VCS zur stadträtlichen Stellungnahme Parkgarage Marktplatz

Neugestaltung Marktplatz: Ja, aber...

St. Gallen, 29. Dezember 2005. Der VCS sieht sich durch die klare Stellungnahme des Stadtrats zur Idee einer Tiefgarage unter dem Marktplatz bestätigt: St. Gallen verfügt - unter Berücksichtigung aller im Bau und Planung befindlichen Tiefgaragen - über ausreichend Parkiermöglichkeiten. Der VCS setzt sich für eine schnellstmögliche Neugestaltung des Bereichs Marktplatz/Bohl ein, damit dieser zentrale Platz tatsächlich zur Chance für unsere Stadt wird.

Die Stellungnahme des Stadtrats zu den verkehrlichen Auswirkungen einer Tiefgarage unter dem Marktplatz in der von den Promotoren vorgeschlagenen Grössenordnung lässt an Klarheit nichts zu wünschen übrig. Die Parkgarage ist gemäss Stadtrat:

  • verkehrstechnisch ohne erhebliche Einschränkungen des öffentlichen Verkehrs nicht machbar

  • rechtlich fragwürdig

  • wirtschaftlich unrentabel

Weiter führt der Stadtrat in seiner Antwort auf einen entsprechenden parlamentarischen Vorstoss fest, dass die Ein- und Ausfahrt beim Schibenertor gestalterisch kaum befriedigend gelöst werden könne.

Die Einschätzung des Stadtrates deckt sich damit in weiten Teilen mit den bereits früher vom VCS geäusserten Bedenken. Aus politischen Gründen verzichtet der Stadtrat aber auf ein klares Nein zu diesem verfehlten Projekt. Der VCS hofft, dass mit dem in Aussicht gestellten Bericht bald Grundlagen für eine autofreie Gestaltung des Marktplatzes und der nördliche Altstadt vorliegen werden.

In den nächsten Jahren entstehen rund um die Altstadt rund 1000 weitere Parkplätze - ein Ausbau der Parkierungsfläche um satte 50%. Bereits im kommenden Herbst stehen in der Brühltorgarage 224 neue Parkplätze zur Verfügung. Die rund 150 oberirdischen Parkplätze lassen sich daher problemlos aufheben - eine Voraussetzung zur attraktiveren Gestaltung der Innenstadt. Die von der «IG Chance Marktplatz» vorgestellten Gestaltungsideen sollen dabei durchaus in die Diskussion einfliessen.

St. Gallen ist nicht fertig gebaut - das bestehende Strassennetz jedoch schon. Ohne massive Eingriffe ins Stadtbild oder unbezahlbare unterirdische Bauten lassen sich die Verkehrskapazitäten nicht weiter erhöhen. Die knappen verfügbaren Mittel sind darum in den öffentlichen Verkehr und den Langsamverkehr zu investieren. Verkehrsplaner und Interessenvertreter sollten ihr Augenmerk vermehrt auf die Effizienz der Verkehrsmittel richten, anstatt Zeit und Geld in unterirdische Luftschlösser zu investieren.

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VCS zur Kurvenausbau Industriestrasse in Herisau

Eine Million Franken fliegen aus der Kurve

Herisau, 20. Dezember 2005. Unter dem Deckmantel «Verkehrssicherheit für Velofahrer und Fussgänger» soll die Durchfahrt auf der Hauptachse durch Herisau beschleunigt werden. Ein unsinniges und zu kostspieliges Projekt, findet die VCS-Sektion St.Gallen/Appenzell.

Die Industriestrasse ist nicht als besondere Gefahrenquelle bekannt. Die relativ schmale Fahrbahn in der Kurve zwingt den motorisierten Verkehr zur Geschwindigkeitsanpassung. Die VCS-Sektion St. Gallen/Appenzell ist daher erstaunt darüber, dass ohne zwingenden Grund und ohne einen definitiven Entscheid für oder gegen eine Umfahrungsstrasse für viel Geld die heutige Durchfahrtsachse ausgebaut werden soll.

Erstaunlich auch, dass der Wegfall der unübersichtlichen Passage mit dem Schutz der schwachen Verkehrsteilnehmer (Fussgänger und Velofahrer) begründet wird. In den aufgelegten Unterlagen ist dazu nichts zu finden. Wird den bergwärts fahrenden Velos auf der westlichen Seite der Industriestrasse ein kombinierter Rad- und Fussweg zur Verfügung stehen? Die vorgesehene Trottoirbreite von zwei Metern liegt dafür jedoch an der untersten Grenze.

Im Rahmen der Ypsilon-Massnahmen zum Verkehrsraum Herisau wird darüber diskutiert, wie sich die Geschwindigkeit beim Ortseingang reduzieren und auf verträglicher Höhe durch das Siedlungsgebiet halten lässt. Der Ausbau der Kurve in der Industriestrasse geht in die genau entgegengesetzte Richtung: Mehr Geschwindigkeit ohne kaum mehr Sicherheit. Die Kosten von über einer Million Franken - davon fast die Hälfte für den Landerwerb - sind angesichts des geringen Nutzens zu hoch. Dieser Betrag könnte weitaus effektiver für die Verbesserung der Verkehrssicherheit in Herisau investiert werden. Das vorliegende Projekt mag die Bauindustrie freuen, ist aber weder für Fussgänger noch Velofahrer ein «Weihnachtsgeschenk».

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Stadtentwicklungskonzept Gossau:

Auf ausgetretenen Pfaden

Gossau, 18. 11. 2005: 1998 hat die Gossauer Bevölkerung mit satten 85 Prozent ein Projekt für einen Kerntunnel beerdigt. Nun werden im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes erneut Pläne für Umfahrungen und neue Strassen gewälzt.

Wie bereits im Abstimmungskampf zum Kerntunnel lehnt der VCS neue Durchfahrtsachsen ab und fordert im Rahmen seiner Vernehmlassung zum Stadtentwicklungskonzept Gossau stattdessen Sofortmassnahmen auf dem bestehenden Strassennetz. Hingegen begrüsst der VCS die geplante Verbesserung beim öffentlichen Verkehr (ÖV) sowie beim Staumanagement und hofft auf zusätzliche Massnahmen zugunsten des Langsamverkehrs.

Die angestrebte Aufwertung des Dorfkerns zwischen Gröbliplatz und Coop mit Koexistenz aller Verkehrsarten, die Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Verkehrssicherheit durch Reduktion der Fahrbahnbreiten ist bestimmt die richtige Antwort. Beispiele im In- und Ausland zeigen die Wirksamkeit dieser Massnahmen. Gossau hat aber zwischen Mettendorf, Niderdorf, Fennhof und Eichen rund 5 km Kantonsstrassenachsen, die es – mit Umgestaltungen auf grösseren Abschnitten im Sinne der Koexistenz – ebenfalls aufzuwerten gilt.

Neue Achsen sind kontraproduktiv

Die im Konzept vorgesehenen neuen Achsen vermögen nicht zu überzeugen. Sie verlagern den Verkehr an Orte, wo er nicht weniger stört, und rufen – zu Ende gedacht – nach weiteren Strassen. Das Ansinnen, Busbahnhof, Velofahrer- und Fussgängerstrom beim Bahnhof durch eine neue Strasse abzuschneiden, ist vollumfänglich abzulehnen. Doch auch die Variante a: Poststrasse-Quellenhofstrasse führt zu Konflikten in Wohngebiet, bei den Querungen des Langsamverkehrs, dem Knoten Ringstrasse/Herisauerstrasse und wird zudem eine zusätzliche Trennwirkung entfalten. Die grossräumige Umfahrung entlang der Bahnlinie (Kernprojekt 3) schliesslich ist mit immensen Kosten bei fraglichem Nutzen verbunden; sie vermöchte die Problematik des hausgemachten Verkehrs auch nicht annähernd zu lösen.

