvarianten kann sich der Arbeitgeber an den Abo-Kosten beteiligen und so seinen Mitarbeitenden den Umstieg auf den öffentlichen Verkehr versüssen. Neben dem Arbeitsweg lässt sich das Abo natürlich auch in der Freizeit einsetzten ein echter Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität! Bis zum Sommer konnten mit vier Firmen mit insgesamt rund 100 Mitarbeitenden entsprechende Vereinbarungen getroffen werden. Auch mit den Stadtbehörden sowie den Kantonen St.Gallen und Thurgau fanden erste Verhandlungen statt. Bleibt zu hoffen, dass sich die politischen Entscheidungsträger nicht zuviel Zeit nehmen, dieses Angebot für ein gutes (Arbeits-)Klima bald zu nutzen. Mehr Infos unter www.ostwind.ch.

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Neue Layouterin fürs VCS-lokal


ths. Während vieler Jahre zeichnete Hugo Wehrli verantwortlich für die Gestaltung des VCS-lokals. Aufgrund seines verstärkten Pensums als Geschäftsleiter beim Mieterverband wollte Hugo schon im letzten Jahr beim VCS kürzer treten. Wie unentbehrlich er sich mit seiner Erfahrung und seiner Arbeit für die VCS-Ortsgruppe machte zeigte die langwierige Suche nach einer Nachfolgeregelung. Diese ist nun endlich gefunden: Mit der vorliegenden Nummer übernimmt Claudia Frehner das Zepter von Hugo. Sie ist 22 Jahre jung und hat an der Schule für Gestaltung in Basel ihre Ausbildung abgeschlossen. Wir danken ihr ganz herzlich für die Übernahme dieser ehrenamtlichen Aufgabe und freuen uns auf die Zusammenarbeit.

Hugo Wehrli danken wir für sein langjährigesWirken. Und seine grosse Geduld mit den lokal-AutorInnen, die nur allzu oft den Redaktionstermin nicht ganz eingehalten haben... Danke, Hugo!

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Fluglärm Ost: Stadt tritt Charta bei

ths. Stetter Tropfen höhlt den Stein. In diesem Fall die zu erwartende weiter ansteigende Fluglärmbelastung über der Stadt St.Gallen. Noch im Herbst letzten Jahres wollte der Stadtrat in seiner Antwort auf eine Interpellation von Thomas Schwager (Grüne) nichts von einem Beitritt zur «Charta Region Ost» wissen. Die Charta wurde von vielen Gemeinden im östlichen Einzugsgebiet des Flughafens Kloten unterzeichnet und fordert eine Begrenzung auf jährlich maximal 320‘000 Flugbewegungen (siehe lokal Nr. 71). Der amtierende Vizepräsident des St.Galler Stadtparlaments, Gallus Kappeler (CVP), hat nun vor der Sommerpause eine Einfache Anfrage nachgeschoben und damit beim Stadtrat ein Umdenken bewirkt. Bravo! Mehr Infos zur Charta unter www.region-ost.ch.

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Ist die Buslinie 10 am Wackeln?

Versuchsbetrieb Oberhofstetten

Lisa Etter-Steinlin, IG Bus Oberhofstetten

Am 15. August 2005 wurde die neue Buslinie 10 als Versuchsbetrieb eingeweiht. Sie verbindet das Quartier Oberhofstetten mit der Endstation der Linie 5. Der Anstoss zu dieser Linienerweiterung kam aus dem Quartier selbst. Die Initiantinnengruppe «IGBus Oberhofstetten» klärte mit einereigens verfassten Umfrage die Bedürfnisse ab und gelangte damit an den Stadtrat. Nach dem ersten Betriebsjahr ist das Schicksal der neuen Buslinie ungewiss.

