Inhalt VCS Lokal, September 01/Nr.55:

Motzecke: VCS Mitglieder sind gute Beobachten
Aktion Nachtwind: Damit die Buse nicht früh schlapp machen
Eine Erfolgsgeschichte: Rückzug der Initiative "Strassen zum Leben"
Aktionstag "ohne Auto in die Stadt: Am 22 September gibt es Brot und Spiele
Strassenraumgestaltung: Aufwertung der Quartiere
Mehr Velounfälle: Rücksichtsnahme im St.Galler Strassenverkehr nimmt ab
fehlende Bushaltestelle: Quartier Oberstetten ohne Busverbindung
Mobility: 1000 Personen teilen sich 44 Autos



Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Nach einem für Schweizer Verhältnisse sehr schönen Sommer melden wir uns erholt und motiviert zurück. Die letzte Ortsgruppensitzung, die auch diesmal mit einer erfreulichen Mitgliederzahl (10 Personen davon 3 Frauen!) stattfand, zeigte, dass es auch in diesem Herbst einiges zu tun gibt.
Als Erstes wird die Initiative «Strassen zum Leben», die wir sehr intensiv begleitetet, und für die wir Unterschriften gesammelt haben, im Gemeinderat behandelt. Am 22. September beteiligen wir uns mit einem Stand am europäischen Aktionstag «Ohne mein Auto in die Stadt». Wir würden uns dort sehr über einen Besuch unser Mitglieder freuen. Es ist für uns immer wichtig, den Kontakt mit Ihnen zu pflegen.
Die Stadion AG reicht in Kürze ihren Überbauungsplan ein, und wir werden uns einsetzen, dass die Erreichbarkeit mit dem öV gewährleistet ist, Fussgänger- und Velowege sicher sind, die Lebensqualität der AnwohnerInnen nicht zu sehr unter dem Grossprojekt leidet, die Parkplätze bewirtschaftet werden, etc. Den Bauwilligen im Stadion West und dem Tiefbauamt des Kantons mit seinen Autobahnausbauplänen im Raume Winkeln werden wir kritisch über die Schulter schauen und uns für eine gute, umweltgerechte Lösung stark machen.

Unser «Lokal» berichtet diesmal auch von der neu eingeführten Mitfahrgelegenheit im Riethüsliquartier und der Petition der Juso St.Gallen für einen «Nachtwind» (Nachtbusse).
Da Margot Benz, unsere Geschäftsführerin, eine längere Reise plant, werde ich ab Mitte Oktober bis Ende Januar 2002 im VCS Büro ihre Arbeit übernehmen.

Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Herbst!

Doris Königer
Ortsgruppe St. Gallen



Erfreuliches und Ärgerliches aus unserer Region

motz-ecke@vcs.ortsgruppe.sg

Auf dieser Seite im «Lokal» können sich unsere Mitglieder über etwas ärgern oder sich mit uns über eine gute Sache freuen. Unsere Augen sind nicht überall, und so sind wir auf eure Mitteilungen angewiesen. Also schreibt uns an:
doris.koeniger@bluewin.ch oder an vcs.sg@bluewin.ch
in Briefform an unsere neue Adresse:
VCS- Ortsgruppe St. Gallen . Marktgasse 14 . Postfach . 9004 St. Gallen . Fax. 071/ 222 26 62

Bildung am Zug: Seit einiger Zeit hat sich die Migros-Klubschule im Hauptbahnhof St.Gallen eingenistet. Diese Institution wird täglich von hunderten von Frauen und Männern besucht. Die hervorragende Anbindung an den öffentlichen Verkehr und die Lage inmitten der Stadt führt dazu, dass ein grosser Teil der Besucherinnen und Besucher zu Fuss, mit dem Velo oder dem öffentlichen Verkehr anreisen. Dies wird von der Migros-Klubschule auch aktiv unterstützt. So wird bei jeder Neuanmeldung ein Prospekt zugestellt, welcher für die Benutzung des öffentlichen Verkehrs wirbt. Für den VCS ist dies ein hervorragendes Beispiel dafür, dass eine konsequente Ausrichtung eines Angebotes auf den öffentlichen Verkehr für alle einen Gewinn darstellt. Die Migros-Klubschule profitiert von tiefen Kosten dank eingesparten Parkplatzbauten, die Besucher können auf dem Weg zur Schule nochmals das letzte Kapitel nachschlagen und sparen Parkgebühren, die Stadt wird von unnötigem Verkehr verschont.

