Inhalt, VCS Lokal, Februar 04 /Nr. 65:

Editorial:
Margot Benz: Nach sechs Jahren als Geschäftsleiterin im VCS


24. April 2004
Veloflohmarkt 2004


Gemeinsame Empfehlungen der Umweltverbände WWF, Pro Natura und VCS
Kantonsratswahlen


Einige Überlegungen zum Abstimmungsausgang
Wie weiter nach dem Avanti-Nein?


fehlender Fussgängerstreifen beim Brühltor
Wie ein Problem auf kostspielige Art schlecht gelöst werden soll


VBSG:
Stagnation und Ideenlosigkeit


Neue Direktbusse von Gossau nach St. Gallen
Regiobusanekdoten aus Gossau


Bericht der Stadt St. Gallen
Umsetzung der Lokalen Agenda 21


Kurse in St. Gallen und Gossau
Sicher im Sattel - Kurse 2004


Am 13. Mai werden umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen angeboten
10 Jahre Ökomarkt


Andreas Bieniok zur VCS Studie Richtig Verkehrt
"Richtig verkehrt" - in die richtige Richtung!


Jürg Eschenmoser zur VCS Studie Richtig Verkehrt
"Richtig verkehrt" - in der Agglomeration St. Gallen


Neuer Geschäftsführer
Die Sektion St.Gallen/Appenzell hat auf den 1. April einen neuen Geschäftsführer


Einkaufszentrum-Stadion:
Verhandlungen laufen immer noch


Viel los im Frühling 04:
Events


Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Dieses Editorial obliegt mir, weil ich mich von Ihnen halb verabschieden möchte. Ende April werde ich das Sekretariat der Sektion meinem Nachfolger Thomas Schwager übergeben. Ich werde in der Ortsgruppe verbleiben, also nicht ganz von der VCS-Bildfläche verschwinden.

Wenn ich die knapp sechs Jahre VCS-Arbeit Revue passieren lasse, dann hat sich einiges getan in dieser Zeit, manchmal mit unserem Zutun, manchmal ohne. Zuvorderst steht die Schliessung Bohl für den privaten Verkehr. Vor Jahren habe ich geschrieben, wie schön es wäre, wenn die Sonne an diesem Platz nur noch über Bussen, Velos und FussgängerInnen aufgehen würde. Oder so ähnlich. Jetzt ist es so. Gut so. Letzten Sonntag haben wir die Verlagerungsgeschichte fortgeschrieben und den Avanti-Bschiss abgelehnt. Erleichterung und Dankbarkeit bei mir nach diversen erfolglosen Verkehrsabstimmungen der letzten Jahre. Die Schweiz ist wirklich gewillt, den Gütertransitverkehr auf die Schiene zu bringen. Weiter so. Zu Beginn der Multiplex-Kino-Welle waren drei Projekte im Gespräch, gebaut wurde letztlich nur eines in Abtwil. Kein super Standort, aber mit Abstand der beste von den dreien. Akzeptiert so. Ich wünsche meinem Nachfolger, dass er in sechs Jahren schreiben kann: Velostation am Bahnhof Nord in Betrieb genommen, Flugplatz Altenrhein wird nicht konzessioniert, umgestaltete Zürcherstrasse erfreut die AnwohnerInnen und etwas utopisch: Stadt plant Tramlinie 1 vom Neudorf bis nach Winkeln.

Und nun zu den Wahlempfehlungen 2004 Seite 2, zur VBSG-Kritik Seite 8, zu den Velofahrkursen Seite 16, zum neuen Geschäftsleiter Seite 24, und vieles mehr.

Margot Benz

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Samstag 24. April

Veloflohmarkt 2004

Organisiert durch VCS Ortsgruppe St. Gallen
Marktgasse 14 9000 St. Gallen

Velos bzw. Geld müssen bis spätestens Samstag 13.00 Uhr abgeholt werden.

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Gemeinsame Empfehlungen der Umweltverbände WWF, Pro Natura und VCS

Kantonsratswahlen

Von Margot Benz

Die Umweltorganisationen des Kantons St.Gallen WWF, Pro Natura und VCS, wollen ihren Mitgliedern für die Kantonsratswahlen im Frühjahr 2004 die Möglichkeit eröffnen, aus den rund 900 Kandidaten und Kandidatinnen möglichst diejenigen auszuwählen, die eine positive Einstellung zur Umwelt haben. Die Umweltorganisationen haben daher einen Fragebogen ausgearbeitet, mit dem die Position der Kandidaten und Kandidatinnen zur Umwelt erfasst werden kann.

Bei der Zusammenstellung der Fragen wurden verschiedene Umweltanliegen berücksichtigt, wie Energieverbrauch (Frage 1), Verkehr (Frage 6, 7, 8 und 9), Naturschutz (2, 5), Landschaftsschutz (Frage 3) und Beschwerderecht (Frage 4). Zudem wurde nach den persönlichen Anstrengungen zur Verbesserung der Umwelt gefragt. Mit der Umfrage wurde also versucht, diejenigen Kandidatinnen und Kandidaten zu finden, die ein möglichst breites und ganzheitliches Verständnis für die Umwelt aufbringen und sich auch persönlich dafür einsetzen. Pro Frage, die im Sinne der Umweltanliegen beantwortet wurde, konnten die Kandidatinnen und Kandidaten je einen Punkt erzielen. Nur bei den Fragen 4 (Verbandsbeschwerderecht) und 10 (persönliches Engagement) wurden maximal 2 Punkte vergeben. Total konnten also 12 Punkte erreicht werden. Die Umweltorganisationen empfehlen ihren Mitgliedern diejenigen Kandidatinnen und Kandidaten, die 9 oder mehr Punkte erreichten. Bei der Auswertung spielte also die Parteizugehörigkeit in keiner Weise eine Rolle.

Der Fragebogen wurde direkt an rund 600 Kandidatinnen und Kandidaten verschickt. Leider war dieser Versand nicht vollständig, da zum Zeitpunkt der Erarbeitung noch nicht alle Adressen publiziert waren. Deshalb haben verschiedene Parteien es übernommen, ihre restlichen Kandidatinnen und Kandidaten selber über die Umfrage zu informieren. Es dürften daher nahezu alle Kandidatinnen und Kandidaten von der Umfrage gewusst haben.

Dies wird auch durch den gewaltigen Rücklauf belegt. 313 Kandidatinnen und Kandidaten haben den Fragebogen ausgefüllt. Aufgrund der eingereichten Antworten können die Umweltverbände nun 241 Kandidatinnen und Kandidaten aus allen Parteien zur Wahl empfehlen. In diesem Heft nennen wir die 89 Kandidierenden aus dem Wahlkreis St.Gallen.
(Seiten 3 und 4)

Ganz besonders zur Wahl empfehlen wir von der Ortsgruppe St.Gallen zwei Personen mit allerbestem Leistungsausweis durch ihre langjährige Arbeit im Vorstand der VCS-Sektion bzw. in der Ortsgruppe St.Gallen:

Empfehlungen der Umweltorganisationen für die Wahlen 2004 in den Kantonsrat St.Gallen (geordnet nach Listennummern):

Liste

Listenpl.