Die Vorlage für denVersuchsbetrieb wurde im November 2004 vom damaligen Gemeinderat gutgeheissen. Im Frühjahr 2005 fanden erste Probefahrten statt, um einen geeigneten Fahrplan auszulotsen. Die Haltestellen wurden alsbald erstellt und der Kehrplatz am Ende der Oberhofstettenstrasse rudimentär vergrössert. Der in der Vorlage an den Grossen Gemeinderat gutgeheissene Kredit für die Anschaffung zweier Busse in der Höhe von rund einer halben Million wurde nicht ausgeschöpft. Der Linienbetrieb startete darum mit einem der grossen alten Dieselbusse, die auch auf der Linie 2 nach St. Georgen verkehren. Auf Anfrage der IG, warum kein Kleinbus angeschafft worden sei, hiess es, man habe kein geeignetes Fahrzeug gefunden, welches die hohe Schwelle der Appenzellerbahn im Bereich der Solitüdenstrasse problemlos überwinden könne. So weit,
so gut. Der Versuchsbetrieb konnte trotzdem aufgenommen und die Passagiere mittels Handstatistik erfasst werden.

Fahrplan bereits wieder ausgedünnt

Im Juni 2006 erhielt die IG Bus Oberhofstetten überraschend eine Mitteilung der VBSG, dass der Fahrplan des
Versuchsbetriebes angepasst werde. Der gesamte Morgenblock solle gestrichen werden, da die Zielsetzung der durchschnittlichen Auslastung pro Fahrt von sieben Personen nicht erreicht worden sei. Die durchschnittliche Auslastung liege mit 5,6 Personen pro Fahrt deutlich unter dem gesetzten Zielwert. Die Nachfrage sei vertieft analysiert worden und die Ergebnisse seien ernüchternd. Um dem Versuchsbetrieb doch noch eine Chance zu geben, wolle man den Fahrplan entsprechend anpassen. Die Auswertung habe ergeben, dass das Passagierbedürfnis eindeutig in der Beförderung bergaufwärts liege. Somit könne als Anpassung und Einsparung der Morgenblock gestrichen werden. Die Mittagskurse würden ebenfalls den Bedürfnissen der bergwärts fahrenden Passagiere angepasst und entsprechend die Hälfte der Kurse gestrichen.

IG Oberhofstetten will Korrekturen

Mit dieser Fahrplananpassung konnten wiruns von der IG Bus Oberhofstetten nicht einverstanden erklären. Wir gelangten mit einer Stellungnahme an die VBSG und den dafür verantwortlichen Stadtrat Fredy Brunner. Wir ersuchten um Fahrplankorrekturen und konnten erreichen, dass der bestbesetzte talwärtsfahrende Kurs erneut in den Fahrplan aufgenommen wurde. Unsere weiteren Anliegen jedoch wurden nicht berücksichtigt. Der Stadtrat hat die Fahrplanänderung jedoch abgesegnet. Damit verkehrt seit Beginn der Sommerferien kein Morgenkurs mehr. Nach den Sommerferien wird nur noch ein einziger Morgenkurs das Quartier mit der Stadt verbinden. Uns von der IG Oberhofstetten ist es unverständlich, dass für die Gewinnung von Kunden und der Optimierung der Auslastung der Busse Kurse gestrichen werden. Dies widerspricht der allgemeinen Erfahrung. Fahrplanstreichungen bewirken eine Reduktion der Passagiere im ganzen Betrieb, und nicht – wie sich die VBSG erhofft – eine bessere Auslastung einzelner Kurse.

Falls unsere Prognose eintrifft und aufgrund der Ausdünnung der Kurse weniger Quartierbewohnerinnen den Bus benutzen, dann wird der Versuchsbetrieb Oberhofstetten wohl schon bald ein Ende haben. Die VBSG hätten damit einmal mehr bewiesen, dass sie nicht gewillt ist, sich für einen attraktiven öffentlichen Verkehr in der Stadt einzusetzen. Braucht es für die Einführung einer neuen Buslinie in ein Quartier nicht etwas länger Zeit? Wir von der IG Bus Oberhofstetten geben nicht auf und erhoffen uns in einem persönlichen Gespräch mit der VBSG und dem Stadtrat weitere Verbesserungen für den Versuchsbetrieb.


Zweiter Anlauf für Quartierbus

ths. Beim Versuchsbetrieb Oberhofstetten handelt es sich bereits um den zweiten Anlauf für eine Buserschliessung dieses Quartiers. 1990 befand eine Mehrheit des St.Galler Stadtparlaments eine entsprechende Vorlage als zu teuer. Seither ist das Quartier weiter kräftig gewachsen. Zu hoffen bleibt, dass auch das Verständnis der VBSG und der politischen Behörden gewachsen ist, damit ein attraktiver öffentlicher Verkehr in und aus dem Quartier Oberhofstetten eine echte Chance erhält.

