St. Gallen, 8. November 2007. Die VCS Sektion
St.Gallen/Appenzell stellt sich hinter den Widerstand der Bevölkerung
auf beiden Seiten der Grenze gegen die geplante Airshow 2008 in Altenrhein.
Der VCS bedauert die Haltung des Thaler Gemeinderats, der sich offenbar
ohne Absprache mit der benachbarten Vorarlberger Gemeinde Gaissau für
die Durchführung des viertägigen Grossanlasses ausgesprochen
hat. Dabei könnten die beiden Gemeinden in nachbarschaftlicher Zusammenarbeit
zukunftsweisende und umweltverträgliche Zeichen setzen.
Die Zahl von Grossanlässen steigt. Der Freizeitverkehr nimmt laufend
zu und liegt bei fast 45 % des gesamten Verkehrsaufkommens - und damit
beinahe doppelt so hoch wie der tägliche Weg zur Arbeit (23.4 % gemäss
Bundesamt für Statistik, Microzensus 2005).
Aus Umweltsicht liegt das Hauptproblem einer Grossveranstaltung hauptsächlich
beim zusätzlich generierten Verkehrsvolumen, und weniger an der durch
den Anlass selber genierten Umweltbelastung. Dies gilt auch für eine
internationale Airshow. Der viertägige Anlass wird das Naturschutzgebiet
nicht nachhaltig stören und fällt auch nicht in die besonders
sensible Brutzeit der Wasservögel. Und doch brächte die Grossveranstaltung
zusätzliche Luft- und Lärmbelastungen, die weder zur Aufwertung
des nahen Natur- und Vogelschutzgebietes beitragen noch die direkten Nachbarn
dies- und jenseits der Grenze ein ruhigeres Leben führen lassen.
Flugshows und Autorennen setzen falschen Zeichen
Anders als sportliche oder kulturelle Grossereignisse beschäftigen
sich Autorennen und Flugshows mit der Mobilität. Zur Faszination
der Technik gehört auch das immer mitfahrende bzw. mitfliegende Risiko
- für Piloten wie Publikum. Wie gefährlich solche Anlässe
sein können, zeigte das Drama Anfang September in Polen, als zwei
Piloten einer Kunstflugschule vor Tausenden vor Zuschauern zusammenprallten
und abstürzten. Ein Risiko, mit dem auch in Altenrhein zu rechnen
ist.
Der VCS setzt zum Schutz von Umwelt und Lebensqualität neben Änderungen
beim Verkehrsverhalten auch auf den technischen Fortschritt. Dazu gehört
die Weiterentwicklung sanfter Mobilitätsformen im Bereich des öffentlichen
wie des privaten Verkehrs. Zur Lösung von Problemen bedarf es auch
der Rücksicht auf die Nachbarschaft. Sei dies ein Naturschutzgebiet
oder eine Gemeinde im benachbarten Ausland.
Der VCS ruft das Bundesamt für Zivilluftfahrt dazu auf, eine gute
Nachbarschaft zwischen Schweizer und Vorarlberger Gemeinden zu fördern
und die Airshow 2008 nicht zu bewilligen.

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Weiterführende
Informationen:
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www.solar-impulse.com |
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VCS-Dossier Altenrhein |
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www.agf-altenrhein.ch |
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www.ibas08.ch |
Solarimpuls
Der VCS ruft die beiden Gemeinden Thal und Gaissau auf, gemeinsam etwas
für das Verständnis einer nachbarschaftlichen und nachhaltigen
Entwicklung ihrer Region zu unternehmen. Vielleicht lässt sich anstelle
einer internationalen viertägigen Flugshow auf dem Flugfeld Altenrhein
ein eintägiger Besuch des Solarflugzeugs «Solarimpulse»
organisieren, mit dem Bertrand Piccard im Jahr 2011 die Erde umrunden
will. Ein grenzüberschreitender Anlass im Zeichen einer zukunftsgerichteten
Technik und optimal mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen könnte
beiden Gemeinden, aber auch dem ganzen Rheintal, wertvolle Impulse geben. |