VCS zur stadträtlichen Stellungnahme
Parkgarage Marktplatz
Neugestaltung Marktplatz: Ja, aber...
St. Gallen, 29. Dezember 2005. Der VCS sieht sich durch die klare Stellungnahme
des Stadtrats zur Idee einer Tiefgarage unter dem Marktplatz bestätigt:
St. Gallen verfügt - unter Berücksichtigung aller im Bau und
Planung befindlichen Tiefgaragen - über ausreichend Parkiermöglichkeiten.
Der VCS setzt sich für eine schnellstmögliche Neugestaltung
des Bereichs Marktplatz/Bohl ein, damit dieser zentrale Platz tatsächlich
zur Chance für unsere Stadt wird.
Die Stellungnahme des Stadtrats zu den verkehrlichen Auswirkungen einer
Tiefgarage unter dem Marktplatz in der von den Promotoren vorgeschlagenen
Grössenordnung lässt an Klarheit nichts zu wünschen übrig.
Die Parkgarage ist gemäss Stadtrat:
-
verkehrstechnisch ohne erhebliche Einschränkungen des öffentlichen
Verkehrs nicht machbar
-
rechtlich fragwürdig
-
wirtschaftlich unrentabel
Weiter führt der Stadtrat in seiner Antwort auf einen entsprechenden
parlamentarischen Vorstoss fest, dass die Ein- und Ausfahrt beim Schibenertor
gestalterisch kaum befriedigend gelöst werden könne.
Die Einschätzung des Stadtrates deckt sich damit in weiten Teilen
mit den bereits früher vom VCS geäusserten Bedenken. Aus politischen
Gründen verzichtet der Stadtrat aber auf ein klares Nein zu diesem
verfehlten Projekt. Der VCS hofft, dass mit dem in Aussicht gestellten
Bericht bald Grundlagen für eine autofreie Gestaltung des Marktplatzes
und der nördliche Altstadt vorliegen werden.
In den nächsten Jahren entstehen rund um die Altstadt rund 1000
weitere Parkplätze - ein Ausbau der Parkierungsfläche um satte
50%. Bereits im kommenden Herbst stehen in der Brühltorgarage 224
neue Parkplätze zur Verfügung. Die rund 150 oberirdischen Parkplätze
lassen sich daher problemlos aufheben - eine Voraussetzung zur attraktiveren
Gestaltung der Innenstadt. Die von der «IG Chance Marktplatz»
vorgestellten Gestaltungsideen sollen dabei durchaus in die Diskussion
einfliessen.
St. Gallen ist nicht fertig gebaut - das bestehende Strassennetz jedoch
schon. Ohne massive Eingriffe ins Stadtbild oder unbezahlbare unterirdische
Bauten lassen sich die Verkehrskapazitäten nicht weiter erhöhen.
Die knappen verfügbaren Mittel sind darum in den öffentlichen
Verkehr und den Langsamverkehr zu investieren. Verkehrsplaner und Interessenvertreter
sollten ihr Augenmerk vermehrt auf die Effizienz der Verkehrsmittel richten,
anstatt Zeit und Geld in unterirdische Luftschlösser zu investieren.
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VCS zur Kurvenausbau Industriestrasse
in Herisau
Eine Million Franken fliegen aus der Kurve
Herisau, 20. Dezember 2005. Unter dem Deckmantel «Verkehrssicherheit
für Velofahrer und Fussgänger» soll die Durchfahrt auf
der Hauptachse durch Herisau beschleunigt werden. Ein unsinniges und zu
kostspieliges Projekt, findet die VCS-Sektion St.Gallen/Appenzell.
Die Industriestrasse ist nicht als besondere Gefahrenquelle bekannt.
Die relativ schmale Fahrbahn in der Kurve zwingt den motorisierten Verkehr
zur Geschwindigkeitsanpassung. Die VCS-Sektion St. Gallen/Appenzell ist
daher erstaunt darüber, dass ohne zwingenden Grund und ohne einen
definitiven Entscheid für oder gegen eine Umfahrungsstrasse für
viel Geld die heutige Durchfahrtsachse ausgebaut werden soll.
Erstaunlich auch, dass der Wegfall der unübersichtlichen Passage
mit dem Schutz der schwachen Verkehrsteilnehmer (Fussgänger und Velofahrer)
begründet wird. In den aufgelegten Unterlagen ist dazu nichts zu
finden. Wird den bergwärts fahrenden Velos auf der westlichen Seite
der Industriestrasse ein kombinierter Rad- und Fussweg zur Verfügung
stehen? Die vorgesehene Trottoirbreite von zwei Metern liegt dafür
jedoch an der untersten Grenze.
Im Rahmen der Ypsilon-Massnahmen zum Verkehrsraum Herisau wird darüber
diskutiert, wie sich die Geschwindigkeit beim Ortseingang reduzieren und
auf verträglicher Höhe durch das Siedlungsgebiet halten lässt.
Der Ausbau der Kurve in der Industriestrasse geht in die genau entgegengesetzte
Richtung: Mehr Geschwindigkeit ohne kaum mehr Sicherheit. Die Kosten von
über einer Million Franken - davon fast die Hälfte für
den Landerwerb - sind angesichts des geringen Nutzens zu hoch. Dieser
Betrag könnte weitaus effektiver für die Verbesserung der Verkehrssicherheit
in Herisau investiert werden. Das vorliegende Projekt mag die Bauindustrie
freuen, ist aber weder für Fussgänger noch Velofahrer ein «Weihnachtsgeschenk».
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Stadtentwicklungskonzept Gossau:
Auf ausgetretenen Pfaden
Gossau, 18. 11. 2005: 1998 hat die Gossauer Bevölkerung mit satten
85 Prozent ein Projekt für einen Kerntunnel beerdigt. Nun werden
im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes erneut Pläne für Umfahrungen
und neue Strassen gewälzt.
Wie bereits im Abstimmungskampf zum Kerntunnel lehnt der VCS neue Durchfahrtsachsen
ab und fordert im Rahmen seiner Vernehmlassung zum Stadtentwicklungskonzept
Gossau stattdessen Sofortmassnahmen auf dem bestehenden Strassennetz.
Hingegen begrüsst der VCS die geplante Verbesserung beim öffentlichen
Verkehr (ÖV) sowie beim Staumanagement und hofft auf zusätzliche
Massnahmen zugunsten des Langsamverkehrs.
Die angestrebte Aufwertung des Dorfkerns zwischen Gröbliplatz und
Coop mit Koexistenz aller Verkehrsarten, die Verbesserung der Aufenthaltsqualität
und Verkehrssicherheit durch Reduktion der Fahrbahnbreiten ist bestimmt
die richtige Antwort. Beispiele im In- und Ausland zeigen die Wirksamkeit
dieser Massnahmen. Gossau hat aber zwischen Mettendorf, Niderdorf, Fennhof
und Eichen rund 5 km Kantonsstrassenachsen, die es – mit Umgestaltungen
auf grösseren Abschnitten im Sinne der Koexistenz – ebenfalls
aufzuwerten gilt.
Neue Achsen sind kontraproduktiv
Die im Konzept vorgesehenen neuen Achsen vermögen nicht zu überzeugen.
Sie verlagern den Verkehr an Orte, wo er nicht weniger stört, und
rufen – zu Ende gedacht – nach weiteren Strassen. Das Ansinnen,
Busbahnhof, Velofahrer- und Fussgängerstrom beim Bahnhof durch eine
neue Strasse abzuschneiden, ist vollumfänglich abzulehnen. Doch auch
die Variante a: Poststrasse-Quellenhofstrasse führt zu Konflikten
in Wohngebiet, bei den Querungen des Langsamverkehrs, dem Knoten Ringstrasse/Herisauerstrasse
und wird zudem eine zusätzliche Trennwirkung entfalten. Die grossräumige
Umfahrung entlang der Bahnlinie (Kernprojekt 3) schliesslich ist mit immensen
Kosten bei fraglichem Nutzen verbunden; sie vermöchte die Problematik
des hausgemachten Verkehrs auch nicht annähernd zu lösen.
15-Minuten-Takt, massiv mehr Passagiere
Begeistert ist der VCS darüber, dass das Stadtentwicklungskonzept
auf einen Viertelstundentakt im öffentlichen Verkehr hinzielt. Zusätzlich
zu einem attraktiven Fahrplan schlagen wir weitere Massnahmen vor, um
die ÖV-Akzeptanz und das Umsteigen zu fördern. Als Zielgrösse
soll eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen bis 2010 gelten.
