- Teil, 18.00 Uhr: Verbandsgeschäfte
Traktanden
- Begrüssung
- Wahl der StimmenzählerInnen
- Protokoll der MV vom 15. 2. 2001
- Jahresbericht
- Jahresrechnung / Revisorenbericht
- Wahlen
- Tätigkeitsprogramm / Budget
- Anträge
- Allgemeine Umfrage
Anschliessend Apero
- öffentlicher Teil, 20.00 Uhr:
- "Öffentlicher Verkehr in St. Gallen-West"
Podiumsdiskussion mit Vertretern von Behörden und Stadion AG
Leitung: Ruedi Blumer, Kantonsrat, Vorstand VCS Sektion SG/App.
Die Teilnehmer:
- Andreas Bienok, Leiter Amt für öffentlichen Verkehr Kt. SG
- Urs Kost, Kantonsingenieur Kt. SG
- Franz Hagmann, Stadtrat St. Gallen
- Dr. Hans Hurni, Stadion AG
- Peter Jans, Kantonsrat, Vorstand VCS
Der Vorstand lädt Sie herzlich zu dieser Veranstaltung ein.

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St. Gallen West:
Standort nur ungenügend mit dem ÖV erschlossen - lässt sich das überhaupt ändern?
Der Westen der Stadt St. Gallen bildet mit seinen Einkaufs- und Vergnügungszentren wie Säntispark, Interio, Westzenter, dem Zentrum für berufliche Weiterbildung, Sportanlagen sowie etlichen Fachmärkten und Gewerbebetrieben ein eigentliches Zentrum von überregionaler Bedeutung. Es übernimmt damit Funktionen, welche ursprünglich traditionellen Kernstädte vorbehalten waren und tritt damit mit den ursprünglichen regionalen Zentren wie St. Gallen, Gossau oder Herisau in Konkurrenz. Diese Entwicklung wird mit dem geplanten Einkaufs- und Vergnügungszentrum mit Fussballstadion verschärft. Dies wird deutlich, wenn man bedenkt, dass die vorgesehenen Verkaufsflächen unter und neben dem Stadion in der Grössenordnung aller bestehenden Verkaufsflächen in den Gemeinden Gaisserwald (Abtwil), Herisau und Gossau zusammen entspricht und zu einem der grössten Einkaufszentren - wenn nicht dem grössten - der Schweiz werden soll.
Die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr nimmt auf diese Entwicklung nur wenig Rücksicht. Die Bahn ist mit ihren Knoten auf die ursprünglichen Stadtzentren ausgerichtet. Solche starren Strukturen lassen sich kaum mehr ändern. Das Gebiet St. Gallen West / Abtwil ist mit einer Buslinie kaum besser erschlossen, als irgend ein anderes St. Galler Aussenquartier. Die Busfahrt zum Bahnhof St. Gallen ist lang, mit zahlreichen Halten versehen und entsprechend unattraktiv. Zu Herisau bestehen gar keine Verbindungen.
Auch für Fussgänger und Velofahrer ist das Gebiet - weil abseits gelegen - nur ungenügend erschlossen. Die Zirkulation zu Fuss zwischen den verschiedenen Zentren gleicht einem eigentlichen Spiessrutenlauf.
Anders hingegen ist die Erschliessung mit dem Autoverkehr: Mit der Autobahnausfahrt St. Gallen Winkeln besteht eine direkte Anbindung zum Hochleistungsstrassennetz. Herisau und Gossau sind zudem durch eine Hauptstrasse direkt angebunden. Zudem stehen hier eine vielzahl von Parkplätzen zur Verfügung, welche im Unterschied zum Zentrum in St. Gallen vielfach noch gratis sind oder nur wenig kosten.
Aus diesen Gründen ist es wenig erstaunlich, dass die meisten Kunden, Arbeitenden oder Besucher das Gebiet St. Gallen West mit dem Auto erreichen. Anders als im Stadtzentrum ist der Marktanteil von öffentlichem Verkehr und Fuss- und Radverkehr an der Peripherie marginal.
Mit dem geplanten Ausbau der Autobahnausfahrt Winkeln wird dieser Sachverhalt noch akzentuiert. Während für den Ausbau des Strassennetzes dutzende von Millionen Franken investiert werden sollen, sind entsprechende Vorhaben beim ÖV für einen notwendigen Ausbau noch ungewiss und finanziell nicht gesichert. Zudem spricht man von allfälligen neuen oder verdichteten Buslinien und nicht von Stadtbahn, Tram, Hochbahn oder S-Bahnverbindung, wie dies eigentlich für ein Entwicklungsgebiet von der gegebenen Grösse notwendig wäre. Und doch ist es für alle hier Beteiligten von grosser Wichtigkeit, dass der öffentliche Verkehr eine bedeutende Rolle bei der Erschliessung des Gebietes übernehmen kann. Wenn praktisch der gesamte Verkehr über das Auto abgewickelt werden muss, kommt es unweigerlich zum Verkehrskollaps - auch mit dem Ausbau des Autobahnanschlusses.
Welche Rolle kann der öffentliche Verkehr auf Grund der periphären Lage dieses Gebietes aber überhaupt übernehmen? Und was ist konkret geplant? Diesen Fragen geht die hochrangig bestückte Podiumsdiskussion vom 24. Mai nach. Man darf gespannt sein, ob die verantwortlichen Behördenvertreter und Promotoren darauf eine Antwort haben.
Andreas Bernhardsgrütter
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