Markierung: An der Bitzistrasse beim Männerweier ist eine neue Tempo 30-Markierung im Einsatz. Das grosse runde Signet, welches auf der Strasse aufgetragen wurde, ist frisch, auffallend und ortgerecht. Wir hoffen, dass dieses Signet in unserer Stadt öfter zum Einsatz kommt, denn es gibt der Tempo 30-Zone ein freundliches «Gesicht».
Ein dreifaches Hupen für die neue Signalisation!

Dauerärgernis Grüningerplatz: Die Zustände rund um den Grüninger Platz sind ein Dauerärgernis. Dieser Platz wird als Kehrplatz von denjenigen Fahrzeuglenkern missbraucht, welche via Gallusplatz die Altstadt im Süden umfahren. Es bestehen gefährliche Konflikte mit dem Veloverkehr, der vom Restaurant Schmitte in die Schmiedgasse führt. Ein an sich schöner Platz, welcher gerne von den angrenzenden Wirtschaften in Beschlag genommen werden will, wird dem Verkehr geopfert. Der Aktionstag «Ohne Auto in die Stadt» zeigt, wie dieser Platz sinnvoll genutzt werden könnte.


Juso fordert verbessertes Nachtbusangebot

Wir fordern, dass Busse nicht schon früh schlapp machen!

Am Freitag, 11. August 2001 startete die JUSO Stadt St. Gallen die Aktion Nachtwind. Ziel der Aktion ist es, dass auch in der Stadt St. Gallen am Wochenende deutlich mehr Nachtbusse deutlich länger als bisher fahren und zwar zum Normaltarif von zwei Franken!
Bis anhin existiert lediglich ein Kurs um 0.30 Uhr in alle Richtungen. Aus verschiedenen Überlegungen sind wir der Meinung, dass Nachtbusse bis um etwa 03.00 Uhr fahren sollten...

Von einigen Plätzen in St.Gallen wurde bereits vom «Unort» gesprochen, verlassener Stadtpark, leere Gassen. Gerne würde man flanieren und plegern, doch einladend ist es nicht mehr, wenn um Mitternacht Einsamkeit einkehrt. Das flaue Gefühl das in einem aufzieht kommt dann auch nicht von ungefähr. Es ist traurige Realität geworden in St.Gallen, dass viele Leute von einem Überfall berichten, lange nicht alle kommen zur Anzeige!

Ein gesteigertes Angebot an Nachtbussen bringt mehr Leben in die St.Galler Innenstadt, mehr Sicherheit auf den Strassen und schont deine Füsse und die Umwelt!

Lokale, welche bis in die Morgenstunden geöffnet haben, können sich bestimmt über ein grösseres Publikum freuen. Vielleicht können auch Unfälle vermieden werden, fahren in übermüdetem oder angetrunkenem Zustand kann abgeschafft werden!

Wenn das ganze Angebot auch noch erschwinglich ist, und sich die Überlegung mit dem extra-Fünflieber erübrigt, lohnt es sich auch ein Stündchen länger zu bleiben.

Nicht nur St.GallerInnen geniessen das vielfältige Nachtleben der Stadt, auch aus der «Region Ostwind» kommen sie, nutzen kulturelle sowie Freizeit- Angebote. Könnten da nicht auch die Besucherzahlen steigen?


Wir fordern darum, dass

www.junglinks.ch



Für mehr Lebensqualität in der Stadt

Eine Erfolgsgeschichte: Rückzug der Initiative «Strassen zum Leben»

