Der VCS wollte es genau wissen. Verschiedentlich
hat sich der VCS erfolglos nach einer Statistik zur Auslastung der Parkgaragen
erkundigt Dabei wären genau diese Daten interessant in der Diskussion
über neue Parkhäuser und das «Wie weiter» in der
städtischen Verkehrspolitik. Der VCS gibt jedoch nie so schnell auf
und hat sich Auslastungszahlen mit einem Internetskript von der Homepage
www.pls-sg.ch beschafft.
Zwischen Ende Oktober 2005 und Ende April 2006 wurden zu jeder Viertelstunde
die verfügbaren freien Parkplätze abgefragt. Dabei kam es nur
an 16 Tagen zu Werten von weniger als 100 freien Parkplätzen. An
zwei Tagen (Freitag, 9.12. sowie Donnerstag, 15.12.) sank diese Zahl
kurzzeitig auf unter 20. Der letztjährige Sonntagsweihnachtsverkauf
fand am 11. und 18. Dezember statt. Beide Tage schafften es nicht in die
«Hitparade» des knappsten Parkplatzangebots! Am 11. Dezember
lag der tiefste Wert an verfügbaren Parkplätzen um 13:45 Uhr
bei noch 345. Am 18. Dezember gab es um 15:00 Uhr noch 272 freie Parkplätze.
Die Innenstadt stellt mit ihren rund 275 Geschäften das grösste
und wohl auch attraktivste Einkaufszentrum der Region dar. Bis auf wenige
Spitzenstunden pro Jahr ist das Parkierungsangebot ausreichend.
Die heute gegen 2600 Abstellplätze werden in den nächsten
Jahren auf über 3000 erweitert. So stehen ab Herbst 2007 rund 160
zusätzliche Parkplätze in der Webersbleiche zur Verfügung.
Bis Ende 2009 kommen über 100 öffentliche Parkplätze im
Kongresszentrum Einstein dazu. Und ab 2010 ist mit der Eröffnung
der Fachhochschule beim Bahnhof zu rechnen, für die zurzeit 240 weitere
Parkplätze vorgesehen sind. Ein Ausbau des Parkplatzangebots für
nur wenige Spitzentage por Jahr macht wirtschaftlich keinen Sinn und würde
die Auslastung bestehender Parkhäuser reduzieren.
Grund zum Jammern über fehlende Parkplätze besteht also wahrlich
nicht. In seiner Antwort zum Postulat für die Einführung eines
City-Shuttles (Ringbus um die Altstadt St.Gallen) kam der Stadtrat zum
Schluss, dass die Einkaufsgelegenheiten in der südlichen und nördlichen
Altstadt «weitestgehend im 5-Minutengehbereich einer Bushaltestelle
liegen.» Was für die Benutzer des öffentlichen Verkehrs
gilt, das darf auch der motorisierten Kundschaft zugemutet werden. Zu
Spitzenzeiten immer einen freien Parkplatz unmittelbar vor einer Ladentür
vorzufinden, ist eine so überzogene Forderung wie ein Sitzplatz im
VBSG-Trolley während den zehn Tage dauernden OLMA-Messe.
Verglichen mit anderen Schweizer Städten weisst St.Gallen einen
hohen Anteil an motorisiertem Verkehr auf. Das bietet den VBSG die Chance
zum Aufholen: Mehr Fahrkomfort (Niederflur, Klimaanlage, grösseres
Sitzplatzangebot, Fahrgastinformationssysteme an den Haltestellen), sondern
auch mit einer Ausweitung des Fahrplanangebots. Aufzuholen gilt es auch
beim Passagieraufkommen: Im vergangenen Jahr transportierten die VBSG
22,9 Mio. Fahrgäste - im Jahr 1990 waren es noch 23,1 Mio. Wenn jemand
Grund zum Jammern hat, dann sind es die Kunden des öffentlichen Verkehrs!
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Den Markt spielen lassen
Als mögliche Lösung für die an wenigen Tagen und zu wenigen
Stunden (zwischen 14:00 bis 17:00 Uhr) knappe Parkplatzzahl schlägt
die VCS Ortsgruppe ein flexibles, nachfragegesteuertes Parkpreis-System
vor. Wie in anderen Bereichen auch könnte damit der Markt seine regulierende
Wirkung entfalten. Weiter fordert der VCS Transparenz bei den Auslastungszahlen
aller im Parkleitsystem eingebundenen Parkplätze. Die Geheimniskrämerei
muss ein Ende haben. |
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