15-Minuten-Takt, massiv mehr Passagiere

Begeistert ist der VCS darüber, dass das Stadtentwicklungskonzept auf einen Viertelstundentakt im öffentlichen Verkehr hinzielt. Zusätzlich zu einem attraktiven Fahrplan schlagen wir weitere Massnahmen vor, um die ÖV-Akzeptanz und das Umsteigen zu fördern. Als Zielgrösse soll eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen bis 2010 gelten.
Vom vorgeschlagenen Verkehrs- und Staumanagement sind keine Wunder zu erwarten. Da es sich in Gossau grösstenteils um «hausgemachten» Binnenverkehr handelt, werden Dosier- und Pförtnersysteme nur beschränkte Wirkung entfalten können. Gossau besitzt mit der A1 eine Umfahrungsmöglichkeit, Ziel eines Verkehrsmanagementsystems muss die Verlagerung von möglichst viel motorisiertem Durchgangsverkehr auf diese Achse sein. Zwingend sind deshalb flankierende Massnahmen, die das Ausweichen des Autoverkehrs durch Quartiere verhindern, den ÖV an allen Dosierstellen klar priorisieren und den Velofahrenden mittels Radstreifen die Vorfahrt entlang der Autokolonnen ermöglichen.

Unterschätzter Langsamverkehr

Eine durch die Gossauer Fachgeschäfte in Auftrag gegebene Umfrage aus dem Jahre 1999 zeigt, dass rund 60 Prozent der Einwohnerschaft für die Einkäufe in Gossau zu Fuss, mit dem Velo oder dem Bus unterwegs sind – und nur 38 Prozent mit dem Auto. Der VCS hofft, dass die grosse Bedeutung des Langsamverkehrs für die Stadtentwicklung erkannt und in ein Kernprojekt zur Förderung des Velo- und Fussverkehrs münden wird.

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Leserbrief

Chance Zürcher Strasse

St. Gallen, 19. Oktober 2005: Dem Präsident der örtlichen TCS-Sektion kann es mit dem Graben einer Tiefgarage unter dem Marktplatz nicht schnell genug gehen. Dafür könne die Neugestaltung der Zürcherstrasse - Folge einer im Jahr 2001 zurückgezogenen Volksinitiative - im Lachenquartier zurückgestellt werden, um finanzielle Mittel fürs Zentrum frei zu machen. Die BesucherInnen unserer Stadt würden die Attraktivität nicht an den Ausfallstrassen, sondern am Empfang im Zentrum messen.

Aber hallo: St. Gallen ist mehr als nur eine schöne Altstadt! Es gilt, nicht nur an die berechtigten Bedürfnisse der Innenstadtgeschäfte zu denken, sondern auch an die Lebensqualität der Menschen im übrigen Stadtgebiet. Nach der Umgestaltung eines Teils der Zürcher Strasse wird es zwar nicht weniger Verkehr geben, dafür fliesst dieser in geordneteren Bahnen. Diese Auffassung wird auch vom St .Galler Regierungsrat geteilt, der dazu in seiner Botschaft zum 14. Strassenbauprogramm vom 12 August 2003 grundsätzlich zur Strassenraumgestaltung wie folgt Stellung genommen hat: Bauliche Massnahmen «...dienen nicht nur der Reduktion vom Umweltbelastungen sowie der Durchsetzung des Ortsbildschutzes und der anerkannten Grundsätze eines siedlungsgerechten Strassenbaus, sondern insbesondere auch dem Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer.» Der Kanton übernimmt entsprechend auch mehr als die Hälfte der anfallenden Kosten.
Wer will, kann unser kleines, feines St. Gallen schon mit Städten vom Kaliber Nizza, Bologna oder München vergleichen. Aber ob es auch Sinn macht? Lieber TCS: Es sollte tatsächlich «um die Sache gehen». Verzichte darum auf politische Geplänkel um die Neugestaltung der Zürcher Strasse. Die Prioritäten unserer Stadtregierung können nicht in einem weiteren Loch im Stadtzentrum liegen. Anzustreben ist vielmehr eine Verbesserung der Lebensqualität in der ganzen Stadt. Die Neugestaltung der Zürcher Strasse bietet eine reale Chance dazu. Die Risiken und Nebenwirkungen einer Tiefgarage unter dem Marktplatz lassen sich getrost separat diskutieren.

Thomas Schwager
Geschäftsleiter VCS Sektion St.Gallen/Appenzell

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MEDIEN-MITTEILUNG von pro natura, VCS und WWF

Altenrhein: Umweltverbände enttäuscht über nachgiebige Behörden

Keine Konzessionierung ohne echte Plafonierung

St. Gallen, 12. Oktober 2005. Im Verlauf einer Podiumsdiskussion zur Konzessionierung des Flugfelds Altenrhein im September schienen sich die Fronten zwischen Konzessionierungs-Befürwortern und -Gegnern aufzuweichen. Die Medien berichteten bereits von einer «Annäherung der Standpunkte». Mitte September fanden Gespräche statt zwischen Behördenvertretern aus Bund, verschiedenen Kantonen, dem Land Vorarlberg, den Gemeinden der Region Rorschach-Bodensee sowie der Flughafenbetreiberin. Das Ergebnis ist für die Umweltverbände enttäuschend.

Der Rorschacher Stadtpräsident Thomas Müller sicherte an der sehr gut besuchten Podiumsdiskussion Namens der Regionalplanungsgruppe Regio Rorschach-Bodensee den Gegnern einer Konzessionierung zu, sich für die Plafonierung der Flugbewegungen auf maximal 33'500 pro Jahr einzusetzen. In ihrer schriftlichen Stellungnahme vom 10. Juni geht die Regio noch einen wichtigen Schritt weiter: Die durch den technischen Fortschritt erzielten Lärmreduktionen dürften nicht durch mehr Flugbewegungen kompensiert werden.

Neben der Zahl der Flugbewegungen sind auch die Betriebszeiten umstritten: Die Airport Altenrhein AG will den Flugbetrieb bereits ab 06.00 Uhr (heute 07.00 Uhr Mo-Fr, 08.00 Sa und 10.00 So) beginnen und ohne Mittagspause (heute 12.00 bis 13.30 Uhr) bis abends um 22.00 Uhr weiterführen. Die Mittagspause soll nur noch für die Kleinaviatik gelten.

Die Flughafenbetreiberin hat im Rahmen von Behördengesprächen inzwischen einer Plafonierung der Flugbewegungen zugestimmt. Dafür wird bei den Betriebszeiten Entgegenkommen erwartet. Aber: Es sollen nicht die von der Regio Rorschach-Bodensee ins Spiel gebrachten 33'500, sondern 36'500 Flugbewegungen festgeschrieben werden. Dies entspricht exakt der Zahl, die bereits im Juli seitens der Airport Altenrhein AG gegenüber den Vertretern der Umweltverbände und der Aktion gegen Fluglärm AgF genannt wurde. Im Gegensatz zu heute (2004: 29'118 Flugbewegungen) wären damit deutlich mehr Starts und Landungen zu verzeichnen. Offen ist auch, ob es sich um eine absolute Plafonierung handelt oder nur um einen Wert, der aus Lärmgrenzwerten errechnet wird. Zudem würden aufgrund der höheren Zahl von Linienflügen in Altenrhein stationierte Kleinflugzeuge einfach auf andere Flugfelder ausweichen und damit andere Regionen belärmen.

Die Positionen zwischen den Behörden und der Flughafenbetreiberin haben sich also tatsächlich angenähert. Die Airport Altenrhein AG musste dafür aber keinen einzigen Schritt tun und hat keine ihrer Maximalforderungen preisgegeben. Die anlässlich der Podiumsdiskussion in Rorschach so wortreich abgegebenen Versicherungen des Vertreters der Regio Rorschach-Bodensee können so ernst gemeint nicht gewesen sein. Wo bleibt da die Glaubwürdigkeit?