Name

Punkte

1

1

Antenen, Reto; St.Gallen

11

1

3

De Toffol, Rahel; St.Gallen

10

1

4

Forster, Erika; St.Gallen

10

2

9

Guggenbühl, Robert; St.Gallen

11

2

16

Ottiger-Stünzi, Christoph; Engelburg

10

2

23

Walser-Graf, Robert; Wittenbach

9

3

1

Denoth, Reto F.; St.Gallen

10

3

3

Möri, Walo (Walter); St.Gallen

10

3

4

Bortoletto-Bär, Karin; Eggersriet

10

3

14

Tapernoux, Susi; St.Gallen

11

3

17

Schläpfer, Hanni; Wittenbach

9

3

20

Spierings, Adrian; Wittenbach

10

3

27

Mannale, Hansjörg; Kronbühl

10

3

30

Tanner, Rainer; Wittenbach

11

5

3

Eberhard Halter, Barbara; St.Gallen

11

5

4

Engeler-Bisig, Theres; St.Gallen

12

5

9

Breitenmoser-Häberli, Vreni; Waldkirch

9

5

12

Heim-Keller, Seline; Gossau

9

5

13

Helfenberger, Melanie; Arnegg

10

5

15

Huber-Kobler, Maria; St.Gallen

10

5

20

Studer-Lenzlinger, Beata; St.Gallen

11

5

26

Candrian, Maurus; St.Gallen

12

5

31

Häne, Kurt; St.Gallen

10

5

32

Huber-Kobler, Josef; St.Gallen

10

5

37

Kollmann-Giorgetta, Jürg; St.Gallen

11

7

1

Bachmann, Bernadette; St. Gallen

11

7

2

Boesch-Pankow, Dorothea; St. Gallen

11

7

3

Friedl, Claudia; St. Gallen

12

7

6

Blöchliger-Moritzi, Anita; Abtwil

10

7

7

Crottogini, Kristin; St. Gallen

10

7

8

Etter -Steinlin, Lisa; St. Gallen

10

7

10

Haag, Agnes; St. Gallen

11

7

11

Junker, Janine; St. Gallen

9

7

12

Köstli, Astrid; St. Gallen

10

7

13

Koller Bühler, Esther; St. Gallen

11

7

17

Müller-Künzle, Silvia; Grub SG

11

7

22

Truniger -Blaser, Beatrice; St. Gallen

11

7

23

Wang, Bernadette; St. Gallen

11

8

1

Blumer, Ruedi; Gossau

12

8

2

Brunner, Heinz; St. Gallen

10

8

3

Fässler, Fredy; St. Gallen

11

8

4

Hansjakob, Thomas; St. Gallen

10

8

5

Jans-Matter, Peter; St. Gallen

10

8

9

Asmin, Omar; St. Gallen

9

8

11

Baumgartner, Felix; St. Gallen

10

8

12

Boesch, Martin; St. Gallen

12

8

13

Brunner, Walter; St. Gallen

11

8

14

Buhagiar-Grosz, Alain; Muolen

10

8

15

Eggmann, Franz, St. Gallen

11

8

16

Ferrari, Fortunat; St. Gallen

11

8

17

Klauser, Ernst; Gossau

9

8

18

Hauser, Daniel; St. Gallen

10

8

19

Lemmenmeier, Max; St. Gallen

11

8

20

Leuenberger, Stefan; St. Gallen

9

8

24

Signer, Franz; Wittenbach

9

8

25

Städler, Michael; St. Gallen

11

8

26

Wepf, Thomas; St. Gallen

11

9

1

Lutz, Manuela; St. Gallen

10

11

1

Hoare -Widmer, Susanne; St. Gallen

11

11

2

Pioda, Cornelia; St. Gallen

10

11

3

Buess -Willi, Claudia; St. Gallen

11

11

4

Bischoff, Ruth; St. Gallen

10

11

5

Haraszt, Eva; St. Gallen

10

11

6

Piazza, Antonella; St. Gallen

11

11

7

Schindler, Claudia; St. Gallen

10

11

9

Schmon, Marie-Theres; St. Gallen

11

11

10

Brenn, Pia Maria; St. Gallen

9

11

11

Kaya -Zwissler, Natalia; St. Gallen

9

11

12

Mauchle, Markus; St. Gallen

11

11

13

Furrer, Robert; St. Gallen

12

11

14

Müller, Clemens; St. Gallen

9

11

15

Paganini, Sivan; Gossau

9

11

16

Györffy Viktor, Viktor; St. Gallen

10

11

17

Rüst-Hehli, Klaus-Franz; Engelburg

10

11

18

Stettler, Hansueli; St. Gallen

10

11

19

EberleSchwartz, Martin; St. Gallen

10

11

20

Müller, Daniel; St. Gallen

10

11

21

Schwager, Thomas; St. Gallen

11

11

22

Rüesch, Hannes; St. Gallen

11

12

1

Ilg, Karin; St.Gallen

10

12

2

Nufer, Albert; St.Gallen

10

12

3

Gantenbein, Rolf; St. Gallen

9

12

6

Deér, Tibor; St. Gallen

10

12

7

Vetsch, Edith; St. Gallen

11

12

8

Leuthold-Anderegg, Anita; St. Gallen

11

12

10

Erni, Karin; St. Gallen

10

12

12

Birchler, Christoph; St. Gallen

11

13

1

Bachmann, Petra; Niederuzwil

12

13

7

Glättli, Matthias; St. Gallen

11

13

14

Riedmann, Samuel; St. Gallen

11

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Einige Überlegungen zum Abstimmungsausgang

Wie weiter nach dem Avanti-Nein?

Von Peter Jans

Überdeutlich haben die Stimmberechtigten die Avanti-Mogelpackung verworfen - in der Stadt St.Gallen waren über zwei Drittel Nein-Stimmen zu verzeichnen. War es ein Nein zum Agglomerationsverkehr? Einige Überlegungen zum Abstimmungsausgang.

Das starke Nein ist vermutlich auf die deutliche Ablehnung einer zweiten Gotthard-Strassenröhre zurückzuführen. Hingegen waren sich praktisch alle Seiten darüber einig, dass mit einem Teil der Mittel aus den Treibstoffzöllen auch die Probleme im Agglomerationsverkehr angegangen werden sollen.

Nur: Es bestand keine Einigkeit darüber, ob in den Agglomerationen vorwiegend das Strassennetz ausgebaut oder aber prioritär der öffentliche Verkehr gefördert werden sollte. Es ist zu vermuten, dass teilweise nur verbal, nicht aber wirklich, Mittel für die Förderung von Bahn und Bus gesprochen werden sollten.

Die Strassenverkehrsverbände bestätigen unser Misstrauen, wenn einen Tag nach der Abstimmung gesagt wird, es käme nicht in Frage, Treibstoffgelder für den öffentlichen Verkehr einzusetzen!

Was ist also zu tun? Auf eidgenössischer Ebene ist die Zweckbindung bei der Verwendung der Mineralölsteuer und des Treibstoffzuschlags zu lockern. Es muss möglich sein, in den Agglomerationen hauptsächlich Projekte des öffentlichen Verkehrs zu fördern. Dies liegt auch im ureigensten Interesse derjenigen, die im täglichen Verkehr auf das Auto angewiesen sind. Denn der öffentliche Verkehr hilft mit, ökonomisch schädliche Stausituationen zu minimieren und auf den Strassen Kapazität für den «notwendigen» Verkehr freizuhalten.

Auf regionaler Ebene ist es absolut dringend, fortschrittliche und zukunftsfähige Projekte zu erarbeiten, wie die Verkehrsproblematik in der Agglomeration St.Gallen gelöst werden soll, ohne neue Strassenachsen planen und bauen zu müssen. Diese Hausaufgaben wurden von den zuständigen Behörden bisher nicht gemacht - im Gegensatz zu anderen Agglomerationen, wo öV-Ausbauprojekte fast pfannenfertig auf ihre Realisierung warten. Zu denken ist an eine Stadtbahn «West» zur Entlastung in Winkeln und Abtwil, weitere Haltepunkte bei den bestehenden Bahnlinien, neue Verknüpfungen von Bahn- und Buslinien, Schnellbuslinien usw. Der VCS hat kürzlich hierzu erste Ideen geliefert.