Vom vorgeschlagenen Verkehrs- und Staumanagement sind keine Wunder zu
erwarten. Da es sich in Gossau grösstenteils um «hausgemachten»
Binnenverkehr handelt, werden Dosier- und Pförtnersysteme nur beschränkte
Wirkung entfalten können. Gossau besitzt mit der A1 eine Umfahrungsmöglichkeit,
Ziel eines Verkehrsmanagementsystems muss die Verlagerung von möglichst
viel motorisiertem Durchgangsverkehr auf diese Achse sein. Zwingend sind
deshalb flankierende Massnahmen, die das Ausweichen des Autoverkehrs durch
Quartiere verhindern, den ÖV an allen Dosierstellen klar priorisieren
und den Velofahrenden mittels Radstreifen die Vorfahrt entlang der Autokolonnen
ermöglichen.
Unterschätzter Langsamverkehr
Eine durch die Gossauer Fachgeschäfte in Auftrag gegebene Umfrage
aus dem Jahre 1999 zeigt, dass rund 60 Prozent der Einwohnerschaft für
die Einkäufe in Gossau zu Fuss, mit dem Velo oder dem Bus unterwegs
sind – und nur 38 Prozent mit dem Auto. Der VCS hofft, dass die
grosse Bedeutung des Langsamverkehrs für die Stadtentwicklung erkannt
und in ein Kernprojekt zur Förderung des Velo- und Fussverkehrs münden
wird.
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Leserbrief
Chance Zürcher Strasse
St. Gallen, 19. Oktober 2005: Dem Präsident der örtlichen
TCS-Sektion kann es mit dem Graben einer Tiefgarage unter dem Marktplatz
nicht schnell genug gehen. Dafür könne die Neugestaltung der
Zürcherstrasse - Folge einer im Jahr 2001 zurückgezogenen Volksinitiative
- im Lachenquartier zurückgestellt werden, um finanzielle Mittel
fürs Zentrum frei zu machen. Die BesucherInnen unserer Stadt würden
die Attraktivität nicht an den Ausfallstrassen, sondern am Empfang
im Zentrum messen.
Aber hallo: St. Gallen ist mehr als nur eine schöne Altstadt! Es
gilt, nicht nur an die berechtigten Bedürfnisse der Innenstadtgeschäfte
zu denken, sondern auch an die Lebensqualität der Menschen im übrigen
Stadtgebiet. Nach der Umgestaltung eines Teils der Zürcher Strasse
wird es zwar nicht weniger Verkehr geben, dafür fliesst dieser in
geordneteren Bahnen. Diese Auffassung wird auch vom St .Galler Regierungsrat
geteilt, der dazu in seiner Botschaft zum 14. Strassenbauprogramm vom
12 August 2003 grundsätzlich zur Strassenraumgestaltung wie folgt
Stellung genommen hat: Bauliche Massnahmen «...dienen nicht nur
der Reduktion vom Umweltbelastungen sowie der Durchsetzung des Ortsbildschutzes
und der anerkannten Grundsätze eines siedlungsgerechten Strassenbaus,
sondern insbesondere auch dem Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmerinnen
und Verkehrsteilnehmer.» Der Kanton übernimmt entsprechend
auch mehr als die Hälfte der anfallenden Kosten.
Wer will, kann unser kleines, feines St. Gallen schon mit Städten
vom Kaliber Nizza, Bologna oder München vergleichen. Aber ob es auch
Sinn macht? Lieber TCS: Es sollte tatsächlich «um die Sache
gehen». Verzichte darum auf politische Geplänkel um die Neugestaltung
der Zürcher Strasse. Die Prioritäten unserer Stadtregierung
können nicht in einem weiteren Loch im Stadtzentrum liegen. Anzustreben
ist vielmehr eine Verbesserung der Lebensqualität in der ganzen Stadt.
Die Neugestaltung der Zürcher Strasse bietet eine reale Chance dazu.
Die Risiken und Nebenwirkungen einer Tiefgarage unter dem Marktplatz lassen
sich getrost separat diskutieren.
Thomas Schwager
Geschäftsleiter VCS Sektion St.Gallen/Appenzell
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MEDIEN-MITTEILUNG von pro natura, VCS und
WWF
Altenrhein: Umweltverbände enttäuscht über nachgiebige
Behörden
Keine Konzessionierung ohne echte Plafonierung
St. Gallen, 12. Oktober 2005. Im Verlauf einer Podiumsdiskussion zur
Konzessionierung des Flugfelds Altenrhein im September schienen sich die
Fronten zwischen Konzessionierungs-Befürwortern und -Gegnern aufzuweichen.
Die Medien berichteten bereits von einer «Annäherung der Standpunkte».
Mitte September fanden Gespräche statt zwischen Behördenvertretern
aus Bund, verschiedenen Kantonen, dem Land Vorarlberg, den Gemeinden der
Region Rorschach-Bodensee sowie der Flughafenbetreiberin. Das Ergebnis
ist für die Umweltverbände enttäuschend.
Der Rorschacher Stadtpräsident Thomas Müller sicherte an der
sehr gut besuchten Podiumsdiskussion Namens der Regionalplanungsgruppe
Regio Rorschach-Bodensee den Gegnern einer Konzessionierung zu, sich für
die Plafonierung der Flugbewegungen auf maximal 33'500 pro Jahr einzusetzen.
In ihrer schriftlichen Stellungnahme vom 10. Juni geht die Regio noch
einen wichtigen Schritt weiter: Die durch den technischen Fortschritt
erzielten Lärmreduktionen dürften nicht durch mehr Flugbewegungen
kompensiert werden.
Neben der Zahl der Flugbewegungen sind auch die Betriebszeiten umstritten:
Die Airport Altenrhein AG will den Flugbetrieb bereits ab 06.00 Uhr (heute
07.00 Uhr Mo-Fr, 08.00 Sa und 10.00 So) beginnen und ohne Mittagspause
(heute 12.00 bis 13.30 Uhr) bis abends um 22.00 Uhr weiterführen.
Die Mittagspause soll nur noch für die Kleinaviatik gelten.
Die Flughafenbetreiberin hat im Rahmen von Behördengesprächen
inzwischen einer Plafonierung der Flugbewegungen zugestimmt. Dafür
wird bei den Betriebszeiten Entgegenkommen erwartet. Aber: Es sollen nicht
die von der Regio Rorschach-Bodensee ins Spiel gebrachten 33'500, sondern
36'500 Flugbewegungen festgeschrieben werden. Dies entspricht exakt der
Zahl, die bereits im Juli seitens der Airport Altenrhein AG gegenüber
den Vertretern der Umweltverbände und der Aktion gegen Fluglärm
AgF genannt wurde. Im Gegensatz zu heute (2004: 29'118 Flugbewegungen)
wären damit deutlich mehr Starts und Landungen zu verzeichnen. Offen
ist auch, ob es sich um eine absolute Plafonierung handelt oder nur um
einen Wert, der aus Lärmgrenzwerten errechnet wird. Zudem würden
aufgrund der höheren Zahl von Linienflügen in Altenrhein stationierte
Kleinflugzeuge einfach auf andere Flugfelder ausweichen und damit andere
Regionen belärmen.
Die Positionen zwischen den Behörden und der Flughafenbetreiberin
haben sich also tatsächlich angenähert. Die Airport Altenrhein
AG musste dafür aber keinen einzigen Schritt tun und hat keine ihrer
Maximalforderungen preisgegeben. Die anlässlich der Podiumsdiskussion
in Rorschach so wortreich abgegebenen Versicherungen des Vertreters der
Regio Rorschach-Bodensee können so ernst gemeint nicht gewesen sein.
Wo bleibt da die Glaubwürdigkeit?
Die St. Galler Umweltverbände sehen zurzeit keinen Anlass, von
ihrem grundsätzlichen Nein zur Konzessionierung des Flugfeldes Altenrhein
abzurücken. Sie sind aber nach wie vor dialog- und kompromissbereit,
sofern sich eine ausgewogene Regelung finden lässt. Dabei ist dem
Ziel einer nachhaltigen Entwicklung in den Bereichen Ökonomie, Soziales
und Ökologie Rechnung zu tragen. Bestandteil einer Konzessionierung
müssen aus Sicht der Umweltverbände folgende Punkte sein:
-
Plafonierung der jährlich zulässigen Flugbewegungen auf
maximal 33'500 Flugbewegungen (davon maximal 6000 Linien- und Charterflüge)
ohne Koppelung an die Lärmentwicklung
-
Einhaltung des bisherigen Lärmkorsetts und der Betriebszeiten
-
Bau einer Lärmschutzanlage für Standläufe
-
Rechtliche Sicherstellung dieser Punkte für die Konzessionsdauer
von 30 Jahren
Die Flughafenbetreiberin Airport Altenrhein AG will aus ihrem privaten
Flugfeld einen öffentlichen Regionalflughafen machen. Mit der Konzessionierung
verliert die Öffentlichkeit aber auf 30 Jahre hinaus jede Einflussmöglichkeit.