Von Susanne Schmid

Zuerst ein kurzer Rückblick:
Ausgangspunkt war und ist die schlechte Lebens- und Wohnqualität an vielen Strassen in der Stadt St. Gallen, insbesondere die schlechte Situation an den stark belasteten Staatsstrassen. Verkehr gehört zur Stadt, das ist uns allen klar, aber ebenso wichtig sind die BewohnerInnen. Wir suchten deshalb nach Möglichkeiten, wie die Lebens- und Wohnqualität der Bevölkerung verbessert werden kann, ohne dass dadurch der Verkehr gross eingeschränkt werden muss und stiessen dabei auf das Berner Modell. Mit dieser Initiative wollten und wollen wir erreichen, dass auch in St.Gallen solche Verbesserungsmassnahmen realisiert werden.
Beim Unterschriftensammeln hat sich dann rasch gezeigt, dass die St.Galler Bevölkerung zum Teil sehr skeptisch gegenüber solchen Massnahmen eingestellt ist. Viele Personen konnten sich nicht vorstellen, dass trotz Verlangsamung des Verkehrs durch schmalere Fahrbahnen wirklich gleich viel Verkehr durch eine Strasse rollen kann. Staus und Verkehrschaos wurden befürchtet.
Im Folgenden hat der VCS eine Exkursion nach Bern für interessierte PolitikerInnen organisiert. Durch einen Augenschein vor Ort sollten Vorurteile abgebaut werden. Dies ist nun offensichtlich auch gelungen, wie die gute Aufnahme im Grossen Gemeinderat (GGR) und im Stadtrat gezeigt haben.

Der Grosse Gemeinderat hat an seiner letzten Sitzung beschlossen, die Initiative zwar abzulehnen, aber deren Ziele mit einem Postulat und einer Komissionsmotion weiter zu verfolgen. Die Stadt wird mit der Motion beauftragt, ein Musterbeispiel auf einer Gemeindestrasse vorzubereiten und mit dem Postulat wird der Stadtrat verpflichtet, sich beim Kanton weiterhin nachdrücklich dafür einzusetzen, dass auch auf den Staatsstrassen wie der Zürcherstrasse, der Langgasse oder der Rorschacherstrasse endlich Verbesserungen realisiert werden.
Das erste Ziel der Initiative, nämlich das Bewusstsein für Verbesserungsmassnahmen auf stark belasteten Strassen zu schaffen, ist somit erreicht. Durch die Auseinandersetzung mit der Initiative gelangte offensichtlich die überwiegende Mehrheit der Gemeinderäte (beinahe alle anwesenden Gemeinderäte haben das Postulat unterrschrieben) zur Überzeugung, dass solche Massnahmen auch in St.Gallen möglich und nötig sind. Angesichts dieser breiten Zustimmung über alle Parteien hinweg, haben wir uns entschlossen, die Initiative zurückzuziehen. Den Aufwand (Kosten und Zeit), der eine Volksabstimmung verursacht, wollen wir sparen.
Ich bin sehr froh, dass der Rat für einmal über seinen eigenen Schatten gesprungen ist und einer Initiative, die von linken Kreisen lanciert worden ist, inhaltlich zum Durchbruch verholfen hat.
Dadurch, dass jetzt in St.Gallen auf einer stark befahrenen Gemeindestrasse ein Musterbeispiel im Sinne der Initiative realisiert wird, erhalten die Bevölkerung und der Kanton Gelegenheit, die positive Wirkung solcher Verbesserungsmassnahmen gleich vor Ort zu erleben. Der doch etwas mühsame Gang nach Bern wird in Zukunft nicht mehr nötig sein. Dadurch versprechen wir uns, dass die Ziele der Initiative noch schneller erreicht werden können.

Fazit:
Auch mit einer gewonnenen Volksabstimmung hätten wir kaum mehr erreichen können, als wir jetzt bereits haben, deshalb wollen wir uns die Abstimmung sparen und unsere Kräfte darauf konzentrieren, der Idee der Initiative zur Realisierung zu verhelfen.

Ich möchte Ihnen deshalb allen danken, dass Sie mit Ihrer Unterschrift mitgeholfen haben, den Ideen der Initiative zum Durchbruch zu verhelfen. Der Ball liegt nun wieder bei der Politik. Der Kanton muss noch davon überzeugt werden, dass auch die BürgerInnen der Stadt berechtigte Ansprüche an den Strassenbau haben, nur heisst die Lösung hier eben nicht «neue Umfahrungsstrassen», sondern «Strassenumgestaltungen».

