Dank Parkplatzbewirtschaftung weniger
Autoverkehr
MIGROS und VCS sind sich einig
St. Gallen, 25. November 2007. Die VCS Sektion St.Gallen/Appenzell sieht
sich mit der Migros einig: Die Parkplatzbewirtschaftung reduziert den
Einkaufsverkehr, ohne dass deswegen insgesamt weniger gekauft würde.
Dies bestätigte der Mediensprecher der Migros Ostschweiz im Sarganserländer
vom 20. November. Die Parkplatzbewirtschaftung gehört seit einem
Leitentscheid des Bundesgerichtes 1999 zum Umwelt-Standard von Einkaufszentren.
Der VCS legt Wert auf die Feststellung, dass die Parkplatzbewirtschaftung
keine «VCS-Bedingung» ist, wie dies von der Migros behauptet
wird. Die Bewirtschaftungspflicht ist Teil des von der politischen Gemeinde
Mels verfügten Bauentscheids vom Oktober 2004. Es erstaunt, dass
es der mächtigste Detailhändler der Schweiz für notwendig
erachtet, falsche Behauptungen zu verbreiten.
Der VCS stellt befriedigt fest, dass der Umsatz im Pizolpark trotz Parkgebühr
nicht rückläufig und «absolut im Budget» liege.
Nach Aussagen des Migros-Sprechers komme es vermehrt zu Grosseinkäufen,
was mehrere Einzelfahrten einzusparen vermag. Die Gebühren entfalten
wie erwünscht auch im Melser Riet ihre positive Wirkung: Weniger
Verkehr und Luftverschmutzung bei gleichem Umsatz.
Bewirtschaftungspflicht liegt im öffentlichen Interesse
Seit einem Bundesgerichts-Entscheid von 1999 kommen Einkaufszentren
aus Umweltschutzgründen nicht mehr um die Parkgebühr herum.
Das oberste Gericht hielt 1999 in seinem Leitentscheid fest:
«Die kantonalen Instanzen haben nicht behauptet, mit der angeordneten
Parkplatzbewirtschaftung könnten überregional (...) lufthygienische
Verbesserungen erreicht werden. Hingegen nehmen sie an, durch die Gebührenpflicht
könne erreicht werden, dass Kunden aus dem Nahbereich des Einkaufszentrums
auf den Gebrauch des Autos eher verzichteten als ohne die Massnahme. Insbesondere
kann (..) verhindert werden, dass Personen, welche bisher ihre Einkäufe
im Dorf zu Fuss oder per Velo erledigt haben, in Zukunft das Auto benützen.
Ausserdem bestehe die Möglichkeit, dass auch Autokundinnen und -kunden
wegen der Parkgebühr ihr Einkaufsverhalten änderten, indem sie
Einkäufe zusammenfassten und vorwiegend noch die Grosseinkäufe
mit dem Auto tätigten. An einer solchen lokal wirksamen Massnahme
besteht grundsätzlich ein öffentliches Interesse.»
Gemäss aktuellem Microzensus 2005 des Bundesamtes
für Statistik macht der Einkaufsverkehr inzwischen 11.4% aller Verkehrszwecke
aus. Nach dem Freizeitverkehr (44.7%) und dem Weg zur Arbeit (23.4%) steht
das Einkaufen damit an dritter Stelle des Gesamtverkehrsvolumens.
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VCS zur internationalen Airshow 2008 in Altenrhein
Statt Flugshow mehr Nachbarschaft mit Zukunft
St. Gallen, 8. November 2007. Die VCS Sektion St.Gallen/Appenzell stellt
sich hinter den Widerstand der Bevölkerung auf beiden Seiten der
Grenze gegen die geplante Airshow 2008 in Altenrhein. Der VCS bedauert
die Haltung des Thaler Gemeinderats, der sich offenbar ohne Absprache
mit der benachbarten Vorarlberger Gemeinde Gaissau für die Durchführung
des viertägigen Grossanlasses ausgesprochen hat. Dabei könnten
die beiden Gemeinden in nachbarschaftlicher Zusammenarbeit zukunftsweisende
und umweltverträgliche Zeichen setzen.
Die Zahl von Grossanlässen steigt. Der Freizeitverkehr nimmt laufend
zu und liegt bei fast 45 % des gesamten Verkehrsaufkommens - und damit
beinahe doppelt so hoch wie der tägliche Weg zur Arbeit (23.4 % gemäss
Bundesamt für Statistik, Microzensus 2005).
Aus Umweltsicht liegt das Hauptproblem einer Grossveranstaltung hauptsächlich
beim zusätzlich generierten Verkehrsvolumen, und weniger an der durch
den Anlass selber genierten Umweltbelastung. Dies gilt auch für eine
internationale Airshow. Der viertägige Anlass wird das Naturschutzgebiet
nicht nachhaltig stören und fällt auch nicht in die besonders
sensible Brutzeit der Wasservögel. Und doch brächte die Grossveranstaltung
zusätzliche Luft- und Lärmbelastungen, die weder zur Aufwertung
des nahen Natur- und Vogelschutzgebietes beitragen noch die direkten Nachbarn
dies- und jenseits der Grenze ein ruhigeres Leben führen lassen.
Flugshows und Autorennen setzen falschen Zeichen
Anders als sportliche oder kulturelle Grossereignisse beschäftigen
sich Autorennen und Flugshows mit der Mobilität. Zur Faszination
der Technik gehört auch das immer mitfahrende bzw. mitfliegende Risiko
- für Piloten wie Publikum. Wie gefährlich solche Anlässe
sein können, zeigte das Drama Anfang September in Polen, als zwei
Piloten einer Kunstflugschule vor Tausenden vor Zuschauern zusammenprallten
und abstürzten. Ein Risiko, mit dem auch in Altenrhein zu rechnen
ist.
Der VCS setzt zum Schutz von Umwelt und Lebensqualität neben Änderungen
beim Verkehrsverhalten auch auf den technischen Fortschritt. Dazu gehört
die Weiterentwicklung sanfter Mobilitätsformen im Bereich des öffentlichen
wie des privaten Verkehrs. Zur Lösung von Problemen bedarf es auch
der Rücksicht auf die Nachbarschaft. Sei dies ein Naturschutzgebiet
oder eine Gemeinde im benachbarten Ausland.
Der VCS ruft das Bundesamt für Zivilluftfahrt dazu auf, eine gute
Nachbarschaft zwischen Schweizer und Vorarlberger Gemeinden zu fördern
und die Airshow 2008 nicht zu bewilligen. |
Agglomerationsprogramm St.Gallen / Arbon-Rorschach
Verkehrsverbände fordern mehr Tempo für den Langsamverkehr
St. Gallen, 5. November 2007. Die Verkehrsverbände IGÖV, PRO
VELO, TCS und VCS haben auf Initiative von PRO VELO beim kantonalen Amt
für Raumplanung einen Massnahmenkatalog zur Förderung des Fuss-
und
Veloverkehrs (Langsamverkehr) eingereicht. Die Verbände bestätigen
damit die vom Bundesamt für Raumentwicklung festgestellten gravierenden
Mängel des St.Galler Programms. Nur nach Behebung dieser Mängel
bestehen Aussichten auf Bundesgelder - und damit auf mehr Tempo auch beim
Fuss- und Veloverkehr!
Der von den Interessenverbänden erarbeitete Massnahmenkatalog enthält
Schwachstellen, Anliegen und mögliche Massnahmen beim Fuss- und Veloverkehr
in der Agglomeration St.Gallen / Arbon-Rorschach. So verfügt insbesondere
die Stadt St.Gallen nicht über ein lückenloses und klar signalisiertes
Radnetz. In der ganzen Agglomeration fehlen - speziell für Kinder,
ältere Menschen oder andere in ihrer Mobilität eingeschränkte
Personen - gesicherte und komfortable Verbindungen für Velo fahrende
und zu Fuss gehende.