Die St. Galler Umweltverbände sehen zurzeit keinen Anlass, von ihrem grundsätzlichen Nein zur Konzessionierung des Flugfeldes Altenrhein abzurücken. Sie sind aber nach wie vor dialog- und kompromissbereit, sofern sich eine ausgewogene Regelung finden lässt. Dabei ist dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung in den Bereichen Ökonomie, Soziales und Ökologie Rechnung zu tragen. Bestandteil einer Konzessionierung müssen aus Sicht der Umweltverbände folgende Punkte sein:

  • Plafonierung der jährlich zulässigen Flugbewegungen auf maximal 33'500 Flugbewegungen (davon maximal 6000 Linien- und Charterflüge) ohne Koppelung an die Lärmentwicklung

  • Einhaltung des bisherigen Lärmkorsetts und der Betriebszeiten

  • Bau einer Lärmschutzanlage für Standläufe

  • Rechtliche Sicherstellung dieser Punkte für die Konzessionsdauer von 30 Jahren

Die Flughafenbetreiberin Airport Altenrhein AG will aus ihrem privaten Flugfeld einen öffentlichen Regionalflughafen machen. Mit der Konzessionierung verliert die Öffentlichkeit aber auf 30 Jahre hinaus jede Einflussmöglichkeit. Die verfahrene Situation rund um den Flughafen Zürich-Kloten zeigt, wie wichtig eine rechtliche Sicherstellung gemachter Zusagen und Versprechungen seitens der Flughafenbetreiber und der Behörden ist.

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VCS zu den Ideen der «IG Chance Marktplatz»

Tiefgaragen-Illusion blockiert Marktplatz

St. Gallen, 28. September 2005. Der Bau der Tiefgarage Brühltor ist noch nicht voll-endet, der Startschuss zur Überbauung Webersbleiche samt Tiefgarage steht kurz bevor, weitere Projekte mit Hunderten von Parkplätzen stehen beim Kongresszentrum Einstein und auf der Nordseite des Hauptbahnhofs in der Zielgeraden. Und nun soll auch noch der Marktplatz ausgehöhlt werden. Chance Marktplatz? Wohl eher ein Rezept, um die Neugestaltung dieses neben dem Klosterbezirk bedeutendsten Stadtteils auf Jahre hinaus zu blockieren.

Der VCS begrüsst die Diskussion um eine städtebauliche Weiterentwicklung der nördlichen Altstadt und teilt das Anliegen der «IG Chance Marktplatz» sowie der Stadtbehörden, unsere Altstadt attraktiver zu gestalten. Der Grundstein für oberirdische Verbesserungen ist mit dem (Aus-)bau um 750 weitere Abstellplätze in unmittelbarer Altstadtnähe längst gelegt. Der VCS hat dazu seine Vorstellungen bereits präsentiert.
Die «IG Chance Marktplatz» verspricht sich durch den Bau einer weiteren Tiefgarage mitten in der Altstadt neue Impulse. Aus Sicht des VCS verursacht der zusätzliche Verkehr - nach einer vorsichtigen Schätzung 5000 bis 7000 Fahrten - aber nicht mehr Puls, sondern einen Verkehrskollaps in der Innenstadt. Bereits der Verkehrsbericht zur geplanten Tiefgarage Webersbleiche hat aufgezeigt, dass die beiden Kreuzungen Schibenertor und Blumenbergplatz keinen Mehr-verkehr verkraften können. Schon ohne eine neue Tiefgarage wird es in den kommenden Jahren schwierig sein, in den Spitzenzeiten eine ungehinderte Durchfahrt des öffentlichen Verkehrs zu gewährleisten. Noch eine Tiefgarage bedeutet auch neue Belastungen des weiteren städtischen Strassennetzes auf den Zufahrtsachsen: Mehr Verkehr, mehr Lärm, mehr Abgase. Das kann nicht im Sinne der städtischen Bevölkerung, der Kundinnen und Kunden oder gar der Detaillisten sein.

Der VCS hat sich in der Vergangenheit bei der Diskussion um neue Tiefgaragen seine Kompromissbereitschaft bewiesen. Heute sind die anlässlich von früheren Projekten gemachten Zusagen endlich zu realisieren und die 165 oberirdischen Parkplätze in der Altstadt aufzuhe-ben. Das gibt Raum für Diskussionen um die Gestaltung von noch nicht autofreien Plätzen, in die sicher auch die drei interessanten Studien der «IG Chance Marktplatz» einbezogen werden sollen. Keinen Raum gibt es allerdings für eine weitere Tiefgarage. Die «IG Chance Marktplatz» wäre gut beraten, vor der Suche nach möglichen Investoren die rechtlichen Aspekte gründlich abzuklären. Dieses Projekt widerspricht klar dem Massnahmenplan Luftreinhaltung und wird sich schon darum nicht verwirklichen lassen. Am Bau von Luftschlössern sind schon viele gescheitert. Es wäre schade, wenn die Diskussion um eine unterirdische Illusion schnell realisierbare, oberirdische Visionen verhindern würde.

Der Versuch des «Einkaufszentrums Innenstadt», auf dem Parkplatzfeld mit der neuen Konkurrenz am Stadtrand mitzuhalten gleicht dem Rennen zwischen dem Hasen und dem Igel aus Grimms Märchen. Ein Rennen, das für den noch so flinken Hasen nicht zu gewinnen ist. Anstatt sich auf diesem Feld mit der Konkurrenz zu messen, sollten sich die Innenstadt-Geschäfte auf ihre eigenen, grossen Vorteile besinnen: Auf die Nähe zu ihren besten Kunden, die zu Fuss, mit dem öffentlichen Verkehr oder per Velo den Weg in ihre Geschäfte finden. Hier würde sich der VCS mehr Unterstützung und politischen Druck auch von einer «IG Chance Marktplatz» wünschen, um dringend notwendige Verbesserungen gerade auch bei den St.Galler Verkehrsbetrieben zu erreichen.

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Aktionstag 22. September: «In die Stadt – ohne mein Auto»

Autofreie Engelgasse mit Gassenfest und Film

St. Gallen, 12. September 2005. Anlässlich des europäischen Aktionstages «In die Stadt –ohne mein Auto» wird die St. Galler Engelgasse zwischen 12.00 bis 24.00 Uhr für den motorisierten Verkehr gesperrt. Statt parkierten Autos bietet die Gasse zahlreicheAttraktionen. Höhepunkt sein wird die abendliche Openair-Vorführung von Fellinis «La Strada». «Wir möchten zeigen, was auf einer autofreien nördlichen Altstadt möglichwäre» – dies das Ziel der Veranstaltung, welche vom VCS in Zusammenarbeit mit den örtlichen Gastwirtschaften und Läden, sowie dem KINOK und der IG Velo durchgeführt wird.

Die Engelgasse wird am Donnerstag, 22. September von 12.00 Uhr bis 24.00 Uhr für denmotorisierten Verkehr gesperrt. Die eigentlichen Aktivitäten beginnen um 14.00 Uhr. Dann wird die Gasse von den anliegenden Wirtschaften in Beschlag genommen und zur Gassenbeizumgenutzt.

Folgende Attraktionen sind vorgesehen

  • Degustation Produkte des Claro Weltladens

  • Modeschau von Biancas Boutique (16.00 Uhr und 18.00 Uhr)

  • Gratis Velocheck und Infostand der VCS Ortsgruppe St. Gallen (14.00 bis 18.00 Uhr), in Zusammenarbeit mit der Projekt-Werkstatt, einem Einsatzprogramm für Erwerbslose

  • Jubiläumswettbewerb VCS Sektion St. Gallen / Appenzell

  • VCS-Ausstellung «Kein Diesel ohne Filter»

  • Infostand und Spiele am Stand der IG Velo Regionalgruppe St. Gallen

  • Verpflegung der Focacceria

  • Märli «Rumpelstielzchen», sehr lebendig erzählt von Stefan Engel

  • Open-Air Filmvorführung «La Strada» von F. Fellini, 21.00 Uhr, (freier Eintritt)

Neben der zweimaligen Vorführung stellt der Kinderbuchladen auch verschiedene Spielgeräte zur Verfügung. Kinder können die Gasse als Spielplatz in Beschlag nehmen. Die VCS Ortsgruppe offeriert in Zusammenarbeit mit der Projekt-Werkstatt einen Sicherheitscheck.Dabei geht es insbesondere um eine Funktionskontrolle von Licht und Bremsen. Kleinere Reparaturen werden gratis erledigt, das Material muss aber bezahlt werden.

