Zur Planung des IKEA in Schänis

K-Standorte lassen sich nicht kaufen

 

Südostschweiz:
VCS will IKEA verhindern
4. 12. 2009

Südostschweiz:
VCS und Raumplanungschef sehen keinen IKEA in Schänis
4.12. 2009

 

Schänis, 6. Dezember 2009: Die IKEA plant in Schänis den Bau eines neuen Fachmarktes. Der VCS ist kritisch, weil hier die erforderlichen Voraussetzungen kaum zu erfüllen sind.

Die Kantone haben behördenverbindliche Vorgaben und für die Raumplanung ist dies der Richtplan. Darin werden mit einem aufwändigen Vernehmlassungsverfahren Richtlinien festgelegt, an die sich die Behörden halten müssen. Sie sind auch eine Hilfe für Bauherren und Investoren, sich dort Bauland zu suchen, wo ihre Nutzung möglich und erwünscht ist. Für eine Einkaufseinrichtung wie Ikea braucht es einen ausgewiesen K-Standort (Eignungsort für verkehrsintensive Bauten). Schänis jedoch ist kein K-Sandort. Das wissen auch der Gemeindepräsident und die 200 Schänner, welche vor kurzem dem Verkauf von 40'000m2 Land zugestimmt haben.

Fast jede Gemeinde wünscht sich einen K-Standort, da sie damit auf Arbeitsplätze und Steuereinnahmen hoffen kann, aber diese Zonen sind begrenzt und können nicht auf jeder grünen Wiese eingerichtet werden. Es ist eine regionale Frage, die hier gestellt wird, über die Kantonsgrenze hinaus. Im Linthgebiet sind einige Grossprojekte im Köcher, so der Glaruspark in Mollis und ein EKZ in Schmerikon. Der Linthpark in Uznach ist bereits bezogen. Deshalb kann der Standort Schänis nicht separat beurteilt werden, sondern steht in einem regionalen Kontext.

Nach dem Richtplan sollen sogenannte «Eignungsgebiete» für solche Einrichtungen, nur dort entstehen, wo bereits heute ein mit dem öffentlichen Verkehr gut erschlossenes Gebiet vorliegt und die Wege der Kundinnen und Kunden nicht nur mit dem Individualverkehrsmittel zurückgelegt werden müssen. Für Schänis gilt das sicher nicht.

Auch eine international tätige Firma wie Ikea kann sich einen solchen Standort nicht einfach kaufen. Die Regionalplanung hat hier die Aufgabe eine Gesamtwertung für die ganze Region Linthgebiet zu tätigen und zu entscheiden, ob hier ein zusätzlicher Verkehrsanziehungspunkt gebaut werden darf. Das Einzugsgebiet einer Ikea würde Personen von Graubünden bis Zürich anlocken, vom Toggenburg bis ins hinterste Glarnerland. Die Frage ist, wollen die Schänner und die umliegenden Gemeinden den zu erwartenden, erheblichen zusätzlichen Individualverkehr? Mit dem ÖV bringt man kaum genügend Kunden nach Schänis. Dies wäre aber eine Voraussetzung für einen K-Standort.

Doris Königer, Geschäftsleitung VCS St. Gallen/Appenzell, Rorschacherstrasse 21, 9004 St. Gallen