Für ein attraktives Fuss- und Velowegnetz entscheidend sind
- gute Erreichbarkeit
- durchgehende Markierung und Signalisation
- sichere, direkte Wege mit guter Beleuchtung
- optimierte Anmeldeoptionen bei Lichtsignalanlagen
- nutzungsfreundliche Abstellanlagen für Fahrräder
- gute Verknüpfungen mit anderen Verkehrsmitteln (kombinierte Mobilität)
Investitionen in die Infrastruktur und in die Sicherheit des
Langsamverkehrs fördern den Verkehrsfluss und reduzieren das
Konfliktpotenzial. Ein Anliegen, das IGÖV, PRO VELO, VCS und TCS
teilen. Denn Massnahmen zur Förderung des Fuss- und Veloverkehrs
kommen nicht nur den schwächsten, sondern zugleich auch den zahlreichsten
Verkehrsteilnehmenden zugute.
Als dritte Säule neben dem motorisierten und dem öffentlichen
Verkehr hat der Langsamverkehr grosses Potenzial. Ein Agglomerationsprogramm
mit derart grossen Lücken riskiert, als Ganzes zur Nachbesserung
zurückgewiesen zu werden. Die Agglomeration St.Gallen würde
damit vorerst nicht von Bundesgeldern profitieren. Die Berücksichtigung
der Anliegen des Fuss- und Veloverkehrs dient somit auch der Sicherung
von Massnahmen für den motorisierten und den öffentlichen Verkehr.
Die Verkehrsverbände fordern darum vom kantonalen Amt für Raumplanung
eine massive Nachbesserung des Agglomerationsprogramms St.Gallen / Arbon-Rorschach
im Bereich des Fuss- und Veloverkehrs. Notwendig ist auch eine handlungsfähige
Fachstelle für Fragen des Velo- und Fussverkehrs, die sowohl in der
Planungsphase wie auch den Ausführungsarbeiten bei Strassenum- und
Neubauten die Anliegen des Langsamverkehrs einbringt.
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VCS fordert verkehrspolitische Strategie
mit langfristiger Verträglichkeit
Zukunft mit Tram statt Spangenzwang
St. Gallen, 3. Oktober 2007. Vor etwas mehr als 20 Jahren wurde die
Stadtautobahn eröffnet. Bereits wenige Jahre später kam es zu
immer häufigeren Stausituationen bei den Zu- und Wegfahrtsachsen.
Zu Spitzenzeiten kommt es zu Rückstaus bis auf die Autobahn. Eine
milliardenteure «Südspange» wäre aber die teuerste
Variante, das Verkehrsproblem nicht zu lösen.
Jeder Strassenbau bringt mehr Verkehr - und damit Lärm, Energieverschwendung,
Luftverschmutzung und Klimawandel. Diese Erfahrung belegt besonders deutlich
die St.Galler Stadtautobahn. Die vor 20 Jahren eröffnete Strassenröhre
brachte mehr als doppelt so viel Verkehrs auf der West-Ost-Achse.
Der VCS hat sich nicht gegen den Ausbau der Stadtautobahn auf je drei
Spuren zwischen dem Rosenbergtunnel und Winkeln gestellt. Eine zusätzliche
weitere Erhöhung der Strassenkapazität in Form eines «Bypass»
lehnen wir aber aus folgenden Gründen ab:
Unbezahlbar:
Die vom Baudepartement vorgestellte «Kapazitätsoptimierung»
dürfte rund eine Mia. Franken kosten. Andere Schweizer Städte
kämpfen aber mit weit grösseren Verkehrsproblemen. Ein Finanzierungsbegehren
beim Bund wäre auf Jahrzehnte hinaus aussichtslos. Daran wird alles
Beten und Betteln eines kantonalen Bauchefs nichts ändern.
Wirkungslos:
Eine Südspange bringt keine Reduzierung oder zumindest Plafonierung
des Gesamtverkehrs, sondern erhöht den Druck auf das gesamte Strassennetz
- mit zusätzlichen Folgekosten. Das Strassennetz im Bereich der vorgesehenen
Spangenanschlüsse ist bereits heute überlastet.
Kontraproduktiv:
Strassenbauprojekte blockieren billigere und effektivere Investitionen
in den Ausbau des öffentlichen sowie des Fuss- und Veloverkehrs.
Würde die Südspangen-Milliarde zu 5% angelegt, so liesse sich
mit dem Zinsertrag das VBSG-Angebot gratis anbieten - und erst noch um
das Zweieinhalbfache ausbauen!
Umweltschädlich:
Ein Bypass widerspricht den Zielen der Luftreinhaltung: Nach einer Verbesserung
bis ca. im Jahr 2000 nimmt die Luftqualität in St.Gallen seither
wieder kontinuierlich ab.
Der VCS fordert das kantonale Baudepartement auf, die Federführung
für verkehrspolitische Projekte mit langfristiger Verträglichkeit
zu übernehmen. Verträglich sowohl aus finanzieller Sicht wie
auch im Hinblick auf den Klimawandel. Selbst ein Tram zwischen Gossau
und Rorschach mit einer kleinen U-Bahnstrecke unter die St.Galler Altstadt
wäre effizienter, billiger und zukunftstauglicher als neue Strassen.
Im Rahmen des Agglomerationsprogrammes des Bundes sind Angebote für
den Fuss- und Veloverkehr zu schaffen und der öffentliche Verkehr
weiter auszubauen. Solche Projekte lassen sich im Gegensatz zu nicht finanzierbaren
Luftschlössern in wenigen Jahren schnell und kostengünstig realisieren.
Weitere Informationen - auch zur vom Volk im Jahr 1993 abgelehnten Südumfahrung
- finden Sie auf unserer Homepage unter www.vcs-sgap.ch/Framset_dossiers.html.
Tram zwischen Gossau und Rorschach
Rund 22 Kilometern, inklusive Anpassungen am Strassennetz ohne Tunnel:
Total 310 bis 620 Mio. Franken. Folgende Vergleichszahlen wurden für
diese Schätzung herangezogen:
-
Die VBZ Zürich rechnet je nach Strassenverhältnissen mit
14 bis 28 Mio. Franken pro Tram-Kilometer.
-
Neubau des Trams in Mühlhausen: 26.5 Mio. Franken pro Kilometer
-
Neubaustrecke der FART-Centovalli-Bahn in Locarno auf einer Länge
von drei Kilometern, davon 1,5 km unterirdisch, 1,3 km künstlich
überdacht: 125 Mio. Franken. Vor dem Bau wurde mit Gesamtbaukosten
von nur 38 Mio. Franken gerechnet, was zu entsprechenden Diskussionen
Anlass gab.
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Aktionstag ohne mein Auto in die Stadt
Eine erfolgreiche Strassenparade 07!
St.Gallen, 24. September 2007; Pressemitteilung des OK Strassenparade
07
Über 200 Beteiligte!
Die erste Strassenparade vom Samstag 22.September 07 war ein voller
Erfolg. Frisch, bunt und von strahlendem Wetter verwöhnt, setzten
gut 200 Personen ein friedliches Zeichen für die Mobilität ohne
Auto! Mit Musik zogen die Demonstrierenden durch die Strassen und begeisterten
die Passanten! Es herrschte eine tolle Stimmung vor, während, und
nach der Parade. Am anschliessenden Paradenfest sprachen Urs Bernhardsgrütter,
Rahel Gerlach, Julia Hofstetter und Hubert Stahel zu den Gästen.
Zur Musik von Super-8 und Pullup Orchestra wurde der Aktionstag gefeiert.
Begegnungen mit den Autofahrern! Die etwas spezielle Routenwahl war ein
voller Erfolg. Begegnete man so doch vor allem den Autofahrern, welche
man mit dieser Parade auch für die clevere Mobilität sensibilisieren
möchte.
Taten für die Mobilität ohne Auto!
Am Paradenfest verabschiedeten die Beteiligten eine Resolution an die
Stadt, die Gemeinden und den Kanton St.Gallen, in welcher „Taten
für die Mobilität ohne Auto“ gefordert werden. Die Resolution
ist eine Art 10- Punkteplan mit welchen die Auto-unabhängige Mobilität
gefördert werden kann. Die Eiszeit der Velo- und Fussverkehrsförderung
muss ein Ende haben. Eine vernünftige Stadtmobilität braucht
nicht mehr Strassen, sondern gute Alternativen zum Auto! Mehr Investitionen
in ÖV, den Fuss- und Veloverkehr sowie die andern sanften Verkehrsformen
tragen zu mehr Lebens- und Mobilitätsqualität bei und verbessern
die Situation auf den Strassen nachhaltig (ohne neue Strassen), was auch
volkswirtschaftlich Sinn macht.
