Inhalt VCS Leonardo, 02/Nr.1:

Gossau: VCS fordert Sofortmassnahmen
www.vcs-sgap.ch: VCS St. Gallen / Appenzell auf dem Netz
Velobörsen: Der Velobörsenkalender
Winkeln: Polemik gegen den VCS



Mittel aus dem Strassenbauprogramm nutzen

Der VCS fordert Sofortmassnahmen in Gossau

Um die Verkehrsverhältnisse in Gossau entlang den Staatsstrassen zu verbessern, sollen Sofortmassnahmen zur Gestaltung und Verkehrsberuhigung auf dem bestehenden Strassennetz ergriffen werden. Die vom Kantonsrat im Strassenbauprogramm 1999-2003 für Gossau reservierten zwei Millionen Franken, dürfen nicht verfallen. Dies fordert die VCS Sektion St. Gallen Appenzell in einem Brief an den Gemeinderat Gossau.

Gerade der tötliche Unfall einer jungen Velofahrerin, der sich kürzlich ereignete, hat gezeigt, dass die Verkehrsverhältnisse innert nützlicher Frist saniert werden sollen. Langwierige Diskussionen und Modellrechnungen rund um eine allfällige Südumfahrung bringen keine raschen Lösungen.

Begrüssenswerte Einzelmassnahmen wie ein Kreisel am Gröbliplatz oder die Einrichtung einer Kernfahrbahn auf der Bischofszellerstrasse sind in ein Gestaltungskonzept über alle Staatsstrassen einzubetten. Dabei sollen wie in Arbon auch ein Lastwagenfahrverbot sowie weitere Velostreifen realisiert werden. Ziel muss es sein, Gossau als Lebensraum attraktiver zu gestalten und die Standortgunst Gossaus als Einkaufs- und Begegnungsort zu erhöhen.

Ruedi Blumer



www.vcs-sgap.ch

VCS St. Gallen / Appenzell auf dem Netz

Ab 1. Februar 2002 ist der VCS St. Gallen / Appenzell mit einer eigenen Home-Page auf dem Netz. Unter www.vcs-sgap.ch ist ein Fenster in unsere vielfältigen Tätigkeiten offen. Hier können einerseits aktuelle Stellungnahmen unserer Sektion eingesehen und auch Kontakte zu unserer Geschäftsstelle und zu den Orts- und Regionalgruppen geknüpft werden. Andererseits sind auch unsere Dienstleistungen, wie beispielsweise die Verkehrsberatung, VCS-Velobörsen oder der Verkauf von VCS-Tageskarten vorgestellt. Im Archiv finden sich die Artikel dieser Regionalausgabe des Leonardo und des VCS-Lokal der Ortsgruppe St. Gallen, wie auch interessante Artikel zur Verkehrspolitik aus der Tagespresse. Im Verlauf dieses Jahres wird die Home-Page mit Dossiers zu einzelnen für uns wichtige Themen ergänzt.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch auf unserer Home-Page. Teilen sie doch uns ihre Meinung zu unserem virtuellen Auftritt mit. Unter den Einsendungen werden zwei VCS-Tageskarten verlost.

Andreas Bernhardsgrütter



Velobörsen sind immer für ein Schnäppchen gut

Der Velobörsenkalender



Polemik gegen den VCS

Claqueure fürs Shoppingcenter mit FCSG-Stadion

Die Verkaufsfläche des Baukomplexes in St. Gallen/Winkeln hat sich in der Projektierungsphase fast verdoppelt, auch das Stadion hat noch zusätzliche Sitzplätze erhalten. Stadt und Kanton befanden deshalb, dass die Promotoren nochmals über die Bücher gehen müssen. Und schon läuft ein übles PR-Manöver, um den VCS sozusagen auf Vorrat zum Bauverzögerer zu stempeln.