Es kann doch nicht sein, dass von den 310 Millionen Franken, die in Jahren 1999 - 2003 im Kanton in den Strassenbau fliessen, kein Franken in der Stadt ausgegeben wird. Zum Vergleich: Die Umfahrung Bazenzheid kostet rund 125 Millionen Franken und im Dorf Bazenheid wohnen ca. 3400 Personen. Im Stadtteil Lachen leben rund 2500 Personen und für ca. 5 Millionen Franken könnte dort die Lebens- und Wohnqualität stark verbessert werden. Auch der durchschnittliche tägliche Verkehr ist auf den städtischen Hauptstrassen wesentlich höher als praktisch in allen ländlichen Gemeinden, wo Umfahrungen gebaut oder geplant sind. Durch Bazenheid fahren ca. 10&Mac226;000 Fahrzeuge pro Tag, auf der Zürcherstrasse sind es dagegen 16Œ000.
Sind denn die BewohnerInnen der Stadt BürgerInnen zweiter Klasse?


Europäischer Aktionstag: «Ohne Auto in die Stadt»
Samstag, 22. September 2001

In die Stadt ohne meine Auto: Am Samstag 22. September gibts Brot und Spiele

Von Susanne Schmid

Der 22. September ist der internationale Tag «In die Stadt ohne mein Auto», der 1998 erstmals von Frankreich veranstaltet wurde. Bereits ein Jahr später beteiligten sich 66 französische und 92 italienische Gemeinden, sowie Genf an diesem von der EU unterstützen Tag. Dieses Jahr machen 619 Städte mit, darunter 13 aus der Schweiz, eine davon ist die Stadt St.Gallen. An diesem Tag wird darauf aufmerksam gemacht, dass man in der Stadt problemlos auch ohne Auto mobil sein kann. Die BewohnerInnen werden für eine nachhaltige Mobilität sensibilisiert. Der 22. Sept. bietet die Chance, dass Personen den OeV wieder einmal ausprobieren und sich dabei von der guten Qualität überraschen lassen. Die Wettbewerbskarte, die im Vorfeld in den städtischen Geschäften aufliegt, berechtigt an diesem Tag zum Gratisbusfahren .

«Brot und Spiele» - unter diesem Motto begeht der VCS zusammen mit der Ludothek den diesjährigen Aktionstag. Der VCS möchte an diesem Tag zeigen, wofür die Strassenflächen in der Stadt genutzt werden können, wenn sie vom Verkehr befreit sind. Auf dem Grünigerplatz und in den angrenzenden Gassen werden Spiele und Wettbewerbe durchgeführt. Die Ludothek organisiert einen Geschicklichkeitsparcour mit verschiedensten Verkehrsmitteln. Daneben gibt es Badminton und Streetball. Natürlich fehlt auch die beliebte Button-Maschine nicht, sodass sich jedermann den eigenen Ansteckknopf basteln kann. Der Spielclub betreut ausserdem diverse Brettspiele für Kinder und Erwachsene. Auf Hungrige und Durstige wartet nicht nur Brot, sondern Kaffee und Kuchen sowie eine SIRUP-BAR mit mehr als 10 verschiedenen Sirups. Für einmal darf der Strassenraum zur richtigen Spielstrasse werden.
Sie alle sind herzlich eingeladen, uns am Samstag, dem 22. September zwischen 11.00 und 17.00 auf dem Grünigerplatz zu besuchen und mitzuspielen.
Also, nichts wie hin. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!



Gefahr auf Hauptstrassen

Koexistenz statt Dominanz

Von Peter Jans


Die weitaus grösste Zahl der Unfälle passiert auf den Strassen des sogenannten übergeordneten Strassennetzes. Dagegen sind auf den Quartierstrassen nur sehr wenig Unfälle mit verletzten Personen festzustellen. Die Anstrengungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit müssen darum in Zukunft vor allem entlang der Hauptstrassen unternommen werden. Strassenraumgestaltende Massnahmen sind daher dringend notwendig.