Der eigentliche Höhepunkt der Veranstaltung dürfte die Openair-Vorführung von Fellinis «LaStrada». Die Gasse als Rahmen und der Film darin verspricht eine besondere Stimmung. Wir hoffen natürlich auf einen lauen Abend – bei widriger Witterung wird die Filmvorführung indas Restaurant Schwarzer Engel verlegt. Die VCS Ortsgruppe St. Gallen möchte mit dieser Aktion für eine Erweiterung bzw. Schaffungeiner Fussgängerzone in der nördlichen Altstadt werben. Der Bau der Tiefgarage am Brühltor schafft die Voraussetzung, dass sämtliche Parkplätze in der nördlichen Altstadt und am Markt-platz aufgehoben und die Gassen – mit Ausnahme der Anlieferung am Morgen – gänzlich autofrei gestaltet werden kann.

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VCS-Ortsgruppe fordert attraktivere Innenstadt

Nördliche Altstadt – autofrei jetzt!

St. Gallen, 12. September 2005. Zurzeit ist die Tiefgarage Brühltor im Gang. In der Planungsphase wurde dem VCS seitens der Stadtbehörden zugesichert, dass nach dem erneuten massiven Ausbau um 230 Tiefgaragenparkplätze die oberirdischen Parkplätzein der Innenstadt aufgehoben würden. Der VCS verzichtete darum darauf, das Referendum gegen den Ausbau der Brühltor-Garage zu ergreifen bzw. zu unterstützen. Es gilt nun, Nägel mit Köpfen zu machen: Nach einer Erhebung des VCS wären bei einer Umsetzung der seitens der Stadt gemachten Zusage lediglich 165 öffentliche Parkplätze betroffen.

Die nördliche Altstadt ist heute durch eine vierspurige Strasse und beidseitiger Parkierung vom Marktplatz abgetrennt – mit negativen Folgen für die dortigen Geschäfte. Auch die Marktstände werden heute durch die parkierten Fahrzeuge beeinträchtigt. Hinter dem Union spielen sich groteske Szenen ab, wenn sich zwei Autofahrer um einen Parkplatz streiten. Die schönen, aber engen Gassen in der nördlichen Altstadt sind durch parkierte Fahrzeuge regelrecht verstellt. Die Schaufenster sind verdeckt, den Geschäften bleibt kein Platz für Auslagen, den Wirtschaften kein Ort, um Tische nach draussen zu stellen. Die Fussgängerinnen und Fussgänger sind auf ein schmales Trottoirband an den Rand gedrängt. Parksuchverkehr zu den ohnehin besetzten Parkplätzen in den Gassen bringt auch den anliegenden Geschäften nichts.

Mit einer Verlagerung der Parkplätze in die Parkgarage eröffnen sich nun aber neue Möglichkeiten für eine Neunutzung der Gassen und Plätze: So lässt sich im gesamten Bereich zwischen Waaghaus und Union – abgesehen vom öffentlichen Verkehr und den Velos – eine Fussgängerzone realisieren. Die heute vierspurige Strasse lässt sich auf zwei Fahrspuren für die Trogenerbahn und die Busse verschmälern, was Raum schafft für eine Neugestaltung. Damitkann die nördliche Altstadt räumlich an die übrige Altstadt angebunden werden. Den zahlreichen Geschäften und Gaststätten kann ein angenehmes Umfeld und Platz für Auslagen undTische bereitgestellt werden. Mit den neuen Einkaufszentren an der Peripherie wird die Konkurrenz für die Geschäftslage inder Innenstadt härter. Um bestehen zu können, muss der Standort Innenstadt seine Standortvorteile ausspielen und verbessern: Das sind ein urbanen Umfeld mit einer Vielfalt von Nutzungen, die historischen Stadtanlage, eine hervorragende Anbindung mit dem öffentlichenVerkehr, Aufenthaltsqualität in den Gassen und gute Erreichbarkeit dank dem bestehenden Parkplatzangebot im Umkreis der Altstadt. Es müssen Bedingungen geschaffen werden, in dendie Besucher in der Innenstadt ihren Aufenthalt verlängern und gerne noch durch die Gassen schlendern, mal absitzen können, schauen, was sich so tut und wer man so trifft. Die Rechnungist einfach: ein Kunde, der länger bleibt, sorgt auch für mehr Umsatz. Es geht um eine strategische Positionierung und Besinnung auf die eigenen Stärken.

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VCS fordert demokratisch breiter abgestützte Flughafendiskussion

Keine Konzession ohne Zustimmung der Bevölkerung

St. Gallen, 13. Juli 2005. Die St. Galler Regierung hat zu zwei parlamentarischen Vorstössen zur geplanten Konzessionierung des Flugfelds Altenrhein Stellung bezogen. Die Regierung will die Flughafenbetreiberin in ihrem Bestreben nach einer Konzessionierung unterstützen, um die Verkehrsanbindung an die europäischen Wirtschaftszentren zu verbessern. Den Interessen der Bevölkerung würde dabei Rechnung getragen, wird behauptet. Dem VCS sind diese Aussagen zu unverbindlich. Er fordert eine breite demokratische Abstützung dieses Grundsatzentscheids sowie verbindliche Zusagen im Rahmen des SIL-Verfahrens (Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt).

Das kantonale Strassengesetz sieht beim Bau von Kantonsstrassen ein Vernehmlassungsverfahren bei den betroffenen politischen Gemeinden vor (Art. 35 sGs). In den jeweiligen Gemeindeordnungen ist geregelt, welche Vernehmlassungsbeschlüsse der Bürgerschaft zu unterbreiten sind. Bei vielen Strassenprojekten hat das Volk gegen die Pläne des Kantons und der eigenen Gemeindebehörde entschieden. Am deutlichsten fiel dabei 1998 die Abstimmung über den Gossauer Tunnel aus: 85 Prozent der StimmbürgerInnen sprachen sich dagegen aus, obwohl die politische Behörde Gossaus überzeugt hinter dem Projekt stand.

Auch wenn das kantonale Strassengesetz auf die «Zufahrten» zu den Autobahnen der Lüfte nicht anwendbar ist, gilt: Nur die Standortgemeinde Thal kann in dieser Frage für sich beanspruchen, demokratisch legitimiert die Bevölkerung zu vertreten. Der VCS ruft daher die Thaler Nachbargemeinden auf, ihren BürgerInnen ebenfalls die Möglichkeit zur demokratischen Mitwirkung bei diesem wichtigen Grundsatzentscheid zu geben. Die Stellungnahme der Gemeinde Thal ist auf jeden Fall stärker zu gewichten als alle anderen, da nur diese von der Bevölkerung tatsächlich getragen wird.

Die Flughafenbetreiberin weisst immer wieder darauf hin, dass es nur um einen «moderaten» Ausbau des Linien- und Charterflugverkehrs geht. Die heute rund 3000 Flugbewegungen dieser Kategorie sollen auf bis zu 7000 immerhin mehr als verdoppelt werden, was der Grössenordnung des Flughafens in Lugano-Agno entspricht. Der Zuwachs des Linien- und Charterflugverkehrs ginge zu Lasten der Kleinaviatik, heisst es. Aber auch bei einer Reduktion von Starts und Ladungen dieser Flugzeugkategorie gäbe es im überregionalen Bereich trotzdem mehr Luftverkehr, mehr Lärm und mehr Luftverschmutzung. Denn als Ausweichflugfelder bieten sich in der Ostschweiz Bad Ragaz, Schänis oder Sitterdorf an.

Wenig beruhigend sind auch die über die Jahre immer wieder wechselnden Aussagen der Flughafenbetreiberin und ihrer Partner. Im Rahmen des SIL-Mitwirkungsverfahrens im Jahr 1998 forderte die Airport Altenrhein AG Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem nahen Friedrichshafen. Im September 2000 wurden Linienflüge nach Basel angestrebt. Im November 2001 hiess es, Linienflüge nach Paris, London oder anderen europäische Städte seien unrealistisch. Im Jahr 2003 plante die inzwischen nicht mehr aktive Air Avance Linien- oder Charterflüge nach Düsseldorf, Graz, Mailand oder Split. Auf das Jahr 2004 sprach die inzwischen ebenfalls eingestellte Helvetic Wings von Flügen zwischen Altenrhein, Bern, Basel, Genf, Lugano, Samedan und Zürich. Im Dezember 2004 kam es zu Verhandlungen mit der Cirrus Airline und der Ostfriesischen Lufttransport GmbH für Flüge nach Hamburg. Die Cirrus fliegt heute ab Zürich bereits nach Dresden und von Bern Belp im Sommer nach Edinburgh, Ibiza, Mallorca, Sardinien und Griechenland.