Die FDP-Petition «Verkehrskollaps - Nein danke» zielt dabei in die falsche Richtung. Wer genau zuhört, merkt, dass es vor allem um eines geht: Man will den Boden bereiten für eine fünfte und sechste Spur der Stadtautobahn oder eine andere neue Strassen-Längsachse durch St.Gallen. Fachleute und Raumplanung sind sich heute aber weitgehend einig: Unter wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten soll der zunehmende Agglomerationsverkehr hauptsächlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln abgewickelt werden.

Die Politik hat hier noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.

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fehlender Fussgängerstreifen beim Brühltor

Wie ein Problem auf kostspielige Art schlecht gelöst werden soll

Von Christine Bölsterli, Gemeinderätin CVP

Die Shopping-, Kultur- und Messemeile vom Bahnhof zu den Olmahallen ist leider immer noch nur durch die Unterführung am Brühltor erreichbar.

Am 28.08.2001 reichte ich ein Postulat ein, das die Prüfung einer oberirdischen Fussgängerverbindung vom Bohl zum Kulturviertel verlangte. Dieses wurde von 39 Mitgliedern des Grossen Gemeinderates (GGR) aus allen Fraktionen unterschrieben. Am 30.10.2001 wurde das Postulat gegen den Willen des Stadtrates vom GGR überwiesen.

In der ersten Hälfte dieses Jahres soll nun vom Stadtrat eine Vorlage für die weitere Sanierung der Unterführung am Bohl dem Parlament vorgelegt werden. Etwa 5 Millionen Steuergelder sollen nun, laut Angaben im St.Galler Tagblatt vom 18.12.03, in die Sanierung dieser Unterführung investiert werden.
Die Städte Bern und Zürich haben es geschafft, die Unterführungen bei ihren Bahnhofplätzen durch oberirdische Fussgängerverbindungen zu ergänzen.

Ich kenne keine Stadt, die heute noch an zentralen Durchgängen (ausser bei Unterführungen von Bahngeleisen) die Fussgänger ausschliesslich in den Untergrund zwingt.

Die Brühltorunterführung soll laut einer dreistündigen Zählung (siehe St.Galler Tagblatt vom 18.12.03 ) in Stosszeiten von bis zu 2000 Personen in 3 Stunden begangen werden, d.h. pro Stunde von ca. 667 Personen.

Die Zahlen am Bahnhofplatz Zürich sind dagegen von ganz anderer Grössenordnung. Vom Verkehrsingenieur der Stadt Zürich erhielt ich folgende Zahlen: Eine Stichprobenzählung der Fussgänger am 28. Mai, 17-18 Uhr (Spitzenstunde) ergab 3425 Passanten über den nördlichen Fussgängerstreifen (und etwa 68 Velos Richtung Westen). Das bedeutet mehr als das 5-fache der St.Galler Zählung.

Auch queren beim Bahnhofplatz Zürich gemäss automatischer Zählstelle diesen Querschnitt etwa 14'000 - 23'000 Fahrzeuge pro Tag Richtung Westen und 8300 - 10'500 Fahrzeuge Richtung Osten. Hinzu kommt ein reger Tramverkehr: Vier Linien à durchschnittlich 8 Fahrten pro Stunde in zwei Richtungen überqueren den Zürcher Bahnhofplatz. Das bedeutet, dass von 6.00h morgens bis 19.00h ca. eine Tramkomposition pro Minute den Fussgängersteifen vor dem Bahnhof quert.

Zurück ans Brühltor:

Während der Olmazeit setzte ich mich um ca. 16.00h auf das Steinmäuerchen bei der Bank Wegelin und beobachtete das Geschehen. Die meisten Passanten und Passantinnen benützten die Unterführung, um in die Innenstadt zu gelangen (was auch in Zukunft so bleiben wird). 3-4 Jugendliche aber schlängelten sich durch die Autokolonne und mit einem eleganten Sprung überwanden sie die Kette am Strassenrand. Da standen aber auch zwei Frauen mit Kinderwagen und plauderten miteinander. Die eine der beiden drückte einen Knopf (Velosignal). "Seltsam, was macht die denn", ging mir durch den Kopf. Meint sie etwa, da sei schon ein Fussgängerstreifen? Jetzt überquerten die Beiden zügigen Schrittes die Torstrasse, um sicher Richtung Bohl zu gelangen. Ich sprach die Frauen an und erfuhr, dass Sie immer, sobald die Ampel für die Velofahrer auf grün wechselt, die Gelegenheit benützten, die Strasse zu überqueren. So behinderten sie den Verkehr nicht . Ich staunte ob der Findigkeit dieser beiden jungen Frauen und dachte: "Wenn die Grünphase der Velofahrer/innen ein klein wenig verlängert würde, könnten auch ältere Menschen oder Behinderte bequemer zum Bohl gelangen.

Wenn am Bohl alternativ das Ueberqueren über einen Fussgängerstreifen möglich ist, dann:

Würde die Unterführung nicht bereits bestehen, käme heute kein Mensch mehr auf die Idee, eine zu bauen und das Problem könnte, wie etwa vom Bahnhof zum Neumarkt, gelöst werden.

Wo ein Wille ist, ist ein Weg : Wir alle sollten uns mit allen möglichen demokratischen Mitteln für einen Fussgängerstreifen am Bohl einsetzen. Es darf nicht sein, dass die Stadt 5 Millionen Steuergelder investiert, um zwar die Unterführung zu vergolden, aber das Fussgängerproblem, besonders Nachts, nicht zu lösen.

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VBSG:

Stagnation und Ideenlosigkeit

Von Andreas Bernhardsgrütter

Stagnierende Fahrgastzahlen, altes Fahrmaterial, Investitionsstau, sinkende Marktanteile, fehlende Innovation und verkrustete Führung; unter diesen Stichworten kann die Situation bei den St.Galler Verkehrsbetrieben zusammen gefasst werden. Jetzt sind Änderungen angesagt, wenn der öffentliche Verkehr in der Agglomeration St.Gallen eine wichtige Rolle bei der Bewältigung künftiger Verkehrsprobleme wahrnehmen soll.

Man könnte neidisch werden, wenn man in Zürich, Bern oder Lausanne in neue Trams einsteigt, in Basel bei den Haltestellen durch ein Fahrgast-Informationssystem minutengenau mitgeteilt bekommt, wann der nächste Bus rollt, das Halbtax-Abo anrechnen kann - und das erst noch bei günstigeren Preisen und mit dem gleichen Billette auf allen Transportmitteln. Man könnte neidisch werden, wenn man von den Ausbauplänen erfährt: vom Tram West in Bern, vom Stadtverteiler Glatttalbahn in Zürich, von der Lausanner Metro, der Stadtbahn in Zug von den neuen Bahnhofplätzen in Winterthur oder Basel, den bewachten Velostationen an den Bahnhöfen. Als St.Galler ist man neidisch und wird langsam verärgert, dass sich in der Stadt St.Gallen hinsichtlich öffentlichem Verkehr seit Jahrzehnten nichts bewegen lässt. Es herrscht Stagnation und Ratlosigkeit. Das einzige, was sich bewegt, sind die Autos auf den Strassen, jedes Jahr werden es mehr.