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Zur Stadtrats- und Stadtpräsidentenwahl St.Gallen:

Peter Dörflinger: «Zurück in die lebenswerte Stadt!»

Interview: Thomas Schwager

Am 24. September finden in St.Gallen Ergänzungswahlen in den Stadtrat und für das Amt des Stadtpräsidiums statt. Das VCS-lokal befragte den Kandidaten und VCS-Mitglied Peter Dörflinger (SP) zu seiner verkehrspolitischen Haltung.

VCS-lokal: Sie sind seit 1986 VCS-Mitglied. Was gab damals den Ausschlag für den Beitritt?

Themen wie Mobilität, Ökologie und Nachhaltigkeit beschäftigen mich, seit mir Ende der 70er Jahre das Buch «Grenzen des Wachstums» des Club of Rome in die Finger kam. Ich habe mich später bewusst Organisationen angeschlossen, die meine Interessen und Anliegen verfolgen. Am VCS überzeugte mich, dass er unabhängig von einem bestimmten Verkehrsmittel mit einem vernetzten Ansatz politisiert.

Wie decken Sie Ihre persönlichen Mobilitätsbedürfnisse?

Ich bin auf dem Land aufgewachsen. Selbstverständlich darum, dass ich mit 18 die Auto- und dann die Töffprüfung machte und meist motorisiert unterwegs war. Seit ich in St. Gallen wohne und arbeite, bin ich zu Fuss, mit dem Velo oder mit dem ÖV unterwegs. Reisen mache ich mit Vorliebe per Bahn, weil ich so die Reisezeit auch anderweitig nutzen kann. Ab und zu benutze ich ein Mobility-Auto, wenn z.B. etwas Grösseres zu transportieren ist oder ich an eine Gerichtsverhandlung muss. Bei schönem Wetter setze ich mich aber lieber auf meinen Töff. Mit der Triumph Bonneville, die ich seit fünf Jahren fahre, mache ich rund 2000 km im Jahr – und die meisten davon geniesse ich!

Ihre Haltung zum Verbandsbeschwerderecht?

Das Verbandsbeschwerderecht wäre unnötig, wenn Verwaltungen und politische Behörden ihren gesetzlichen Auftrag gemäss Umweltschutz- und Raumplanungsgesetz genügend berücksichtigten. Politik, aber auch die konkrete Gesetzesanwendung funktionieren aber nach einem Lobbying-System. Deshalb ist es systemisch nur konsequent, wenn so wichtige Güter wie Natur, Landschaft und eine intakte, regenerationsfähige Umwelt durch das Verbandsbeschwerderecht ebenfalls eine Lobby erhalten, vor allem in einem Land wie der Schweiz, wo Boden knapp und die wichtigste touristische Ressource «Landschaft
und intakte Natur» bedroht ist! Die Erfahrung zeigt, dass in den meisten Fällen nicht Beschwerden von Verbänden zu Verzögerungen führen, sondern solche von Privaten.

Was dürfen sich VCS-Mitglieder von einem Stadtrat Dörflinger erhoffen?

Eine städtische Verkehrspolitik kann schwergewichtig nur angebotsorientiert sein – und St. Gallen soll meiner Meinung nach städtischer werden. Wir müssen uns von den ländlichen Gewohnheiten verabschieden, mit dem Auto möglichst vor jede Tür fahren zu können. Die St. Galler Altstadt ist für mich das spannendste und schönste Einkaufszentrum weit und breit – aber mit dem Auto oder Töff im Einkaufszentrum herumfahren?

Wo sehen Sie im Bereich Verkehr den dringendsten Handlungsbedarf?