Gemäss aktuellen Aussagen der Flughafenbetreiberin sind Flüge nach Basel kein Thema mehr. Neben Wien sollen aber dank Konzessionierung auch London und das Ruhrgebiet angeflogen werden. Der VCS zieht die Aussagen der heute für den Flugbetrieb Verantwortlichen nicht in Zweifel. Aber wie sieht es aus nach einem Wechsel in der Direktion oder bei den Besitzverhältnissen? Was passiert, wenn sich wie in der Vergangenheit die wirtschaftlichen Rahmen-bedingungen für den Flughafen erneut ändern? Anpassungen am Betriebsreglement sind durchaus möglich, was sich am Beispiel Zürich-Kloten deutlich zeigt.

Aus diesen Überlegungen stellt sich der VCS Sektion St.Gallen / Appenzell darum nach wie vor grundsätzlichen gegen eine Konzessionierung des Flugfelds Altenrhein. Kommt es aber trotzdem dazu, dann sind die verbindlichen Eckpunkte für den Betrieb nicht erst im Betriebsreglement, sondern schon im Rahmen des SIL-Verfahrens verbindlich festzulegen. Neben der Zahl der maximalen Flugbewegungen zählt dazu die Beibehaltung der Mittagspause und der flugverkehrsfreien Feiertage. Nur unter diesen straffen Voraussetzungen kann ein heute als «moderat» bezeichnetes Wachstum mittel- und langfristig eingehalten werden. Sonst führt die Konzession doch zu ungeahnten Höhenflügen und damit zu Beeinträchtigungen von Umwelt und Bevölkerung.

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VCS-Ortsgruppe zum «LighTram»

Leichtfüssig zu einem echten Tram?

St. Gallen, 27. Juni 2005. Die VCS-Ortsgruppe St.Gallen begrüsst den geplanten Umbau von bestehenden Trolleybussen zum «LighTram». Die vorgesehene Verlängerung von neun bestehenden Fahrzeugen mit Niederflur-Gelenkteilen - der Umbau eines Prototyps wird morgen Dienstag im Stadtparlament behandelt - ist eine sinnvolle, vor allem aber auch schnelle Möglichkeit, vorhandene Fahrzeuge an die gestiegenen Anforderungen der heutigen Zeit anzupassen.

Trolleybusse haben laut einer Verordnung des UVEK (Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation) eine Lebensdauer von 10, maximal aber 20 Jahren. Darauf hat die VCS-Ortsgruppe bereits im Rahmen der Petition der Behindertenverbände für eine beschleunigte Ersatzbeschaffung von Niederflurbussen hingewiesen.

In der Stadt St. Gallen gehen die Uhren anders, bzw. langsamer: Von den heute im Betrieb stehenden 27 Fahrzeugen sind sieben seit 22 Jahren in Betrieb. Weitere zwei aus dieser Serie sind schon ausgemustert. Beim Folgt das Stadtparlament den «LighTram»-Anträgen des Stadtrats, kann ein erster Prototyp bereits im Dezember auf den St. Galler Strassen fahren. Bei einem positiven Verlauf des Prototyp-Betriebs sollen von den verbleibenden 18 «neueren» Trolleys bis im nächsten Jahr weitere acht um ein zusätzliches, Niederflur-Gelenkmodul verlängert werden.

Auch wenn die VCS-Ortsgruppe dem Projekt «LighTram» positiv gegenüber steht: Mit dem Ersatz der restlichen Trolleybussflotte darf nicht bis 2012/2013 zugewartet werden. Der Stadtrat hat in seiner «LighTram»-Vorlage diesem Termin sogar als «vorgezogenen Ersatz» bezeichnet. Dies ist ein klarer Etikettenschwindel, wären doch sieben der ältesten Trolleys bis dann fast 30 Jahre in Betrieb...

Wie der Name «LighTram» bereits andeutet: Das Projekt könnte eine Zwischenstation sein auf dem Weg zu einem richtigen Tram. In zehn bis 15 Jahren werden die verlängerten Fahrzeuge das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Und bis dahin könnte ein echtes Tram realisierbar werden. Vorschläge dazu liegen auf dem Tisch: Der VCS hat bereits in seiner Studie «Richtig verkehrt» von 2003 auf die Potentiale eines Trams für St. Gallen hingewiesen. Ein Postulat «Zukunft dank Tram - bequem von Ost nach West» ist im Stadtparlament eingereicht.

Das «LighTram» - wie auch die überfällige Beschaffung von Niederflur-Dieselbussen mit zeitgemässer Motoren- und Abgaseinigungstechnologie (Partikelfilter) - sind erste Schritte hin zu einem attraktiveren und leistungsfähigeren öV-Angebot in der Stadt St. Gallen. Die VBSG scheinen aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwachen.

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Sektion St. Gallen / Appenzell mit neuem Mitglied im Zentralvorstand

VCS lanciert Neustart

St. Gallen, 13. Juni 2005. Am vergangenen Wochenende wurden an der jährlichen Delegiertenversammlung in Genf die Weichen für einen Neustart des VCS gestellt. Nach gründlicher Vorbereitung durch den Zentralverband und die 23 Sektionen haben die Delegierten eine revidierte Fassung des internen Reglements zur Handhabung des Verbandsbeschwerderechts verabschiedet. Für die VCS-Sektion St. Gallen / Appenzell bedeutsam ist auch die Verabschiedung von Nationalrätin Pia Hollenstein aus dem Zentralvorstand. Als Ersatz wurde der langjährige St.Galler Sektionsgeschäftsleiter Peter Jans in den Zentralvorstand gewählt.

Die VCS-Sektion St. Gallen / Appenzell hat sich aktiv an der Revision des internen Reglements beteiligt. Die Kritik der Parlamentarischen Kommission des Ständerats ist nach dieser DV ausgeräumt: Das höchste Verbandsgremium hat das Reglement einstimmig abgesegnet und damit demokratisch breit legitimiert.

Neben der Verabschiedung dieses wichtigen Reglements wurden an der Delegiertenversammlung auch vier neue Mitglieder in den Zentralvorstand gewählt. Die St. Galler Nationalrätin Pia Hollenstein hat während 12 Jahren die Geschicke des Zentralverbands mitbestimmt. Mit Erreichen der maximal vier Amtsperioden war ihr Sitz nach 12 Jahren neu zu bestellen. Die VCS-Sektion St. Gallen / Appenzell dankt Pia Hollenstein für ihren engagierten Einsatz. Als Ersatz nominierte die Sektion mit Peter Jans ihren langjährigen früheren Geschäftsstellenleiter. Jans war von Beginn weg am Aufbau des VCS in der Stadt St. Gallen und den Kantonen St. Gallen und den beiden Appenzell beteiligt. Nach seinem Abgang als geschäftsführender Sekretär nahm er von 1998 bis 2002 Einsitz in den Sektionsvorstand. Seit dem Jahr 2000 ist er als selbständiger Anwalt tätig und vertritt als Rechtsvertreter kompetent und konsequent die VCS-Anliegen.

Die VCS-Sektion St.Gallen / Appenzell freut sich über die einstimmige Wahl ihres ehemaligen Geschäftsleiters und Vorstandsmitglieds in den Zentralvorstand des VCS Schweiz. Wir sind überzeugt, dass er gemeinsam mit der Präsidentin Franziska Teuscher, den bisherigen Vorstandsmitgliedern und den drei weiteren, ebenfalls neu gewählten Sibylle Lehmann (Sektion Luzern), Martin Bäumle (Sektion Zürich) und Ueli Doepper (Sektion Vaud) einen Neustart des VCS unterstützen wird. Einen Neustart, bei dem der Zentralvorstand, das Zentralsekretariat und alle VCS-Sektionen wieder an einem Strick ziehen. Und zwar in die gleiche Richtung: Für eine nachhaltige Verkehrspolitik und eine konsequente Durchsetzung des Umweltrechts.

