St. Gallen, 5. Januar 2007. Die VCS Sektion
St.Gallen / Appenzell bedauert die Genehmigung weiterer Linienflüge
ab Altenrhein durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt. Seit Jahren
arbeitet der private Flugfeldbetreiber auf einen Ausbau seines Flugfelds
zum Flughafen hin. Dabei wird er von der St.Galler Kantonsregierung aktiv
unterstützt. Eine Wirtschaftsförderung, die zu Lasten der direkt
betroffenen Anwohner und der Umwelt geht.
Seit Jahren wird von den Promotoren eines Regionalflughafens St.Gallen-Altenrhein
damit argumentiert, dass eine Konzessionierung eine absolute Notwendigkeit
ist. Nicht nur für den weiteren Ausbau des Linienbetriebs, sondern
auch für den Weiterbetrieb der bisherigen Flugverbindungen. Der VCS
stellt sich nicht grundsätzlich gegen das Flugfeld Altenrhein, sofern
der Betrieb im bisherigen Rahmen bleibt und das Mitspracherecht der betroffenen
Bevölkerung gewährleistet ist. Eine Konzessionierung des Flugfelds
zum Flughafen würde jedoch beides in Frage stellen.
In der Antwort auf eine Interpellation von Kantonsrat und VCS-Vorstandsmitglied
Ruedi Blumer vom 28. Juni 2005 führte die St.Galler Regierung aus,
dass «die Konzessionierung des Flugplatzes St.Gallen-Altenrhein
(...) zur rechtlichen Sicherung der bestehenden und für die Bewilligung
zusätzlicher Linienflüge notwendig» sei.
Keine zwei Jahre später fliegt die Kantonsregierung zusammen mit
dem Bundesamt für Zivilluftfahrt einen neuen Kurs. Der Weiterbetrieb
der bisherigen Linienflüge soll nun plötzlich auch ohne Konzession
möglich ein. Und ab Februar soll es eine neue Linienverbindung nach
Düsseldorf / Mönchengladbach geben. Gemäss Medienberichten
ist die Flugfeldbetreiberin sogar der Ansicht, dass bis in drei Jahren
auch London und Hamburg angeflogen werden könnten - ohne Konzessionierung!
Der VCS verurteilt die Argumentations-Flugakrobatik von BAZL und Kanton.
Er fordert die St.Galler Regierung auf, sich an ihre Aussagen in ihrer
Interpellationsantwort vom Juni 2005 zu erinnern und darauf hinzuwirken,
dass kein Ausbau des Liniennetzes erfolgt. Nicht nur am Pilotenknüppel,
sondern auch in der Politik wirkt ein Zick-Zack-Kurs wenig vertrauenserweckend.

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