St.Gallen, 15. April 2011. Der VCS fordert, dass echte Alternativen zum Ausbau des Strassennetzes auf der Stadtautobahn gerüft werden. Dank einem gezielten Ausbau von öffentlicen Verkehr sowie des Fuss- und Radverkehrs kann der Mehrverkehr auf der Strasse umweltfreundlich aufgefangen werden.
St.Gallen gehört zu den Schweizer Städten mit dem schlechtesten Modal-Split. Das heisst, die St.Gallerinnen und St.Galler bewegen sich vergleichsweise wenig mit Velo, Bus oder zu Fuss und dafür viel mit dem eigenen Auto. Während in den grösseren Städten der Deutschschweiz rund ein Drittel aller Wege mit dem eigenen Auto zurückgelegt werden, sind es in St.Gallen 45%. Die Überlastung der Stadtautobahn ist eine direkte Folge davon. Mickrige 15% beträgt der Transitverkehr, der Rest ist hausgemacht.
Statt das zu ändern, werkelte der Kanton jahrelang an einem Strassenausbau, bis er die Verantwortung mit dem neuen Finanzausgleich an den Bund abgeben musste. Denn der Bund muss den ganzen Spass bezahlen. 1.5 Milliarden, so eine erste Schätzung, können Stadt und Kanton nicht aufbringen.
Weil das auch dem Bund zu viel für ein lokales Verkehrsproblem scheint, ist beim Bundesamt für Strassen ASTRA seit bald einem Jahr eine Variantenstudie in Arbeit. Der VCS hat das ASTRA schon im Herbst 2010 gebeten, in dieser Studie auch ÖV-Alternativen mit Investitionen in einer ähnlichen Grössenordnung zu untersuchen. Genau das ist aber nicht erfolgt. Neben bereits geplanten kleineren Ausbauten wurden nur minimale Verbesserungen durchgerechnet. Entsprechend gering fiel auch die Entlastungswirkung aus und das „Bundesamt FÜR Strassen“ kam folgerichtig zum Schluss, einen ÖV-Ausbau nicht mehr weiter zu prüfen.
Für den VCS ist das inakzeptabel. Wenn als Alternative zu einer 1.5 Milliarden-Autobahn nur ein paar zusätzliche Busse und eine Verlängerung der S-Bahn nach Bregenz untersucht werden, dann wird das negative Ergebnis schon mit Aufgabenstellung festgelegt. Dabei wären Ideen genug vorhanden. Sie reichen von einem Kapazitätsausbau zwischen Wil und St.Gallen über neue Haltestellen und Verknüpfungspunkte bis zum Tram oder zur Stadtbahn.
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