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Mitgliederversammlung 26. Mai 2005: Resolution zum Flugfeld Altenrhein

Regierung soll Konzessionierung stoppen

Von der Mitgliederversammlung mit einer Gegenstimme verabschiedet:

Verschiedene VCS-Sektionen haben Beschwerde gegen das vorläufige Betriebsreglement des Flughafens Zürich-Kloten eingelegt. Sie sind damit in guter Gesellschaft, hat sich doch auch die St. Galler Regierung diesem Vorgehen angeschlossen. Sie tat dies aus der Ueberzeugung heraus, dass «angesichts des enormen Lärmpotentials des Flugverkehrs auch in den Bereichen, die von den Grenzwerten der Lärmschutz-Verordnung nicht mehr erfasst werden, die Grundsätze des Umweltrechts (insbesondere das Vorsorgeprinzip) sowie die Grundsätze des Raumplanungsrechts Anwendung finden müssen, den Fluglärm also soweit möglich zu minimieren ist». Der VCS freut sich über diese Haltung der St. Galler Regierung, die sich damit für den Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm ausgesprochen hat.

Wir rufen die Regierung nun dazu auf, diesem Schutzgedanken auch im Zusammenhang mit dem Flugfeld Altenrhein Nachachtung zu verschaffen. Eine Konzessionierung würde die Voraussetzung für den Ausbau des Linienflugbetriebs bilden und die Betriebsdauer um einen Drittel ausweiten: in den frühen Morgen hinein sowie in die Nachtstunden. Das bisherige Mittagsflugverbot würde ganz entfallen. Das Mitspracherecht der betroffenen Bevölkerung würde mit einer Konzessionierung eingeschränkt, und das bestehende Lärmkorsett aufgeweicht. Zudem sieht das Bundesgesetz über die Luftfahrt ein Enteignungsrecht für den Besitzer eines Flughafens vor.

In Ergänzung zum nahen und gut erreichbaren Flughafen Zürich-Kloten gibt es keinen Bedarf für einen neuen Regionalflughafen, zumal im benachbarten Friedrichshafen ein bereits heute gut eingeführtes Linienflugangebot besteht. Die St. Galler Regierung hat sich erfolgreich eingesetzt für die Berücksichtigung der Ostschweizer Anliegen zum Anschluss an das europäische HGV-Netz. Ein Ausbau des Flugbetriebs würde diesen Anstrengungen zuwiderlaufen. Der VCS fordert die Regierung dazu auf, sich konsequent für den Schutz der St. Galler Bevölkerung vor vermeidbarem Fluglärm einzusetzen, sowohl in der Region Wil wie auch in der Region Rorschach. Nur ein Einsatz gegen die Konzessionierung des Flugfeldes Altenrheins entspricht einer konsequenten, bürgernahen Haltung der Regierung.

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25 Jahre VCS Sektion St. Gallen / Appenzell lädt zur Jubiläums-Hauptversammlung

Mitgliederversammlung 05

St. Gallen, 23. Mai 2005. Im Mai 1980 wurde die VCS Sektion St. Gallen / Appenzell im Hotel Hecht gegründet. Fast auf den Tag genau findet 25 Jahre später am 26. Mai die Jubiläums-Hauptversammlung statt.

Die diesjährige Hauptversammlung findet diesen Donnerstag, 26. Mai um 19.00 Uhr im Restaurant Dufour an der Bahnhofstrasse 19 statt. Im Anschluss an die statuarischen Geschäfte stellt Heinz Grob, Vorstandsmitglied der AgF (Aktion gegen Fluglärm) in einem kurzen Referat die aktuelle Situation rund um die geplante Konzessionierung des Flugfelds Altenrhein dar. Bringt eine Konzessionierung nur einen 'massvollen' Ausbau des Flugbetriebs, wie es die Befürworter behaupten, oder steckt mehr dahinter?

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VCS Sektion SG/AP feiert am 23. April ihr 25-Jahr-Jubiläum

Sternfahrt an den Gossauer Velotag

St. Gallen, 19. April 2005. Im Mai 1980 fand im Hotel Hecht die Gründungsversammlung der VCS Sektion St.Gallen/Appenzell statt. Aus dem kleinen Pflänzchen ist über die Jahre ein starker, professionell geführter Verein mit gegen 8000 Mitgliedern geworden. Seit der Gründungszeit unverändert geblieben ist das Engagement für eine nachhaltige Verkehrspolitik. Am kommenden Samstag feiert der VCS sein 25-jähriges Bestehen mit einer Velosternfahrt nach Gossau an den «Velotag» der IG Velo Gossau.

Der VCS verstand sich schon immer als Interessenvertretung aller Verkehrsteilnehmenden. Fast Dreiviertel aller VCS-Mitglieder sind auch AutofahrerInnen. Jedes Verkehrsmittel hat seine Berechtigung. Der kombinierten Mobilität mit den neuen CarSharing-Angeboten kommt gerade in städtischen Gebieten eine immer grössere Bedeutung zu.

Seinen Festtag am kommenden Samstag begeht der VCS aber mit dem Velo. Die VCS-Mitglieder fahren im Rahmen einer Sternfahrt von Herisau, Flawil und St.Gallen an den Gossauer «Velotag». Der anschliessende Velobummel durch die Stadt Gossau - organisiert durch die lokale IG Velo - soll auf die Bedürfnisse der Velofahrenden aufmerksam machen. Das Velo gehört zwar in die Sparte des Langsamverkehrs, ist aber gerade im städtischen Umfeld bei kurzen Strecken unschlagbar schnell.

Der Gossauer «Velotag», der in seiner 15. Auflage ebenfalls ein Jubiläum zu feiern hat, findet auf dem Marktplatz statt. An der Velobörse kann man sich ab 9.00 bis 12.00 Uhr ein neues Stahlross erstehen (Veloannahme am Vortag 17.00 bis 20.00 Uhr sowie am Samstagmorgen von 9.00 bis 10.00 Uhr). Auch im Verkauf sind Velohelme und Velolicht-Sets. Zum Rahmen-programm gehören neben der ganztägigen Festwirtschaft Gratis-Probefahrten mit Elektrovelos sowie ab 14.00 Uhr rhythmische Klänge der Frauen-Steelband «pan4u». Ein Höhepunkt des Nachmittags bildet die Verlosung von 15 attraktiven Preisen. Als Hauptpreis winkt ein Citybike im Wert von Fr. 1000.-. Ein Grund mehr, sich der VCS-Velosternfahrt anzuschliessen.

Besammlung und Abfahrt nach Gossau (bei jeder Witterung)

  • St.Gallen: VBSG-Pavillon, Abfahrt 13.15 Uhr
  • Herisau: Obstmarkt, Abfahrt 13.45 Uhr
  • Flawil: Bahnhof, Abfahrt 13.30 Uhr

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Start zur Velosaison 2005

VCS-Velofohmarkt im Waaghaus

St. Gallen, 4. April 2005. Am Samstag, 16. April ab 9:00 Uhr beginnt der Velofrühling in St. Gallen. Die VCS Ortsgruppe lädt zur 23. Auflage des Veloflohmarkts im Waaghaus. Die Gelegenheit, auf ein neues Fahrrad umzusatteln, oder sein altes zu verkaufen.

Der diesjährige Veloflohmarkt trägt eine seit 1983 ungebrochene Tradition der VCS Ortsgruppe weiter. Alle St. Gallerinnen und St. Galler können auch dieses Jahr ihre nicht mehr benötigen Velos zum Verkauf ins Waaghaus bringen. Auch Kindervelos, Trottinets, Dreiräder, Velo-Kindersitzli und Veloanhänger sind immer gesuchte Artikel, die jeweils rasch neue BesitzerInnen finden. Aus Sicherheitsgründen nicht vermittelt werden gebrauchte Velohelme. Der VCS verkauft aber neben Velovignetten für die neue Saison auch neue Velohelme in allen Grössen und verschiedenen Farben.

Die Projektwerkstatt - ein Beschäftigungsprogramm für Arbeitslose - bietet auch in diesem Jahr seine bewährten Dienste an: Kleine Defekte am Velo werden gleich an Ort und Stelle behoben.

