St. Gallen,23. Januar 2007. Die VCS Sektion
St.Gallen/Appenzell wundert sich über die Publikation einer fachlich
fragwürdigen Studie durch die Hochschule für Technik und Wirtschaft
Chur zur Wirksamkeit von Parkplatzgebühren. Nach Rückfrage durch
den VCS wurde das Papier inzwischen vom verantwortlichen Professor als
Studenten-Semesterarbeit bezeichnet und der entsprechende Eintrag auf
der Homepage abgeändert. Tendenziös und inhaltlich unausgegoren
bleibt die studentische Zahlenübung aber weiterhin. Cui bono? Auf
jeden Fall nicht der gute Ruf der HTW Chur.
Das Rezept für eine schöne Titelgeschichte ist so einfach
wie wirkungsvoll: Man verwendet für den wissenschaftlichen Anstrich
einer Semesterarbeit das Logo einer Hochschule und spielt das Papier einem
geneigten Journalisten zu. Dieser greift einige Sätze aus dem Zusammenhang
heraus und bastelt sich daraus die Schlagzeile in einer Sarganserländer
Tageszeitung. Andere St.Galler Tagesblätter nehmen die Meldung auf,
und schon lässt sich in der ganzen Ostschweiz lesen, wie unsinnig
Parkgebühren sind, und wie böse der VCS ist.
Parkgebühren dienen verschiedenen Zielen. Die beiden Studentinnen
aber beschränkten sich bei ihrer Untersuchung einzig auf die Verlagerung
des motorisierten auf den öffentlichen Verkehr. Dies kann innerhalb
von nur zwei Wochen nach Einführung der Gebühr vernünftigerweise
nicht erwartet werden.
Die ausdrücklich als «nicht repräsentativ» deklarierte
Befragung erfolgte in der Einführungsphase der neuen Gebühr.
Die Antworten der betroffenen 154 Kunden sind damit geprägt von einer
durchaus nachvollziehbaren ersten Verärgerung. Bei der Auswertung
berücksichtigt wurden aber auch die Angaben von Passanten, die den
Pizolpark gar nicht mehr für den Einkauf aufsuchen! Zudem stammen
71 Antworten aus einer nicht weiter erläuterten E-Mail-Umfrage. Handelte
es sich dabei um Studenten der HTW oder das familiäre Umfeld der
beiden Verfasserinnen? Ergänzt wird die Befragung durch ein Kurzinterview
mit dem Leiter des Pizolparks. Obwohl dieser keine Zahlen nennen will,
sehen die Verfasserinnen die Befragungsergebnisse durch seine Aussagen
bestätigt.
Die HTW Chur hat auf die Intervention des VCS inzwischen reagiert und
bezeichnet die Umfrage inzwischen nur noch als Studenten-Semesterarbeit.
Ausführliche Kritik der Studie (pdf)

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Weitere
Infos:
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Ausführliche Kritik der Studie (pdf) |
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Zum Rekursentscheid Rheinpark |
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Zur Einsprache Rheinpark |
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Dossier Einkaufsverkehr |
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Säntispark |
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Pizolpark |
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Verbandsbeschwerderecht |
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Parkplatzbewirtschaftung nützt |
Einkaufsverkehr:
Gemäss aktuellem Microzensus 2005 des Bundesamtes für Statistik
macht der Einkaufsverkehr inzwischen 11.4% aller Verkehrszwecke aus. Nach
dem Freizeitverkehr (44.7%) und dem Weg zur Arbeit (23.4%) steht das Einkaufen
damit an dritter Stelle des Gesamtverkehrsvolumens. |