Die verfahrene Situation rund um den Flughafen Zürich-Kloten zeigt,
wie wichtig eine rechtliche Sicherstellung gemachter Zusagen und Versprechungen
seitens der Flughafenbetreiber und der Behörden ist.
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VCS zu den Ideen der «IG Chance
Marktplatz»
Tiefgaragen-Illusion blockiert Marktplatz
St. Gallen, 28. September 2005. Der Bau der Tiefgarage Brühltor
ist noch nicht voll-endet, der Startschuss zur Überbauung Webersbleiche
samt Tiefgarage steht kurz bevor, weitere Projekte mit Hunderten von Parkplätzen
stehen beim Kongresszentrum Einstein und auf der Nordseite des Hauptbahnhofs
in der Zielgeraden. Und nun soll auch noch der Marktplatz ausgehöhlt
werden. Chance Marktplatz? Wohl eher ein Rezept, um die Neugestaltung
dieses neben dem Klosterbezirk bedeutendsten Stadtteils auf Jahre hinaus
zu blockieren.
Der VCS begrüsst die Diskussion um eine städtebauliche Weiterentwicklung
der nördlichen Altstadt und teilt das Anliegen der «IG Chance
Marktplatz» sowie der Stadtbehörden, unsere Altstadt attraktiver
zu gestalten. Der Grundstein für oberirdische Verbesserungen ist
mit dem (Aus-)bau um 750 weitere Abstellplätze in unmittelbarer Altstadtnähe
längst gelegt. Der VCS hat dazu seine Vorstellungen bereits präsentiert.
Die «IG Chance Marktplatz» verspricht sich durch den Bau einer
weiteren Tiefgarage mitten in der Altstadt neue Impulse. Aus Sicht des
VCS verursacht der zusätzliche Verkehr - nach einer vorsichtigen
Schätzung 5000 bis 7000 Fahrten - aber nicht mehr Puls, sondern einen
Verkehrskollaps in der Innenstadt. Bereits der Verkehrsbericht zur geplanten
Tiefgarage Webersbleiche hat aufgezeigt, dass die beiden Kreuzungen Schibenertor
und Blumenbergplatz keinen Mehr-verkehr verkraften können. Schon
ohne eine neue Tiefgarage wird es in den kommenden Jahren schwierig sein,
in den Spitzenzeiten eine ungehinderte Durchfahrt des öffentlichen
Verkehrs zu gewährleisten. Noch eine Tiefgarage bedeutet auch neue
Belastungen des weiteren städtischen Strassennetzes auf den Zufahrtsachsen:
Mehr Verkehr, mehr Lärm, mehr Abgase. Das kann nicht im Sinne der
städtischen Bevölkerung, der Kundinnen und Kunden oder gar der
Detaillisten sein.
Der VCS hat sich in der Vergangenheit bei der Diskussion um neue Tiefgaragen
seine Kompromissbereitschaft bewiesen. Heute sind die anlässlich
von früheren Projekten gemachten Zusagen endlich zu realisieren und
die 165 oberirdischen Parkplätze in der Altstadt aufzuhe-ben. Das
gibt Raum für Diskussionen um die Gestaltung von noch nicht autofreien
Plätzen, in die sicher auch die drei interessanten Studien der «IG
Chance Marktplatz» einbezogen werden sollen. Keinen Raum gibt es
allerdings für eine weitere Tiefgarage. Die «IG Chance Marktplatz»
wäre gut beraten, vor der Suche nach möglichen Investoren die
rechtlichen Aspekte gründlich abzuklären. Dieses Projekt widerspricht
klar dem Massnahmenplan Luftreinhaltung und wird sich schon darum nicht
verwirklichen lassen. Am Bau von Luftschlössern sind schon viele
gescheitert. Es wäre schade, wenn die Diskussion um eine unterirdische
Illusion schnell realisierbare, oberirdische Visionen verhindern würde.
Der Versuch des «Einkaufszentrums Innenstadt», auf dem Parkplatzfeld
mit der neuen Konkurrenz am Stadtrand mitzuhalten gleicht dem Rennen zwischen
dem Hasen und dem Igel aus Grimms Märchen. Ein Rennen, das für
den noch so flinken Hasen nicht zu gewinnen ist. Anstatt sich auf diesem
Feld mit der Konkurrenz zu messen, sollten sich die Innenstadt-Geschäfte
auf ihre eigenen, grossen Vorteile besinnen: Auf die Nähe zu ihren
besten Kunden, die zu Fuss, mit dem öffentlichen Verkehr oder per
Velo den Weg in ihre Geschäfte finden. Hier würde sich der VCS
mehr Unterstützung und politischen Druck auch von einer «IG
Chance Marktplatz» wünschen, um dringend notwendige Verbesserungen
gerade auch bei den St.Galler Verkehrsbetrieben zu erreichen.
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Aktionstag 22. September: «In die Stadt
– ohne mein Auto»
Autofreie Engelgasse mit Gassenfest und Film
St. Gallen, 12. September 2005. Anlässlich des europäischen
Aktionstages «In die Stadt –ohne mein Auto» wird die
St. Galler Engelgasse zwischen 12.00 bis 24.00 Uhr für den motorisierten
Verkehr gesperrt. Statt parkierten Autos bietet die Gasse zahlreicheAttraktionen.
Höhepunkt sein wird die abendliche Openair-Vorführung von Fellinis
«La Strada». «Wir möchten zeigen, was auf einer
autofreien nördlichen Altstadt möglichwäre» –
dies das Ziel der Veranstaltung, welche vom VCS in Zusammenarbeit mit
den örtlichen Gastwirtschaften und Läden, sowie dem KINOK und
der IG Velo durchgeführt wird.
Die Engelgasse wird am Donnerstag, 22. September von 12.00 Uhr bis 24.00
Uhr für denmotorisierten Verkehr gesperrt. Die eigentlichen Aktivitäten
beginnen um 14.00 Uhr. Dann wird die Gasse von den anliegenden Wirtschaften
in Beschlag genommen und zur Gassenbeizumgenutzt.
Folgende Attraktionen sind vorgesehen
-
Degustation Produkte des Claro Weltladens
-
Modeschau von Biancas Boutique (16.00 Uhr und 18.00 Uhr)
-
Gratis Velocheck und Infostand der VCS Ortsgruppe St. Gallen (14.00
bis 18.00 Uhr), in Zusammenarbeit mit der Projekt-Werkstatt, einem
Einsatzprogramm für Erwerbslose
-
Jubiläumswettbewerb VCS Sektion St. Gallen / Appenzell
-
VCS-Ausstellung «Kein Diesel ohne Filter»
-
Infostand und Spiele am Stand der IG Velo Regionalgruppe St. Gallen
-
Verpflegung der Focacceria
-
Märli «Rumpelstielzchen», sehr lebendig erzählt
von Stefan Engel
-
Open-Air Filmvorführung «La Strada» von F. Fellini,
21.00 Uhr, (freier Eintritt)
Neben der zweimaligen Vorführung stellt der Kinderbuchladen auch
verschiedene Spielgeräte zur Verfügung. Kinder können die
Gasse als Spielplatz in Beschlag nehmen. Die VCS Ortsgruppe offeriert
in Zusammenarbeit mit der Projekt-Werkstatt einen Sicherheitscheck.Dabei
geht es insbesondere um eine Funktionskontrolle von Licht und Bremsen.
Kleinere Reparaturen werden gratis erledigt, das Material muss aber bezahlt
werden.