Drastischer Marktanteilverlust

Die Zahlen sprechen für sich: In den letzten 15 Jahren hat sich der Verkehr auf den St.Galler Strassen nahezu verdoppelt; die Passagierzahlen der VBSG sind hingegen stagniert. Kein Wunder: denn für die Autos baute man eine Stadtautobahn und die VBSG fährt noch mit denselben Bussen auf den gleichen Linien. Benutzten vor zehn Jahren in St.Gallen noch 44 Prozent der Pendler öffentliche Verkehrsmittel, hat nun das Auto die Marktführerschaft auch im Pendlerverkehr übernommen. Der öffentliche Verkehr hat innert 10 Jahren 5 % weniger Pendler transportiert, während 12 % mehr Personen mit dem Auto zur Arbeit fahren. Für die VBSG und den Stadtrat aber kein Grund zur Besorgnis: Sie verweisen darauf, dass jüngere Menschen immer früher das Auto benutzen und ältere Personen immer später das Autofahren aufgeben. «Angesichts dieser Situation kann das Halten der Frequenz durchaus positiv bewertet werden», schreibt der Stadtrat in der Antwort auf eine Interpellation von Susanne Schmid-Keller und verbucht somit Rückgang in einem Wachstumsmarkt als Erfolg. Gleichzeitig zeigt er damit, dass die VBSG sich offenbar selbstzufrieden auf Zwangskunden spezialisieren: Auf Menschen, die kein Auto zur Verfügung haben und denen keine andere Wahl bleibt als der Bus. Diesen Kunden kann man getrost Stehplätze in alten Bussen zumuten.

Vergleich zeigt: Schlusslicht St.Gallen

In einem Rating von Umverkehr (vergl. Kasten nächste Seite) wurde das lokale ÖV-Angbot der 44 grössten Agglomerationen der Schweiz bewertet. Das Angebot von St.Gallen liegt hier im Mittelfeld. Vergleicht man aber den öffentlichen Verkehr in unserer Stadt unter den acht grössten Städten der Schweiz, liegt St.Gallen am Schluss, noch hinter mittelgrossen Städten wie Chur, Schaffhausen, Küsnacht-Zollikon, Emmen oder Zug. Ungenügende Noten holt sich das Angebot in St.Gallen beim Alter des Fahrzeugparkes, bei der Benutzerfreundlichkeit und Abonnementskosten. So verfügt die VBSG über den ältesten Fahrzeugpark der Schweiz. Auch ausserhalb der Verkehrsspitzen, ist ein Sitzplatz Mangelware. Zwischen 17.00 und 18.00 Uhr wird es insbesondere zwischen Lachen und St. Fiden ungemütlich eng. Ebenso besteht bei der Bedienungshäufigkeit, der Distanz zur Haltestelle und der durchschnittlichen Fahrgeschwindigkeit Verbesserungsbedarf: In St.Gallen wartet ein Fahrgast durchschnittlich fast drei Minuten länger auf den Bus, als in Luzern und muss 20 Meter weiter zur Haltestelle gehen. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von 19 km/h ist nicht überwältigend, gerade auch im Hinblick auf die grossen Distanzen in der Längsrichtung des Tales. Das ergibt lange Reisezeiten, z.B. auf der Strecke Riethüsli-Abtwil über eine halbe Stunde. Das städtische Busnetz ist einseitig auf den Hauptbahnhof ausgerichtet und endet meistens an der Stadtgrenze, obwohl die Stadt inzwischen über die Grenzen gewachsen ist. Die S-Bahnstationen Bruggen, Haggen, Winkeln, Riethüsli und St. Fiden sind nicht oder nur sehr schlecht an das Busnetz angebunden.

Defizit beim Freizeitverkehr

Rund 45 Prozent des Verkehrs ist Freizeitverkehr. Die VBSG konzentriert sich aber auf den Pendler-, Schüler- und Einkaufsverkehr. (Als löbliche Ausnahme: der Gratisbus auf die Drei Weiheren). Es ist wenig kundenfreundlich, während den Ferienzeiten das Angebot mit einem Ferienfahrplan auszudünnen. Das Fahrplanangebot an Sonntagen und am Abend ist bescheiden. Dies gerade auch auf den Linien, welche sich an den Enden gabeln und nur von jedem zweiten Bus bedient werden. Wartezeiten von einer halben Stunde sind in einer Stadt zu lang. Wenn das Parkplatzangebot an Samstag oder während einem Abendverkauf knapp wird, wieso nicht an diesen Zeiten das Angebot verdichten?

Keine Ideen und Strategien

Die Entwicklung in den letzten Jahren darf die Stadt nicht gleichgültig lassen. Verstopfte Strassen, lärmgeplagte Anwohner, der weitere Druck auf noch mehr Parkplätze und eine Erhöhung der Strassenkapazitäten sind Realität. Es geht um die Lebensqualität in der Stadt, um den Erhalt der Funktionsfähigkeit des Verkehrsnetzes. Da hätte der öffentliche Verkehr eine wichtige Rolle zu spielen. Aber von Seite der VBSG sind hier wenige Ideen vorhanden. In der Interpelationsantwort wird auf die Anbindung des Einkaufszentrums / Stadion in Winkeln mit neuen Busverbindungen verwiesen. Zudem werde eine bessere Erschliessung der Quartiere Oberhofstetten und Bruggwald vertieft untersucht. Diese Massnahmen - wenn sie den kommen - werden dem öffentlichen Verkehr in der Stadt St.Gallen zu keinem Quantensprung verhelfen: in Winkeln rechnen auch die optimistischen Planungen mit einem Marktanteil von maximal 10 Prozent, trotz drei neuen Buslinien und dadurch ausgelösten jährlichen Betriebsdefiziten von 2 Millionen Franken. An diesem Autobahnstandort hat der öffentliche Verkehr von Beginn weg schlechte Karten. Den in der Interpellationsantwort des Stadtrates aufgeführten direkten Bus von Gossau nach St.Gallen hat die VBSG aus Konkurrenzgründen jahrelang bekämpft und nun dürfen die Gossauer wohl Passagiere nach St.Gallen bringen, aber St.Galler dürfen das Angebot innerhalb des Stadtgebietes nicht benutzen. Die nun angekündigte Beschaffung von neuen Bussen und Erneuerung von Fahrleitungen dient der Wahrung des Status Quo und keinem Ausbau.

Kein Ausbau des öffentlichen Verkehrs kostet mehr

In den letzten Jahren wurden verschiedene Vorschläge für eine Verbesserung des Angebotes vorgebracht: von der Hochbahn im Westen, bis hin zu Stadtbahn und Tram. Von einer Verbindung der Speicher-Bahn mit der Appenzeller Bahn wird schon lange geträumt. Solche Ideen wurden aber von den Behörden nie ernsthaft angegangen. Die Planung im Westen der Stadt wurde mangels Initiative der eigentlich zuständigen Stadt- und Regionalplanung vom kantonalen Tiefbauamt in die Hand genommen. Wo wäre denn ein St. Galler Projekt für den öffentlichen Verkehr, wenn der Bund mit den nun anlaufenden Agglomerationsprogrammen tatsächlich den Agglomerationsverkehr fördern möchte? Während andere Städte über fertige Projekte verfügen, fehlen in St.Gallen dazu nur schon die Ideen. Es ist klar, ein Ausbau des öffentlichen Verkehrs kostet Geld. Aber: Kein Ausbau des öffentlichen Verkehrs kostet mehr: Geld für den Bau von zusätzlichen Parkhäuser und Strassen, von Lärmschutzvorrichtungen und Fassadensanierungen sowie die Behandlung asthmakranker Kinder, volkswirtschaftliche Kosten von Staus und Arbeitsausfällen.

So macht denn nicht nur die Entwicklung der letzten Jahre Sorgen, was noch mehr zu denken gibt, ist die Konzeptlosigkeit der VBSG und der politischen Führung für die Zukunft. Der Betrieb funktioniert so weit und man ist damit zufrieden. Es wird brav verwaltet. Ob diese Haltung genügt, einen Beitrag zur Lösung der anstehenden Verkehrsprobleme zu leisten, ist aber mehr als fraglich.


