St. Gallen, 3. Oktober 2007. Vor etwas
mehr als 20 Jahren wurde die Stadtautobahn eröffnet. Bereits wenige
Jahre später kam es zu immer häufigeren Stausituationen bei
den Zu- und Wegfahrtsachsen. Zu Spitzenzeiten kommt es zu Rückstaus
bis auf die Autobahn. Eine milliardenteure «Südspange»
wäre aber die teuerste Variante, das Verkehrsproblem nicht zu lösen.
Jeder Strassenbau bringt mehr Verkehr - und damit Lärm, Energieverschwendung,
Luftverschmutzung und Klimawandel. Diese Erfahrung belegt besonders deutlich
die St.Galler Stadtautobahn. Die vor 20 Jahren eröffnete Strassenröhre
brachte mehr als doppelt so viel Verkehrs auf der West-Ost-Achse.
Der VCS hat sich nicht gegen den Ausbau der Stadtautobahn auf je drei
Spuren zwischen dem Rosenbergtunnel und Winkeln gestellt. Eine zusätzliche
weitere Erhöhung der Strassenkapazität in Form eines «Bypass»
lehnen wir aber aus folgenden Gründen ab:
Unbezahlbar: Die vom Baudepartement vorgestellte «Kapazitätsoptimierung»
dürfte rund eine Mia. Franken kosten. Andere Schweizer Städte
kämpfen aber mit weit grösseren Verkehrsproblemen. Ein Finanzierungsbegehren
beim Bund wäre auf Jahrzehnte hinaus aussichtslos. Daran wird alles
Beten und Betteln eines kantonalen Bauchefs nichts ändern.
Wirkungslos: Eine Südspange bringt keine Reduzierung
oder zumindest Plafonierung des Gesamtverkehrs, sondern erhöht den
Druck auf das gesamte Strassennetz - mit zusätzlichen Folgekosten.
Das Strassennetz im Bereich der vorgesehenen Spangenanschlüsse ist
bereits heute überlastet.
Kontraproduktiv: Strassenbauprojekte blockieren billigere
und effektivere Investitionen in den Ausbau des öffentlichen sowie
des Fuss- und Veloverkehrs. Würde die Südspangen-Milliarde zu
5% angelegt, so liesse sich mit dem Zinsertrag das VBSG-Angebot gratis
anbieten - und erst noch um das Zweieinhalb¬fache ausbauen!
Umweltschädlich: Ein Bypass widerspricht den Zielen
der Luftreinhaltung: Nach einer Verbesserung bis ca. im Jahr 2000 nimmt
die Luftqualität in St.Gallen seither wieder kontinuierlich ab.
Der VCS fordert das kantonale Baudepartement auf, die Federführung
für verkehrspolitische Projekte mit langfristiger Verträglichkeit
zu übernehmen. Verträglich sowohl aus finanzieller Sicht wie
auch im Hinblick auf den Klimawandel. Selbst ein Tram zwischen Gossau
und Rorschach mit einer kleinen U-Bahnstrecke unter die St.Galler Altstadt
wäre effizienter, billiger und zukunftstauglicher als neue Strassen.
Im Rahmen des Agglomerationsprogrammes des Bundes sind Angebote für
den Fuss- und Veloverkehr zu schaffen und der öffentliche Verkehr
weiter auszubauen. Solche Projekte lassen sich im Gegensatz zu nicht finanzierbaren
Luftschlössern in wenigen Jahren schnell und kostengünstig realisieren.

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Mehr Infos
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Hintergrund |
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Dossier öV-Offensive St.Gallen
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Road-Pricing finanziert Südumfahrung
1. April 2005 |
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VCS zur Idee Südumfahrung
Sept. 2004 |
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VCS zur ASTRA-Studie
September 2010 |
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Südumfahrung TBA Kt. SG
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