Taten für unser Klima!
Einen Höhepunkt des Festes war die Einweihung und den offiziellen
Start der Klima-Fahne! Der Verein klima-commitment zeigt auf wie jeder
einzelne einen kleinen aber wertvollen Beitrag für den persönlichen
CO2 Ausstoss machen kann. Als Zeichen für das eigene Engagement und
die Solidarität aller, wird die Klima-Fahne aufgehängt. In St.Gallen
wehen nun schon über 350 Klima- Fahnen, in der Schweiz schon über
1000! Eine grosse Bewegung die in St.Gallen startet!
Das OK aus PRO VELO, VCS, Fussverkehr und klima-commitment ist vollends
zufrieden!
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IKEA - auf ins Öko-Zentrum?
Einige Verhandlungsergebnisse noch unerfüllt
St. Gallen, 20. September 2007. Das Schwedische Möbelhaus IKEA
eröffnet nächste Woche den ersten Teil des neuen Einkaufszentrums
beim Stadion im Westen der Stadt. Will man den Veröffentlichungen
glauben, bricht damit das Zeitalter der ökologisch korrekten Einkaufszentren
an. Der VCS freut sich über die dank intensiven Verhandlungen erzielten
Verbesserungen zugunsten der Umwelt - und riskiert trotzdem einen kritischen
Blick.
Für die IKEA zählt die gute öffentliche Verkehrserschliessung
zur firmeneigenen Umweltstrategie. IKEA hätte sich für den Ausbau
des öffentlichen Verkehrs eingesetzt. So der Bericht in einer Zeitungs
Sonderbeilage zur Eröffnung des Möbelhauses. Schaut man aber
genauer hin, dann leidet die schöne Möbelpolitur etwas.
Gemäss IKEA-Homepage konnte mit den Einsprechern - darunter auch
dem VCS - bereits auf Stufe Bebauungsplan Lösungen gefunden werden.
Das vom VCS erzielte Verhandlungsergebnis entspricht aber eigentlich nur
dem «notwendigen Minimum» gemäss Umweltverträglichkeitsbericht
der Bauherrschaft. Ein Minimum, das seit Verhandlungsabschluss zwischen
dem VCS, der Stadion AG sowie der Stadt und dem Kanton St.Gallen Gefahr
lief, weiter reduziert zu werden. Einmal hiess es, die Linie nach Herisau
sei überflüssig. Ein andermal sollten die VBSG-Busse zur Erschliessung
weiterer Stadtteile Umwege fahren. Auch der Betrieb während der Abendverkaufszeiten
oder am Samstag wäre ohne VCS Vereinbarung rechtlich nicht abgesichert.
Die Innenstadtgeschäfte und ihre Kunden warten bis heute vergeblich
auf ein vergleichbar gutes Angebot.
Noch nicht alle Verhandlungsergebnisse umgesetzt Kurz vor Teileröffnung
des Stadion-Einkaufszentrums bleiben zumindest zwei offene Punkte:
-
Von den beiden Fussgängerpassarellen über die Zürcher
Strasse stehen erst die Betonpfeiler.
-
Die Ausschilderung der Bushaltestellen und das elektronische Informationssystemen
fehlen.
Der neue Autobahnanschluss St.Gallen-Winkeln ist seit fast einem Jahr
in Betrieb. Die Arbeiten für die gute Erschliessung durch den öffentlichen
Verkehr haben offenbar nur zweite Priorität. Der VCS erwartet die
rasche Realisierung der noch nicht realisierten Anlagen. Den vielen schönen
Worten müssen noch einige schöne Taten folgen.
Der VCS wünscht der IKEA einen guten Start. Und allen BenützerInnen
der öffentlichen Verkehrsmittel eine bequeme, sichere, schnelle und
umweltfreundliche Anreise. Wer weiss: Vielleicht sponsort die IKEA dem
Verkehrsclub der Schweiz ja bald einen besonderen Werbebus zur Möbel-
und Fussball-Arena...
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Mobiler in der Region der Stadt St.Gallen
– dank weniger Auto!
Verkehrspolitischer Handlungsbedarf
St. Gallen, 19. September 2007. Jährlich steigt das Verkehrsaufkommen
auf den Strassen in und um St.Gallen um zwei bis drei Prozent. Eine Entwicklung,
die an kein Naturgesetz gebunden ist, sondern die logische Folge von Investitionen
in den Strassenbau darstellt.
Das Verkehrsvolumen nimmt da zu, wo in die Infrastruktur investiert
wird. Die Eröffnung der Stadtautobahn zwischen Winkeln und Neudorf
am 1. Juli 1987 brachte auf der Ost-West-Achse auf einen Schlag einen
Mehrverkehr von einem Drittel. Bis heute hat sich der Strassenverkehr
sogar verdoppelt. Zwischen Winkeln und dem Rosenberg wird nun die Kapazität
der Autobahn mit einer fünften und sechsten Spur erhöht –
auch wenn dies unter dem Titel «Verlängerung der Ein- und Ausfahrspuren»
geschieht. Dadurch wird auch der Verkehrsdruck auf das städtische
Strassennetz – insbesondere bei der Autobahnausfahrt Kreuzbleiche
– weiter ansteigen.
Die Strasseninvestitionen und damit in den fliessenden Verkehr erhöhen
auch den Platzbedarf für den ruhenden Verkehr, also die Parkierfläche.
Die Parkplatz-Zahl in der Innenstadt erhöht sich innert kurzer Zeit
um 1300 Plätze, also rund 40 Prozent. Die damit verbundenen Einschränkungen
für alle anderen Verkehrsteilnehmenden wird in Kauf genommen. Und
muss nun als Begründung herhalten für den weiteren Ausbau des
Strassennetzes. Gefordert wird eine zusätzliche Ost-West-Verbindung,
eine Süd-Tangente. Also eine Neuauflage der 1993 mit deutlicher Mehrheit
von den St.Gallerinnen und St. Gallern abgelehnte Südumfahrung. Ihre
Realisierung würde keine Probleme lösen, sondern die Verkehrsspirale
munter weiterdrehen:
Neue Strassen bedeuten
-
physischen Dominanz des Autos im Stadtraum
-
höheren Platzbedarf für den motorisierten Verkehr in
der Innenstadt zulasten aller anderen Verkehrsteilnehmenden und zulasten
der Verkehrssicherheit
-
mehr Lärm und mehr Energieverbrauch
-
mehr Verkehr und damit eine Steigerung der trennenden Wirkung von
Strassen in der Innenstadt (Verinselung)
-
eine Behinderung des öffentlichen Verkehrs. Schon heute wird
die Busbevorzugung im Bereich der St. Leonhardsbrücke während
den Spitzenzeiten eingeschränkt. Gerade dann, wenn die meisten
öV-PendlerInnen ihren Anschluss am Bahnhof erreichen möchten.
-
eine Reduktion der Erreichbarkeit der Stadt auf für die Auto
Fahrenden
Der meiste Verkehr in der Stadt St.Gallen ist Ziel-, Quell- oder Binnenverkehr.
Der Durchgangsverkehr ist marginal. Selbst auf der Stadtautobahn fahren
nur 15 Prozent des Gesamtverkehrs über beide Stadtgrenzen. Stadt
und Kanton hätten es also in der Hand, mit entsprechenden verkehrspolitischen
Rahmenbedingungen das Verkehrswachstum auf der Strasse einzudämmen.
Wer verhindern möchte, dass der Strassenverkehr weiter zunimmt,
muss die Investitionen weg vom Strassenverkehr in den Fuss- und Radverkehr
sowie den öffentlichen Verkehr lenken.