Kann der Modalsplit beeinflusst werden?

Der Stadtrat schreibt, dass die Möglichkeiten der Verkehrsbetriebe und der Stadt ausserordentlich beschränkt seien, auf den Modalsplit einzuwirken. «Die Bevölkerung lasse sich offenbar durch attraktive Angebote im öffentlichen Verkehr nicht entscheidend beeinflussen». Dies ist falsch: Die Erfahrung auch in anderen Städten hat gezeigt, dass ein Ausbau des Angebotes mehr Personen auf den öffentlichen Verkehr bringt. Wenn man aber nichts am Angebot ändert, verwundert eine Stagnation der Passagierzahlen nicht.

Es ist sicher richtig, dass weitere Veränderungen auch mit einer Verteuerung des Individualverkehrs erreicht werden, wie weiter angeführt wird. Aber der Stadtrat stiehlt sich aus der Verantwortung, wenn er dazu meint, dass solche Massnahmen ausserhalb seiner Entscheidungsbefugnisse liegen. Die Stadtbehörden beeinflussen in ihrem Tun und Lassen den Modalsplit massgebend mit. Die Entwicklung der letzten Jahre ist kein Schicksal, sondern Ergebnis von politisch gesetzten Entscheiden. Die Behörden haben etwa mit der Steuerung des Parkplatzangebotes und der Ansetzung der Parkgebühren durchaus Mittel in der Hand. Die entsprechenden Signale, sei es bezüglich der Bewilligung neuer Parkplatzanlagen oder der Ansetzung von verkehrslenkenden Parkgebühren gingen aber in eine andere Richtung. (Bg)


Fünf Ideen für St.Gallen

Der VCS hat in seiner letzten Ausgabe des VCS-lokal seine Ideen für einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs in der Agglomeration St.Gallen vorgestellt.

Mehr Infos:

Die Studie «Richtig verkehrt!» kann beim VCS Sekretariat, Marktgasse 14, 9004 St.Gallen für Fr. 10.- plus Versandspesen bestellt werden.


Weitere Infos finden sich auch im Dossier ÖV-Offensive Agglo St.Gallen auf der Homepage des VCS: www.vcs-sgap.ch



Das Rating von Umverkehr für St.Gallen

Umverkehr hat das lokale ÖV-Angebot der 44 grössten Agglomerationen der Schweiz untersucht und miteinander verglichen. Das Angebot wurde mit folgenden Kriterien untersucht (Benotung entspricht Notenskale 1 bis 6):

St.Gallen: Bewertung im Mittel: 4,41; Rang 17 bis 20 unter 44 untersuchten Angeboten.

Quelle: Christian Harb: ÖPNV - Hausaufgaben gemacht? Vergleichsstudie von 44 Angeboten des öffentlichen Personennahverkehrs in der Schweiz. Weitere Angaben unter: www.umverkehr.ch Bg

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Neue Direktbusse nach Gossau

Regiobusanekdoten aus Gossau

Von Ruedi Blumer

Seit dem Fahrplanwechsel im vergangenen Dezember fährt der Gossauer Regiobus erfreulicherweise bis an den HB St.Gallen. Nach jahrelangen Verhandlungen mit VBSG und Stadt konnte endlich eine Einigung für dieses aus Gossauer Sicht schon lange nötige Angebot gefunden werden. Dieses umsteigefreie Angebot kommt vor allem der Bevölkerung im Osten von Gossau und den BenutzerInnen der Haltestelle Stahl (KV-St.Gallen) entgegen.

Seit dem 14. Dezember 2003 gelten beim Regiobus allerdings auch neue Tarife &Mac246; und die sorgen für einigen Aerger. Das Gebiet des Regiobusses ist nun in 5 Tarifzonen unterteilt. Wer zum Beispiel im Mettendorf einsteigt und bis zum Westcenter fährt bezahlt für diese Kurzstrecke von nur 3 Haltestellen satte Fr. 3.60, weil dazwischen neu die Zonengrenze Gossau-St.Gallen liegt. Bisher bezahlte man dafür Fr. 2.20. Um den Regiobus attraktiv zu gestalten, müsste das Regionetz weiterhin als eine Zone gelten, was einen Einheitspreis von Fr. 2.20 bedeuten würde. Auf dem Netz der VBSG (Verkehrsbetriebe St.Gallen) kostet eine Einzelfahrt ebenfalls einheitlich Fr. 2.20, das Netz ist nicht in mehrere Zonen unterteilt und bezüglich Distanzen durchaus mit dem Gossauer Regionetz vergleichbar.

Eine direkte Busverbindung von Gossau nach Abtwil gibt es leider immer noch nicht. Immerhin fährt der Regiobus erfreulicherweise in der Freitag- und Samstagnacht je zweimal zum Cinedome in Abtwil und wieder zurück. Wer ein Kinobillet besitzt, darf sogar gratis zurückfahren. Nur hat allerdings auch dieser Fortschritt noch massive Kinderkrankheiten. Im neuen Fahrplan des Regiobusses steht kein Wort und keine Zahl von diesem Angebot. Der Bus kennt keine verbindliche Abfahrtzeit für die Rückfahrt. Da kommt es vor, dass im Cinedome geschrieben steht, der Bus fahre um 23.00, effektiv verlässt er Abtwil aber bereits um 22.45 und die Kinobesucher, die um diese Zeit noch einen Schlummerbecher trinken, nehmen um 23.00 Uhr statt einer Gratisfahrt einen sehr langen Heimweg unter die Füsse. Noch unverständlicher ist die Geschichte der vier Jugendlichen, die kürzlich mit der Firma Dähler Reisen vom Spenglercup aus Davos zurück nach Abtwil kamen und mit dem Regiobus bis Gossau fahren wollten. Ohne Kinobillett dürften sie nicht mitfahren, meinte der Buschauffeur. Die Jugendlichen wollten die Fahrt bezahlen, aber das nützte nichts, der Chauffeur liess sie gemäss Weisung seines Arbeitgebers morgens um 01.45 in Abtwil stehen und fuhr mit dem leeren Bus nach Gossau zurück.

Ich hoffe sehr, dass die Regiobus AG sich schnell eines fahrgastorientierteren Verhaltens besinnt. Für die dringend nötige positive Entwicklung von Angebot und Nutzung des Busses in Gossau ist das zwingend.


Schlechte Noten für Regiobus Gossau - Herisau

Von 44 Angeboten des öffentlichen Personenregionalverkehrs in Agglomerationen wurde der Regiobus Gossau-Herisau in einem Vergleich von Umverkehr auf dem 40 Platz eingereiht: Also ein ungenügend für ein dünnes und teures Angebot.

