Inhalt VCS Leonardo, 01 / Nr.2:
Flugfeld Altenrhein
Kommunizieren statt konzessionieren
Um der drohenden Umwandlung des Flugfeldes Altenrhein in einen Regionalflugplatz etwas entgegenzusetzen, haben die Umweltverbände VCS, WWF und Pro Natura eine Erklärung ausgearbeitet. Sie setzen sich damit bei der St. Galler Regierung für den Verzicht auf eine Statusänderung ein. Statt auf die Förderung des Flugverkehrs müsste in der Bodenseeregion auf den Schienenverkehr gesetzt werden.
Es besteht die Absicht, das Flugfeld Alten-rhein wie Bern-Belp, Lugano-Agno und Sion zu einem Linienverkehrsträger zu machen, als Ergänzung zu den Landesflughäfen in Zürich, Basel und Genf. Altenrhein müss-te wohl mittelfristig eine Entlastungsfunktion gegenüber dem Flughafen Kloten übernehmen. Die Lärmvorschriften gelten nach einer Konzessionierung nur noch bedingt man sagt dem heute «flexibler Umgang mit Lärmgrenzwerten». Das Ruhebedürfnis einer ganzen Region wird geopfert, damit eine zutiefst unökologische Reiseart weiter wachsen kann. Momentan fliegt die Rheintalflug werktags fünf Mal nach Wien; die Benutzer-Innen dieser Linienflüge kommen vorwiegend aus Vorarlberg. Ein Staatsvertrag mit Österreich und die schweizerische Lärmschutzverordnung halten heute den Lärm und die Anzahl Flugbewegungen in Grenzen. Diesen Schutz gilt es unter allen Umständen zu bewahren.
Zwanzig Fakten legen die Umweltverbände auf den Tisch. Quintessenz: Ein weiterer Ausbau des Flugfeldes ist aus Klima-, Lärm- und Naturschutzgründen inakzeptabel. Der Flugverkehr verursacht bereits heute 13 Prozent der CO2-Emissionen der Schweiz. Kommt hinzu, dass die hoch über den Wolken ausgestossenen Flugzeugabgase einen überproportional hohen Treibhauseffekt entfalten. Wir setzen unsere Lebensgrundlagen aufs Spiel, wenn wir dem Luftverkehr Tür und Tor öffnen.
Dies gilt auch unter lokalem Aspekt: Das Flugfeld Altenrhein liegt unmittelbar neben dem Rheindelta, einem Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung. Der Erholungswert dieses fantastischen Naturschutzgebietes leidet heute schon unter dem Sportflugzeugbetrieb und würde nochmals rapide abnehmen. Diese grosse Freifläche inmitten einer dicht besiedelten Region benötigt konsequenten Schutz.
Die Wirtschaft fordert lautstark einen Regionalflugplatz und macht dabei die Standortattraktivität geltend. Sogar ein binationaler Flugplatz St. Gallen-Vorarlberg wird diskutiert. Die Randlage des Flugfeldes am östlichen Ende des Kantons erschwert jedoch eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr; der grössere Teil des Kantons St. Gallen und auch beider Appenzell ist weit besser mit Zürich-Kloten verbunden. Es ist weder der Wirtschaft noch der Bevölkerung gedient, wenn durch die Zunahme der Luftverkehrsverbindungen das Bahnangebot leidet. Am Beispiel der Linie ZürichWien ist ablesbar, was passieren wird, wenn wir uns immer mehr per Flugzeug in alle europäischen Zentren verfrachten lassen: immer weniger direkte Zugverbindungen, dafür im Sommer schon sechs Flüge pro Tag nach Wien.
Sind die Lärmgrenzwerte erreicht? Schützt der Staatsvertrag mit Österreich die Schweiz genauso gut vor Lärm wie Vorarlberg? Wie viele Flugbewegungen finden täglich in Altenrhein statt? Welche Destinationen werden im Charterverkehr angeflogen? Im Zusammenhang mit dem Flugfeld gibt es grosse Informationslücken, die sich nur mit akribischer Forschungstätigkeit schliessen lassen. Sollen gewisse wirtschaftliche Bedürfnisse mit dem Umweltschutz unter einen Hut gebracht werden, sind transparente und verbindliche Informationen sowie ein kontinuierlicher Dialog zwischen Flugplatzbetreibern, Behörden, Anwohnergruppierungen und Umweltorganisationen unerlässlich.
Eine Konzessionierung lehnen die Umweltverbände entschieden ab. Sie verschliessen sich aber nicht Gesprächen über mögliche Veränderungen des Flugbetriebs. Nur dürfen diese unter keinen Umständen zu einer grösseren Belastung der Bevölkerung führen.