Der eigentliche Höhepunkt der Veranstaltung dürfte die Openair-Vorführung
von Fellinis «LaStrada». Die Gasse als Rahmen und der Film
darin verspricht eine besondere Stimmung. Wir hoffen natürlich auf
einen lauen Abend – bei widriger Witterung wird die Filmvorführung
indas Restaurant Schwarzer Engel verlegt. Die VCS Ortsgruppe St. Gallen
möchte mit dieser Aktion für eine Erweiterung bzw. Schaffungeiner
Fussgängerzone in der nördlichen Altstadt werben. Der Bau der
Tiefgarage am Brühltor schafft die Voraussetzung, dass sämtliche
Parkplätze in der nördlichen Altstadt und am Markt-platz aufgehoben
und die Gassen – mit Ausnahme der Anlieferung am Morgen –
gänzlich autofrei gestaltet werden kann.
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VCS-Ortsgruppe fordert attraktivere
Innenstadt
Nördliche Altstadt – autofrei jetzt!
St. Gallen, 12. September 2005. Zurzeit ist die Tiefgarage Brühltor
im Gang. In der Planungsphase wurde dem VCS seitens der Stadtbehörden
zugesichert, dass nach dem erneuten massiven Ausbau um 230 Tiefgaragenparkplätze
die oberirdischen Parkplätzein der Innenstadt aufgehoben würden.
Der VCS verzichtete darum darauf, das Referendum gegen den Ausbau der
Brühltor-Garage zu ergreifen bzw. zu unterstützen. Es gilt nun,
Nägel mit Köpfen zu machen: Nach einer Erhebung des VCS wären
bei einer Umsetzung der seitens der Stadt gemachten Zusage lediglich 165
öffentliche Parkplätze betroffen.
Die nördliche Altstadt ist heute durch eine vierspurige Strasse
und beidseitiger Parkierung vom Marktplatz abgetrennt – mit negativen
Folgen für die dortigen Geschäfte. Auch die Marktstände
werden heute durch die parkierten Fahrzeuge beeinträchtigt. Hinter
dem Union spielen sich groteske Szenen ab, wenn sich zwei Autofahrer um
einen Parkplatz streiten. Die schönen, aber engen Gassen in der nördlichen
Altstadt sind durch parkierte Fahrzeuge regelrecht verstellt. Die Schaufenster
sind verdeckt, den Geschäften bleibt kein Platz für Auslagen,
den Wirtschaften kein Ort, um Tische nach draussen zu stellen. Die Fussgängerinnen
und Fussgänger sind auf ein schmales Trottoirband an den Rand gedrängt.
Parksuchverkehr zu den ohnehin besetzten Parkplätzen in den Gassen
bringt auch den anliegenden Geschäften nichts.
Mit einer Verlagerung der Parkplätze in die Parkgarage eröffnen
sich nun aber neue Möglichkeiten für eine Neunutzung der Gassen
und Plätze: So lässt sich im gesamten Bereich zwischen Waaghaus
und Union – abgesehen vom öffentlichen Verkehr und den Velos
– eine Fussgängerzone realisieren. Die heute vierspurige Strasse
lässt sich auf zwei Fahrspuren für die Trogenerbahn und die
Busse verschmälern, was Raum schafft für eine Neugestaltung.
Damitkann die nördliche Altstadt räumlich an die übrige
Altstadt angebunden werden. Den zahlreichen Geschäften und Gaststätten
kann ein angenehmes Umfeld und Platz für Auslagen undTische bereitgestellt
werden. Mit den neuen Einkaufszentren an der Peripherie wird die Konkurrenz
für die Geschäftslage inder Innenstadt härter. Um bestehen
zu können, muss der Standort Innenstadt seine Standortvorteile ausspielen
und verbessern: Das sind ein urbanen Umfeld mit einer Vielfalt von Nutzungen,
die historischen Stadtanlage, eine hervorragende Anbindung mit dem öffentlichenVerkehr,
Aufenthaltsqualität in den Gassen und gute Erreichbarkeit dank dem
bestehenden Parkplatzangebot im Umkreis der Altstadt. Es müssen Bedingungen
geschaffen werden, in dendie Besucher in der Innenstadt ihren Aufenthalt
verlängern und gerne noch durch die Gassen schlendern, mal absitzen
können, schauen, was sich so tut und wer man so trifft. Die Rechnungist
einfach: ein Kunde, der länger bleibt, sorgt auch für mehr Umsatz.
Es geht um eine strategische Positionierung und Besinnung auf die eigenen
Stärken.
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VCS fordert demokratisch breiter
abgestützte Flughafendiskussion
Keine Konzession ohne Zustimmung der Bevölkerung
St. Gallen, 13. Juli 2005. Die St. Galler Regierung hat zu zwei parlamentarischen
Vorstössen zur geplanten Konzessionierung des Flugfelds Altenrhein
Stellung bezogen. Die Regierung will die Flughafenbetreiberin in ihrem
Bestreben nach einer Konzessionierung unterstützen, um die Verkehrsanbindung
an die europäischen Wirtschaftszentren zu verbessern. Den Interessen
der Bevölkerung würde dabei Rechnung getragen, wird behauptet.
Dem VCS sind diese Aussagen zu unverbindlich. Er fordert eine breite demokratische
Abstützung dieses Grundsatzentscheids sowie verbindliche Zusagen
im Rahmen des SIL-Verfahrens (Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt).
Das kantonale Strassengesetz sieht beim Bau von Kantonsstrassen ein
Vernehmlassungsverfahren bei den betroffenen politischen Gemeinden vor
(Art. 35 sGs). In den jeweiligen Gemeindeordnungen ist geregelt, welche
Vernehmlassungsbeschlüsse der Bürgerschaft zu unterbreiten sind.
Bei vielen Strassenprojekten hat das Volk gegen die Pläne des Kantons
und der eigenen Gemeindebehörde entschieden. Am deutlichsten fiel
dabei 1998 die Abstimmung über den Gossauer Tunnel aus: 85 Prozent
der StimmbürgerInnen sprachen sich dagegen aus, obwohl die politische
Behörde Gossaus überzeugt hinter dem Projekt stand.
Auch wenn das kantonale Strassengesetz auf die «Zufahrten»
zu den Autobahnen der Lüfte nicht anwendbar ist, gilt: Nur die Standortgemeinde
Thal kann in dieser Frage für sich beanspruchen, demokratisch legitimiert
die Bevölkerung zu vertreten. Der VCS ruft daher die Thaler Nachbargemeinden
auf, ihren BürgerInnen ebenfalls die Möglichkeit zur demokratischen
Mitwirkung bei diesem wichtigen Grundsatzentscheid zu geben. Die Stellungnahme
der Gemeinde Thal ist auf jeden Fall stärker zu gewichten als alle
anderen, da nur diese von der Bevölkerung tatsächlich getragen
wird.
Die Flughafenbetreiberin weisst immer wieder darauf hin, dass es nur
um einen «moderaten» Ausbau des Linien- und Charterflugverkehrs
geht. Die heute rund 3000 Flugbewegungen dieser Kategorie sollen auf bis
zu 7000 immerhin mehr als verdoppelt werden, was der Grössenordnung
des Flughafens in Lugano-Agno entspricht. Der Zuwachs des Linien- und
Charterflugverkehrs ginge zu Lasten der Kleinaviatik, heisst es. Aber
auch bei einer Reduktion von Starts und Ladungen dieser Flugzeugkategorie
gäbe es im überregionalen Bereich trotzdem mehr Luftverkehr,
mehr Lärm und mehr Luftverschmutzung. Denn als Ausweichflugfelder
bieten sich in der Ostschweiz Bad Ragaz, Schänis oder Sitterdorf
an.
Wenig beruhigend sind auch die über die Jahre immer wieder wechselnden
Aussagen der Flughafenbetreiberin und ihrer Partner. Im Rahmen des SIL-Mitwirkungsverfahrens
im Jahr 1998 forderte die Airport Altenrhein AG Konkurrenzfähigkeit
gegenüber dem nahen Friedrichshafen. Im September 2000 wurden Linienflüge
nach Basel angestrebt. Im November 2001 hiess es, Linienflüge nach
Paris, London oder anderen europäische Städte seien unrealistisch.
Im Jahr 2003 plante die inzwischen nicht mehr aktive Air Avance Linien-
oder Charterflüge nach Düsseldorf, Graz, Mailand oder Split.
Auf das Jahr 2004 sprach die inzwischen ebenfalls eingestellte Helvetic
Wings von Flügen zwischen Altenrhein, Bern, Basel, Genf, Lugano,
Samedan und Zürich. Im Dezember 2004 kam es zu Verhandlungen mit
der Cirrus Airline und der Ostfriesischen Lufttransport GmbH für
Flüge nach Hamburg. Die Cirrus fliegt heute ab Zürich bereits
nach Dresden und von Bern Belp im Sommer nach Edinburgh, Ibiza, Mallorca,
Sardinien und Griechenland.