Durchschnittlich wird eine Bushaltestelle in Gossau und Herisau nur alle 40 Minuten bedient: Note 2,75. Zudem sind die Tarife für Einzelbillette angesichts des mageren Angebotes im Verhältnis zu den Parkgebühren und anderen Busunternehmungen sehr teuer: Rang 40 und Note 1,5. Wohl bestehen in Herisau und Gossau mit mindestens drei Zugsverbindungen pro Stunde von und nach St. Gallen dichte Taktfolgen. Diese Bedienungshäufigkeit wird aber vom Nahverkehr beim Bahnhof nicht unterstützt. Gute Noten erhielt der Regiobus hingegen beim Alter des Fahrzeugparkes und beim Sitzplatzangebot. Wegen der geringen Auslastung von 13,5 Prozent bestehen gute Chancen für einen freien Sitzplatz; auch ein Zeichen dafür, dass ein insgesamt schwaches Angebot auch wenig benutzt wird. So sei es - schreiben die Autoren der Studie - kein Wunder, dass dort, wo schwach bewertete Angebote des öffentlichen Nahverkehrs bestehen, Verkehrsprobleme mit neuen Umfahrungsstrassen bewältigt werden sollen.
Anlässlich der Präsentation verschiedener Modelle zur Stadtentwicklung hat der Gossauer Stadtpräsident Alex Brühwiler sich kürzlich auch auf diese Studie bezogen. Er hat dabei die sinnvolle Frage gestellt, ob es wohl an der Zeit sei, dass Gossau eine Million mehr als heute für den öV budgetiere. Wir meinen, diese Investition sei nötig und würde sich lohnen. Bg/Bl

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Bericht der Stadt St. Gallen

Umsetzung der Lokalen Agenda 21

Von Susanne Schmid

Nachhaltige Entwicklung oder Lokale Agenda 21 sind die Schlagworte, wenn es um umwelt- und sozialverträgliche Politik geht, die auch noch wirtschaftlich ist. Auch die Stadt St. Gallen gibt sich fortschrittlich; sie hat eine Lokale Agenda 21 und verpflichtet sich damit zu einer nachhaltigen Entwicklung. Damit diese Verpflichtung auch eingelöst wird, hat der Grosse Gemeinderat den Stadtrat vor knapp 2 Jahren dazu verpflichtet, „Vorschläge zu machen, wie er die Ziele der Lokalen Agenda 21 konkretisieren, erreichen, überprüfen und diskutieren möchte„.

Heute liegt dieser Bericht vor. Er ist sehr umfangreich und macht eine ausführliche Auslegeordnung der verschiedenen Projekte, die unter den Titel Agenda 21 subsumiert werden können. Er zeigt auf, was die Stadt schon alles macht (50 laufende Projekte, 30 Projektideen), wie umfassend sie Nachhaltigkeit versteht. Die Gliederung der verschiedenen Projekte in die Zielfelder Energie/Klimaschutz, Natur/Umwelt, Standortattraktivität, Quartierentwicklung und Wohlbefinden bringt etwas Ordnung in diese Auslegeordnung. Bei genauerer Betrachtung wird man aber doch etwas stutzig. So wird zum Beispiel unter dem Zielfeld Standortattraktivität das Projekt Fussballstadion-Neubau aufgeführt. Ausgerechnet dieses Projekt, wo der Umweltschutz (Lärm- und Luftreinhalteverordnung), sowie die Partizipation (Einbezug der Bevölkerung von Winkeln) grob vernachlässigt wurden. Eine ernstgenommene Nachhaltigkeit müsste bei solchen Grossprojekten eben nicht nur die Wirtschaftlichkeit, sondern zwingend auch den Umweltschutz und die soziale Gerechtigkeit gleich stark gewichten. Das Stadionprojekt unter den Projekten für eine Lokale Agenda 21 zu finden, hinterlässt einen mehr als schalen Beigeschmack - hier ist noch viel Überzeugungsarbeit nötig.

Der vorliegende Bericht macht den Anschein, als ob die Stadtverwaltung alle anstehenden grösseren Projekte und Aufgaben in eine Schachtel namens „Lokale Agenda 21„ gepackt hätte, um ein möglichst gewichtiges Packet zu erhalten und damit zu zeigen, wie wichtig ihr die lokale Agenda 21 eben ist. Das dadurch entstandene sehr umfangreiche Papier enthält aber auch viele guten Ansätze. Es ist aber sicher erst der Beginn und nicht das Ende einer wichtigen, wenn auch schwierigen Entwicklung, genannt Nachhaltigkeit. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit hat in vielen Köpfen der Verwaltung wenigstens bewirkt, dass das bekannten "Kästlidenken" (jeder bearbeitet nur sein Teilgebiet), etwas aufgebrochen wurde. In Zukunft sollen Projekte vermehrt in ihrer Gesamtheit betrachtet werden. Die explizite Aussage des Stadtrates, dass die 3 Bereiche Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft gleichwertig sind und nicht durch einander ersetzt werden können, das heisst, dass ein nachhaltiges Projekt eben nicht die Wirtschaftlichkeit auf Kosten des Umweltschutzes erhöhen kann, stimmt zuversichtlich. Da heute die Bereiche Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit gegenüber der Wirtschaft vernachlässigt sind, braucht es besondere Anstrengungen in diesen beiden Bereichen. Dies ist ein hoffnungsvoller Beginn.

In diesem Zusammenhang sollte allerdings überdacht werden, ob diese äusserst wichtige Koordinationsaufgabe bei der heute doch eher untergeordneten Umweltfachstelle am richtigen Ort ist. Sicher müsste die heutige Umweltfachstelle zusätzliche Kompetenzen erhalten, damit der hoffnungsvoll gestartete Prozess der Lokalen Agenda 21 nicht einfach in einer Schublade verschwindet.
Zur Bewertung der einzelnen Bereiche hat der Stadtrat Indikatoren vorgestellt, wie sie auch in anderen Schweizer Städten diskutiert werden, was sicher einen gangbaren Weg darstellt. Die einzelnen Indikatoren müssen aber noch kritisch auf ihre Aussagekraft hin durchleuchtet werden. So kann z.B. der "individuelle materielle Wohlstand" nicht durch das "durchschnittliche steuerbare Einkommen" gemessen werden. Denn dieser Indikator macht keine Aussage darüber, wie das Einkommen in unserer Stadt verteilt ist, ob wir viele sehr Arme und einige sehr Reiche haben, oder ob es allen mehr oder weniger gut geht.

Vermisst hat der VCS aber neue Projekte und konkrete Vorschläge, wie die Ziele der Lokalen Agenda eben wirkungsvoll umgesetzt werden können, gemäss dem Titel dieses Postulates. So heisst es im Postulatstext doch „es sollen für einzelne Bereiche der Lokalen Agenda 21 konkrete Ziele formuliert werden, Regeln für Zielkonflikte aufgestellt, und dargelegt werden, wie, in welcher Zeit und mit welchen Kosten man diese selbstgewählten Ziele erreichen kann.„

Wir haben einen Bericht mit neuen Vorschlägen zur Umsetzung erwartet und nicht eine breite Auslegeordnung aller (auch nur im entferntesten) mit der Agenda 21 im Zusammenhang stehenden, bereits lancierten Projekten. Wir hätten uns eine Tabelle gewünscht, die aufzeigt, welche Projekte bereits unter einem andern Titel beschlossen wurden, welche aufgrund der gesetzliche Vorschriften sowieso gemacht werden müssen, welche neu, aufgrund der Lokalen Agenda 21 aufgegleist werden und in welchen Bereichen wir den grössten Nachholbedarf haben. So gesehen ist vieles in diesem Bericht "alter Wein in neuen Schläuchen„. Wir können nur hoffen, dass sich dieser Wein besser verkaufen lässt als der alte und damit der Nachhaltigkeit zu mehr Nachachtung verholfen wird. Auch vermissen wir einen Kostenrahmen, denn Nachhaltigkeit ist nicht zum Nulltarif zu haben. Der Umgang mit Zielkonflikten wurde nicht explizit ausgeführt.

"Weg ist das Ziel„ - unter diesem Motto müsste dieser Bericht stehen. Wir wollen aber vor lauter Wegen das Ziel nicht aus den Augen verlieren und hoffen, dass der Prozess der lokalen Agenda 21 zügig voran kommt. Wir erwarten in Zukunft ganz konkrete Vorschläge, wie in den Bereichen Umwelt und Gesellschaft Verbesserungen erreicht werden können, damit die 3 Bereiche der Nachhaltigkeit besser ins Gleichgewicht kommen. So könnte sich die Stadt z.B. zum Ziel setzten, den CO2-Ausstoss jährlich um einen bestimmten Prozentsatz zu reduzieren. Dies wäre relativ einfach zu überprüfen und hätte eine positive Wirkung auf unser Klima.