Es ist keine Überraschung, dass die St.Galler Quartierstrassen für die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer, vor allem auch für die Kinder als sicher bezeichnet werden können. Denn der Grossteil der in der Stadt gefahrenen Kilometer wickelt sich auf dem übergeordneten Strassennetz ab. Es sind dies die Sammel-, Verbindungs- und Hauptstrassen.
Besonders erfreulich ist auch, dass nach Auskunft des Unfalldienstes der Stadtpolizei in den Tempo 30-Gebieten nur sehr wenige Unfälle verzeichnet werden, insbesondere praktisch keine Unfälle mit Verletzten. Tempo 30 verfehlt also seine positive Auswirkung auf die Verkehrssicherheit und die städtische Lebensqualität nicht.
Umgekehrt bedeutet dies aber, dass auf den übergeordneten Strassen die Anstrengungen für mehr Verkehrssicherheit verstärkt werden müssen - dort, wo die Unfälle geschehen. An diesen Strassen wohnen Tausende von EinwohnerInnen. Hunderte von Kindern überqueren täglich diese Strassen auf ihrem Schulweg.
Wenn wir die Anzahl Unfälle mit verletzten Menschen in St.Gallen in Richtung Null bringen wollen &Mac246; die sogenannte «Vision Zero» &Mac246;, dann sind verkehrsberuhigende Massnahmen auf den Hauptachsen unumgänglich.
Es geht nicht darum, den Verkehr zu verdrängen oder zu schikanieren, sondern darum, ihn menschen- und stadtverträglicher abzuwickeln. Strassenraumgestaltende Massnahmen, wie sie der Gemeinderat in beispielhafter Einmütigkeit befürwortet, werden dazu beitragen, den Verkehr flüssiger und weniger hektisch zu machen. Ein etwas tieferes, dafür weniger mit Stopps unterbrochenes Tempo wird eine spürbare unfallsenkende Wirkung haben!

Die zuständigen Behörden von Stadt und Kanton werden nun gemeinsam ein erstes Beispiel für eine gelungene Strassenraumgestaltung an einer städtischen Hauptachse planen und umsetzen müssen. Gelingt dies, wird es nicht lange dauern, bis auch andere durchschnittene Quartiere nach einer Aufwertung rufen - davon bin ich überzeugt.


Mehr Velounfälle

Die Stadtpolizei musste leider in den letzten Jahren eine spürbare Zunahme von Velounfällen registrieren. Wenn vermehrt Velos mit Velos oder Velos mit Mofas zusammenstossen, kann dies kaum anders erklärt werden, als dass leider die Bereitschaft zur gegenseitigen Rücksichtnahme abgenommen hat. Für mehr Verkehrssicherheit braucht es sichere Radwege, geeignete Markierungen und eine verkehrsberuhigende Strassenraumgestaltung - es braucht aber genauso ein Verhalten, das mehr von Rücksicht als Egoismus geprägt ist. Die Grossen machen es den Kleinen vor - oder?




Mitfahrgelegenheit Oberhofstetten

unkompliziert und freiwillig

Von Heidi Kundela

Nach wie vor ist im Riethüsli das Hanggebiet Oberhofstetten nicht durch ein öffentliches Verkehrsmittel erschlossen. Dies veranlasste einige Quartierbewohnerinnen, einen Versuch mit bereits vorhandenen Ressourcen zu wagen: Der Quartierverein hat Hand geboten und an seiner letzten Hauptversammlung die Idee gutgeheissen und bei der Umsetzung mitgewirkt: Alle Bewohnerinnen und Bewohner von Oberhofstetten wurden mittels Brief und gelben Plakaten informiert.
Wer zu Fuss im Bereich Oberhofstetten unterwegs ist und eine Mitfahrgelegenheit wünscht, kann dies durch ein einheitliches Zeichen, die Gelbe Karte, signalisieren. Die heimwärts- oder stadtwärtsfahrenden Autos können, immer auf freiwilliger Basis, eine Mitfahrgelegenheit anbieten.

Die «Aktion Mitfahrgelegenheit für Oberhofstetten» ist vor den Sommerferien angelaufen und steckt noch in der Startphase.

Ob sich die Idee «etablieren» kann, wird ein Wechselspiel von Angebot und Nachfrage sein.