Gemäss aktuellen Aussagen der Flughafenbetreiberin sind Flüge
nach Basel kein Thema mehr. Neben Wien sollen aber dank Konzessionierung
auch London und das Ruhrgebiet angeflogen werden. Der VCS zieht die Aussagen
der heute für den Flugbetrieb Verantwortlichen nicht in Zweifel.
Aber wie sieht es aus nach einem Wechsel in der Direktion oder bei den
Besitzverhältnissen? Was passiert, wenn sich wie in der Vergangenheit
die wirtschaftlichen Rahmen-bedingungen für den Flughafen erneut
ändern? Anpassungen am Betriebsreglement sind durchaus möglich,
was sich am Beispiel Zürich-Kloten deutlich zeigt.
Aus diesen Überlegungen stellt sich der VCS Sektion St.Gallen /
Appenzell darum nach wie vor grundsätzlichen gegen eine Konzessionierung
des Flugfelds Altenrhein. Kommt es aber trotzdem dazu, dann sind die verbindlichen
Eckpunkte für den Betrieb nicht erst im Betriebsreglement, sondern
schon im Rahmen des SIL-Verfahrens verbindlich festzulegen. Neben der
Zahl der maximalen Flugbewegungen zählt dazu die Beibehaltung der
Mittagspause und der flugverkehrsfreien Feiertage. Nur unter diesen straffen
Voraussetzungen kann ein heute als «moderat» bezeichnetes
Wachstum mittel- und langfristig eingehalten werden. Sonst führt
die Konzession doch zu ungeahnten Höhenflügen und damit zu Beeinträchtigungen
von Umwelt und Bevölkerung.
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VCS-Ortsgruppe zum «LighTram»
Leichtfüssig zu einem echten Tram?
St. Gallen, 27. Juni 2005. Die VCS-Ortsgruppe St.Gallen begrüsst
den geplanten Umbau von bestehenden Trolleybussen zum «LighTram».
Die vorgesehene Verlängerung von neun bestehenden Fahrzeugen mit
Niederflur-Gelenkteilen - der Umbau eines Prototyps wird morgen Dienstag
im Stadtparlament behandelt - ist eine sinnvolle, vor allem aber auch
schnelle Möglichkeit, vorhandene Fahrzeuge an die gestiegenen Anforderungen
der heutigen Zeit anzupassen.
Trolleybusse haben laut einer Verordnung des UVEK (Departement für
Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation) eine Lebensdauer von 10, maximal
aber 20 Jahren. Darauf hat die VCS-Ortsgruppe bereits im Rahmen der Petition
der Behindertenverbände für eine beschleunigte Ersatzbeschaffung
von Niederflurbussen hingewiesen.
In der Stadt St. Gallen gehen die Uhren anders, bzw. langsamer: Von
den heute im Betrieb stehenden 27 Fahrzeugen sind sieben seit 22 Jahren
in Betrieb. Weitere zwei aus dieser Serie sind schon ausgemustert. Beim
Folgt das Stadtparlament den «LighTram»-Anträgen des
Stadtrats, kann ein erster Prototyp bereits im Dezember auf den St. Galler
Strassen fahren. Bei einem positiven Verlauf des Prototyp-Betriebs sollen
von den verbleibenden 18 «neueren» Trolleys bis im nächsten
Jahr weitere acht um ein zusätzliches, Niederflur-Gelenkmodul verlängert
werden.
Auch wenn die VCS-Ortsgruppe dem Projekt «LighTram» positiv
gegenüber steht: Mit dem Ersatz der restlichen Trolleybussflotte
darf nicht bis 2012/2013 zugewartet werden. Der Stadtrat hat in seiner
«LighTram»-Vorlage diesem Termin sogar als «vorgezogenen
Ersatz» bezeichnet. Dies ist ein klarer Etikettenschwindel, wären
doch sieben der ältesten Trolleys bis dann fast 30 Jahre in Betrieb...
Wie der Name «LighTram» bereits andeutet: Das Projekt könnte
eine Zwischenstation sein auf dem Weg zu einem richtigen Tram. In zehn
bis 15 Jahren werden die verlängerten Fahrzeuge das Ende ihrer Lebensdauer
erreicht haben. Und bis dahin könnte ein echtes Tram realisierbar
werden. Vorschläge dazu liegen auf dem Tisch: Der VCS hat bereits
in seiner Studie «Richtig verkehrt» von 2003 auf die Potentiale
eines Trams für St. Gallen hingewiesen. Ein Postulat «Zukunft
dank Tram - bequem von Ost nach West» ist im Stadtparlament eingereicht.
Das «LighTram» - wie auch die überfällige Beschaffung
von Niederflur-Dieselbussen mit zeitgemässer Motoren- und Abgaseinigungstechnologie
(Partikelfilter) - sind erste Schritte hin zu einem attraktiveren und
leistungsfähigeren öV-Angebot in der Stadt St. Gallen. Die VBSG
scheinen aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwachen.
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Sektion St. Gallen / Appenzell mit neuem Mitglied
im Zentralvorstand
VCS lanciert Neustart
St. Gallen, 13. Juni 2005. Am vergangenen Wochenende wurden an der jährlichen
Delegiertenversammlung in Genf die Weichen für einen Neustart des
VCS gestellt. Nach gründlicher Vorbereitung durch den Zentralverband
und die 23 Sektionen haben die Delegierten eine revidierte Fassung des
internen Reglements zur Handhabung des Verbandsbeschwerderechts verabschiedet.
Für die VCS-Sektion St. Gallen / Appenzell bedeutsam ist auch die
Verabschiedung von Nationalrätin Pia Hollenstein aus dem Zentralvorstand.
Als Ersatz wurde der langjährige St.Galler Sektionsgeschäftsleiter
Peter Jans in den Zentralvorstand gewählt.
Die VCS-Sektion St. Gallen / Appenzell hat sich aktiv an der Revision
des internen Reglements beteiligt. Die Kritik der Parlamentarischen Kommission
des Ständerats ist nach dieser DV ausgeräumt: Das höchste
Verbandsgremium hat das Reglement einstimmig abgesegnet und damit demokratisch
breit legitimiert.
Neben der Verabschiedung dieses wichtigen Reglements wurden an der Delegiertenversammlung
auch vier neue Mitglieder in den Zentralvorstand gewählt. Die St.
Galler Nationalrätin Pia Hollenstein hat während 12 Jahren die
Geschicke des Zentralverbands mitbestimmt. Mit Erreichen der maximal vier
Amtsperioden war ihr Sitz nach 12 Jahren neu zu bestellen. Die VCS-Sektion
St. Gallen / Appenzell dankt Pia Hollenstein für ihren engagierten
Einsatz. Als Ersatz nominierte die Sektion mit Peter Jans ihren langjährigen
früheren Geschäftsstellenleiter. Jans war von Beginn weg am
Aufbau des VCS in der Stadt St. Gallen und den Kantonen St. Gallen und
den beiden Appenzell beteiligt. Nach seinem Abgang als geschäftsführender
Sekretär nahm er von 1998 bis 2002 Einsitz in den Sektionsvorstand.
Seit dem Jahr 2000 ist er als selbständiger Anwalt tätig und
vertritt als Rechtsvertreter kompetent und konsequent die VCS-Anliegen.
Die VCS-Sektion St.Gallen / Appenzell freut sich über die einstimmige
Wahl ihres ehemaligen Geschäftsleiters und Vorstandsmitglieds in
den Zentralvorstand des VCS Schweiz. Wir sind überzeugt, dass er
gemeinsam mit der Präsidentin Franziska Teuscher, den bisherigen
Vorstandsmitgliedern und den drei weiteren, ebenfalls neu gewählten
Sibylle Lehmann (Sektion Luzern), Martin Bäumle (Sektion Zürich)
und Ueli Doepper (Sektion Vaud) einen Neustart des VCS unterstützen
wird. Einen Neustart, bei dem der Zentralvorstand, das Zentralsekretariat
und alle VCS-Sektionen wieder an einem Strick ziehen. Und zwar in die
gleiche Richtung: Für eine nachhaltige Verkehrspolitik und eine konsequente
Durchsetzung des Umweltrechts.
