St. Gallen, 29. März 2008. Die VCS
Sektion St.Gallen / Appenzell begrüsst die regierungsrätliche
Botschaft zur steuerlichen Entlastung emissionsarmer Fahrzeuge. Voraussetzung
für den Steuerbonus ist nicht nur ein Energielabel der besten Kategorie
A, sondern auch ein CO2-Ausstoss von maximal 130 g/km und bei Dieselfahrzeugen
ein Partikelfilter. Allradbetriebene Offroader kommen damit - wie vom
VCS gefordert - nicht in den Genuss von Steuergeschenken. Zum Bonus fehlt
aber noch ein wirksames Malus. Und damit ein finanziell lohnenderes Plus
für förderungswürdige Fahrzeugkategorien.
Positiv bewertet der VCS die Absicht der Regierung, als Voraussetzung
für eine Steuerbefreiung einen Grenzwert von 130 g/km CO2 und bei
Dieselfahrzeugen einen wirkungsvollen Partikelfilter festzulegen. So erfüllen
von den 4000 bis 5000 heute zugelassenen Fahrzeugmodellen nur rund 200
alle drei Voraussetzungen. Richtigerweise befinden sich darunter keine
Offroader.
Der Einnahmeausfall aus dem Steuerbonus soll durch eine Änderung
des Steuertarifs kompensiert werden. Neben einer Steuererleichterung für
die förderungswürdige Neuwagenpalette möchte der VCS Fahrzeuge
mit schlechten Umweltwerten mit einer spürbar höheren Motorfahrzeugsteuer
belegen. Bei schweren Fahrzeugen fällt die Motorfahrzeugsteuer im
Verhältnis zum Kaufpreis weniger ins Gewicht. Die Aufhebung der degressiven
Besteuerung kann nur ein erster Schritt sein. Denn die jährliche
Motorfahrzeugsteuer beim VW Polo - Listenpreis Fr. 25'000 - verteuert
sich gemäss Vorschlag der Regierung um 15 Franken neu auf Fr. 423.
Beim bis zu vierfach teureren VW Tuareg soll die Steuer nur um 26 Franken
auf jährlich Fr. 743 aufschlagen. Für eine spürbare Lenkungswirkung
müssten Fahrzeuge mit hohem Treibstoffverbrauch bzw. Schadstoffausstoss
stärker belastet werden. Denkbar wäre als Grenzwert ein CO2-Ausstoss
von 200 g/km, ab dem eine höhere Steuerbelastung greift.
Der VCS sieht eine Reihe seiner anlässlich der Vernehmlassung zum
VI. Gesetz über die Strassenverkehrsabgaben eingebrachten Anträge
nicht realisiert. So den Vorschlag, einen Teil des Erlöses der Strassenverkehrsabgaben
gezielt zur Förderung des Fuss- und Veloverkehrs sowie des strassengebundenen
öffentlichen Verkehrs einzusetzen. Von dieser lenkungswirksamen Massnahme
profitierten auch jene Verkehrsteilnehmenden, die energieschonend und
frei bzw. arm an Schadstoffen unterwegs sind.
Vernehmlassung VCS (pdf)

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Weitere
Infos:
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Vernehmlassung VCS (pdf) |
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www.autoumweltliste.ch |
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BfE energieEtikette |
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www.topten.ch |
Energieverbrauch der Autos:
Rund ein Drittel des gesamten Schweizerischen Energieverbrauches wird
heute vom motorisierten Strassenverkehr verbraucht. Die Wachstumsrate
beträgt, trotz Rezession zwischen 1990 und 2000, besorgniserregende
16.5%. Neue sparsamere Fahrzeuge wiegen die steigenden Verkehrsleistungen
bei weitem nicht auf. Der Mehrverbrauch infolge Verkehrswachstums übersteigt
den bewirkten Minderverbrauch.
Energieetikkette
Seit Januar 2003 wird auf der EnergieEtikette der Energieverbrauch für
Autos deklariert. Mit dieser Massnahme soll der Kauf energiesparender
Autos gefördert werden. Die Energieetikette des Bundesamtes für
Energie informiert über den Treibstoffverbrauch in Liter/100 km,
den CO2-Ausstoss in g/km und die Energieeffizienz bezogen auf das Fahrzeug-Leergewicht.
Die Energieetikette muss am Personenwagen oder in seiner Nähe gut
sichtbar angebracht werden.
VCS-Bewertung:
Das Bewertungssystem des VCS berücksichtigt die Schädlichkeit
aller im Fahrbetrieb anfallenden Emissionen, inklusive Lärm. Die
vollständige Liste mit über 500 Autos "Leonardo-Spezial
/ VCS-Auto-Umweltliste" (Februar 2007) kann beim Verkehrsclub der
Schweiz VCS (Tel. 0848 611 611) gratis bestellt werden oder im Internet
geladen werden. |