Ab 08.00 Uhr nimmt der VCS gebrauchte, noch fahrbare Vehikel in der Waaghaushalle entgegen. Diese gelangen dann zwischen 9.00 und 12.30 Uhr in den Verkauf. Wer seine Artikel nicht persönlich vorbeibringen kann, dem steht der VCS-Abholservice zur Verfügung. Anmeldungen dafür nimmt Familie Müller (071 245 20 29) oder Martin Beck (071 245 95 37) bis spätestens am Donnerstag, 14. April entgegen.

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Sperrfrist 1. April, 06.00 Uhr (1. April - Scherz)

VCS-Ortsgruppe unterstützt historischen Kompromiss

Road-Pricing im sommerlichen Pilotbetrieb

St. Gallen, 31. März 2005. Die VCS-Ortsgruppe stellt sich hinter die von Stadtrat und Wirtschaftsverbänden vorgeschlagene Einführung des Road-Pricings für die Stadt St. Gallen. In einem ersten Schritt sollen während den Sommermonaten Juli und August an den Haupteinfahrtachsen Zahlstellen eingerichtet werden. Nach Auswertung des Pilotbetriebs will der Stadtrat zuhanden des Stadtparlaments eine Vorlage ausarbeiten. Je nach Zahlungsbereitschaft der Automobilisten soll der Ausbau der Stadtautobahn auf sechs Spuren, eine neue Südumfahrung oder aber die Wiedereinführung des Trams auf den VBSG-Linien 1 und 3 ins Auge gefasst werden.

Auf dieses Vorgehen konnte sich die VCS-Ortsgruppe nach monatelangen und intensiven Verhandlungen mit dem Stadtrat und verschiedenen Gewerbe- und Wirtschaftsverbänden einigen. Für den VCS ausschlaggebend beim Eingehen dieses historischen Kompromisses war, dass erst nach Vorliegen der Ergebnisse eines Pilotbetriebs in den Monaten Juli und August entschieden wird, wofür die Erlöse aus dieser neuen Strassensteuer verwendet werden. Alle an den Verhandlungen beteiligten Parteien waren sich einig: Es gilt, vorurteilsfrei nach der besten Lösung der St. Galler Verkehrsprobleme zu suchen. Die Schaffung neuer Verkehrsstrukturen darf dabei nicht mit langfristig noch grösseren Verkehrsproblemen «erkauft» werden.

Hintergrund der Idee der Lancierung eines Road-Pricings für die Stadt St. Gallen sind neben den positiven Erfahrungen in London und Skandinavien folgende Überlegungen: Die Bundesmittel zur Finanzierung neuer Strassenbauprojekte sind langfristig verplant. Das kantonale Strassenbauprogramm mit ca. 15 Mio. Franken pro Jahr für grössere Neubauten ist auf Jahr-zehnte hinaus vergeben (Seetunnel Rapperswil, Umfahrung Wattwil). Die Stadt St. Gallen muss aber heute nach Lösungen für die sich abzeichnende Überlastung der innerstädtischen Verkehrsinfrastruktur suchen - und damit auch nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten.

Mit Road-Pricing abzudeckender Finanzierungsbedarf

Eine grobe Abschätzung des Finanzierungsbedarfs für die drei zur Diskussion
stehenden Infrastrukturprojekte ergibt folgendes Bild:

  • Ausbau Stadtautobahn auf sechs Spuren auf 15 bis 20 km Inkl. 3. Tunnelröhre, Anschlüsse und Brückenbau 150 bis 200 Mio. Fr./km
    Total 2,5 bis 4 Milliarden Franken
  • Neubau Südumfahrung auf einer Länge von ca. 3 km
    Ab Teufenerstrasse (Höhe Geltenwilerstrasse) bis Rorschacherstrasse (Höhe Splügenstrasse) mit mindestens 3 Anschlussbauwerken.
    Total 500 bis 800 Mio. Franken

    Vergleichszahlen: Ausbau Baregg-Tunnel, 5. und 6. Spur mit dritter
    Tunnelröhre: 386,4 Mio. Fr./km, Seetunnel Rapperswil mit niveaufreien
    Knoten: 200 Mio. Fr./km)

  • Ersatz der Trolleybuss-Linien 1 und 3 durch ein Tram auf 14 km Inkl. Anpassungen am Strassennetz.
    Total 250 bis 400 Mio. Franken

    Vergleichszahlen: Die VBZ Zürich rechnet je nach Strassenverhältnissen mit 14 bis 28 Mio. Fr./km. Der Neubau des Trams in Mühlhausen kostete ein Tramkilometer 26.5 Mio. Franken.

Würden alle Fahrten auf der Stadtautobahn bzw. einer neuen Südumfahrung mit Road-Pricing belegt, wäre für einen kostendeckenden Betrieb ein Preis von 5 bis 10 Franken pro Fahrt notwendig. Der Pilotbetrieb soll nun die Zahlungsbereitschaft der Automobilisten sowie die Folgen einer dauerhaften Einführung dieser neuen Finanzierungsform für die Stadt aufzeigen. Die eingenommenen Gebühren gehen in einen Fond, aus dem die Investitionen und der Betrieb der neuen Verkehrsinfrastrukturbauten gespiesen werden können.

Teil des ausgehandelten Pilotbetriebs ist auch das Vermeiden finanzieller Härtefälle. Bei der Stadtpolizei werden für bestimmte Gruppen von Automobilisten Ausnahmebewilligungen ausgestellt. Details dazu sowie zur praktischen Erhebung der Road-Pricing-Gebühr wird der Stadtrat im Mai im Rahmen einer Medienorientierung vorstellen. Bereits morgen Freitag gibt die VCS-Ortsgruppe an einem Stand in der Marktgasse zwischen 10.00 und 12.00 Uhr gratis ein kleines Kontingent spezieller Road-Pricing-Tageskarten ab. Diese ermächtigen zu einer freien Fahrt an einem frei wählbaren Tag während des Pilotbetriebs.

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VCS-Regionalgruppe See/Gaster

Einen Stadtbus für Rapperswil und Jona

Rapperswil, 16. März 2005. Die VCS-Regionalgruppe See/Gaster unterstützt den vorgeschlagenen Ausbau des ÖV-Angebotes in der Agglomeration Rapperwil/Jona. Die vorliegende Studie bildet für den VCS eine gute Grundlage, um die hausgemachten Verkehrsprobleme zu entschärfen. Darüber macht der VCS aber noch zusätzliche Vorschläge, etwa für einen «richtigen Bahnhof» für Jona oder eine Verlängerung der Buslinie ins Südquartier.

Die Verkehrsprobleme von Rapperswil / Jona sind bekannt. Der Strassenverkehr ist zu 87% hausgemacht. Der Anteil des motorisierten Verkehrs ist mit 70% aller Wege sehr hoch: Viel höher, als in vergleichbaren Städten. Rund 110'000 Autofahrten werden in Rapperswil/Jona täglich zurückgelegt. Der Anteil des öffentlichen Verkehrs ist mit 20'000 Fahrten vergleichsweise bescheiden. Dies soll sich mit einem verbesserten Angebot ändern: Das in der Vernehmlassung befindliche Stadtbuskonzept sieht eine neue Linienführung der Stadtbusse vor, so dass zusätzlich 2000 bis 3000 Personen erschlossen werden. Die Busse sollen in einem integralem Viertelstundentakt verkehren. Das beauftragte Planungsbüro rechnet damit, dass damit die Passagierzahlen verdoppelt werden können. Mit der Realisierung des Vollausbaus wird bis 2010/2015 gerechnet.

Das vorliegende Konzept übernimmt im Grundsatz die Forderungen des VCS nach einem massgeblichen Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Der VCS See/Gaster unterstützt deshalb diese Bemühungen. Ein Ausbau des ÖV im Raum Rapperswil-Jona ist zwingend und dringend nötig. Der finanzielle Vorausblick der Behörden von Rapperswil und Jona erleichtert nun die Umsetzungen dieses ÖV-Konzeptes.

In Ergänzung zum Konzept schlägt der VCS vor, die Linie in das Südquartier schon in der ersten Umsetzungsstufe zu realisieren, das abseits gelegene Industriegebiet Buech besser zu erschliessen und mit saisonalen Angeboten das Seebad Stampf und die Sportanlagen im Grünfeld an den öffentlichen Verkehr anzubinden.