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Mitgliederversammlung 26. Mai 2005: Resolution
zum Flugfeld Altenrhein
Regierung soll Konzessionierung stoppen
Von der Mitgliederversammlung mit einer Gegenstimme verabschiedet:
Verschiedene VCS-Sektionen haben Beschwerde gegen das vorläufige
Betriebsreglement des Flughafens Zürich-Kloten eingelegt. Sie sind
damit in guter Gesellschaft, hat sich doch auch die St. Galler Regierung
diesem Vorgehen angeschlossen. Sie tat dies aus der Ueberzeugung heraus,
dass «angesichts des enormen Lärmpotentials des Flugverkehrs
auch in den Bereichen, die von den Grenzwerten der Lärmschutz-Verordnung
nicht mehr erfasst werden, die Grundsätze des Umweltrechts (insbesondere
das Vorsorgeprinzip) sowie die Grundsätze des Raumplanungsrechts
Anwendung finden müssen, den Fluglärm also soweit möglich
zu minimieren ist». Der VCS freut sich über diese Haltung der
St. Galler Regierung, die sich damit für den Schutz der Bevölkerung
vor Fluglärm ausgesprochen hat.
Wir rufen die Regierung nun dazu auf, diesem Schutzgedanken auch im
Zusammenhang mit dem Flugfeld Altenrhein Nachachtung zu verschaffen. Eine
Konzessionierung würde die Voraussetzung für den Ausbau des
Linienflugbetriebs bilden und die Betriebsdauer um einen Drittel ausweiten:
in den frühen Morgen hinein sowie in die Nachtstunden. Das bisherige
Mittagsflugverbot würde ganz entfallen. Das Mitspracherecht der betroffenen
Bevölkerung würde mit einer Konzessionierung eingeschränkt,
und das bestehende Lärmkorsett aufgeweicht. Zudem sieht das Bundesgesetz
über die Luftfahrt ein Enteignungsrecht für den Besitzer eines
Flughafens vor.
In Ergänzung zum nahen und gut erreichbaren Flughafen Zürich-Kloten
gibt es keinen Bedarf für einen neuen Regionalflughafen, zumal im
benachbarten Friedrichshafen ein bereits heute gut eingeführtes Linienflugangebot
besteht. Die St. Galler Regierung hat sich erfolgreich eingesetzt für
die Berücksichtigung der Ostschweizer Anliegen zum Anschluss an das
europäische HGV-Netz. Ein Ausbau des Flugbetriebs würde diesen
Anstrengungen zuwiderlaufen. Der VCS fordert die Regierung dazu auf, sich
konsequent für den Schutz der St. Galler Bevölkerung vor vermeidbarem
Fluglärm einzusetzen, sowohl in der Region Wil wie auch in der Region
Rorschach. Nur ein Einsatz gegen die Konzessionierung des Flugfeldes Altenrheins
entspricht einer konsequenten, bürgernahen Haltung der Regierung.
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25 Jahre VCS Sektion St. Gallen / Appenzell lädt
zur Jubiläums-Hauptversammlung
Mitgliederversammlung 05
St. Gallen, 23. Mai 2005. Im Mai 1980 wurde die VCS Sektion St. Gallen
/ Appenzell im Hotel Hecht gegründet. Fast auf den Tag genau findet
25 Jahre später am 26. Mai die Jubiläums-Hauptversammlung statt.
Die diesjährige Hauptversammlung findet diesen Donnerstag, 26.
Mai um 19.00 Uhr im Restaurant Dufour an der Bahnhofstrasse 19 statt.
Im Anschluss an die statuarischen Geschäfte stellt Heinz Grob, Vorstandsmitglied
der AgF (Aktion gegen Fluglärm) in einem kurzen Referat die aktuelle
Situation rund um die geplante Konzessionierung des Flugfelds Altenrhein
dar. Bringt eine Konzessionierung nur einen 'massvollen' Ausbau des Flugbetriebs,
wie es die Befürworter behaupten, oder steckt mehr dahinter?
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VCS Sektion SG/AP feiert am 23. April ihr
25-Jahr-Jubiläum
Sternfahrt an den Gossauer Velotag
St. Gallen, 19. April 2005. Im Mai 1980 fand im Hotel Hecht die Gründungsversammlung
der VCS Sektion St.Gallen/Appenzell statt. Aus dem kleinen Pflänzchen
ist über die Jahre ein starker, professionell geführter Verein
mit gegen 8000 Mitgliedern geworden. Seit der Gründungszeit unverändert
geblieben ist das Engagement für eine nachhaltige Verkehrspolitik.
Am kommenden Samstag feiert der VCS sein 25-jähriges Bestehen mit
einer Velosternfahrt nach Gossau an den «Velotag» der IG Velo
Gossau.
Der VCS verstand sich schon immer als Interessenvertretung aller Verkehrsteilnehmenden.
Fast Dreiviertel aller VCS-Mitglieder sind auch AutofahrerInnen. Jedes
Verkehrsmittel hat seine Berechtigung. Der kombinierten Mobilität
mit den neuen CarSharing-Angeboten kommt gerade in städtischen Gebieten
eine immer grössere Bedeutung zu.
Seinen Festtag am kommenden Samstag begeht der VCS aber mit dem Velo.
Die VCS-Mitglieder fahren im Rahmen einer Sternfahrt von Herisau, Flawil
und St.Gallen an den Gossauer «Velotag». Der anschliessende
Velobummel durch die Stadt Gossau - organisiert durch die lokale IG Velo
- soll auf die Bedürfnisse der Velofahrenden aufmerksam machen. Das
Velo gehört zwar in die Sparte des Langsamverkehrs, ist aber gerade
im städtischen Umfeld bei kurzen Strecken unschlagbar schnell.
Der Gossauer «Velotag», der in seiner 15. Auflage ebenfalls
ein Jubiläum zu feiern hat, findet auf dem Marktplatz statt. An der
Velobörse kann man sich ab 9.00 bis 12.00 Uhr ein neues Stahlross
erstehen (Veloannahme am Vortag 17.00 bis 20.00 Uhr sowie am Samstagmorgen
von 9.00 bis 10.00 Uhr). Auch im Verkauf sind Velohelme und Velolicht-Sets.
Zum Rahmen-programm gehören neben der ganztägigen Festwirtschaft
Gratis-Probefahrten mit Elektrovelos sowie ab 14.00 Uhr rhythmische Klänge
der Frauen-Steelband «pan4u». Ein Höhepunkt des Nachmittags
bildet die Verlosung von 15 attraktiven Preisen. Als Hauptpreis winkt
ein Citybike im Wert von Fr. 1000.-. Ein Grund mehr, sich der VCS-Velosternfahrt
anzuschliessen.
Besammlung und Abfahrt nach Gossau (bei jeder Witterung)
- St.Gallen: VBSG-Pavillon, Abfahrt 13.15 Uhr
- Herisau: Obstmarkt, Abfahrt 13.45 Uhr
- Flawil: Bahnhof, Abfahrt 13.30 Uhr
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Start zur Velosaison 2005
VCS-Velofohmarkt im Waaghaus
St. Gallen, 4. April 2005. Am Samstag, 16. April ab 9:00 Uhr beginnt
der Velofrühling in St. Gallen. Die VCS Ortsgruppe lädt zur
23. Auflage des Veloflohmarkts im Waaghaus. Die Gelegenheit, auf ein neues
Fahrrad umzusatteln, oder sein altes zu verkaufen.
Der diesjährige Veloflohmarkt trägt eine seit 1983 ungebrochene
Tradition der VCS Ortsgruppe weiter. Alle St. Gallerinnen und St. Galler
können auch dieses Jahr ihre nicht mehr benötigen Velos zum
Verkauf ins Waaghaus bringen. Auch Kindervelos, Trottinets, Dreiräder,
Velo-Kindersitzli und Veloanhänger sind immer gesuchte Artikel, die
jeweils rasch neue BesitzerInnen finden. Aus Sicherheitsgründen nicht
vermittelt werden gebrauchte Velohelme. Der VCS verkauft aber neben Velovignetten
für die neue Saison auch neue Velohelme in allen Grössen und
verschiedenen Farben.
Die Projektwerkstatt - ein Beschäftigungsprogramm für Arbeitslose
- bietet auch in diesem Jahr seine bewährten Dienste an: Kleine Defekte
am Velo werden gleich an Ort und Stelle behoben.