Mobility wächst und wird dadurch immer attraktiver - auch in St. Gallen

1'000 Personen teilen sich 44 Autos

Von Andreas Bernhardsgrütter

Wer von der westlichen Bahnhofsunterführung zum Appenzellerbahnhof schreitet, entdeckt rechts eine Wagenflotte von 17 roten Autos, welche zur Carsharing Genossenschaft Mobility gehören. Nur noch bei den Bahnhöfen Luzern und Zürich stehen mehr Mobility-Fahrzeuge beieinander. Vom Smart, zum Kombi, bis zum Cabrio oder achtplätzigen Van und zum Lieferwagen für Zügeltermine steht eine grosse Auswahl von Fahrzeugen für unterschiedliche Bedürfnisse bereit. Aber nicht nur beim Bahnhof, auch an 16 weiteren Standorten in der Stadt stehen insgesamt 44 Fahrzeuge zur Verfügung. Dieses Angebot wird rege benutzt: Bereits über 1'000 Personen verwenden in der Stadt St. Gallen Mobility. In den beiden letzten Jahren hat sich der Kundenstamm nahezu verdoppelt: 1998 zählte Mobility noch 590 Personen und 1999 790. Dies erlaubt es Mobility, das Angebot laufend auszubauen. Erst kürzlich wurde an der St. Jakobstrasse ein neuer Standort eröffnet. Weitere Standorte sind derzeitig nicht in Aussicht, doch sucht Mobility in St.Gallen weiterhin gut erreichbare Dauerparkplätze für ihre Fahrzeuge.

Auch für Firmen interessant

Auch Firmen nutzen immer mehr Mobility. Für Mobility sind Firmen-Kunden interessant, da diese die Fahrzeuge an anderen Zeiten nutzen, als Privatpersonen und so der Wagenbestand besser ausgelastet werden kann. So hat denn Mobility mit Business CarSharing ein spezielles Angebot für Firmen geschaffen. Bereits 25 Firmen zählen in der Stadt zu Mobility-Kunden. Diese können auf einen eigenen Fahrzeugpark verzichten oder so zumindest Engpässe überbrücken. Dabei sind auch namhafte Unternehmen wie die EMPA, die Helvetia Patria Consulting, Pro Infirmis aber auch das kantonale Amt für Umweltschutz.

Geld sparen
Autoteilen bringt für alle Beteiligten Vorteile: In der Stadt kann dank kurzen Wegen und gutem ÖV-Angebot ohne weiteres auf ein eigenes Fahrzeug verzichtet werden, wenn für spezielle Anlässe und Transporte auf ein Fahrzeug zurückgegriffen werden kann. So kann man schnell viel Geld sparen und Umtriebe für den Unterhalt des eigenen Autos vermeiden. Die Umwelt profitiert ebenso, da Nutzerinnen und Nutzer von Mobility vermehrt den öffentlichen Verkehr benutzen als Fahrzeugbesitzer. Das Handling ist durch die unkomplizierte Fahrzeugreservation über Internet oder Telefon sehr einfach. Dank Bordcomputer entfällt auch das früher noch übliche Eintragen der Kilometer nach jeder Fahrt.

VCS-Mitglieder können von vergünstigten Jahresmitgliedschaften bei Mobility profitieren. Ein Jahr kostet für VCS- Mitglieder Fr. 150.- (statt Fr. 250.-), zwei Jahre 222.- Fr. (statt 500.-). Die Aktion ist bis zum 31. Oktober begrenzt. Wer jährlich weniger als 15'000 km mit dem Auto zurücklegt, fährt mit Mobility günstiger, als mit einem eigenen Auto. Die Tarife bewegen sich mit Rp. 45 / km für einen Smart zuzüglich Fr. 2.55 pro Stunde bis hin zum achtplätzigen Toyota Previa mit Rp. 70 / km und 2.55 pro Stunde. Günstiger fährt, wer sich mit Fr. 1'000.- als Genossenschafter am Fahrzeugpark beteiligt: Genossenschafter zahlen 10 Rappen pro Kilometer weniger.

Weitere Informationen: www.mobility.ch, Infolinie: 0848 824 812

Liste der Fahrzeuge und Standorte in der Stadt St. Gallen:

Total Stadt St. Gallen: 44 Fahrzeuge
16 Limousinen, 19 Kombis, 2 Cabrios, 2 Van, 4 Smarts, 1 Coupé, 1 Transporter

Liste der Fahrzeuge und Standorte in der Region St. Gallen:

Total Region St. Gallen: 10 Fahrzeuge
6 Limousinen, 4 Kombis

Total 6 4 10