Der Druck auf den Ausbau der Strassen bzw. Strassenkapazität zu Gunsten des Individualverkehrs steigt. Es wird zunehmend schwierig, eine adäquate Verkehrspolitik zu betreiben. Innerhalb der topografischen und städtebaulichen Rahmenbedingungen in St.Gallen haben wir aber keine andere Wahl. Die rasante Zunahme der Pendlerströme in den 90er Jahren (Zunahme der Zupendler um ca. 8000) muss gebremst und mittelfristig rückgängig werden, denn diese belasten uns als Stadt doppelt: Sie zahlen ihre Steuern auswärts und beanspruchen mehr Strassen- und Parkraum im knappen Stadtraum, wenn sie mit dem Auto in die Stadt kommen. «Zurück in die lebenswerte Stadt!» müsste das Motto heissen. Zudem müssen wir mittelfristig für die regionalen Mobilitätsbedürfnisse eine Qualität à la S-Bahn-Zürich schaffen, dann gibt es eine realistische Alternative zum Umsteigen. Letztlich geht es nebst der Schwerpunktsetzung, die ich klar beim ÖV sehe, aber immer auch um intelligente Kombinationen und vernetzte Lösungen.

Stichwort Tiefgarage Marktplatz/neue Südumfahrung?

Rund um die Altstadt sind die Ende der 90er Jahre geforderten 1001 zusätzliche Parkplätze längst gebaut oder beschlossen.
Eine Tiefgarage Marktplatz würde falsche Anreize schaffen und die dadurch entstehenden Verkehrsströme die wichtige ÖV-Achse über das Schibenertor behindern. Der Kanton berechnet derzeit die Kosten für eine zweite strassengebundene Ost-West Achse, welche grösstenteils tunnelliert zu erstellen wäre. Wenn das Resultat vorliegt, können wir dann in einen realistischen Dialog darüber eintreten, welche Mittel wir wozu einsetzen wollen. Ich meine, dass für die Stadt nicht Verkehrsprobleme zuoberst auf der Traktandenliste stehen. Hingegen macht mir die Entwicklung bei der Ozon- und Feinstaubbelastung Sorgen – diese stellt eine wachsende Bedrohung einer unserer Lebensgrundlagen dar.

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VCS sucht Vorstandsmitglieder

ths. Der VCS engagiert sich für eine nachhaltige Verkehrspolitik – nachhaltig für die Umwelt ebenso wie für die Menschen. Dafür sind wir auf die sporadische Unterstützung bei Standaktionen oder beim jährlichen Veloflohmarkt angewiesen. Aber auch auf einen engagierten Vorstand. Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir neue Vorstandsmitglieder. Lust und Zeit, die Arbeit der VCS-Sektion St.Gallen/Appenzell mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen? Und: Wer beim VCS einsteigt, kann Karriere machen! Mehr dazu in unserem Editorial. Wir freuen uns, Sie als Gast an einer unserer Vorstandssitzung näher kennen zu lernen: info@vcs-sgap.ch.

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Bundesgerichtsentscheid Hüttenwies-Quartier

Wie weiter mit Tempo 30 in St.Gallen?

Von Andreas Bernhardsgrütter

Das Bundesgericht hat mit seinem Urteil zur vorgesehenen Einführung von Tempo 30 im Hüttenwies-Quartier festgestellt, dass die rechtlichen Voraussetzungen für eine Tempo 30 - Zone im betroffenen Quartier nicht gegeben seien. Was bedeutet dies nun für bestehende und neue Tempo 30-Zonen in der Stadt St.Gallen?

Das Bundesgericht legt mit seinem Entscheid – wie zuvor schon das St. Galler Verwaltungsgericht – die entsprechende Regelung in der Signalisationsverordnung streng aus. Dies führt in der konkreten Umsetzung zu sinnwidrigen Ergebnissen. Während im Wohnquartier Hüttenwies weiterhin mit 50 durchs Wohnquartier gefahren werden darf, gilt im benachbarten Quartier mit vergleichbaren Strassen Tempo 30.

Wann ist Tempo 30 zulässig?