Der Forderungskatalog ist lang und unvollständig:
-
Beruhigung und Gestaltung der Haupt- und Quartierstrasse
-
sichere Fussgängerquerungen
-
sichere und attraktive Veloachsen (insbesondere Ost-West)
-
verkehrsfreie, attraktive Plätze in den Wohnquartieren
-
grosse Innenstadt-Fussgängerzone
-
mittelfristig eigentrassierte Trolleybus-Linien
-
langfristig eine moderne Stadtbahn zwischen Gossau und Winkeln–HB–
Heiligkreuz bis nach Wittenbach sowie zum Neudorf
Diese Forderungen sind bereits an anderen Orten und zu anderen Zeiten
eingebracht und vertreten worden. Es geht nun darum, die Weichen richtig
zu stellen. Zu lange hat unsere Stadt den öffentlichen Verkehr sowie
den Fuss- und Veloverkehr vernachlässigt. Der Verkehr nimmt dort
zu, wo in die entsprechende Infrastruktur investiert wird. Den Trend zu
immer mehr Autos auf den Strassen ist weder ökonomisch noch ökologisch
nachhaltig. Wir möchten attraktive, sichere Grundlagen für eine
sanfte Mobilität. Und dies zu einem Preis, der sich volkswirtschaftlich
verantworten lässt.
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Massnahmenpaket Innenstadt –
Vorschläge für ein attraktives Zentrum
Stadtspaziergang am 17. September, 19.00 Uhr
St. Gallen, 10. September 2007. Die beiden Organisationen «Fussverkehr
Schweiz» und der VCS der Sektion St.Gallen/Appenzell haben ein «Massnahmenpaket
Innenstadt St.Gallen» erarbeitet und Anfang Juli in Winterthur eine
von rund 30 Fachpersonen aus der ganzen Schweiz gut besuchte Exkursion
durchgeführt. Das Thema war der Umgang mit der Mobilität in
städtischen Räumen und den unterschiedlichen Ansprüchen
an den Lebensraum Stadt.
In einem Stadtspaziergang zeigen wir am 17. September die Möglichkeiten
auf, die sich auch für eine Attraktivierung unserer Innenstadt bieten.
Viele der von uns vorgestellten Massnahmen haben sich in anderen Städten
bewährt und würden sich relativ schnell und kostengünstig
realisieren lassen. Unabhängig von der Diskussion um neue Strassenbauten
oder andere kostspielige Infrastrukturvorhaben mit viel längeren
Zeithorizonten. Im Anschluss zur Führung offeriert der VCS einen
Apéro auf dem Gallusplatz.
Führung mit
-
Daniel Schöbi, dipl.Ing. ETH/SVI, Co-Präsident Quartierverein
Gallusplatz
-
Andreas Bernhardsgrütter, Raum- und Verkehrsplaner HTL/FSU/SVI,
Stadtparlamentarier
Stationen:
Besammlungsort: Vadian-Denkmal um 19.00 Uhr
Dann via Blumenmarkt, Goliathgasse (nördliche Altstadt), Multertor,
Vadianstrasse und Bleicheli zur südlichen Altstadt/Gallusplatz.
Auf unserer Homepage www.vcs-sgap.ch finden Sie weitere Informationen
zum «Massnahmenpaket Innenstadt St.Gallen». Sie können
das Massnahmenpaket auch gleich im PDF-Format herunterladen:
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Zum Agglomerationsprogramm St.Gallen / Arbon-Rorschach
VCS vermisst messbare Ziele
St. Gallen, 10. Juni 2007. Der VCS Sektion St.Gallen / Appenzell ist
enttäuscht über das unausgegorene Agglomerationsprogramm für
die Region St.Gallen / Arbon Rorschach. Es fehlen vom Bund nachvollziehbare,
quantifizierbare Ziele sowohl zum Gesamtverkehrsaufkommen als auch zum
angestrebten Verhältnis zwischen dem motorisierten Privatverkehr
und dem öffentlichen Verkehr (Modalsplit). Der VCS lehnt Investitionen
in den Strassenbau ab, der parallel zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs
erfolgen soll. Doppelinvestitionen sind volkswirtschaftlich unsinnig und
zeugen nicht vom notwendigen Mut für eine wirksame Verlagerungspolitik.
Völlig zu kurz kommt im Entwurf des Agglomerationsprogramms der
Langsamverkehr, wo konkrete Angaben zu neuen Projekten gänzlich fehlen.
Dabei kommt gerade im Agglomerationsbereich dem Fuss- und Radverkehr eine
zentrale Rolle zu. Ein entsprechender Hinweis auf den Leitsatz der Richtplanung
der Stadt St.Gallen fehlt, wonach das künftige Verkehrswachstum mit
öffentlichen Verkehrsmitteln sowie mit Fuss- und Radverkehr zu bewältigen
ist. Der Anteil des Autoverkehrs im städtischen Raum wird häufig
überschätzt, während jener des Fuss- und Veloverkehrs als
vernachlässigbar wahrgenommen wird. Die als vorrangig genannten Ziele
«Wege verkürzen» und «Umlagern auf öV»
kommen bei den Mass-nahmen viel zu kurz. Massnahmen, die Strassenkapazitäten
erhöhen, widersprechen der Zielsetzung. Dies gilt insbesondere für
das Projekt einer zusätzlichen Ost-West-Strassenverbindung (Südspange).
Als positiv und dringlich bewertet der VCS hingegen die Bus-Eigentrassierung
als ersten Schritt hin zu einer modernen Stadtbahn Nord in Form einer
Durchmesserlinie Winkeln-Hauptbahnhof-Kronbühl - vielleicht mit einer
späteren Weiterführung nach Gossau bzw. Arbon. Diese Massnahme
verfügt über das grösste Potential zur Stärkung der
Verkehrserschliessung in der Agglomeration - und wäre im Vergleich
zum Ausbau des Strassennetzes deutlich kostengünstiger zu haben.
Die Beurteilung der Massnahmen nach Zielerreichung und Wirksamkeit fehlt
im Agglomerationsprogramm vollständig. Sie müsste durch den
Kanton auf der Basis von Fakten (Kosten, Nutzen, Wirksamkeit) erfolgen.
Es ist falsch, die Beurteilung der Massnahmen an politisch gefärbten
Wertungen aus in einer Vernehmlassung auszurichten. Die Fakten zeigen,
dass Investitionen in den Fuss- und Radverkehr sowie in den öffentlichen
Verkehr erstens kostengünstiger sind als ein weiterer Ausbau des
Strassennetzes, zweitens für die ganze Agglomeration sowie die Umwelt
mehr bringen, und drittens der Zielsetzung der Bundesvorgaben entsprechen.
Zu berücksichtigen ist auch, dass die Mittel des Infrastrukturfonds
beschränkt sind. Das Agglomerationsprogramm St.Gallen / Arbon-Rorschach
täte gut daran, sich an diesen Punkten zu orientieren.
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MV 2007: VCS Sektion St.Gallen/Appenzell
neu mit Co-Präsidium
Rechtssicherheit dank Beschwerderecht
. Gallen, 12. Mai 2007. An der Hauptversammlung in Rapperswil-Jona hat
der VCS Sektion St.Gallen/Appenzell das Präsidium neu geregelt. Nach
sieben Jahren trat die Architektin Doris Königer von der Spitze des
Verbands zurück und übergab die Verantwortung an ein Co-Präsidium.
Kantonsrat Ruedi Blumer aus Gossau und der Ingenieur Martin Stamm aus
St.Gallen werden den VCS neu führen.
Die statuarischen Geschäfte waren schnell abgearbeitet. Die Jahresrechnung
schloss bei einem Umsatz von rund Fr. 125'000 mit einem kleinen Gewinn
von Fr. 5500. Mit Ausnahme des langjährigen Vorstandsmit-glieds Guido
Wick aus Wil stellten sich alle Bisherigen erneut zur Wahl. Zu einer Rochade
kam es beim Präsidium: Doris Königer, die seit Mai 2000 die
Geschicke der VCS-Sektion leitet, übergibt ihr Amt gleich an zwei
Nachfolger: Kantonsrat Ruedi Blumer aus Gossau und der St.Galler Martin
Stamm als bisheriger Vizepräsident werden im Co-Präsidium Arbeit
und Verantwortung gemeinsam schultern. Beide können jedoch weiterhin
auf ihre Vorgängerin zählen, bringt Königer doch ihre Erfahrung
weiter im Vorstand ein.
