Verbandsbeschwerde

 

NEIN zur Initiative der Zürcher FDP

Die Initiative zielt auf Umweltorganisationen, trifft jedoch Mensch und Natur

St. Gallen, 4. November2008. Die Initiative des Zürcher Freisinns ist ein Schlag gegen die Natur. Sie zielt auf Umweltorganisationen, trifft jedoch die Menschen, schadet der Umwelt und der Schweizer Landschaft. Die Initiative bezweckt die faktische Abschaffung des Beschwerde-Rechts der Umweltorganisationen. Dadurch werden Errungenschaften im Schweizer Umweltschutz gefährdet und der Vollzug der bestehenden Gesetzgebung geschwächt.

Die beschwerdeberechtigten Umweltorganisationen sind sich
ihrer Verantwortung bewusst. Sie arbeiten zum Teil seit über 40 Jahren als „Fürsprecher der Natur“.

Die Umweltorganisationen intervenieren nur, wenn Behörden Bauprojekte allzu sorglos bewilligen. Eine unabhängige Untersuchung aller Bundesgerichtsfälle der Jahre 1996 bis 2003 durch die Universität Genf ergab eine Erfolgsquote der Umweltorganisationen von 63%. Die Erfolgsquote von privaten Einsprachen liegt bei 18,6%, also rund dreimal tiefer.

Im Jahr 2007 mussten in 76% aller von den Organisationen bemängelten Projekten Korrekturen zu Gunsten der Natur vorgenommen werden. Nur acht Fälle waren vor Bundesgericht zu behandeln; 56% aller Interventionen wurden rasch auf Stufe Gemeinde geregelt. Diese Zahlen entsprechen in etwa dem langjährigen Mittel.

Der Befund von Bundesrat, Kantonsregierungen und eine Studie im Auftrag des SECO (Staatsekretariat für Wirtschaft) ist eindeutig: es gibt kein generelles Problem mit dem Beschwerde- Recht. Die Erfahrung zeigt: Einsprachen im Zusammenhang mit Baugesuchen stammen zu 99% von Privaten.

Dossier Verbandsbeschwerderecht

Weitere Infos:

www.verbandsbeschwerde.ch

www.verkehrsclub.ch

www.schutz-tv.ch/

VCS-Dossier Verbandsbeschwerde


Hintergründe:

Am 19. November 2004 lancierte ein kleiner Kreis von Personen um die damalige Präsidentin der Zürcher FDP die eidgenössische Initiative „Für mehr Arbeitsplätze und gegen die Verhinderungspolitik“. Frau Fiala wollte damit auf das Thema Hardturm-Stadion aufspringen und etwas für das Partei-Image tun.

Die Schweizer FDP mochte die Suche nach Unterschriften nicht unterstützen. Nach längerem Hin und Her sicherte die Schweizer Parteileitung am 19. August 2005 ihre Unterstützung dennoch zu.

Die Unterschriftensammlung gestaltete sich schwierig. Sie kostete 1,3 Mio. Schweizer Franken (teuerste Unterschriftensammlung aller Zeiten). Die Geldquellen wurden nicht offen gelegt. Die Initiative wurde am 11. Mai 2006 eingereicht.

Für die Sympathien abträglich waren der schrille Ton und die schlecht recherchierten Fakten: Fälle wurden aufgebauscht oder schlicht erfunden. Fussballspieler und Trainer des FC Thun wurden ohne genügende Information vor den Karren gespannt. Die Fussballer fühlten sich prompt vom Zürcher Freisinn missbraucht.

Die Rechnung ging für die FDP des Kantons Zürich nicht auf. Bei den Nationalratswahlen im Herbst 2007 verlor die Partei Wähler und einen Sitz. Frau Fiala hatte sich auf Kosten ihrer Partei profiliert und wurde als Nationalrätin gewählt. Nachdem ihre Anti-Umwelt-Strategie auch bei den Ständeratswahlen scheiterte, trat
Frau Fiala am 27.11.2007 als Parteipräsidentin zurück.

National- und Ständerat plädierten im März 2008 für ein NEIN zur Initiative. Der Bundesrat schloss sich dieser Meinung an.