Die allgemeinen Höchstgeschwindigkeiten können gemäss Art. 108 Signalisationsverordnung
herabgesetzt werden, wenn:

Dabei muss nur eine dieser Voraussetzungen erfüllt sein. Im vorliegenden Fall haben nun die Gerichte festgestellt, dass im Gutachten zur Planung dies nicht gegeben sei. Einerseits seien die Lärmgrenzwerte eingehalten, andererseits sei es im Quartier aufgrund des geringen Verkehrs auch nicht besonders gefährlich. Diese Argumentation erstaunt: In einem reinen Wohnquartier bestehen besondere Schutzbedürfnisse insbesondere der hier lebenden Kinder, welche gerade wenig befahrene
Strassen zum Spielen benutzen – und dies auf schwach befahrenen Strassen gemäss Strassenverkehrsrecht auch ausdrücklich dürfen. Tempo 50 ist aber bei spielenden Kindern oder im Mischverkehr eindeutig zu hoch. Auf Strassen ohne oder mit nur einseitigem Trottoir lassen sich Gefahren bei hohen Geschwindigkeiten nicht rechtzeitig erkennen – beispielsweise bei Hauszugängen, die direkt auf die Fahrbahn münden. Dabei ist es nur von untergeordneten Bedeutung, wie hoch die Verkehrsbelastung tatsächlich ist. Denn für einen schweren Unfall genügt ein einziges Auto. Wenn nun die Gerichte diesen Nachweis im Gutachten vermissen, dann muss vermutet werden, dass das Gutachten der Stadtverwaltung nicht in der gebotenen Sorgfalt erstellt wurde.

Im Ergebnis sinnwidrig

Viele Städte und Gemeinden haben in den letzten Jahren flächendeckend Tempo 30 in Wohnquartieren eingeführt. Dieses Vorgehen wird auch von der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) empfohlen. Durch ein einheitliches Verkehrsregime Tempo 50 auf Hauptstrassen und Tempo 30 auf Quartierstrassen besteht laut bfu ein Temporegime, welches einfach umzusetzen ist und von allen Verkehrsteilnehmern verstanden wird. Das Urteil des Bundesgerichtes führt zu sinnwidrigen Situationen, in dem auf wenig befahrenen Quartierstrassen die Einführung von Tempo 30 erschwert wird. Es ist für die Verkehrsteilnehmer nicht nachvollziehbar, wieso in direkt benachbarten Quartieren unterschiedliche Tempolimiten gelten.

Ausbau Tempo 30 Zonen in St. Gallen

In der Stadt St. Gallen sind 53 Quartiere bezeichnet, in denen etappenweise Tempo 30 eingeführt werden soll. Voraussetzung für die Einführung sind Befragungen der Quartierbewohner, in denen eine deutliche Mehrheit dem Vorhaben zustimmt. In den letzten 15 Jahren wurden in 35 Quartieren Tempo-30 eingeführt. Es fehlen also noch 18 Quartiere, davon liegen aus mindestens 12 Quartieren zustimmende Quartiersbefragungen für die Einführung einer Tempo 30 - Zone vor. Die Umsetzung von Tempo 30 verläuft in der Stadt St. Gallen zögerlich: Pro Jahr kommen nur etwa zwei bis drei Zonen hinzu. Das Bundesgerichtsurteil darf nicht dazu führen, dass die Einführung von Tempo 30 in den noch ausstehenden Zonen weiter verzögert wird. Vielmehr ist die Stadt gefordert, bei künftigen Gutachten deutlicher auf die besonderen Schutzbedürfnisse der Bewohner und die vorhandenen Gefahrenstellen hinzuweisen. Im Sinne eines für alle verständlichen Verkehrsregimes muss es das Ziele sein, Tempo 30 in sämtlichen Wohnquartieren einzuführen und die verbleibenden «Tempo-50-Inseln» aufzulösen.

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Eine «Piazza» für St.Gallen

Begegnungszone Südliche Altstadt

Von Daniel Schöbi

Vielleicht sind auch Sie in den Ferien über öffentliche Plätze im Süden geschlendert und haben das mediterrane Lebensgefühl aufgesaugt: In vielen Städten um das Mittelmeer ist «La Piazza» eine Bühne des Alltags – mit grandioser Architektur als perfekter Kulisse und mit einem faszinierenden Puls.