Auch in diesem Jahr zeigte der Jahresbericht auf, wie vielseitig das
Engagement des VCS ist. Seit Jahren stehen diese Aktivitäten aber
im Schatten der Diskussion um die Verbandsbeschwerde. Die Erfolge des
VCS und anderer Umweltverbände zeigen, wie wichtig dieses Mittel
zur Durchsetzung des Umweltrechtes ist. Ohne Beschwerderecht sind den
Verbänden als Anwälten des Natur- und Heimatschutzes die Hände
gebunden. Denn wo kein Kläger ist, kann auch kein Richter ungesetzliche
Bauvorhaben korrigieren und damit Gesetzesverstösse verhindern. Die
Hauptversammlung verabschiedete eine Resolution mit der Aufforderung an
die Stimmberechtigten des Kantons St.Gallen, Nein zu sagen zur Zerstörung
von Natur und Heimat. Und damit auch Nein zur Abschaffung des kantonalen
Verbandsbeschwerderechts am 17. Juni. Weiter fordert die Resolution von
den PolitikerInnen aller Parteien eine klare und unmissverständliche
Stellungnahme zum Schutz von Umwelt und Heimat. Und damit zur Erhaltung
des funktionierenden Rechtsstaates, zu dem auch das Recht der Verbandsbeschwerde
gehört.
Im Anschluss an den statuarischen Teil der Versammlung referierte der
Verkehrsplaner Patrick Ruggli über die Gesamtverkehrsoptimierung
der neu fusionierten Stadt Rapperswil-Jona. Einmal mehr wurde deutlich,
dass die Lösung der Verkehrsprobleme nicht im Bau neuer Strassen
und Tunnels zu finden ist. Die Verkehrssituation rund um die Rosenstadt
wird den VCS auch in Zukunft beschäftigen.
Präsidium und Vorstand der VCS Sektion St.Gallen/Appenzell setzen
sich neu wie folgt zusammen: Ruedi Blumer, Kantonsrat
(Gossau) und Martin Stamm (St.Gallen) als Co-Präsidenten;
Doris Königer (St.Gallen), Daniel Schöbi
(St.Gallen), Urs Bernhardsgrütter, Nationalrat (St.
Gallen).
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VCS Rekurs Rheinpark St.Margrethen gutgeheissen
Jetzt gesamtheitliche Lösung suchen
St. Gallen, 3. Mai 2007. Das kantonale Baudepartement hat den VCS-Rekurs
gegen die Baubewilligung für die Sanierung des Rheinparks gutgeheissen.
Einzig in der Ausgestaltung der Parkplatzgebühren ist es vom Rekursantrag
abgewichen. Die Gebühren variieren künftig nach dem Verkehrsaufkommen
und können etwas tiefer, aber auch viel höher ausfallen als
vom VCS gefordert.
Gerügt wird im Entscheid vor allem die Gemeinde St.Margrethen.
Sie wies den Rekurs ab, ohne die Entscheidungsgrundlagen der kantonalen
Amtsstellen abzuwarten und ohne den Auftrag der Umweltschutzgesetzgebung
zu berücksichtigen. Ausserdem nimmt der Kanton detailliert Stellung
zur immer wieder vorgebrachten Behauptung, die Parkgebühren seien
wirtschaftlich nicht tragbar und würden zu einer Wettbewerbsverzerrung
gegenüber den österreichischen Konkurrenten führen. Die
jetzt verordnete Lösung für die Ausgestaltung der Parkgebühr
ist für den VCS akzeptabel. Der Verband hatte eine einfachere Gebührengestaltung
ohne Verkehrszählungen und Anpassungsmechanismen vorgeschlagen. Das
jetzt vom Kanton vorgegebene Modell kann etwas tiefere, aber auch viel
höhere Gebühren zu Folge haben.
Mit dem Rekursentscheid wird ein Verfahren beendet, durch das die Migros
sieben Monate Zeit verloren hat. Einmal mehr ein unnötiger Zeitverlust,
weil sich die Gemeinden mit der Durchsetzung des Umweltrechtes schwer
tun und vermeintliche wirtschaftliche Überlegungen höher gewichten
als den Schutz der Umwelt und der Bevölkerung. Dieses Verhalten und
bestehende Gesetzeslücken führen zu teilweise absurden Situationen.
In St.Gallen West etwa findet man zwischen Winkeln und Abtwil die unterschiedlichsten
Parkierungs-systeme, vom Gratisparkplatz bis zu kostenpflichtigen Parkplätzen
mit Fahrtenmodell. Billigdiscounter wie Aldi und Lidl können in den
Agglomerationsgürteln Verkaufsgeschäfte mit bis zu 300 Parkplätzen
bauen und unterlaufen damit die Pflicht zur Umweltverträglichkeitsprüfung.
Mit einer einheitlichen kantonalen Lösung, wie sie von Regierungsrat
Haag schon einmal vorgeschlagen wurde, liessen sich solche unnötigen
Verfahren vermeiden und gleich lange Spiesse für alle schaffen. Hier
wartet eine Aufgabe auf die Erledigung durch die zuständigen politischen
Behörden. Anstatt politische Energien im Kampf gegen das Verbandsbeschwerderecht
zu verschleudern wäre es sinnvoller, klare und unmissverständliche
Regelungen zu erlassen. Damit wäre nicht nur für die Umwelt,
sondern auch für die Wirtschaft viel gewonnen.
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12. Mai: HV der VCS Sektion St.Gallen/Appenzell
in der Rosenstadt
Der VCS zu Gast in Rapperswil-Jona
St. Gallen, 30. April 2007. Ein Fixpunkt im VCS-Jahr ist wie bei allen
Verbänden die jährliche Hauptversammlung. Dieses Jahr ist die
VCS Sektion St.Gallen/Rapperswil am 12. Mai zu Gast bei ihrer Regionalgruppe
See + Gaster. Im Anschluss an die statuarischen Geschäfte spricht
der Verkehrsexperte Patrick Ruggli über die Verkehrssituation rund
um den Rapperswiler Seedamm.
Der VCS lädt alle Mitglieder und Interessierte herzlich ein zur
diesjährigen Hauptversammlung in Jona-Rapperswil. Versammlungsort
ist das Restaurant der ADANK Gastronomie an der Eichwiesstr. 20, unweit
der Bahnstation Blumenau. Der Beginn des statuarischen Teils ist auf 13.00
Uhr angesetzt.
Die gastgebende VCS-Regionalgruppe See + Gaster zählt zusammen
mit der Ortsgruppe St.Gallen zu den aktivsten und erfahrensten lokal aktiven
VCS-Gruppen im Sektionsgebiet überhaupt. Nicht von ungefähr,
gehört doch der Rapperswiler Seedamm zu einem der verkehrspolitische
Brennpunkte des Kantons. Im An-schluss an die statuarischen Geschäften
spricht darum der Verkehrsexperte Patrick Ruggli des international tätigen
Planungs-, Beratungs- und Ingenieurunternehmens Ernst Basler + Partner
(www.ebp.ch) über die Gesamtverkehrsoptimierung der neu fusionierten
Stadt Rapperswil-Jona. Ein Anliegen von kantonsüber-greifender Bedeutung
auch für die nähere und weitere Nachbarschaft der Rosenstadt.
Ist es sinnvoll, die Verkehrskapazität des Seedamms in Form eines
Tunnels weiter auszubauen oder aber besser und billiger in den öffentlichen
Verkehr und in Massnahmen zugunsten des Fuss- und Radverkehrs zu investieren?
Nach dem Referat besteht Gelegenheit, diese und andere Fragen zu diskutieren.
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Öffentlicher Verkehr in der Richtplan-Anpassung
2007
Zu lückenhaft, zu vage, zu unverbindlich
St. Gallen, 23. April 2007. Jährlich werden Anpassungen zum Richtplan
zur Vernehmlassung aufgelegt. Und jährlich bringt der VCS Sektion
St.Gallen/Appenzell Ideen und Wünsche ein, um einem besseren, bequemeren
und leistungsfähigeren öffentlichen Verkehr zum Durchbruch zu
verhelfen. Der Richtplan will «einen langfristig verlässlichen
Orientierungsrahmen für raumwirksame Entscheide» schaffen und
für «nachfolgende Einzelfallentscheide berechenbar» sein.
