St. Gallen, 10. März 2010. Der VCS St.Gallen–Appenzell ist hoch erfreut über die deutliche Annahme der Städteinitiative von Umverkehr und VCS. Er dankt den vielen mitbeteiligten Organisationen für ihre Unterstützung. Jetzt gilt es, Massnahmen zu ergreifen.
Die grosse Mehrheit der stimmberechtigten Schweizerinnen und Schweizer verfügen über ein Auto. Trotzdem haben in St.Gallen fast 60% ja zur Städteinitiative gesagt.
Offensichtlich hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass immer mehr Verkehr nicht immer mehr Lebensqualität bedeutet. Die Bevölkerung leidet nicht nur unter den direkten Auswirkungen wie Lärm, Abgasen und Unfällen. Es sind auch Anspannung, Gehetze und Gedränge im Verkehr, die an den Nerven und der Gesundheit zerren. Die Stadt ist nicht nur Geschäfts- und Wirtschaftszentrum, sondern auch der Lebensraum für die über 70'000 Bewohnerinnen und Bewohner.
In dieser Richtung interpretiert der VCS das Ergebnis vom letzten Wochenende. Und in dieser Richtung fordern wir den Stadtrat zum Handeln auf. Unsere Stadt braucht mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität.
Die Umgestaltung der grossen Plätze in St.Gallen ist ein wichtiger Schritt in dieser Richtung. Beim Gallusplatz wird langsam erkennbar, wie so etwas aussehen kann. An der Gestaltung von Bahnhofplatz und Marktplatz wird noch gearbeitet. Ob mit oder ohne Parkgarage, wird das Stimmvolk entscheiden.
Weitere grosse Projekte müssen in Angriff genommen werden: der Riethüslitunnel, die separate öV-Spur, eine attraktive Tramlinie. Bis sie realisiert sind, werden jedoch noch Jahre vergehen.
Es gibt aber auch rasch umsetzbare Massnahmen, mit denen bei geringem Aufwand viel erreicht werden kann:
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Die Stadt setzt eine Langsamverkehrsbeauftragte ein und spricht einen Rahmenkredit, damit Fuss- und Radwegmassnahmen zügig geplant und auch umgesetzt werden können. So entsteht ein zusammenhängendes sicheres Velowegnetz und geeignete gedeckte Abstellplätze.
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Die Stadt setzt eine Fussgänger- und öV-freundliche Lichtsignalsteuerung um, damit die Busse auch in den Stosszeiten pünktlich verkehren können und damit das Überqueren von Strassen ohne minutenlange Wartezeiten und anschliessenden Sprints möglich wird.
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Die Stadt geht Strassenraumgestaltungen aktiv an, damit der Verkehr auch auf den Hauptachsen menschen- und nicht nur autogerecht fliesst.
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Die Stadt wehrt sich energisch gegen den Abbau des S-Bahn-Angebotes in Bruggen, Winkeln und St.Fiden. Schnelle Direktverbindungen nach Zürich sind wichtig, aber sie lösen nicht die Probleme unserer Agglomeration.
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Die Stadt verbessert das Busangebot an den Wochenenden und während den Randstunden.
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Die Stadt setzt sich für einen Rückzug des Dossiers Südspange ein, damit der Kanton die Kapazitäten im Baudepartement für gute Lösungen statt für teure Träume verwenden kann.
Der VCS wird sich auch nach der Annahme der Städteinitiative aktiv und gestärkt für Verbesserungen im öV und Langsamverkehr einsetzen, damit der jährliche Umsetzungsbericht der Stadt über weitere St.Galler Erfolgsgeschichten berichten kann.
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