Ein neugegründetes Komitee mit 36 Organisationen zwischen Bregenz und Bellinzona wehrt sich dagegen, dass die San Bernardino Route mehr und mehr zur internationalen Transitroute für den Schwerverkehr wird. Verschiedene Strassenbauvorhaben im benachbarten Ausland und im Rheintal führen dazu, dass diese Route immer attraktiver wird. Auch unser Sektionsgebiet ist davon unmittelbar betroffen.
Warum wir aus St. Galler Sicht eine lückenhafte Nord-Süd-Verbindung befürworten
Von Doris Königer
Präsidentin VCS St. Gallen / Appenzell
Eine letzte grosse Lücke in Rheintaler Abschnitt der A13 wird demnächst geschlossen: das letzte Teilstück mit Gegenverkehr zwischen Au und Widnau wird noch dieses Jahr endgültig verschwinden. Das Rheintal kann in Zukunft durchgehend vierspurig durchrast werden. Die sogenannte Rheintaler Todestrecke ist dann nun endlich gebannt hoffen damit die einen es hat aber auch andere Folgen Die Attraktivität der Strecke steigt. Kurzfristig werden keine Staumeldungen mehr durch den Äther gehen. Langfristig wird es sichermehr Verkehr geben.
Dies ist nur ein kleiner Schritt in einer Reihe von Bauvorhaben, die den heutigen Tagesdurchschnitt von 20'000 Fahrzeugen anschwellen lassen werden wie den Rhein bei Hochwasser.
Zum heutigen Zeitpunkt gibt es zwischen den beiden Rheintalautobahnen noch keine direkte Verbindung. Ein grosser Teil des Verkehrs zwischen diesen beiden Autobahnen geht durch Diepoldsau. Dort liegt die kürzeste Verbindung. Diese wird auch von den elektronischen Routenplanern/GPS den FahrerInnen vorgeschlagen. Für die AnwohnerInnen Diepoldsaus keine erfreuliche Tatsache. Deshalb sieht diese und andere Talgemeinden den einzigen Ausweg in der geplanten Verbindung S18, die ihren SteuerzahlerInnen weniger Verkehr bescheren soll, die aber auch das Rheintaler Riet, ein Naturschutzgebiet durchschneiden würde. Die Gemeindeverwaltungen und deren PolitikerInnen haben nur ihren kurzfristigen Nutzen vor Augen und sehen nicht, dass die Attraktivität der Nord.Süd-Achse über das Rheintal damit steigt. Vorerst geniesst die A13 zusammen mit der E43 als Transitstrecke zwischen Deutschland und Italien keine grosse Attraktivität.
Wir wollen dass dies so bleibt.
Diese Ausgangslage kann sich aber schnell ändern, da zB. im Westen der Stadt St.Gallen Grossprojekte vorgesehen sind, die falls sie gebaut sind, den Autobahntunnel an seine Kapazitätsgrenze bringen und dadurch die bis jetzt schnellere Gotthardquerung unattraktiv machen werden. Projekt wie "Swiss Marina" und grosse Einkaufszentren werfen ihre Schatten auf die N1.
Wir müssen die Weichen anders stellen.
Das Rheintal ist voller Strassen. In Längsrichtung wird es von zwei parallelen Autobahnen und drei Hauptstrassen erschlossen. Unzählig die vielen Querverbindungen innerhalb und über die Grenzen. Geplant ist auch eine Eintlastungstrecke 2000 (von Widnau nach Altstätten). Es wird jeweils nur bis zur eigenen Nasenspitze geplant und nicht in einem grenzüberschreitendenden oder mindestens kantonsübergreifenden Weitblick. Jede/r denkt nur an ihren/seinen eigenen Profit und denkt nicht daran, dass jede Verbreiterung des eigenen Weges mehr Wasser/nein Verkehr nach sich zieht und sein Nadelöhr dem Nächsten weitergegeben wird. Dies ist zwar verständlich, vor allem aber in Hinblick auf noch grössere Lastwagenströme extrem kurzsichtig. Die eigene Ruhe zahlen andere mit noch mehr Lärmbelastung.
Es ist definitiv genug.
Wir wollen die Verkehrsprobleme nicht negieren, plädieren aber mit aller Schärfe für nachhaltige Lösungen.
Der grosse Grenzgängerverkehr zwischen dem Vorarlberg und dem St. Galler Rheintal wickelt sich fast nur auf der Strasse ab. Der öffentliche grenzüberschreitende Verkehr ist karg. Hier ist Handlungsbedarf angesagt. Der österreichische Güterverkehr endet in Wolfurt. Eine Anbindung des St. Galler Rheintals an dieses Gütersystem besteht bis jetzt nicht. Mit einer eindrücklichen Fahrt zu den grossen Rangierbahnhöfen der Region hat das St. Gallische Amt für öffentlichen Verkehr letzten Herbst verheissungsvolle neue Angebote der Bahnen vordemonstriert. Die SBB und der Bahnhof Buchs nach seinem Ausbau wären durchaus in der Lage, die Güterströme aus Süddeutschland und Oesterreich auf der Schiene abzunehmen. Das ist der Weg, den wir in eine nachhaltige Gütertransport-Zukunft beschreiten müssen.
Verkehrsprobleme dürfen nicht auf Kosten anderer gelöst werden.
Statt Nadelöre zu beseitigen sollten wir sie mehr pflegen und schätzen.
Mit verkehrsberuhigenden Massnahmen können wir unsere Strassen so gestalten, dass sie den heutigen Verkehr aufnehmen können und die Strassenzüge für die AnwohnerInnen lebenswert bleiben.
Statt Kapazitätsgrenzen auszubauen und damit den Verkehrsdruck auf das Rheintal und die A13 zu erhöhen, sind zukunftsfähige Lösungen anzustreben. Wir brauchen keinen Verkehr, der das Rheintal schneller, lauter und umweltschädigender überrollt.
Lernen wir nicht mit diesem Verkehr umzugehn, wird sich die Spirale weiterdrehen, auf Kosten von Mensch, Natur und Umwelt!
St. Gallen, 13. Februar 2002
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Stopp Transit A13
Die Mitglieder des Komitees Stopp Transit A13:
Graubünden: VCS GR, WWF GR, Pro Natura GR, Greenpeace GR, Bündner Heimatschutz, Ärzte für Umweltschutz GR, IG Schnuuf Chur, IG Velo GR, Movimento Moesano Vivibile, Komitee Region Viamala ohne Raststätte, VBU Vereinigung Bündner Umweltorganisationen
St. Gallen/Appenzell: VCS SG /APP, WWF AR/IR, WWF SG, Pro Natura SG / APP, Ärzte für Umweltschutz SG
Tessin: ATA Svizzera Italiana - VCS Tessin, WWF Svizzera Italiana
ÄfU Tessin
Liechtenstein: VCL Liechtenstein, LGU Liechtensteinische Gesellschaft für Umweltschutz
Vorarlberg / Bayern: TRANS-FORM (Interregionales Forum für Nachhaltige Entwicklung in der Region Arlberg/ Alpenrhein/ Bodensee), Plattform gegen den Letzetunnel, VCD-Kreisverband Lindau (Bodensee), Naturschutzbund Vorarlberg
VCÖ Vorarlberg
Schweiz: Alpen-Initiative - Initiative delle Alpi, VCS Schweiz - ATA Svizzera, Greenpeace Schweiz, Mountain Wilderness
Verein Avanti-Nein, CIPRA Schweiz
ÄfU Schweiz, umverkehR
Europa: Europäische Verkehrsinitiative ITE
Pressespiegel:
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