Ein Anspruch, dem der aktuelle Entwurf noch nicht gerecht wird.
Der diesjährige Entwurf enthält die vom VCS schon lange geforderte
Ergänzungen mit konkreten Aussagen zum öffentlichen Verkehr.
Der VCS formuliert 13 Anträge mit Verbesserungsvorschlägen.
So beantragt er für den öffentlichen Fernverkehr verbesserten
Schienenverbindungen ins Appenzellerland. Denn mit der im Entwurf zur
Richtplan-Anpassung vorgesehenen Aufhebung von IC-Halten in Gossau sind
die beiden Kantonshauptorte Herisau und Appenzell nur noch mit mehrfachem
Umsteigen zu erreichen. Dabei haben die Kantone im Zusammenhang mit dem
vorgesehenen Autobahnzubringer Herisau wiederholt darauf hingewiesen,
wie wichtig eine gute Verkehrserschliessung für das Appenzellerland
sei. Der VCS fordert, dass der Anschluss des Appenzellerlandes an das
Schweizer Schienennetz mit der gleichen Priorität verfolgt wird wie
der Anschluss an das Autobahnnetz. Dem VCS fehlen ebenfalls konkrete Aussagen
zum Angebotsausbau zwischen Zürich, Sargans und Chur ebenso wie Aussagen
zu Verbesserungen im grenzüberschreitenden Verkehr nach Lindau und
Bregenz.
Zu wenig Konkretes zum Regionalverkehr
Im Bereich des öffentlichen Regionalverkehrs fehlen konkrete Aussagen
zu Angebotserweiterungen völlig. Dies gilt nicht nur für die
Schiene, sondern auch für den strassengebundenen öffentlichen
Verkehr. Auch zur Grundversorgung der Randregionen fehlt die Festlegung
einer minimalen Erschliessungsqualität. Was allenfalls geplant sein
könnte, lässt sich nur aus vagen Andeutungen zu «Änderungen
in der Bedienung von Haltestellen» herauslesen. Der VCS beantragt
darum die Aufnahme klarer Angebotsziele wie Anzahl Ver-bindungen oder
Fahrzeiten, mindestens aber klare Kriterien für die Festlegung des
Angebots im Verhältnis zwischen Siedlungsgrössen und angestrebten
Modalsplit. Weiter sollen die Aussagen zu neuen Haltestellen in sich stark
entwickelnden Gebieten in einer Liste konkretisiert werden.
Für die südliche Kantonshälfte sind die Angaben im Entwurf
ebenfalls äusserst wage. Es ist anzunehmen, dass Fernverkehrshalte
sowohl in Bad Ragaz und Maienfeld, aber auch in Schmerikon gestrichen
werden sollen. Mögliche Ersatzangebote in Form von S-Bahn oder Regionalzügen
werden nur angedeutet. Auch zum Regionalverkehr zwischen Wil und St.Gallen
fehlen konkrete Aussagen. Aufgrund ungenügender Schienenkapazitäten
ist wohl mit einem Abbau auf dem S-Bahn-Netz zu rechnen. Der VCS fordert
darum die Aufnahme eines Kapazitätsausbaus auf dem Schienennetz zwischen
St.Gallen und Wil. Damit verbunden wären auch neue S-Bahnhaltestellen
in der Agglomeration St.Gallen und deren Anbindung ans städtische
Busnetz.
Im Bereich der Angebotsgestaltung ist im Entwurf der Richtplananpassung
eine «schnelle, eigentrassierte ÖV-Achse West-Ost St.Gallen»
erwähnt. Dies ist jedoch kein Angebot, sondern ein Infrastrukturvorhaben.
Für welchen Zweck bleibt unklar. Eine S-Bahn? Ein Tram- oder nur
eine Busverbindung? Während für eine Südumfahrung bereits
konkrete Planungen im Gange sind, soll diese neue öV-Achse nur als
diffuse Randbemerkung Eingang in den Richtplan finden. Auch diese Ausführungen
sind zu lückenhaft, zu vage und zu unverbindlich.
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Am Samstag, 31. März ist Velo-Frühling!
25. VCS-Veloflohmarkt unter dem Waaghaus
St. Gallen, 21. März 2007. Der Winter hat dieses Jahr erst gestern
Einzug gehalten. Am heutigen astronomischen Frühling steht jedenfalls
kaum jemandem der Sinn nach Velo fahren. Und doch: Der Velo-Frühling
steht vor der Tür! Zum 25. Mal beginnt er mit dem Veloflohmarkt der
VCS Orts-gruppe St.Gallen.
Mit den ganz uralten Sitten und Gebräuchen in der Stadt St.Gallen
kann er zwar nicht mithalten, der alljährliche VCS-Veloflohmarkt
unter dem Waaghaus. Aber es gibt wohl nur wenige von einem Verein durchgeführten
Anlässe, die auf eine seit 25 Jahren ungebrochene Tradition zurückblicken
können. Gäbe es ihn nicht, die VCS Ortsgruppe müsste ihn
glatt erfinden. Der erste Flohmarkt wurde am 4. Juni 1983 im Rahmen einer
Schweizweiten Velo-Aktionswoche durchgeführt. Als Träger firmierten
neben dem VCS und der IG-Velo auch das Bundesamt für Umweltschutz
und das Bundesamt für Energiewirtschaft. Das Ziel der gemeinsamen
Aktion: Das Velo als praktisches und umweltfreundliches Verkehrsmittel
zu propagieren. Die in Kellerverliesen gepark-ten oder auf dem Estrich
versorgten Zweiräder sollten den Weg zurück ans Licht und auf
die Strassen finden. Eine Zielsetzung, die auch 25. Jahre später
so aktuell ist wie am ersten Tag.
Ab 08.00 Uhr nimmt der VCS gebrauchte, noch fahrbare Vehikel in der
Waaghaushalle entgegen. Diese gelangen zwischen 9.00 und 12.30 Uhr in
den Verkauf. Wer sein Gefährt nicht persönlich vorbeibringen
kann, dem steht der VCS-Abholservice zur Verfügung (5 Franken pro
Velo, für VCS-Mitglieder gratis). Auf Anmeldungen wartet das Veloflohmarkt-Telefon
(071 560 53 64) bis am Donnerstag Abend, 29. März. Achtung: Unverkaufte
Velos sind bis um 14.00 Uhr wieder abzuholen. Über zurückbleibende
Zweiräder verfügt der VCS frei.
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VCS zu den geplanten neuen Zubringerbahnen Bad
Ragaz und Wangs
PIZOL 2010: Was ruft der Berg?
St. Gallen, 20. Februar 2007. Als Ersatz für die beiden veralteten
Anlagen in Bad Ragaz und Wangs sollen zwei neue, moderne Zubringerbahnen
auf den Pizol erstellt werden. Statt einem Berg mit zwei Gesellschaften
und zwei Bahnen solle es nur noch eine Gesellschaft für den gemeinsamen
Berg geben. Sind zwei Zubringerbahnen aber nicht doch eine zuviel? Mit
welchen verkehrlichen Auswirkungen ist zu rechnen? Und was sagt der Berg?
Den VCS überzeugt die Strategie nicht, innerhalb einer Entfernung
von gerade mal zwei Kilometern gleich zwei Zubringerbahnen zu erstellen.
Ein kostendeckender Betrieb - das räumt selbst das Konzept PIZOL
2010 ein - setzt in erster Linie einen erfolgreichen Winterbetrieb voraus.
Zubringerbahnen sind gemäss Konzept per se nicht rentabel zu betreiben.
Bei zwei Bahnen fallen Betriebskosten gerade im verkehrsarmen Sommerhalbjahr
doppelt an. Die Eigenwirtschaftlichkeit und damit die Finanzierung weiterer
notwendiger Infrastrukturbauten - unter anderem Beschneiungsanlagen -
ist nicht gewährleistet. Da die mangelnde Schneesicherheit wohl zunehmend
für das ganze Berggebiet zum Problem wird, ist mit steigenden Kosten
für Energie und Wasser zu rechnen.