Ab 08.00 Uhr nimmt der VCS gebrauchte, noch fahrbare Vehikel in der
Waaghaushalle entgegen. Diese gelangen dann zwischen 9.00 und 12.30 Uhr
in den Verkauf. Wer seine Artikel nicht persönlich vorbeibringen
kann, dem steht der VCS-Abholservice zur Verfügung. Anmeldungen dafür
nimmt Familie Müller (071 245 20 29) oder Martin Beck (071 245 95
37) bis spätestens am Donnerstag, 14. April entgegen.
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Sperrfrist 1. April, 06.00 Uhr (1. April
- Scherz)
VCS-Ortsgruppe unterstützt historischen Kompromiss
Road-Pricing im sommerlichen Pilotbetrieb
St. Gallen, 31. März 2005. Die VCS-Ortsgruppe stellt sich hinter
die von Stadtrat und Wirtschaftsverbänden vorgeschlagene Einführung
des Road-Pricings für die Stadt St. Gallen. In einem ersten Schritt
sollen während den Sommermonaten Juli und August an den Haupteinfahrtachsen
Zahlstellen eingerichtet werden. Nach Auswertung des Pilotbetriebs will
der Stadtrat zuhanden des Stadtparlaments eine Vorlage ausarbeiten. Je
nach Zahlungsbereitschaft der Automobilisten soll der Ausbau der Stadtautobahn
auf sechs Spuren, eine neue Südumfahrung oder aber die Wiedereinführung
des Trams auf den VBSG-Linien 1 und 3 ins Auge gefasst werden.
Auf dieses Vorgehen konnte sich die VCS-Ortsgruppe nach monatelangen
und intensiven Verhandlungen mit dem Stadtrat und verschiedenen Gewerbe-
und Wirtschaftsverbänden einigen. Für den VCS ausschlaggebend
beim Eingehen dieses historischen Kompromisses war, dass erst nach Vorliegen
der Ergebnisse eines Pilotbetriebs in den Monaten Juli und August entschieden
wird, wofür die Erlöse aus dieser neuen Strassensteuer verwendet
werden. Alle an den Verhandlungen beteiligten Parteien waren sich einig:
Es gilt, vorurteilsfrei nach der besten Lösung der St. Galler Verkehrsprobleme
zu suchen. Die Schaffung neuer Verkehrsstrukturen darf dabei nicht mit
langfristig noch grösseren Verkehrsproblemen «erkauft»
werden.
Hintergrund der Idee der Lancierung eines Road-Pricings für die
Stadt St. Gallen sind neben den positiven Erfahrungen in London und Skandinavien
folgende Überlegungen: Die Bundesmittel zur Finanzierung neuer Strassenbauprojekte
sind langfristig verplant. Das kantonale Strassenbauprogramm mit ca. 15
Mio. Franken pro Jahr für grössere Neubauten ist auf Jahr-zehnte
hinaus vergeben (Seetunnel Rapperswil, Umfahrung Wattwil). Die Stadt St.
Gallen muss aber heute nach Lösungen für die sich abzeichnende
Überlastung der innerstädtischen Verkehrsinfrastruktur suchen
- und damit auch nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten.
Mit Road-Pricing abzudeckender Finanzierungsbedarf
Eine grobe Abschätzung des Finanzierungsbedarfs für die drei
zur Diskussion
stehenden Infrastrukturprojekte ergibt folgendes Bild:
- Ausbau Stadtautobahn auf sechs Spuren auf 15 bis 20 km Inkl. 3.
Tunnelröhre, Anschlüsse und Brückenbau 150 bis 200
Mio. Fr./km
Total 2,5 bis 4 Milliarden Franken
- Neubau Südumfahrung auf einer Länge von ca. 3 km
Ab Teufenerstrasse (Höhe Geltenwilerstrasse) bis Rorschacherstrasse
(Höhe Splügenstrasse) mit mindestens 3 Anschlussbauwerken.
Total 500 bis 800 Mio. Franken
Vergleichszahlen: Ausbau Baregg-Tunnel, 5. und 6. Spur mit dritter
Tunnelröhre: 386,4 Mio. Fr./km, Seetunnel Rapperswil mit niveaufreien
Knoten: 200 Mio. Fr./km)
- Ersatz der Trolleybuss-Linien 1 und 3 durch ein Tram auf 14 km Inkl.
Anpassungen am Strassennetz.
Total 250 bis 400 Mio. Franken
Vergleichszahlen: Die VBZ Zürich rechnet je nach Strassenverhältnissen
mit 14 bis 28 Mio. Fr./km. Der Neubau des Trams in Mühlhausen
kostete ein Tramkilometer 26.5 Mio. Franken.
Würden alle Fahrten auf der Stadtautobahn bzw. einer neuen Südumfahrung
mit Road-Pricing belegt, wäre für einen kostendeckenden Betrieb
ein Preis von 5 bis 10 Franken pro Fahrt notwendig. Der Pilotbetrieb soll
nun die Zahlungsbereitschaft der Automobilisten sowie die Folgen einer
dauerhaften Einführung dieser neuen Finanzierungsform für die
Stadt aufzeigen. Die eingenommenen Gebühren gehen in einen Fond,
aus dem die Investitionen und der Betrieb der neuen Verkehrsinfrastrukturbauten
gespiesen werden können.
Teil des ausgehandelten Pilotbetriebs ist auch das Vermeiden finanzieller
Härtefälle. Bei der Stadtpolizei werden für bestimmte Gruppen
von Automobilisten Ausnahmebewilligungen ausgestellt. Details dazu sowie
zur praktischen Erhebung der Road-Pricing-Gebühr wird der Stadtrat
im Mai im Rahmen einer Medienorientierung vorstellen. Bereits morgen Freitag
gibt die VCS-Ortsgruppe an einem Stand in der Marktgasse zwischen 10.00
und 12.00 Uhr gratis ein kleines Kontingent spezieller Road-Pricing-Tageskarten
ab. Diese ermächtigen zu einer freien Fahrt an einem frei wählbaren
Tag während des Pilotbetriebs.
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VCS-Regionalgruppe See/Gaster
Einen Stadtbus für Rapperswil und Jona
Rapperswil, 16. März 2005. Die VCS-Regionalgruppe See/Gaster unterstützt
den vorgeschlagenen Ausbau des ÖV-Angebotes in der Agglomeration
Rapperwil/Jona. Die vorliegende Studie bildet für den VCS eine gute
Grundlage, um die hausgemachten Verkehrsprobleme zu entschärfen.
Darüber macht der VCS aber noch zusätzliche Vorschläge,
etwa für einen «richtigen Bahnhof» für Jona oder
eine Verlängerung der Buslinie ins Südquartier.
Die Verkehrsprobleme von Rapperswil / Jona sind bekannt. Der Strassenverkehr
ist zu 87% hausgemacht. Der Anteil des motorisierten Verkehrs ist mit
70% aller Wege sehr hoch: Viel höher, als in vergleichbaren Städten.
Rund 110'000 Autofahrten werden in Rapperswil/Jona täglich zurückgelegt.
Der Anteil des öffentlichen Verkehrs ist mit 20'000 Fahrten vergleichsweise
bescheiden. Dies soll sich mit einem verbesserten Angebot ändern:
Das in der Vernehmlassung befindliche Stadtbuskonzept sieht eine neue
Linienführung der Stadtbusse vor, so dass zusätzlich 2000 bis
3000 Personen erschlossen werden. Die Busse sollen in einem integralem
Viertelstundentakt verkehren. Das beauftragte Planungsbüro rechnet
damit, dass damit die Passagierzahlen verdoppelt werden können. Mit
der Realisierung des Vollausbaus wird bis 2010/2015 gerechnet.
Das vorliegende Konzept übernimmt im Grundsatz die Forderungen
des VCS nach einem massgeblichen Ausbau des öffentlichen Verkehrs.
Der VCS See/Gaster unterstützt deshalb diese Bemühungen. Ein
Ausbau des ÖV im Raum Rapperswil-Jona ist zwingend und dringend nötig.
Der finanzielle Vorausblick der Behörden von Rapperswil und Jona
erleichtert nun die Umsetzungen dieses ÖV-Konzeptes.
In Ergänzung zum Konzept schlägt der VCS vor, die Linie in
das Südquartier schon in der ersten Umsetzungsstufe zu realisieren,
das abseits gelegene Industriegebiet Buech besser zu erschliessen und
mit saisonalen Angeboten das Seebad Stampf und die Sportanlagen im Grünfeld
an den öffentlichen Verkehr anzubinden.