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Kurse in St. Gallen und Gossau

Sicher im Sattel - Kurse 2004

Von Dani Schöbi

Im vergangenen Jahr haben über 200 Kinder und Erwachsene an Velofahrkursen in Gossau und St.Gallen teilgenommen. Dieses Kursangebot wollen wir in der Region St.Gallen weiter ausbauen und etablieren. Ab diesem Jahr werden wir zudem versuchen ein Angebot mit dem Frühlingsferienpass in Gossau und im traditionellen Sommerferienplausch St.Gallen zu lancieren. Die Winterzeit wurde für Leiterweiterbildungen und Gespräche mit Polizei und Stadt genutzt. Danken möchte ich bereits heute dem TCS St.Gallen, der uns auch im 2004 freundlicherweise den neuen Verkehrsgarten in der OLMA-Halle 1.0 zur Verfügung stellt. Einen grossen Einsatz leisten alle Kursleiter und Helfer. Sehr gerne würden wir die Kursleiterequipe weiter vergrösssern. (siehe unten!)

Die Velofahrkurse "Sicher im Sattel" sind auf den Verkehrsunterricht in den Schulen abgestimmt und ergänzen das Angebot der Polizei ideal. Sie werden massgeblich durch den Fonds für Verkehrssicherheit unterstützt. An den Kursen wird bekanntes aufgefrischt, neues gelernt und spielerisch vertieft. Zielpublikum sind Kinder ab Schuleintritt in Begleitung einer erwachsenen Person, geübt wird in den Grundkursen gruppenweise im Verkehrsgarten sowie auf abgesperrten Plätzen und Quartierstrassen.
Wir hoffen mit diesem Angebot die Verkehrssicherheit einen Gang hochschalten zu können. Kursflyer mit Anmeldetalon können beim VCS Sekretariat SG (Tel. 071 222 26 32, E-mail: vcs.sg@bluewin.ch) bestellt werden.

Folgende Kurse sind fürs 2004 geplant:

Kurse A:

Übungen im überdachten Verkehrsgarten in Zusammenarbeit mit der Polizei. Wir vermitteln die elementaren Grundkenntnisse, wichtige Verkehrsregeln bis zum selbstsicheren Kurven. Für Kinder ab 6 bis 10 Jahren in Begleitung einer erwachsenen Person:

Kurse B:

Wir üben auf dem Schulhausplatz und auf Quartierstrassen. Im Mittelpunkt stehen die Verkehrsregeln und das korrekte Verhalten im Verkehr. Vom Abstandhalten über das Zeichengeben bis zum richtigen Abbiegen. Für Kinder ab Schuleintritt und Erwachsene.


WANTED! WANTED!

Wir suchen Dich (ab 16) als Ergänzung des Kursleiterteams. Wir offerieren Leiterentschädigungen, Weiterbildungskurse und strahlende Kindergesichter! Bitte meldet euch bei Dani Schöbi (Tel. 071 223 50 18). DANKE!!

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Am 13. Mai werden umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen angeboten

10 Jahre Ökomarkt

Der Ökomarkt feiert dieses Jahr sein 10-jähriges Jubiläum. Was 1995 klein unter dem Waaghaus begann, hat sich zu einem Grossanlass mit rund 70 Teilnehmenden entwickelt. Am 13. Mai 2004 werden um das Vadiandenkmal wiederum umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen angeboten.

Durch seine Vielseitigkeit, Farbe und Lebendigkeit stösst der von der Interessengemeinschaft (IG) Ökomarkt organisierte Markt auf breites Interesse. Die Besucherinnen und Besucher können sich beraten lassen und an den meisten Ständen auch einkaufen. Das Angebot erstreckt sich über umweltverträgliche Produkte für den täglichen Gebrauch, Bio-Garten, Lebensmittel und Getränke, Bauen und Wohnen, Umwelttechnik und Recycling, Ferien- und Freizeitaktivitäten, Mobilität, Energie, Gesundheit und vieles mehr. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt, und eine Festwirtschaft lädt zum Verweilen ein. Zum 10-jährigen Jubiläum rundet ein attraktives Rahmenprogramm den Markt ab. Lassen Sie sich überraschen!

Wir freuen uns, wenn Sie am 13. Mai vorbeischauen. Bieten Sie selbst umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen an, vermittelt die Umweltfachstelle gerne Anmeldeformulare (Tel. 071 224 56 76, info@oekomarkt.ch).

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Tageskarten: ein Angebot auf das wir nicht verzichten wollten und auch nicht müssen!

"Tageskarte Gemeinde" ab 1.April im Rathaus am Bahnhofplatz 1 erhältlich

Von Doris Königer

Die heutige Nachfrage zeigt, dass ein grosses Bedürfnis nach diesen günstigen Tageskarten besteht. Die Kündigung der SBB auf den 15. April 2004 traf uns alle sehr hart. So verschwindet nicht nur unser städtisches Angebot im claro-Laden, sondern auch das gesamtschweizerische Angebot.

Während der Budgetberatung konnte ich meine Gemeinderatskolleginnen und -kollegen davon überzeugen, dass die Stadt neben zufriedenen Stadtbewohnerinnen und -bewohnern mit diesem neuen Angebot - den neuen «Tageskarten Gemeinde» - auch einen Beitrag zum Umsteigen auf das umweltfreundliche Verkehrsmittel Zug unterstützen würden, was ganz im Sinne der "Lokalen Agenda 21" ist. Diese Thematik steht in der Februarsitzung auf der Traktandenliste. Dem Antrag wurde sowohl in der Geschäftsprüfungskommission wie auch im Rat entsprochen.

Der claro-Laden konnte in den letzten Jahren zusammen mit dem VCS bis zu zehn Flexi-GA's anbieten. Die durchschnittliche Auslastung lag bei 96%. Bis Ende März sind an der Waisenhausstrasse 1 noch sechs Flexi-GA's erhältlich, bis Ende April werden es nur noch zwei sein.

Der Übergang zu den "Tageskarten Gemeinde", welche ab dem 1. April angeboten werden, ist dadurch fliessend. Ich möchte hier dem Team des claro-Ladens herzlich danken, welche dieses jahrelange Angebot mit viel persönlichen Engagement betreut hat.

Hier nun das neue Angebot der Stadt St.Gallen:

Die "Tageskarten Gemeinde" werden zu einem Preis von Fr. 33.- abgegeben. Sie können beim Informationsschalter im Rathaus, Bahnhofstrasse 1, bezogen werden. Telefonische Reservation über Tel. 071/224'53'31. Diese Reservationen sind verbindlich. Die Karten müssen bei Bezug bar bezahlt werden. Eine Rückerstattung für nicht gebrauchte Karten ist nicht möglich, da sie nur für einen festen Tag, so wie bis anhin, ihre Gültigkeit haben.

Die Öffnungszeiten des Informationsschalters im Rathaus sind:

Die Ortsgruppe St.Gallen hofft, dass auch dieses Angebot von vielen benutzt wird. Mobil sein - Mobil bleiben - neu mit dem neuen Angebot Stadt: Den 10 Tageskarten Gemeinde.

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Andreas Bieniok zur VCS Studie Richtig Verkehrt

"Richtig verkehrt" - in die richtige Richtung!

Von Andreas Bieniok, Leiter Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons St.Gallen

Die Studie des VCS ist ein wertvoller Denkanstoss für die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in der Agglomeration St.Gallen. Einige Ideen sind neu und bedürfen vertiefter Abklärungen bezüglich Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit, andere Ziele stehen bereits in der Vorbereitungsphase.