Zudem schlägt der VCS vor, die Bahnstation Jona rasch zu einem vollwertigen und bedienten Bahnhof auszubauen. Die heutigen Benutzerfrequenzen und die zusätzliche Bedeutung als Umsteigeknoten zum Stadtbusnetz machen aus dem Bahnhof Jona mehr als nur eine Station einer anonymen Agglomerationsgemeinde. Mit dem Ausbau zu einem Bahnhof könnte der Kundenservice erhöht und die Sicherheit und Attraktivität verbessert werden.

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VCS-Sektion St. Gallen / Appenzell zur NFA-Ausführungsgesetzgebung

NFA: Vortritt dem öffentlichen Verkehr

St. Gallen, 15. Februar 2005. Die VCS-Sektion St. Gallen / Appenzell beurteilt die zurzeit im Vernehmlassungsverfahren stehende Ausführungsgesetzgebung zum Neuen Finanzausgleich (NFA) kritisch. Die knappen finanziellen Ressourcen sind in effiziente Verkehrsträger zu investieren. Denn gegen die Verkehrsprobleme in den Agglomerationen gibt es nur ein wirksames und zugleich finanzierbares Mittel: höhere Marktanteile beim Öffentlichen Verkehr.

Der NFA soll verstärkt auf den öffentlichen Verkehr und den Langsamverkehr in den Agglomerationen setzen. Die Abgeltungen für den Regionalen Personenverkehr (RPV) in den Randregionen sind zu stabilisieren. Die Erweiterungen des Nationalstrassennetzes sollen zudem dem Referendum unterstellt werden.

Im Rahmen der NFA-Ausführungsgesetze sind «Beiträge an Verkehrsinfrastrukturen in Städten und Agglomerationen» vorgesehen. Diese Formulierung unterscheidet nicht zwischen öffentlichem und privatem Verkehr und klammert den Langsamverkehr ganz aus. Die Beschränkung auf Infrastrukturanlagen lässt zudem befürchten, dass Beiträge an Busbetriebe (für Fahrzeuge, Fahrleitungen usw.) nicht möglich sein werden. Die Finanzierung neuer Strassen-infrastrukuren (Südumfahrung St. Gallen, Umfahrung Herisau, Strassentunell Rapperswil) unter dem Titel «Agglomerationsverkehr» steht für den VCS jedoch nicht zur Debatte. Die Beiträge sollen ausgerichtet werden für Investi-tionen in den öffentlichen Verkehr auf Schiene und Strasse sowie den Langsamverkehr. Gerade in der Ostschweiz besteht im ÖV-Bereich ein grosser Nachholbedarf. Die Agglomerationen St. Gallen, Gossau/Herisau, das Rheintal, Rorschach und Rapperswil/Jona verfügen über einen unterdurchschnittlichen ÖV-Marktanteil - und leiden unter entsprechenden Verkehrsproblemen auf den Strassen.

Seit Eröffnung der St. Galler Stadtautobahn im Jahr 1987 hat sich der Strassenverkehr verdoppelt, während die Passagierzahlen der VBSG stagnieren. Eine zugkräftige S-Bahn, die diesen Namen auch verdient, ein Tram oder eine Stadtbahn sowie attraktive Agglobus-systeme sind notwendig, um die Stadt als Lebensraum attraktiv zu gestalten.

Beim Regionalen Personenverkehr ist vorgesehen, die Abgeltungen des Bundes von heute durchschnittlich 69 auf 50 % zu kürzen. Damit droht dem öffentlichen Verkehr in Rand- und Bergregionen der Kahlschlag, müssten die betroffenen Kantone willens und in der Lage sein, die wegfallenden Bundesbeiträge zu kompensieren. Die Abgeltungen für den Regionalverkehr ausserhalb der Agglomerationen sollte darum auf der heutigen Höhe von rund 80 % der ungedeckten Kosten belassen werden. Damit könnte die Förderung des öffentlichen Agglomerationsverkehrs auch die politische Akzeptanz der Randregionen erhalten.

Während das bestehende Nationalstrassennetz zum Teil von den Kantonen mitfinanziert ist, sind die Nationalstrassen mit dem NFA zur ausschliesslichen Bundesaufgabe geworden. Neu ins Autobahnnetz aufgenommene Strecken sind damit zu 100 Prozent vom Bund zu finanzieren. Das Nationalstrassennetz wurde vom Volk beschlossen. Folgerichtig sind darum Erweiterungen des Nationalstrassennetzes dem fakultativen Referendum zu unterstellen. Davon betroffen wäre allenfalls auch die Umfahrung Herisau oder der Seetunell Rapperswil, sofern der Bund diese Projekte in das Nationalstrassennetz aufnehmen würde.

Die Lösung unserer Verkehrsprobleme liegt nicht auf der Strasse. Investitionen in den öffentlichen Verkehr sind um den Faktor 10 effizienter als ein weiterer Ausbau städtischer Strassennetze. Der NFA muss die Weichen richtig stellen, damit Bund, Kantone und die Agglomerationen die knappen finanziellen Mittel richtig investieren können.

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Webersbleiche: VCS zieht seine Einsprache zurück
Poststrasse wird definitiv aufgewertet

St. Gallen, 24. Januar 2004. Die VCS-Sektion St. Gallen / Appenzell hat ihre Einsprache gegen die Änderung des Gestaltungsplans Webersbleiche zurückgezogen. Der VCS begrüsst zwar die verbesserte Nutzung an so zentraler Lage, suchte aber nach Optimierungsmöglichkeiten - und hat diese im direkten Gespräch mit der Bauherrschaft und den Behörden auch gefunden.

Einer der Diskussionspunkte bildete die Platzierung und die Anzahl der Veloparkplätze. Diese waren gemäss Umweltbericht sowohl in der Adlergasse als auch in der Hinteren Schützengasse unmittelbar bei den Haupteingängen vorzusehen, aber nicht im Überbauungsplan festgehalten. Abklärungen haben ergeben, dass aufgrund der beengten räumlichen Verhältnisse nur Abstellflächen in der Adlergasse möglich sind. Die Bauherrschaft sagte schriftlich die Einrichtung von 50 abschliessbaren Veloabstellplätzen zu, wovon etwa ein Drittel dank einer Personenüberführung witterungsgeschützt sein wird. Beim nordwestlichen Zugang der Überbauung stehen in zumutbarer Gehdistanz weiterhin die Abstellplätze an der Schützengasse zur Verfügung. Ob dies ausreichend ist, wird sich in der Praxis zeigen müssen.

Von den projektierten 240 Tiefgaragenplätzen sollen 80 festvermietet dem umliegenden Quartier dienen. Alle weiteren sind für Nutzungen innerhalb der Neuüberbauung sowie für den Besuchsverkehr vorgesehen. Damit erhöht sich das Parkplatzangebot in diesem Teil der Innenstadt erheblich. Dies sieht auch der Stadtrat so. Er sicherte darum zu, alle Parkplätze auf der Nordseite der Poststrasse mit Inbetriebnahme der Tiefgarage Webersbleiche aufzuheben. Das entsprechende Verfahren wird mit dem Baubewilligungsverfahren eingeleitet. Dies schafft die Voraussetzung für eine Umgestaltung und Aufwertung der Poststrasse als Fussverbindung zwischen dem Hauptbahnhof und der Altstadt.

Der VCS begrüsst die Überbauung Webersbleiche und ähnliche Projekte in der Innenstadt. Da aber jedes dieser Bauvorhaben zu Mehrverkehr führt, sehen wir die Gefahr einer zunehmenden Behinderung des öffentlichen Verkehrs. Die Stadt konnte und wollte keine festen Zusagen machen, dass die heutige OeV-Privilegierung beim Schibenertor und dem Blumenbergplatz nicht gefährdet ist. Ohne diese Privilegierung an diesen und anderen wichtigen Knotenpunkten ist aber ein attraktiver öffentlicher Verkehr in der Stadt gefährdet. Die Stadt St. Gallen muss mehr tun für einen attraktiven und leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr. Nur dieser ist effizient genug, das steigende Verkehrsaufkommen zu bewältigen und dafür zu sorgen, dass St. Gallen attraktiv bleibt. Zum Wohnen, Arbeiten und Einkaufen.

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