Die Stadion AG hat im Herbst 2001 ein Vorprojekt sowie einen Überbauungsplanvorschlag für das Einkaufszentrum mit Stadion bei Kanton und Stadt eingereicht. Höchst beunruhigend ist, dass die vorgesehenen Verkaufsflächenzahlen fast doppelt so hoch sind wie das, was bei der städtischen Abstimmung 1999 als «worst case» galt (maximal die dreifache Verkaufsfläche des West-Centers). Damals beschwichtigten die Investoren mit dem Versprechen, dass das Projekt niemals diese Grösse erreichen und der Umwelt Sorge getragen werde. Das Vorprojekt spricht nun eine ganz andere Sprache.

Unverändert ist hingegen die Problematik der peripheren Lage an einem schon jetzt sehr belasteten Verkehrsknoten. Die Zusatzbelastung durch den Einkaufsverkehr wird den Stadttunnel an seine Kapazitätsgrenze bringen und die Ost-West-Verbindung beeinträchtigen. Der Druck auf Quartier- und Durchfahrtsstrassen innerorts wächst, wie auch der Suchverkehr im nahe gelegenen Winkler Stadtgebiet. Kanton und Stadt haben die Problematik erkannt und das Vorprojekt zur Überarbeitung zurückgewiesen. Eine Redimensionierung wird notwendig sein, eventuell braucht es auch einen neuen Finanzierungsmodus. Der VCS kann sich den Bedenken von Verwaltung und Regierung nur anschliessen.

Die Agentur Farner zieht die Fäden. Unterdessen versuchen verschiedene Leserbriefschreiber den VCS wegen unserer Haltung zum Bauvorhaben als «Verhinderer» und «Verzögerer» anzuschwärzen. Es handelt sich hierbei um eine gezielte PR-Kampagne. Am 11. Dezember 2001 und an den folgenden Tagen war auf der offiziellen Homepage des FCSG eine Aufforderung der Zürcher Agentur Farner PR und Consulting AG zu lesen. Danach wird jeder Person 50 Franken bezahlt, die sich in einem Leserbrief ans St. Galler Tagblatt für das Stadionprojekt ausspricht. Die Folge ist nun, dass «getürkte» Leserbriefe erscheinen, die Stimmung für ein Einkaufszentrum samt Stadion machen und jede noch so konstruktive Kritik daran verteufeln. Schon der erste «Leserbrief» dieser Art, am 4. Januar erschienen, war pure Stimmungsmache: Der Absender Daniel Heller aus Aarau, seines Zeichens freisinniger Grossrat, ist Angestellter der erwähnten Agentur. Die Tageszeitungen täten gut daran, solche Zuschriften etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Peinlich genug, dass einige Stadion-Verfechter es nötig haben, für ihr Projekt mit gut bezahlten Claqueuren zu werben. Noch peinlicher, wenn sie dabei mit grundlosen Anschuldigungen fechten. Denn die Mär von der Verzögerung durch den VCS bleibt auch bei ständigen Wiederholungen eine Mär. Einsprache können wir als Umweltverband erst bei einem Baueingabeverfahren mit eingereichtem Umweltverträglichkeitsbericht machen. So weit ist dieses Mega-Projekt noch nicht – weil die vom Investor vorgelegten Pläne noch nicht baueingabereif sind.

Haltlose Vorwürfe. Noch ein Wort zu den angeblich falschen VCS-Zahlen in Bezug auf das Einkaufszentrum, wie sie die Promotoren uns vorgeworfen haben: Wir stützten uns bei dem Vergleich mit dem Glatt-Zentrum auf die offizielle Verkaufsflächenstatistik, publiziert im Auftrag des Schweizerischen Verkaufsförderungs-Forums, Detailhandel CH, und erstellt unter Mitwirkung des Instituts für Marktanalysen in Hergiswil (Ausgabe Mai 2000), sowie auf eine Studie der Regionalplanung Zürich und Umgebung (RZU). Wenn die Stadion St. Gallen AG andere Berechnungsmethoden anwendet als die üblichen, so ist es an ihr, dies transparent zu machen, damit korrekte Vergleiche möglich sind. Ihre Verkaufsflächenpläne sind auf der eigenen Homepage (www.stadion-sg.ch) nachzulesen.

Doris Königer

Weiterer Artikel zum Thema: Die bezahlten Leserbriefe Tagblatt vom 29.1.2002