Die Wirtschaftlichkeit ist kein primäres Anliegen des VCS. Die
Erschliessung von zwei Talstationen durch den öffentlichen Verkehr
aber ist kostenmässig aufwändiger, was zu Lasten der Erschliessungsqualität
gehen könnte. Ein qualitativ guter öffentlicher Verkehr ist
zwingend. Die Bewilligungsinstanzen von Gemeinde und Kanton sind dazu
verpflichtet, dessen Qualität und Finanzier-barkeit zu über-prüfen.
Der VCS zählt darauf, dass die Behörden dieser Verpflichtung
nachkommen.
Die Standorte der beiden geplanten Talstationen liegen nicht direkt
an einer Hauptstrasse, eine optimale Linienführung ist darum nicht
möglich. Andererseits ist auch die Lage der bisherigen Talstation
in Wangs-Pizol unbefriedigend: Der motorisierte und der öffentliche
Verkehr muss den ganzen Dorfkern durchqueren. Auch in Bad Ragaz rückt
die projektierte Talstation weiter vom Siedlungsgebiet weg, was ebenfalls
zu einer Verkehrsberuhigung im Ortskern führen dürfte. Gemäss
vorliegendem Umweltverträglichkeitsbericht wird die neue Bad Ragazer
Talstation 1800 Fahrten und damit rund einen Drittel mehr motorisierten
Verkehr verursachen. Dies ist aus VCS-Sicht sicher nicht willkommen, im
Vergleich zum grossen Verkehrszuwachs der letzten Jahre aufgrund neuer
Fachmärkte zwischen Sargans und Landquart aber weniger schwerwiegend.
Allein beim Pizolpark Mels beträgt das tägliche Verkehrsvolumen
nach Fertigstellung des Aus- und Umbaus 28'000 Fahrten.
Im Konzept PIZOL 2010 bezeichnen die Promotoren ihr Projekt mit den
beiden neuen Zubringeranlagen auf den Pizol als «ideale Ergänzung»
zum Angebot der Konkurrenzbahn auf die Flumserberge. Während die
Flumserberge wenige Schritte von einem S-Bahnhof entfernt lägen und
damit primär Benützer des öffent-lichen Verkehr ansprechen,
würden sich die Zubringerbahnen auf den Pizol auf den Individualverkehr
ausrichten. Die unterschiedlichen Erschliessungskonzepte seien «geradezu
komplementär». Eine Haltung, die nicht auf viel Engagement
für den öffentlichen Verkehr hoffen lässt.
Die Finanzierung der Zubringerbahn ab Vilters-Wangs ist offen. Aus VCS-Sicht
müsste bei einer Realisierung beider Anlagen das Bewilligungsverfahren
für die Gesamtanlage verlau-fen. PIZOL 2010 versteht sich als Gesamtkonzept,
und als solches hat es auch gemeinsame Auswirkungen auf das Strassennetz,
die Belas-tung der Luft und die Erschliessung durch den öffentlichen
Verkehr. Der jetzt vorliegende Umweltbericht beschränkt sich einzig
auf die projektierte Talstation und die Parkierungsanlage in Bad Ragaz.
Aus umwelt- und verkehrspolitischer Sicht ermöglicht dies kein aussagekräftiges
Gesamtbild. Im Rahmen der Klimadiskussion ruft der Berg jedenfalls sicher
nicht zwingend nach zwei Erschliessungsbahnen.
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VCS fordert Spurwechsel in der städtischen
Verkehrspolitik
Keine Einsprache gegen dritte Autobahnspur
St. Gallen, 8. Februar 2007. Die VCS Sektion St.Gallen/Appenzell hat
sich eingehend mit dem geplanten Ausbau der Stadtautobahn beschäftigt
und sich trotz Vorbehalten gegen eine Einsprache entschieden. Auch wenn
die Projektauflage von einer «Verlängerung» der Autobahnein-
bzw. -Ausfahrten die Rede ist, handelt es sich faktisch um den Bau einer
dritten Spur. Der VCS sieht seine Bedenken gegen immer neue und grössere
Einkaufszentren am Stadtrand bestätigt und fordert statt neuen Spuren
einen Spurwechsel in der städtischen Verkehrspolitik.
In einer Aussprache zwischen VCS und dem kantonalen Tiefbauamt wurde
das Bauprojekt mit Sicherheitsüberlegungen begründet. Der Verkehr
könne sich auf der neu geschaffenen dritten Spur von und nach St.Gallen-Winkeln
einfacher aufstellen. Gefährliche Rückstausituationen sollen
beim Schorentunnel und der Ausfahrt
Richtung Abtwil mit Einkaufszentren und Stadion vermieden werden. Teil
des Projekts ist zudem die Installation eines neuen Verkehrsleitsystems.
Mit Inbetriebnahme des Verkehrleitsystems wird die Höchstgeschwindigkeit
auf dem gesamten Autobahnabschnitt je nach Verkehrsaufkommen variabel
geregelt, aber auf die heute schon geltenden maximal 100 km/h begrenzt
bleiben. Ab 2600 Fahrzeugen pro Stunde wird auf Tempo 80 reduziert. Gemäss
Umweltbericht reduziert dies die Luftbelastung leicht. Auch der Lärm
soll aufgrund der tieferen Geschwindigkeiten weniger werden. Seit Eröffnung
der Stadtautobahn hat sich der Verkehr auf über 65'000 Fahrzeuge
pro Tag verdoppelt. Allein das Einkaufszentrum/Stadion wird zusätzlichen
Mehrverkehr von 16'000 Bewegungen bringen. Weitere Aus- und Neubauten
von Fachmärkten sind geplant. Der Verkehr auf der Stadtautobahn ist
zu rund 85% innerstädtisch - der Durchgangsverkehr nimmt somit nur
einen kleinen Teil der Verkehrskapazität in Anspruch. Das zeigt sich
auch daran, dass St.Gallen beim Modalsplit - dem Verhältnis zwischen
öffentlichem zum motorisierten Privatverkehr - im Vergleich mit anderen
Schweizer Städten schlecht abschneidet.
Nach wie vor viel zu hoch bleibt die Luftbelastung, die zu einem nicht
unerheblichen Teil durch den motorisierten Verkehr verursacht wird. Dicke
Luft herrschte gemäss Jahresbericht von OSTLUFT gerade auch im letzten
Jahr, wo die Messwerte Mehrjahreshöchstwerte erreicht haben. Im Sommer
sind es die zu hohen Ozonwerte, im Winter Stickstoffdioxide und Feinstaub
(PM10), die sich negativ auf die Umwelt und die Gesundheit gerade von
empfindlichen Bevölkerungsgruppen auswirken. Eine dritte Spur mag
etwas mehr Verkehrssicherheit auf der Stadtautobahn bringen. Eine grundsätzliche
Lösung hausgemachter Verkehrsprobleme und der zu hohen Luftbelastung
ist es nicht. Auch im Hinblick auf den sich immer deutlicher anbahnenden
Klimawandel braucht es nicht mehr Spuren, sondern einen Spurwechsel hin
zu mehr öffentlichem Verkehr. Ein prüfenswertes Konzept wäre
eine durchgehende leistungsfähige Strassenbahn zwischen Gossau und
Rorschach.
Zur Effizienz der Verkehrsmittel
Eine grobe Abschätzung des Finanzierungsbedarfs verschiedener Verkehrsinfrastrukturprojekte
für die Stadt St.Gallen ergibt folgendes Bild:
-
Vollausbau der Stadtautobahn auf sechs Spuren
Auf einer Länge von 15 bis 20 km inklusive dritter Tunnelröhre
mit
Anschlüssen und Brückenbau für 150 bis 200 Mio. Franken
pro
Kilometer: Total 2,5 bis 4 Milliarden Franken.
-
Neubau einer Südumfahrung auf einer Länge von ca. drei
Kilometern
Ab Teufenerstrasse (Höhe Geltenwilerstrasse) bis Rorschacherstrasse
(Höhe Splügenstrasse) mit mindestens drei Anschlussbauwerken:
Total
500 bis 800 Mio. Franken
-
Tram zwischen Gossau und Rorschach Rund 22 Kilometern, inklusive
Anpassungen am Strassennetz. Total 310 bis 620 Mio. Franken
Vergleichszahlen:
-
Ausbau des Baregg-Tunnels mit 5. und 6. Spur mit dritter Tunnelröhre:
386,4 Mio. Franken pro Kilometer;
-
Seetunnel Rapperswil mit niveaufreien Knoten: 200 Mio. Franken pro
Kilometer. -
-
Die VBZ Zürich rechnet je nach Strassenverhältnissen mit
14 bis 28 Mio. Franken pro Kilometer.