Ein Billett für eine Fahrt - der integrale Tarifverbund

Der integrale Tarifverbund ist ein entscheidender Schritt, um den Zugang zum öffentlichen Verkehr zu vereinfachen. Die Planung ist bereits angelaufen: die Einführung ist für 2007 vorgesehen.

Von der S-Bahn auf den Bus - einfach und überall

Kurze Umsteigewege, abgestimmte Fahrpläne, keine Verspätungen und damit keine Brüche in der Transportkette: dies ist die Idealvorstellung der Vernetzung von Bahn und Bus. Ein Beispiel: Im Agglomerationsprogramm "St.Gallen West" ist längerfristig die konsequente Erschliessung des S-Bahnhofs Winkeln mit den städtischen und regionalen Buslinien vorgesehen.

Ein neuer Knoten im Osten der Stadt

Eine bessere Verknüpfung des öffentlichen Verkehrs beim Bahnhof St.Fiden oder weiter östlich ist wünschenswert. Ein optimaler Umsteigeknoten Bahn/Bus setzt wesentliche bauliche Massnahmen voraus. Nutzen und Kosten wären mit vertieften Abklärungen zu ermitteln.

Umsteigefrei ans Ziel - Direktverbindung ins Zentrum

Die Prüfung der schrittweisen Einführung von regionalen, beschleunigten Durchmesserlinien ist im jüngst vom Kantonsrat verabschiedeten öV-Programm 2004-2008 vorgesehen.

Ein Tram für St. Gallen - Wiedersehen macht Freude

Ein Tramnetz für St.Gallen tönt verlockend und könnte die Kapazitätsprobleme sowohl des öffentlichen Verkehrs wie des Strassennetzes entschärfen. Abklärungen im Zusammenhang mit der Entwicklung in St.Gallen West haben ergeben, dass die Stadt die kritische Grösse nicht erreicht, um ein Tramnetz wirtschaftlich zu betreiben. In kritischen Bereichen können in Zukunft auch für den Busverkehr Eigentrassierungen erforderlich sein.

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Jürg Eschenmoser zur VCS Studie Richtig Verkehrt

"Richtig verkehrt" - in der Agglomeration St.Gallen

Von Jürg Eschenmoser, Regionalleiter
PostAuto Regionalzentrum

Mit grossem Interesse habe ich die Broschüre des VCS St.Gallen/Appenzell gelesen - Kompliment! In vielen Punkten decken sich die Ansichten der Verfasser mit meiner Meinung. Aus Sicht eines öV-Betriebes, bei dem die Kundeninteressen ins Zentrum stellen sollen, möchte ich vier Punkte speziell herausgreifen:

  1. Integraler Tarifverbund OSTWIND (inkl. Einzelbillette und Mehrfahrtenkarten):
    Das Bedürfnis wird von niemandem bestritten, sowohl die Besteller (öV-Programm Kt. SG 2004-08) als auch die Transportunternehmen stehen einhellig hinter diesem Ziel. Spätestens auf den 1. Januar 2007 sollte der integrale Tarifverbund auf dem gleichen Gebiet wie der Abonnements-Verbund OSTWIND realisiert sein. Allerdings wird die Finanzierung, insbesondere das Auswechseln aller Billettautomaten, noch einiges Kopfzerbrechen verursachen.
  2. PostAuto-Linien als Durchmesserlinien: Auf Empfehlung von PostAuto St.Gallen-Appenzell wurde dieser Vorschlag ins St.Galler öV-Programm 2004-08 aufgenommen. Aus Engelburg kommend bis zum Marktplatz/Bohl oder der Kantonsschule sitzen bleiben? Aus Wittenbach/Kronbühl ohne Umsteigen bis zur Kreuzbleiche? Es lohnt sich auf jeden Fall, diese Vorschläge weiter zu vertiefen. Ein besonderes Augenmerk ist darauf zu richten, dass die PostAuto-Linien ihren regionalen Schnellbus-Charakter behalten und nicht durch innerstädtischen Kurzstreckenverkehr an Attraktivität verlieren.
  3. Attraktiver Bahnhofplatz St.Gallen: Der Handlungsbedarf ist erkannt - unser wichtigster Umsteigeknoten im Zentrum der Stadt muss deutlich attraktiver werden. Die Abhängigkeiten und Zuständigkeiten sind allerdings sehr komplex. Die Stadt St.Gallen hat dabei eine klare Führungsrolle zu übernehmen. Eines dürfen wir nicht vergessen: Bei allen Unzulänglichkeiten ist der Bahnhofplatz St.Gallen heute der Platz der kurzen Wege zwischen Fern-, Regional- und Stadtverkehr. Alles spielt sich sozusagen auf der Fläche eines Bierdeckels ab - und dies muss so bleiben.
  4. Neuer S-Bahn-Halt im Osten der Stadt? Vom Bus auf den Zug in Mörschwil oder Haggen? Diesen Vorschlägen begegne ich mit grossen Vorbehalten. Unsere Erfahrungen in Wittenbach oder Goldach zeigen, dass die Postauto-Passagiere für Fahrzeiten Richtung St.Gallen von rund 20 Minuten im Bus sitzen bleiben und - trotz Fahrzeitgewinn - nicht oder kaum Umsteigen. Zu gross sind die Vorteile wie Bequemlichkeiten, feinmaschiges Bus-Haltestellennetz auf Stadtgebiet oder die Gefahr eines Anschlussbruches. Zudem muss ein Umsteigepunkt auch optisch/örtlich attraktiv sein und eine gewisse Zentrumsfunktion erfüllen. Erfahrungsgemäss wird "auf der grünen Wiese" nicht umgestiegen, auch wenn die Anschlüsse noch so attraktiv sind. Für die Stadt St.Gallen gilt generell: Die attraktiven Regionalbuslinien müssen direkt ins Stadtzentrum führen - auf keinen Fall darf am Stadtrand ein Umsteigen vorgesehen werden!

Die Aufgaben im Agglomerationsverkehr der Stadt St.Gallen gehen uns nicht aus. Ich freue mich auf die Unterstützung des VCS.

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Neuer Geschäftsführer

Die Sektion St.Gallen/Appenzell hat auf den 1. April einen neuen Geschäftsführer

Der Vorstand der Sektion St. Gallen /Appenzell hat an seiner letzten Januar-Sitzung den neuen Geschäftsführer ernannt. Thomas Schwager ist Stadt St.Galler, Velofahrer, unterstützt seit langem unsere verkehrspolitischen Anliegen und hat in unseren Augen einen gut gefüllten Erfahrungs- und Wissensrucksack. Im nächsten Lokal werden wir ihm die Gelegenheit geben, sich selber vorzustellen. Margot Benz, unsere langjährige Geschäftsführerin, wird unsere Geschäftsstelle auf den 30. April verlassen um neue noch offene Wege zu betreten.

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Einkaufszentrum-Stadion:

Verhandlungen laufen immer noch

Seit einigen Monaten war es in den Medien ruhig um das Thema Stadion und Einkaufszentrum West. Der Grund liegt in den laufenden Verhandlungen zwischen der Bauherrschaft, den Rekurrenten, darunter der VCS, der Vorinstanz (Stadt St.Gallen) und dem kantonalen Baudepartement.

Um das Verhandlungsklima nicht zu belasten, wurde zwischen den Beteiligten vereinbart, keine Informationen an die Öffentlichkeit zu geben. Nach Abschluss der Verhandlungen wird die Öffentlichkeit jedoch über das Ergebnis orientiert.

Nach mehreren Verhandlungsrunden dürfte es nicht mehr allzu lange dauern, bis es soweit ist. Auch wir halten uns bis dahin an das vereinbarte Stillschweigen. (PJ)

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Events:

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s ein gutes Zeichen!