Zudem schlägt der VCS vor, die Bahnstation Jona rasch zu einem
vollwertigen und bedienten Bahnhof auszubauen. Die heutigen Benutzerfrequenzen
und die zusätzliche Bedeutung als Umsteigeknoten zum Stadtbusnetz
machen aus dem Bahnhof Jona mehr als nur eine Station einer anonymen Agglomerationsgemeinde.
Mit dem Ausbau zu einem Bahnhof könnte der Kundenservice erhöht
und die Sicherheit und Attraktivität verbessert werden.
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VCS-Sektion St. Gallen / Appenzell zur NFA-Ausführungsgesetzgebung
NFA: Vortritt dem öffentlichen Verkehr
St. Gallen, 15. Februar 2005. Die VCS-Sektion St. Gallen / Appenzell
beurteilt die zurzeit im Vernehmlassungsverfahren stehende Ausführungsgesetzgebung
zum Neuen Finanzausgleich (NFA) kritisch. Die knappen finanziellen Ressourcen
sind in effiziente Verkehrsträger zu investieren. Denn gegen die
Verkehrsprobleme in den Agglomerationen gibt es nur ein wirksames und
zugleich finanzierbares Mittel: höhere Marktanteile beim Öffentlichen
Verkehr.
Der NFA soll verstärkt auf den öffentlichen Verkehr und den
Langsamverkehr in den Agglomerationen setzen. Die Abgeltungen für
den Regionalen Personenverkehr (RPV) in den Randregionen sind zu stabilisieren.
Die Erweiterungen des Nationalstrassennetzes sollen zudem dem Referendum
unterstellt werden.
Im Rahmen der NFA-Ausführungsgesetze sind «Beiträge
an Verkehrsinfrastrukturen in Städten und Agglomerationen»
vorgesehen. Diese Formulierung unterscheidet nicht zwischen öffentlichem
und privatem Verkehr und klammert den Langsamverkehr ganz aus. Die Beschränkung
auf Infrastrukturanlagen lässt zudem befürchten, dass Beiträge
an Busbetriebe (für Fahrzeuge, Fahrleitungen usw.) nicht möglich
sein werden. Die Finanzierung neuer Strassen-infrastrukuren (Südumfahrung
St. Gallen, Umfahrung Herisau, Strassentunell Rapperswil) unter dem Titel
«Agglomerationsverkehr» steht für den VCS jedoch nicht
zur Debatte. Die Beiträge sollen ausgerichtet werden für Investi-tionen
in den öffentlichen Verkehr auf Schiene und Strasse sowie den Langsamverkehr.
Gerade in der Ostschweiz besteht im ÖV-Bereich ein grosser Nachholbedarf.
Die Agglomerationen St. Gallen, Gossau/Herisau, das Rheintal, Rorschach
und Rapperswil/Jona verfügen über einen unterdurchschnittlichen
ÖV-Marktanteil - und leiden unter entsprechenden Verkehrsproblemen
auf den Strassen.
Seit Eröffnung der St. Galler Stadtautobahn im Jahr 1987 hat sich
der Strassenverkehr verdoppelt, während die Passagierzahlen der VBSG
stagnieren. Eine zugkräftige S-Bahn, die diesen Namen auch verdient,
ein Tram oder eine Stadtbahn sowie attraktive Agglobus-systeme sind notwendig,
um die Stadt als Lebensraum attraktiv zu gestalten.
Beim Regionalen Personenverkehr ist vorgesehen, die Abgeltungen des
Bundes von heute durchschnittlich 69 auf 50 % zu kürzen. Damit droht
dem öffentlichen Verkehr in Rand- und Bergregionen der Kahlschlag,
müssten die betroffenen Kantone willens und in der Lage sein, die
wegfallenden Bundesbeiträge zu kompensieren. Die Abgeltungen für
den Regionalverkehr ausserhalb der Agglomerationen sollte darum auf der
heutigen Höhe von rund 80 % der ungedeckten Kosten belassen werden.
Damit könnte die Förderung des öffentlichen Agglomerationsverkehrs
auch die politische Akzeptanz der Randregionen erhalten.
Während das bestehende Nationalstrassennetz zum Teil von den Kantonen
mitfinanziert ist, sind die Nationalstrassen mit dem NFA zur ausschliesslichen
Bundesaufgabe geworden. Neu ins Autobahnnetz aufgenommene Strecken sind
damit zu 100 Prozent vom Bund zu finanzieren. Das Nationalstrassennetz
wurde vom Volk beschlossen. Folgerichtig sind darum Erweiterungen des
Nationalstrassennetzes dem fakultativen Referendum zu unterstellen. Davon
betroffen wäre allenfalls auch die Umfahrung Herisau oder der Seetunell
Rapperswil, sofern der Bund diese Projekte in das Nationalstrassennetz
aufnehmen würde.
Die Lösung unserer Verkehrsprobleme liegt nicht auf der Strasse.
Investitionen in den öffentlichen Verkehr sind um den Faktor 10 effizienter
als ein weiterer Ausbau städtischer Strassennetze. Der NFA muss die
Weichen richtig stellen, damit Bund, Kantone und die Agglomerationen die
knappen finanziellen Mittel richtig investieren können.
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Webersbleiche: VCS zieht seine Einsprache
zurück
Poststrasse wird definitiv aufgewertet
St. Gallen, 24. Januar 2004. Die VCS-Sektion St. Gallen / Appenzell
hat ihre Einsprache gegen die Änderung des Gestaltungsplans Webersbleiche
zurückgezogen. Der VCS begrüsst zwar die verbesserte Nutzung
an so zentraler Lage, suchte aber nach Optimierungsmöglichkeiten
- und hat diese im direkten Gespräch mit der Bauherrschaft und den
Behörden auch gefunden.
Einer der Diskussionspunkte bildete die Platzierung und die Anzahl der
Veloparkplätze. Diese waren gemäss Umweltbericht sowohl in der
Adlergasse als auch in der Hinteren Schützengasse unmittelbar bei
den Haupteingängen vorzusehen, aber nicht im Überbauungsplan
festgehalten. Abklärungen haben ergeben, dass aufgrund der beengten
räumlichen Verhältnisse nur Abstellflächen in der Adlergasse
möglich sind. Die Bauherrschaft sagte schriftlich die Einrichtung
von 50 abschliessbaren Veloabstellplätzen zu, wovon etwa ein Drittel
dank einer Personenüberführung witterungsgeschützt sein
wird. Beim nordwestlichen Zugang der Überbauung stehen in zumutbarer
Gehdistanz weiterhin die Abstellplätze an der Schützengasse
zur Verfügung. Ob dies ausreichend ist, wird sich in der Praxis zeigen
müssen.
Von den projektierten 240 Tiefgaragenplätzen sollen 80 festvermietet
dem umliegenden Quartier dienen. Alle weiteren sind für Nutzungen
innerhalb der Neuüberbauung sowie für den Besuchsverkehr vorgesehen.
Damit erhöht sich das Parkplatzangebot in diesem Teil der Innenstadt
erheblich. Dies sieht auch der Stadtrat so. Er sicherte darum zu, alle
Parkplätze auf der Nordseite der Poststrasse mit Inbetriebnahme der
Tiefgarage Webersbleiche aufzuheben. Das entsprechende Verfahren wird
mit dem Baubewilligungsverfahren eingeleitet. Dies schafft die Voraussetzung
für eine Umgestaltung und Aufwertung der Poststrasse als Fussverbindung
zwischen dem Hauptbahnhof und der Altstadt.
Der VCS begrüsst die Überbauung Webersbleiche und ähnliche
Projekte in der Innenstadt. Da aber jedes dieser Bauvorhaben zu Mehrverkehr
führt, sehen wir die Gefahr einer zunehmenden Behinderung des öffentlichen
Verkehrs. Die Stadt konnte und wollte keine festen Zusagen machen, dass
die heutige OeV-Privilegierung beim Schibenertor und dem Blumenbergplatz
nicht gefährdet ist. Ohne diese Privilegierung an diesen und anderen
wichtigen Knotenpunkten ist aber ein attraktiver öffentlicher Verkehr
in der Stadt gefährdet. Die Stadt St. Gallen muss mehr tun für
einen attraktiven und leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr.
Nur dieser ist effizient genug, das steigende Verkehrsaufkommen zu bewältigen
und dafür zu sorgen, dass St. Gallen attraktiv bleibt. Zum Wohnen,
Arbeiten und Einkaufen.
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