-
Beim Neubau des Trams in Mühlhausen kostete ein Tramkilometer
26.5 Mio.
Franken.
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Rapperswil-Jona: Abschluss des VCS-Bahnhofwettbewerbs
Attraktivere Bahnhöfe für die neue Stadt
Rapperswil-Jona/St. Gallen, 30. Januar 2007. Aus der Bevölkerung
sind im Rahmen eines vom VCS ausgeschriebenen Wettbewerbes wertvolle Ideen
und Anregungen eingegangen, wie sich die beiden Bahnhöfe Jona und
Rapperswil attraktiver gestaltet lassen. Die eingereichten Vorschläge
werden nun den Stadtbehörden überreicht.
Die VCS Regionalgruppe See-Gaster hat in Zusammenarbeit mit der VCS
Sektion St.Gallen-Appenzell im letzten Dezember gefordert, den heute unbefriedigenden
Zustand der Bahnhöfe von Rapperswil und Jona zu verbessern. Die Stadtbehörden
der zum Jahreswechsel fusionierten Stadt Rapperswil-Jona sollen dazu selbst¬verständlich
auch die SBB in die Pflicht nehmen.
VCS-Forderungen für die Station Jona
-
Aufwertung der heute unbedienten Station Jona zu einem «richtigen»
Bahnhof mit WC, Fahrkarten¬verkauf und Kiosk
-
Städtebauliche Aufwertung mit der Gestaltung einer Bahnhofstrasse
und eines Bahnhofplatzes
-
Erstellung eines kundenfreundlichen, grosszügigen und ausbaufähigen
Bushofes
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Verbesserung für Velo Fahrende mit einer bedienten Velostation
VCS-Forderungen für den Bahnhof Rapperswil
-
Bahnhofplatz-Neugstaltung mit Entflechtung des motorisiertem Individual-
und Busverkehrs
-
Verlängerung der bestehenden Strassenunterführung vom/zum
Fischmarktplatz, um die engen Verhältnisse der Hauptführung
zu verbessern und die Trennwirkung der Bahnanlagen zu reduzieren
-
Mehr Platz für Velos auf der Nordseite mit einer bedienten
Velostation
-
Für den Fussverkehr eine verbesserte Querungsmöglichkeit
bei der oberen Bahnhofstrasse
Der VCS hat die Bevölkerung von Rapperswil-Jona aufgefordert, im
Rahmen eines Wettbewerbs eigene Verbesserungsvorschläge zu machen.
Mitte Januar lief die Eingabefrist ab. An seiner Sitzung vom 29. Januar
hat die VCS Regionalgruppe die eingesandten Ideen ausgewertet. Mit dem
ersten Preis ausgezeichnet wurde die Arbeit von Peter Isler aus Rapperswil.
Er schlägt bei der Station Jona eine Zentrumsüberbauung mit
Wohnungen, Büros und Geschäften vor. Der Standort ist optimal
mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen.
Ein grosser Vorteil für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die
Angestellten des neuen Zentrums, die so nicht auf ein Auto angewiesen
wären. Zudem würde die städtebauliche Anbindung der Bahnstation
an den bestehenden Ortskern verbessert.
Die weiteren Vorschläge reichten von der Realisierung eines Bushofes
unterhalb der Grünfels-Villa mit Zufahrt von der Bühlstrasse
und Schlüsselstrasse, einem Bistro mit Billettverkauf bei der Station
Jona, der Schaffung von autofreien Begegnungsplätzen bei beiden Bahnhöfen
sowie der Verlagerung der Kurzzeit¬parkplätze vor dem Bahnhof
Rapperswil zum Güterschuppen.
Der VCS bedankt sich für die positiven Rückmeldungen aus der
Bevölkerung. Er ist sich bewusst, dass die Verbesserungen auch auf
die übrigen Bahnstationen (Kempraten, Blumenau) ausgedehnt werden
müssen. Die VCS Regionalgruppe See-Gaster wird die Anregungen aus
dem Wettbewerb in das Gespräch mit den zuständigen Stadtbehörden
einfliessen lassen. Er hofft, dass nach den ersten positiven Reaktionen
bald auch die ersten Schritte zur Umsetzung folgen.
Folgende Preise wurden vergeben
Der Hauptpreis – ein Halbtax-Abo – ging in Form eines SBB-Gutscheins
über Fr. 150.- an Peter Isler, Rapperswil.
Fünf Monatskarten Rapperswil/Jona (SBB-Gutschein Fr. 50.-)
• Livio Schläpfer, Jona
• Isabella Raimann, Rapperswil
• Hugo Rieder, Jona
• Paul Sievi, Jona
• Hans Verbeke, Rapperswil
Zwei Tageskarten ZVV (SBB-Gutschein Fr. 30.-)
• A. Schneider, Jona
• Heidy Zuppiger
Eine Zusammenfassung der Ideen und ihre Bewertung ist auf der Homepage
vcs-sgap.ch
einsehbar.
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VCS fordert Ausbaustopp für weitere
Linienflüge ab Altenrhein
BAZL und Kanton ändern apprupt Flugrichtung
St. Gallen, 5. Januar 2007. Die VCS Sektion St.Gallen / Appenzell bedauert
die Genehmigung weiterer Linienflüge ab Altenrhein durch das Bundesamt
für Zivilluftfahrt. Seit Jahren arbeitet der private Flugfeldbetreiber
auf einen Ausbau seines Flugfelds zum Flughafen hin. Dabei wird er von
der St.Galler Kantonsregierung aktiv unterstützt. Eine Wirtschaftsförderung,
die zu Lasten der direkt betroffenen Anwohner und der Umwelt geht.
Seit Jahren wird von den Promotoren eines Regionalflughafens St.Gallen-Altenrhein
damit argumentiert, dass eine Konzessionierung eine absolute Notwendigkeit
ist. Nicht nur für den weiteren Ausbau des Linienbetriebs, sondern
auch für den Weiterbetrieb der bisherigen Flugverbindungen. Der VCS
stellt sich nicht grundsätzlich gegen das Flugfeld Altenrhein, sofern
der Betrieb im bisherigen Rahmen bleibt und das Mitspracherecht der betroffenen
Bevölkerung gewährleistet ist. Eine Konzessionierung des Flugfelds
zum Flughafen würde jedoch beides in Frage stellen.
In der Antwort auf eine Interpellation von Kantonsrat und VCS-Vorstandsmitglied
Ruedi Blumer vom 28. Juni 2005 führte die St.Galler Regierung aus,
dass «die Konzessionierung des Flugplatzes St.Gallen-Altenrhein
(...) zur rechtlichen Sicherung der bestehenden und für die Bewilligung
zusätzlicher Linienflüge notwendig» sei.
Keine zwei Jahre später fliegt die Kantonsregierung zusammen mit
dem Bundesamt für Zivilluftfahrt einen neuen Kurs. Der Weiterbetrieb
der bisherigen Linienflüge soll nun plötzlich auch ohne Konzession
möglich ein. Und ab Februar soll es eine neue Linienverbindung nach
Düsseldorf / Mönchengladbach geben. Gemäss Medienberichten
ist die Flugfeldbetreiberin sogar der Ansicht, dass bis in drei Jahren
auch London und Hamburg angeflogen werden könnten - ohne Konzessionierung!
Der VCS verurteilt die Argumentations-Flugakrobatik von BAZL und Kanton.
Er fordert die St.Galler Regierung auf, sich an ihre Aussagen in ihrer
Interpellationsantwort vom Juni 2005 zu erinnern und darauf hinzuwirken,
dass kein Ausbau des Liniennetzes erfolgt. Nicht nur am Pilotenknüppel,
sondern auch in der Politik wirkt ein Zick-Zack-Kurs wenig vertrauenserweckend.
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