Margot Benz

Mitgliederversammlung 2001:
So rasch geht uns die Arbeit nicht aus
Die Hauptversammlung der VCS-Sektion St. Gallen/Appenzell vom 15. Februar 2001 im historischen Saal des Bahnhofes St. Gallen bot einen Blick zurück auf ein bewegtes Jahr: grosse Jubiläumsaktion zum 20-jährigen Bestehen der Sektion, Vorbereitung des Tempo-30-Abstimmungskampfs, Einspracheverfahren... Gleichzeitig wurde deutlich, dass wir weiterhin alle Hände voll zu tun haben werden.
Entsprechend viel hat sich der Vorstand wiederum vorgenommen. Bereits Vergangenheit ist die auch auf regionaler Ebene mit grossem Engagement geführte Kampagne für die Initiative «Strassen für alle». Die Arbeitsgruppe Strassenraum ist bei den Planungen in Rapperswil, Uznach, Herisau, St. Gallen West und Gossau am Ball und machte in Wattwil einen eigenen Gestaltungsvorschlag. Die Arbeitsgruppe öffentlicher Verkehr möchte neue Bahnhaltestellen in die -Diskussion einbringen und die Ausweitung des Rufbus-Systems im Appenzellerland befördern. Rund um das Flugfeld Altenrhein gilt es, den Widerstand gegen eine Konzessionierung als Regionalflugplatz aufrechtzuerhalten. Die Sektion hat durchschnittlich gleichzeitig mit 5 bis 10 Rechtsverfahren zu tun, die aber zu einem grossen Teil in Vorgesprächen und Verhandlungen bereinigt werden können. Zudem sollen in diesem Jahr neue Büroräumlichkeiten bezogen und eine Homepage der Sektion erstellt werden.
Im Vorstand ist reiches Fachwissen versammelt und der Kontakt zu Behörden und Politik ist gut. Nach den Rücktritten von Magnus Hächler und Vicky Bruderer aus dem Sektionsvorstand konnte dieser mit Es-ther Büchel aus Staad ergänzt werden. Sie wird neu das Kassieramt übernehmen. Die übrigen Vorstandsmitglieder bleiben im Amt: Doris Königer (Präsidentin), Architektin, Gemeinderätin, St. Gallen; Peter Jans (Co-Präsident), Jurist, Kantonsrat, St. Gallen; Andreas Bernhardsgrütter (Leiter Arbeitsgruppe Strassenraum), Siedlungsplaner, St. Gallen; Daniel Schöbi, Kulturingenieur, St. Gallen, Martin Stamm (Leiter Arbeitsgruppe öffentlicher Verkehr), Ingenieur HTL, St. Gallen, Guido Wick, Gemeinderat, Unternehmensberater/Kaufmann, Wil. Die Arbeit des Vorstandes wird weiterhin unterstützt von unserer Geschäftsleiterin Margot Benz, St. Gallen, sowie dem Verkehrsplaner Markus Hartmann, Herisau, der die kantonale VCS-Verkehrsberatungs-Fachstelle führt
Die Jahresrechnung 2000 schloss bei -einem Umsatz von Fr. 138000. trotz budgetiertem Verlust von Fr. 20000. mit einem Gewinn von Fr. 16000. ab, einerseits weil mangels personeller Kapazitäten nicht alle vorgesehenen Projekte durchgeführt werden konnten, andererseits weil für die schwer vorhersehbaren Rechtsverfahren sehr vorsichtig budgetiert worden war. Das Vereinsvermögen beträgt nun rund Fr. 126000..
Ein schönes Polster, doch muss man wissen, dass ein kantonaler Abstimmungskampf schnell einen hohen fünfstelligen Betrag kostet, wenn er Erfolg versprechen soll. Die Unterlagen zur Hauptversammlung können bei unserem Sekretariat angefordert werden.
Andreas Bernhardsgrütter

Ortsgruppe St. Gallen
St. Galler Velofrühling am 28. April
Marktgasse St. Gallen, 1016 Uhr
Sechs Stunden lang wird sich zwischen Bärenplatz und Marktplatz alles ums Velo und das Thema Bewegung und Gesundheit drehen. Damit sollen Lust und Vorfreude auf die bevorstehende Velosaison geweckt und das alltägliche Velofahren in der Stadt gefördert werden. Einige der bunten Blüten aus dem Programmstrauss:
- SkyBIKE und Kunstradvorführung
- Velowerkstatt und Geschicklichkeitsparcours
- Rollbrett-Akrobatikshow mit Profi
- Elektrovelo «Flyer», Kickboards, Snakeboards etc.
- Helm- und Gesundheitstests
- Glücksrad und Wettbewerb usw.
Getragen wird das Projekt von der VCS-Ortsgruppe in Zusammenarbeit mit der IG Velo Schweiz, der Umweltfachstelle der Stadt St. Gallen und der Stadtpolizei.