Seit Jahrzehnten wehren sich engagierte AnwohnerInnen der südlichen Altstadt St.Gallens mit Aktionen nicht nur erfolgreich gegen Südumfahrungspläne und den Durchgangsverkehr. Ende der Neunzigerjahre initierte der Quartierverein Hearings und Workshops für die Zukunft des Klosterviertels. Unvergesslich die Veranstaltung mit dem Gewerbevertreter aus Burgdorf, der feurig über die positiven Erfahrungen mit dem dortigen Pilotversuch «Begegnungszone» berichtete.

Ein Rückblick...

Die Stadt nahm glücklicherweise diesen Faden auf. In der vom Gemeinderat eingesetzten und moderierten «Altstadtrunde» tauschten über 20 Gruppierungen Meinungen aus. Stärken und gemeinsame Zielsetzungen für das Klosterviertel wurden definiert. Der Meinungs- und Zielfindungsprozess am runden Tisch brachte Resultate: Ein insbesondere auf die weitere Verkehrsentwicklung gut austariertes und – von wenigen Ausnahmen abgesehen – einstimmig gefasste Beschlüsse über das weitere Vorgehen. Im Herbst 2003 wurde die südliche Altstadt zur Begegnungszone mit ersten provisorischen
baulichen Massnahmen und Studienaufträgen. Für die Weiterentwicklung des Konzepts «Koller Koster» wurde eine Kerngruppe eingesetzt, die Idee eines «Mauerabschlusses» geprüft und verworfen, es kam zum stadträtlichen Entscheid zum zukünftigen Verkehrsregime mit Sperre, Infoveranstaltung, und und und... Ein heiss umstrittenes Thema war beispielsweise auch die Verlegung der heute bestehenden oberirdischen Parkplätze in die Tiefgarage des jetzt im Bau stehenden Einstein-Kongresshauses.

.... und ein Ausblick

Neben den unterschiedlichen Interessen der Beteiligten treffen am Gallusplatz auch verschiedene städtebauliche Strukturen aufeinander: Der barocke Stiftsbezirk, die aus der Entstehungszeit überlebte Blockstruktur und gegen Norden typisch mittelalterliche Riemenparzellierung. Mit der geplanten Umgestaltung werden die spezifischen Qualitäten des Aussenraums wieder frei gelegt. Die heute bestehende Aufteilung des Strassenraums in Trottoirs und Fahrbahn weicht einer durchgehenden Pflästerung. Das räumliche Verhältnis von Stadt und Stiftsbezirk wird geklärt. So soll beispielsweise eine Sitzkante den
heute mit Pollern und Ketten abgetrennten Klosterplatz mit der Stadt verbinden. Von der attraktiveren Gestaltung profitiert vor allem der Langsamverkehr. Fussgängerinnen und Fussgänger sollen flanieren und «lädelen», der öffentliche Raum steht für Nutzungen von Restaurants, Gewerbe und Anlässen zur Verfügung. Das Projekt befindet sich nun in der Zielgeraden. Der Stadtrat hat das Konzept grundsätzlich gutgeheissen, die Vorlage ans Stadtparlament ist in Arbeit und der Vorschlag für eine Etappierung liegt vor. Über das Vorhaben und den notwendigen Kredit für eine erste Bauetappe soll das Parlament noch vor Ende dieses Jahres entscheiden können. Geht dabei und in den folgenden Auflageverfahren alles glatt, liesse sich die erste Umbauetappe – Gallus Strasse vom West-Eingang der Kathedrale her bis zur Laurenzenkirche – schon 2007 realisieren. Als zweite Etappe wäre 2008/09 – abgestimmt auf die Eröffnung des Einstein-Kongresszentrums – die Gestaltung und Durchfahrtssperre des Gallusplatz an der Reihe.

Es liegen also noch einige Hürden vor uns. Mit den weiteren verkehrlichen Einschränkungen und den gestalterischen Massnahmen werden zukünftig die guten wohnlichen, touristischen, gastronomischen und gewerblichen Qualitäten der südlichen Altstadt noch besser zum Tragen kommen. Hoffentlich weht in Zukunft durch die südliche Altstadt ein Hauch von «Piazza-Ambiente». Damit sich in diesem ganz besonderen Altstadteil der hektische städtische Rhythmus verlangsamt und echte Begegnungen ermöglicht.

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